Reisen in Deutschland

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    • Reisen in Deutschland

      Guten Tag zusammen,

      Heute möchte ich etwas über meine Reisen innerhalb Deutschlands erzählen. Es würde mich freuen, wenn ein User einen Thread über Auslandsreisen eröffnen würde :)

      Was mich betrifft, konnte ich erst spät anfangen zu reisen. Mit 34 Jahren auf dem Fahrrad mit dem Zelt auf dem Gepäckträger von Hengelo bis nach Greetsiel. Dann habe
      ich meinen Führerschein gemacht und eine Welt tat sich auf. Ich habe fast 40 Jahre in den Niederlanden gewohnt, daher war Deutschland für mich ja so was wie Ausland.
      Zudem hatte ich mir vorgenommen, jetzt alle Bundesländer kennenzulernen. Dabei habe ich Bremen, Hamburg, Bayern und das Saarland bisher verwahrlost.
      Alle anderen habe ich vielfach bereist und habe viele traumhafte Gebiete mit malerischen Orten und Städten gesehen. Immer wieder entdecke ich, wie unglaublich schön
      Deutschland ist. Heute bin ich Rentnerin und wohne seit 11 Jahren in Niedersachsen. Nun nutze ich die Nebensaison oft und gern. Dann ist es ruhiger und man
      sieht viel mehr. Außerdem ist es preisgünstiger.

      Meistens stelle ich mir auf meinen Reisen ein Thema. In den Spuren von...….. z.B.in Weimar Goethe (oder Schiller oder Bauhaus), in Dresden August der Starke und seine
      Mätressen. Die Gräfin Cosel führt mich dann zur Festung Stolpen und Maria Aurora von Königsmarck nach Quedlinburg. Quedlinburg möchte ich heute vorstellen.

      Mein Mann und ich waren vor etwa 30 Jahren in Thale im Harz. Wir unternahmen die Wanderungen aus dem Roman "Cecile" von Theodor Fontane und entdeckten dann
      dieses geschichtsträchtige Quedlinburg. Ich kann gar nicht beschreiben wie mich dieses mittelalterliche anmutige Städtchen verzauberte, als ich es zum ersten mal sah.
      Inzwischen war ich öfter mal dort und möchte so kurz wie möglich beschreiben, warum es eine Reise dorthin so wert ist.

      Von weitem schon sieht man die markanteste Sehenswürdigkeit, den Schlossberg mit der Stiftkirche St. Servatius und den Wohngebäuden des Frauenstifts. Die Geschichte
      der Ottonen beginnt in Quedlinburg. Der Legende nach hatte man dem Sachsenkönig Heinrich Anfang des Jahres 919 am Finkenherd die Königskrone angeboten. Seine
      zweite Frau Mathilde war eine außergewöhnliche Frau. Sie gründete als Witwe 936 das Damenstift auf dem Burgberg. Viele starke Nachfolgerinnen leiteten nach ihr das
      Stift. Die namhaftesten sind auf Gemälden im Stift anzusehen. Hier findet man dann auch ein Bild der Königsmarck, die 1700 Pröbstin wurde. Aber die Quedlinburger
      sahen der der abgelegten Mätresse August des Starken zunächst nicht wohlwollend entgegen.

      Die Königsgräber von Heinrich und Mathilde und der Domschatz befinden sich in der Stiftskirche. Wie viele sicher wissen, besetzte Heinrich Himmler von 1938 - 1945
      St. Servatius und machte die Kirche zur Weihstätte der SS. Den Wahnsinn dieses Mannes, auch um die Gebeine Heinrich I. kann man dort im Museum auf vielen Bildern
      und Beiträgen sehen und lesen.

      Gegenüber des Schlossbergs erhebt sich der Münzenberg. Nach dem Zerfall eines Klosters siedelten sich um 1600 dort Bettelmusikanten und Hausierer an. Sie lebten
      in den Ruinen oder bauten sich aus den Resten neue kleine Häuser, die bis heute noch stehen. Eine wildromantische Geschichte, die zu erzählen zu lange dauert.
      Aber man miete sich dort eine Ferienwohnung. Sehr empfehlenswert !

      1994 wurde die mittelalterliche Fachwerkstadt von der UNESCO in die Liste des Weltkultur - und Naturerbes der Menschheit aufgenommen. Zurecht ! Abgesehen vom
      einzigartig vielfältigem Fachwerk innerhalb der mittelalterlichen Stadtbefestigung , bieten sich zahlreiche andere Sehenswürdigkeiten an. Z.B. das Rathaus mit Roland,
      das Klopstockhaus, eine Bierbrauerei, Lionel Feininger Galerie und viele mehr. Selbstverständlich kommt das leibliche Wohl nicht zu kurz. Viele einladende Schenken
      und Restaurants laden ein. Zum Schluss nicht vergessen, Quedlinburg liegt im Harz. Naturliebhaber und Wanderer kommen hier auf ihre Kosten.

