Panzerausbildungsverband ,,Böhmen" 1945

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    • Panzerausbildungsverband ,,Böhmen" 1945

      Hallo,
      im Zusammenhang mit den Abwehrkämpfen der 4. Panzerarmee gegen angreifende Verbände der 1. Ukrainischen Front April 1945 taucht im Raum Bad Muskau / Forst deutscherseits ein Panzerausbildungsverband ,,Böhmen" auf. Er soll vorher im Raum Bautzen dissloziert gewesen sein und aus ca 30 gepanzerten Fahrzeugen bestanden haben.Wer kann dazu nähere Angaben machen? Vor allem auch, ob dieser verband in Zusammenhang mit den abwehrkämpfen zerschlagen wurde bzw. wie seine tatsächle Zusammensetzung war. Ausser, dass es diesen Verband gab, konnte ich nichts weiteres aus der mir zur Verfügung stehenden Literatur entnehmen. Schon einmal Danke für entsprechende Hinweise.
      MfG Wirbelwind
    • Hallo Wirbelwind,

      zur Gliederung dieses Verbandes habe ich folgendes gefunden:

      Panzer-Ausbildungs-Verband Böhmen

      * 28. 3. 1945 im Zuge der Aktion Leuthen (Verlegung von Ausb.Einheiten der Panzertruppe
      in Frontnähe); Versammlung bei Bautzen:

      Stab aus Teilen des Stabes Pz.Div. Schlesien
      Panzer-Ausb.RgC: Stab aus Pz.Lehrgang Milowitz (FpU als Stab Pz.Rgt. Böhmen)
      (•*) Pz.Ausb.Abt. 7 (früher WK V, jetzt WK IV)
      Pz.Ausb.Abt. 18 (früher WK V, jetzt Frohburg bei Altcnburg, WK IV)
      Pz.Gren.Ausb.Rgter. 1 und 2, Stäbe neu zu bilden (in der FpÜ als Pz.Gren.Rgter.
      Böhmen 1 und 2)
      Pz.Gren.Ausb.Btl. 13 Mittelwalde, WK VIII
      (•) Pz.Gren.Ausb.Btl. 40 Augsburg, WK VII
      (*) Pz.Gren.Ausb.Btl. 108 Leisnig, WK IV
      (•) Pz.Gren.Ausb.Btl. 413 WK I, jetzt Hartha bei Dresden, WK IV
      Pz.Aufkl.Ausb.Abt. 55 Glatz, WK VIII
      (*) Pz.Aufkl.Ausb.Abt. 9 (halb) Meiningen, WK IX
      Pz.Pi.Ausb.Btl. 124 Riesa, WK IV
      Pz.Nachr.Ausb.Abt. 82 (halb) Magdeburg, WK IV;

      ferner sollten eingegliedert werden:
      Scharfschützen-Lehrgang WK IV
      Offiziersbewerber Schule für Panzergrenadiere Jena
      Heeres-Unteroffizierschule für Panzeraufklärung Sondershausen

      Die mit (*) verzeichneten Einheiten stießen angeblich nicht sofort zum Verband; die
      FpÜ nennt sie jedoch (mit Ausnahme der Pz.Ausb.Abt. 7 ( • • ) ) und außerdem:
      Pz.Ausb.Abt. 17 Freising (statt 7, WK VII)
      Pz.Ausb.Abt. Milowitz aus Pz.Jäg.Lehrgang Milowitz
      Pz.Gren.Ausb.Btl. 51, früher Liegnitz, WK VIII
      Sturm-Pi.Ausb.Abt. 627 (statt Pi.Ausb.Btl. 124).

