Sonstiges zu Beute-Panzer-Einheiten in der Wehrmacht

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    • Hallo,

      stellt sich für mich die Frage, ob Beute-Panzer generell zu entsprechenden Kompanien zusammengefaßt wurden (Kompanie Bracken) oder erst einmal bei den Einheiten verblieben, die sie erbeutet hatten bzw. gab es beide Varianten. Interesant wäre es auch für mich zu wissen, ob die im April 1945 im Gefecht bei Kodersdorf erbeuteten polnischen T-34 bei der Abteilung Roßmann, Panzerregiment des Fallschirmpanzerkorps,,HG", zum Einsatz kamen oder wo sonst.

      MfG Wirbelwind
    • wirbelwind schrieb:

      Hallo,

      stellt sich für mich die Frage, ob Beute-Panzer generell zu entsprechenden Kompanien zusammengefaßt wurden (Kompanie Bracken) oder erst einmal bei den Einheiten verblieben, die sie erbeutet hatten bzw. gab es beide Varianten. Interesant wäre es auch für mich zu wissen, ob die im April 1945 im Gefecht bei Kodersdorf erbeuteten polnischen T-34 bei der Abteilung Roßmann, Panzerregiment des Fallschirmpanzerkorps,,HG", zum Einsatz kamen oder wo sonst.

      MfG Wirbelwind
      Moin,

      Beutepanzer wurden m.W.n. immer erst einmal gesammelt, z.B. bei den Pz.Inst-Einheiten der jeweiligen (Pz) Division.
      Es wurden auch einige "Beute-Pz.Kpn." aufgestellt, welche aber meist als SS-Pol.Pz.Kpn. (Siehe: "Regenberg") zum Einsatz kamen,
      aber einige auch mit Nummerierung (z.B. Beute-Pz.Kp. 123) die oft bei der "Partisanenbkämpfung" eingesetzt wurden.

      April '45 war nicht die Zeit dafür, 1. um geeignete Pz.Besatzungen für den T 34 zu finden und 2. evtl. diese auch noch
      kurzfristig mit dem Pz. vertraut zu machen. Pz.Fahrer oder gar gut eingespielte Pz.Besatzungen waren derzeit Mangelware.

      Einzig was mir bekannt ist, dass diese Pz. - kurz "vor Toresschluß" -
      eingegraben wurden und bei den sogen. Festungen oder Stützpunkten zum Einsatz kamen.
      __________
      MfG Uwe
    • Hallo Wirbelwind,

      wirbelwind schrieb:

      Interesant wäre es auch für mich zu wissen, ob die im April 1945 im Gefecht bei Kodersdorf erbeuteten polnischen T-34 bei der Abteilung Roßmann, Panzerregiment des Fallschirmpanzerkorps,,HG", zum Einsatz kamen oder wo sonst.
      ich konnte auf die schnelle folgendes dazu finden:

      Am folgenden Tag kam auch der Angriff der 20. Panzer-Division mit dem Panzer-Grenadier-Regiment 1 HG zum stehen. Auf der ganzen Front wurde zur Verteidigung übergegangen. Bei Kodersdorf kam es am 19. April zu einem schweren Gefecht.

      Aus dem Waldrand, etwa 2 km ostwärts Kodersdorf, tritt plötzlich ein großer feindlicher Panzerverband aus, der uns durch Erd- und Luftaufklärung bereits gemeldet war. Die bewegliche Reserve unseres Panzer-Regiments unter dem Kommandeur Oberstleutnant Roßmann, ging mit seinen 17 Panthern dicht an dem Bachlauf in Stellung, an dem Kodersdorf liegt.

      Der feindliche Panzerverband (später stellten wir fest, daß es sich hier um das I. polnische Panzer-Korps handelte, dass von der Roten Armee aufgestellt worden war) entwickelte sich in friedensmäßiger Formation und rollt auf Kodersdorf zu. Kein Schuss fällt. Erst als die Spitzenpanzer sich bis auf 50 m genähert haben, eröffnete Oberstleutnant Roßmann das Feuer.

      Die Wirkung ist vernichtend, jeder Schuss sitzt. In 20 Minuten sind 43 feindliche Panzer abgeschossen, der Rest zeigt die weiße Fahne. Uns fallen 12 unbeschädigte Feindpanzer in die Hände, darunter vier vom Typ Josef Stalin. Wenige Stunden später sind sie mit dem Balkenkreuz versehen und werden bei uns eingesetzt.