      Mein Beitrag ist ein wenig lang geworden. Ich hoffe, dass es euch nicht stört und dass ihr ebenfalls etwas von euren Reisen in Deutschland berichten möchtet. Es wäre
      mir eine Freude.

      Einen schönen Abend und herzliche Grüße

      Marga
    • Hallo Marga,

      erstmal ein großes Dankeschön für die Eröffnung dieses neuen Bereichs hier im Forum. Wie du ja bereits angedeutet hast, ist es nicht nur ein neuer Bereich sondern auch mal ein ganz anderes Thema. :)

      Ich finde es aber sehr gut, dass du diesen Weg gegangen bist. Ich weiss zwar noch nicht so genau, wie ich mich hier aktiv einbringen kann aber gib mir bitte einfach noch etwas Zeit. :)

      Wie ich aber lesen konnte, bist du schon innerhalb von Deutschland ziemlich viel rumgekommen. Hast du vielleicht auch ein paar schöne Aufnahmen gemacht, die deinen Reisebericht etwas mehr visualisieren könnten?

      Ich glaube schon, dass sich die anderen Teilnehmer hier im Forum auch darüber freuen würden.

      Gruß
      Michael
      Ein Projekt von wehrmachtlexikon.de
    • Guten Abend zusammen, guten Abend Michael,

      Danke Michael. Möglicherweise brauchst du dich ja mal nicht einzubringen. Reisen ist ganz individuell. Was mich freuen würde ist,
      falls meine Art zu reisen, nicht so viele Leute anspricht, dass sie halt erzählen, was sie wohl anspricht.

      Was die Fotos betrifft, muss ich erst suchen. Da hätte ich selbst dran denken müssen. Aber Tante Google kann zunächst Neugierigen
      weiterhelfen.

      Herzliche Grüße

      Marga


      http://www.quedlinburg.de
    • Hallo Marga,

      danke für deinen ausführlichen Bericht.

      Reisen innerhalb Deutschlands gerät leider bei den Meisten sehr oft in Vergessenheit, mich selbst nicht ganz ausgenommen...
      Es ist allerdings schade, da es doch im gesamten Bundesgebiet sehr schöne Ecken gibt. Nicht nur einmal hab ich mir gedacht, dass das Sprichtwort: "Warum in die Ferne schweifen, wenn das Gute/Schöne liegt so nah?" doch oftmals zutrifft.

      Besonders begeistert war ich vergangenes Jahr von meinem (ersten) Besuch im Berchtesgadener Land, einfach eine wunderschöne, atemberaubende Gegend. Die Berge (ganz besonders natürlich der Watzmann), die Menschen, das Essen, die interessante Geschichte. Einfach ein Volltreffer!

      Selbiges gilt für die mir recht nahe Pfalz (Deutsche Weinstraße), die wir immer wieder gerne besuchen, da sie noch so ein bisschen ihre Ursprünglichkeit bewahrt hat.

      Zu guter Letzt darf natürlich meine Heimat nicht fehlen, die Kurpfalz oder auch Nordbaden, sprich Heidelberg/Mannheim und Umgebung. Hier bekommt mich so schnell keiner weg!

      Bin mal gespannt auf ein paar weitere Berichte.

      PS: Da ich, wie vermutlich die meisten hier, allgemein an der deutschen Geschichte interessiert bin, hab ich schon ab und an darüber nachgedacht, wie toll doch ein Urlaub in den ehemaligen deutschen Ostgebieten wäre. Natürlich kann man diese auch heute noch bereisen, aber irgendwie hätte es auch einen Reiz das mal zur damaligen, "deutschen" Zeit erleben zu können. Ich denke da vorrangig z.B.an Königsberg, Danzig oder aber auch an die Heimat meines Großvaters im Sudetenland. Nicht falsch verstehen, ich will keine politische Diskussion über den Verbleib dieser ehemaligen Gebiete anfangen, aber interessant fände ich es allemal.

      Grüße

      Patrick
    • Guten Morgen Patrick,

      Vielen Dank für deinen Beitrag. Da sieht man schon, wie groß Deutschland ist. Du nennst da Gegenden, die noch auf meiner Liste stehen.
      In der Pfalz war ich allerdings schon einmal. Mein Thema war damals Richard Löwenherz und natürlich der unendliche Wald mit der einzigartigen Natur.

      Heidelberg möchte ich seit langem gern kennenlernen. Vielleicht klappt es dieses Jahr.

      Was die ehemaligen deutschen Ostgebiete betrifft, kann ich dir sehr nachempfinden. Die Familie meines Vaters kam aus Ostpreußen.

      Meine älteste Tochter und ich planen eine Reise dorthin. Ich habe schon so einiges vorbereitet. Ob ich in der damaligen Zeit dort gewesen sein möchte, weiss ich nicht so richtig. Ich hätte ständig Angst gehabt und als Frau lebe ich wohl in der besseren Zeit. Aber ich verstehe schon was du meinst. Wenn man alles über den Urururgroßvater herausgefunden hat, wünschte man sich zu wissen wie alles für ihn war, wie er seine Welt wahrnahm usw.


      Für heute herzliche Grüße

      Marga