      Unterstellung:
      1945 April Pz.K. Großdeutschland 4. Pz.Armee Hgr. Mitte Osten Lausitz

      Quelle: Tessin

      Gruß
      MIchael
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    • Hallo Michael,

      vielen Dank für Deine Recherche-Ergebnisse! Ist denn aus Deiner Dir zur Verfügung stehenden Literatur ersichtlich, wie dieser Verband die Abwehrkämpfe in diesem Zeitraum überstand oder schon da zerschlagen wurde. Immerhin war es bei Aufstellung dieses Verbandes eine zusammengewürfelte Truppe. Anders wie die Führerbegleitdivision, Panzergrenadierdivision ,,Brandenburg" bzw. die Fallschirmpanzerdivision ,,HG", die in die Abwehrkämpfe gleichfalls involviert waren.
      MfG Wirbelwind
    • Hallo Wirbelwind,

      es freut mich zu hören, dass ich dir bereits etwas helfen konnte. Zu den Kampfhandlungen dieser Einheit habe ich bisher leider noch nichts gefunden aber ich bleibe da am Ball.

      Ich habe aber etwas zur Aktion Leuthen bzw. zur Aufstellung dieses Verbandes gefunden.

      Quelle Nara

      Gruß
      Michael
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    • Hallo Wirbelwind,

      also über diesen Verband ist wirklich nicht mehr viel zu finden. Einen Ansatzpunkt habe ich aber noch ausfindig gemacht. So wie es ausschaut wurde diese Einheit bei Groß Düben in Stellung gebracht:

      In die nun stark vermutete Hauptangriffsrichtung nördlich Muskaus setzte die deutsche Führung, buchstäblich in letzter Minute, zusätzlich den Panzer-Ausbildungs-Verband «Böhmen» ein. Er wurde bei Groß Düben in Stellung gebracht.

      Quelle: lr-online.de/regionen/weisswas…teparolen;art13826,864808

      Hier steht auch noch etwas zu Groß Düben:

      lr-online.de/regionen/weisswas…tteln-auf;art13826,910695

      lr-online.de/regionen/weisswas…n-umringt;art13826,871530

      Und hier noch eine sehr interessante Seite aus Sicht der Roten Armee:

      lausitz-schlesien.de/index_3.html


      Gruß
      Michael
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    • Hallo Michael,
      für Deine hier im Thread zur Verfügung gestellten Dokus betreff Panzerausbildungsverband ,,Böhmen" muss ich mir noch eine Lupe besorgen, sonst kann ich nur wenig entziffern und das wäre bei der Mühe, die Du Dir gemacht hast, schade. Inzwischen steht mir das Büchlein von L. Stucka ,,Weißwasser im Frühjahr 1945 Teil II" zur Verfügung. Ich kann Deine Vermutung bestätigen, dass der Panzerausbildungsverband ,,Böhmen"bei Lieskau / Groß Düben am 16.04./17.04.45 zum Einsatz kam, um die über die Neiße bei Muskau angreifenden 13. u. 58.GSD der 1. Ukrainischen Front gemeinsam mit der Führer-Begleit-Division unter Remer abzuwehren. Dann verliert sich leider für mich die Spur dieses Verbandes. Kurz noch ein Wort zu GFM Schörner, Befehlshaber HG Mitte. Nirgendwo konnte ich bisher entnehmen, was er bis zum Angriff der 1. Ukrainischen Front veranlasste, um die von Ihm festgestellten Mängel bspw. im Stellungsausbau zu beseitigen. Er war doch als ,,scharfer Hund" bekannt und in der Wahl seiner Mittel nicht gerade zimperlich.
      MfG Wirbelwind
    • Hallo Wirbelwind,

      ich könnte mir sehr gut vorstellen, dass dieser Verband wieder kurzerhand aufgelößt wurde. Hier ist ja sogar ein verwertbarer Hinweis dafür zu finden:

      Der Stab Pz.Gren.Ausb.Reg.1 und das Pz.Gren.Ausb.Btl.13 werden am 14.04.1945 in die Führ.Begleit-Div. eingegliedert.

      Quelle: diedeutschewehrmacht.de/b%F6hmen.htm

      Ich glaube auch, dass GFM Schörner aktiv geworden ist. Ich habe bei den Nachforschungen zu diesem Thema div. Berichte und Befehle von ihm gelesen. Seine Haltung und seine Forderungen an die Truppe waren immer klar erkennbar. Leider gehen meine Unterlagen aber nicht mehr in das gesuchte Zeitfenster rein, sorry....