      Quelle: Fallschirmpanzer-Korps Hermann Göring von F. Kurowski

      Gruß
      Michael
      Ein Projekt von wehrmachtlexikon.de
    • Hallo,
      so ähnlich, Michael, habe ich es bereits vor längerem im Gefechtsbericht von GM Lembke, seinerzeit Divisionskommandeur der Division ,,HG", gelesen. Veröffentlicht im Buch ,,Der Kampf um Schlesien". Auch im ,,Schmeelke" zur Division ,,HG" wurde besagtes Gefecht beschrieben, ohne das bei mir alle Einzelheiten noch geläufig. SchwarzerMai hat dazu auch Ausführungen hier im Forum gemacht. Was mich eben umtreibt, kamen die erbeuteten Panzer dann bei der Abteilung Roßmann zum Einsatz und wie lange, sofern sich das jetzt noch verifizieren läßt? Uwe beschreibt ja in seinem letzten Post zu diesem Thema, dass April 45 gut ausgebildete Panzerbesatzungen, die auch mit einem T-34 gut kämpfen konnten, Mangelware gewesen sind. Für mich nachvollziehbar. Immerhin wurden 12 Panzer erbeutet, darunter einige ,,J. Stalins".

      MfG Wirbelwind
    • Hallo Wirbelwind,

      wirbelwind schrieb:

      Was mich eben umtreibt, kamen die erbeuteten Panzer dann bei der Abteilung Roßmann zum Einsatz und wie lange, sofern sich das jetzt noch verifizieren läßt? Uwe beschreibt ja in seinem letzten Post zu diesem Thema, dass April 45 gut ausgebildete Panzerbesatzungen, die auch mit einem T-34 gut kämpfen konnten, Mangelware gewesen sind. Für mich nachvollziehbar. Immerhin wurden 12 Panzer erbeutet, darunter einige ,,J. Stalins".
      dass ist eine wirklich gute Frage. Ob wir das einwandfrei beantwortet bekommen wage ich zu bezweifeln aber Versuch macht klug, schauen wir mal.

      Zum allgemeinen Thema Beutepanzer habe ich aber noch sehr gute Informationen in einer Ausgabe von Waffenarsenal gefunden.

      Gruß
      Michael
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    • Hallo Wirbelwind,

      es ist schon sehr interessant, was ich hier gerade für eine Schublade aufgemacht habe. So wie es ausschaut, wird die Liste von betr. Einheiten wohl noch etwas länger werden. :D

      Gerade erst gestern habe ich bei der Suche zu einem anderen Thema, dass hier gefunden. Hier wird von der Bildung eines Aufstellungstabes und einer Panzer-Ersatzabteilung im Bereich der HG B berichtet, die mit italienischen Gerät ausgerüstet werden sollte.

      Quelle: Nara

      Gruß
      Michael
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    • Nachtrag:

      wirbelwind schrieb:

      Vielleicht läßt sich ja noch ein ZZ-Bericht auftreiben, aus dem hervor geht, wie es sich der Umgang mit den Beutepanzern, gerade auch im Gefecht, gestaltete.
      auch damit kann ich dienen aber so wie es ausschaut, muß ich das Aufgrund der Lesbarkeit wahrscheinlich abschreiben. Ich weis im Moment aber nicht so recht, wann ich das alles machen soll.

      Bitte noch etwas Geduld OK?

      Ich habe im Moment einfach zu viele Baustellen und das Thema Wittmann wollte ich ja eigentlich auch nochmal wieder beleben. :)

      Gruß
      Michael

      PS: Der Bericht ist ein echter Glückstreffer gewesen glaub mir.............
      Ein Projekt von wehrmachtlexikon.de
    • Hallo Michael,
      da haste wiedermal ein glückliches Händchen gehabt, was die Dokus betrifft und den ZZ-Bericht. Mir ist schon klar, dass Du des öfteren nicht mehr weist, wo Dir der Kopf steht wegen der vielen Baustellen. Lass dich deshalb nicht hetzen. Du bestimmst das Tempo. Jedenfalls bin ich darauf gespannt und natürlich auch darauf, wie es im Wittmann-Thread weiter geht. Zu dem hiesigen thema noch folgende Frage. Bei den erbeuteten italienischen Panzern, Panzerspähwagen bzw. Sturmgeschützen gab es ja lt. vorliegenden Dokus zumindest die Anweisung, dass dt. Personal, was damit fahren sollte, entsprechend zu unterweisen/auszubilden. Ist gleiches für die russischen Beutepanzer bekannt, denn ich kann mir vorstellen. dass es in der Handhabung signifikante Unterschiede gab. Ganz zu schweigen von der notwendigen Umrüstung(bspw. Funkgeräte für alle Panzer, nicht nur für den Kommandopanzer).
      MfG Wirbelwind
    • Hallo Wirbelwind,

      wirbelwind schrieb:

      Zu dem hiesigen thema noch folgende Frage. Bei den erbeuteten italienischen Panzern, Panzerspähwagen bzw. Sturmgeschützen gab es ja lt. vorliegenden Dokus zumindest die Anweisung, dass dt. Personal, was damit fahren sollte, entsprechend zu unterweisen/auszubilden. Ist gleiches für die russischen Beutepanzer bekannt, denn ich kann mir vorstellen. dass es in der Handhabung signifikante Unterschiede gab. Ganz zu schweigen von der notwendigen Umrüstung(bspw. Funkgeräte für alle Panzer, nicht nur für den Kommandopanzer).
      zu dieser Frage ist in dem besagten Erfahrungsbericht etwas vermerkt. So wie ich das lese erhielten aber die betr. Soldaten keine Umschulung sondern waren angehalten, sich das notwendige Wissen selbst anzueignen. Es wurde aber immer wieder darauf hingewiesen, dass Reparaturen sehr schwierig durchzuführen seien. Genau das gleiche wurde auch über die notwendige Wartung geschrieben.