      Gruß
      Michael
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    • Hallo Micha,

      bisher hat sich dank Deiner Hilfe mein Bild über ,,Böhmen" gerundet. Zumindest ist mir jetzt auch bekannt, welche gepanzerten Fahrzeuge in diesem Ausbildungsverband zum Einsatz kamen. Deine Variante, dass dieser Verband in der Führer-Begleit-Division größtenteils aufgegangen sein könnte, nachvollziehbar. Vielleicht gibt es für diese Einheit (KTB oder ähnliches) Dokumente, die das stärker untermauern. Nun ja Schörner. Ist und bleibt für mich eine Reizfigur. Die Zivilisten, welche durch sein Handeln Rettung erfuhren, stehen denen gegenüber, die sinnlos verheizt wurden.
      MfG Wirbelwind
    • Hallo Wirbelwind,

      ich weiss leider im Moment nicht mehr so richtig wo man da noch ansetzten könnte. Vielleicht wäre das folgende Buch noch eine Möglichkeit:

      Generalmajor Otto Ernst Remer - Kommandeur der Führer-Begleit-Division

      booklooker.de/B%C3%BCcher/Ralp…ac814672f29c2e20c61aeff78

      Im Anhang habe ich noch eine interessante Notiz vom 17.04.1945 beigefügt. Hier geht es um die Eingliederung von Ausbildungstruppenteilen in Verbände des Feldheeres.

      Dort steht, dass entsprechende Truppenteile nicht in der 1. Stellung sprich Front eingesetzt werden sollen. Zudem wurden im Bereich der Heeresgruppe Mitte sogar 7500 Soldaten entnommen, was meine Vermutung eigentlich stützen würde.

      Das ist natürlich immer noch eine Vermutung aber mache dir erstmal dein eigenes Bild.

      Quelle: Nara

      Gruß
      Michael

      PS: Die Randnotiz zum Großangriff ist da natürlich wieder etwas gegenteiliger. ?(
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    • Hallo Wirbelwind,

      anbei noch eine sehr interessante Lageeinschätzung von GFM Schörner vom 20.04.1945.

      Quelle: Nara

      Gruß
      Michael
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    • Hallo Michael,
      erst einmal vielen Dank für die Tipps und die Dokus, die Du in den Thread gestellt hast. Leider bisher keine Lupe, aber das wird noch. Klar ist mir mittlerweile auch, dass die meisten der noch schlagkräftigen Verbände der Wehrmacht an der Lausitzer Neiße sozusagen im 2. Treffen aufgestellt waren, um sie nicht zu schnell zu verschleißen. Denke da an das PK ,,Großdeutschland" bzw. Panzergrenadierdivision ,,Brandenburg" aber auch an die 1. Fallschirmpanzerdivision ,,HG". Die Führer-Begleit-Division unter GM Remer ging ja dann trotzdem im Kessel von Kausche bzw. beim Kesselausbruch unter. Auch die 10. SS-PD ,,Frundsberg" wurde dabei arg gerupft. Der Kommandandt, Brigadeführer H. Harmel, bezahlte seine Eigenmächtigkeit, seine Männer im Kessel von Kausche nicht vollständig zu verheizen, indem er gegen Hitlers u. Himmlers Befehl, aus dem Kessel ausbrach, erst einmal mit seiner Amtsenthebung.
      MfG Wirbelwind
    • Hallo,
      im Zusammenhang mit meinem letzten Beitrag in diesem Thread noch ein paar Fragen nachgeschoben. Es handelt sich um Bücher/Broschüren und zwar von:

      - Ch. Lucia ,,Von Kausche bis Ressen.
      - Wege eines Ausbruchs im April 1945", ,,Erinnern, nicht vergessen!
      - Spurensuche im Spremberger Kessel, von Kottwitz ,
      - Spremberg ist Frontstadt" sowie Kaczmarek ,,Spremberg gestern und heute", Heft 3.