      Gruß
      Michael

      wirbelwind schrieb:

      Du des öfteren nicht mehr weist, wo Dir der Kopf steht wegen der vielen Baustellen. Lass dich deshalb nicht hetzen. Du bestimmst das Tempo. Jedenfalls bin ich darauf gespannt und natürlich auch darauf, wie es im Wittmann-Thread weiter geht.
      Danke für dein Verständnis :thumbsup:
      Ein Projekt von wehrmachtlexikon.de
    • Hallo Michael,

      keine Ursache für das Verständnis. In meiner alten Heimat hieß es immer ,,Nur nicht hetzen".
      Schade, dass es oft nur Ankündigungen oder vage Vorstellungen gab, wie die zukünftigen deutschen Besatzungen in der handhabung von beutetechnik unterwiesen werden sollten. Letztendlich lief es dann leider viel zu oft darauf hinaus, nicht ordentlich mit den Beutepanzern vertraut zu sein, ehe es ins Gefecht ging, um dann unter sehr schwierigen Bedingungen Erfahrungen zu sammeln. Gerade gegen Ende des Krieges, wo es selbst für deutsche Panzer nicht mehr genügend gut eingefahrene Besatzungen gab, wird es um die Besatzungen von Beutepanzern noch düsterer ausgesehen haben.

      MfG Wirbelwind
    • Hallo Wirbelwind,

      wirbelwind schrieb:

      Letztendlich lief es dann leider viel zu oft darauf hinaus, nicht ordentlich mit den Beutepanzern vertraut zu sein, ehe es ins Gefecht ging, um dann unter sehr schwierigen Bedingungen Erfahrungen zu sammeln. Gerade gegen Ende des Krieges, wo es selbst für deutsche Panzer nicht mehr genügend gut eingefahrene Besatzungen gab, wird es um die Besatzungen von Beutepanzern noch düsterer ausgesehen haben.
      ich bin da deiner Meinung. Ich werde dann nach und nach versuchen, die betr. Inhalte hier einzustellen. Wie bereits gesagt, muß ich die Inhalte leider alle abschreiben weil es kaum lesbar ist und es sich um eine Nara-Rolle handelt die als Buch gebunden wurde und mir nicht in digitaler Form vorliegt.

      Gruß
      Michael
      Ein Projekt von wehrmachtlexikon.de
    • Hallo Michael,

      die von Dir im Thread gezeigten Dokus unterstreichen nochmals, dass die Ersatzteiversorgung für die T-34 und auch für die anderen Beutepanzer nicht ausreichend war. Das schmälerte den Kampfwert der betreffenden Fahrzeuge. Es gelangen nur behelfsmäßige Reparaturen, keine grundlegende Instandsetzung. Was mich ein wenig wunderte, dass die 4 Funkgeräte in die Shermans nicht ordnungsgemäß eingebaut wurden. Gab es denn nach dem Einbau keine Funktionsprobe?

      MfG Wirbelwind
    • Hallo Wirbelwind,

      wirbelwind schrieb:

      die von Dir im Thread gezeigten Dokus unterstreichen nochmals, dass die Ersatzteiversorgung für die T-34 und auch für die anderen Beutepanzer nicht ausreichend war. Das schmälerte den Kampfwert der betreffenden Fahrzeuge.
      ich sehe das genauso wie du. In dem anderen Bericht, wird dieser Umstand sogar noch etwas besser beschrieben.

      wirbelwind schrieb:

      Was mich ein wenig wunderte, dass die 4 Funkgeräte in die Shermans nicht ordnungsgemäß eingebaut wurden. Gab es denn nach dem Einbau keine Funktionsprobe?
      ich glaube eigentlich, dass dieses Problem auch wieder auf fehlendes Fachwissen zurückzuführen ist.

      Gruß
      Michael
      Ein Projekt von wehrmachtlexikon.de
    • Hallo Paule,

      vielen Dank für diese Ergänzung. Ich bin für jedes Puzzelstück dankbar. :thumbsup:

      Ich habe auch noch eine Kleinigkeit gefunden. Auf den folgendes Seiten befinden sich div. Informationen zu 5 Beute-Panzer-Zügen, die offensichtlich auf Wunsch des OKH nicht geschlossen eingesetzt werden sollten, sondern einzelnen Divisionen zur Unterstützung zugeführt wurden.

      Quelle: Nara

      Gruß
      Michael
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