      Wie ist der Informationsgehalt dieser Bücher und wo lassen sich diese gegebenfalls günstig erwerben?

      MfG Wirbelwind
    • Hallo Michael,

      vielen Dank für Deine Mühen. Inzwischen ist es mir gelungen, Deine hier im Thread zur Verfügung gestellten Dokumente mit der Lupe weitestgehend zu lesen und die Bestätigung für Deine Mitteilungen zu finden. Interessant waren für mich auch die Mitteilungen Schörners an Hitler, wo er doch die Lage zumindest in Teilen realistisch einschätzt. Was mich ein stückweit umtreibt ist die Frage, warum die eingeschlossenen Verbände im Kessel von Kausche, die 344. ID, ,,Frundsberg" und Führer-Begleit-Division über die sogenannten ,,Todeswiesen" ausbrachen, wobei 5.000 fielen. Gab es keine andere Ausbruchsrichtung bzw. warum nicht in der Dämmerung/Nachts der Ausbruch versucht?
      MfG Wirbelwind
    • Hallo Wirbelwind,

      die Literatur die du hier aufführst, davon lese ich das erste Mal. Die Geschehnisse um den Spremberger Kessel lassen mich auch nicht so richtig los. Das Gebiet ist ja zum Großteil der Kohle zum Opfer gefallen und wenn man wie ich, in diesem Gebiet oftmals zu tun hat, sind die Gedanken immer wieder bei diesen Kessel und den eingeschlossenen Verbände. Kennst du das Buch "Hurra die Russen kommen" von H.Kittan, ist mehr eine Familiengeschichte der letzten Kriegstage und beschreibt u.a. die Erlebnisse als Kind, wo er in den abgeschossenen und ausgebrannten Fahrzeugen der Frunsberger kletterte und auf einen verbrannten Besatzungsmitglied stieg. Es ist auf alle Fälle lesenswert, da H.Kittan mir auch kein Unbekannter ist, hat das Buch für mich einen doppelten Wert. Nächste Woche entspannt sich bei mir etwas die Zeitnot und und ich werde mich mal auf die Suche machen nach deinen Büchern und Heften.

      Gruß Heinz :)
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    • Hallo Heinz,

      diese Woche hatte ich mit Herrn U. Kittan ein interessantes Telefonat, in deren Ergebnis ich gestern das Buch von seinem Onkel: ,,Die Russen kommen" erhielt. Leider ist es mir bis jetzt nicht gelungen, trotz mehrfacher Versuche, einen Kontakt zu Herrn Ch. Lucia herzustellen. Vielleicht kannst Du mir ja per PN einen Hinweis geben, wie an ihn heranzukommen ist. Sein Buch scheint mir, nachdem was ich gehört habe, bei allen darin enthaltenen Schwächen, das umfangreichste über den Kessel bei Kausche zu sein. Übrigens hat er sich wohl auch bei der Umbettung der vielen Gefallenen vor dem Überbaggern stark engagiert. Schließlich schien sich Vattenfall dafür überhaupt nicht zu interessieren und das ist in meinen Augen ein starkes Stück! Egal, wie jeder zur deutschen Wehrmacht steht, die damals Gefallenen gehören identifiziert und ordentlich bestattet. Das sind wir ihnen schuldig.

      MfG Wirbelwind
    • Hallo Wirbelwind,

      wirbelwind schrieb:

      Interessant waren für mich auch die Mitteilungen Schörners an Hitler, wo er doch die Lage zumindest in Teilen realistisch einschätzt. Was mich ein stückweit umtreibt ist die Frage, warum die eingeschlossenen Verbände im Kessel von Kausche, die 344. ID, ,,Frundsberg" und Führer-Begleit-Division über die sogenannten ,,Todeswiesen" ausbrachen, wobei 5.000 fielen. Gab es keine andere Ausbruchsrichtung bzw. warum nicht in der Dämmerung/Nachts der Ausbruch versucht?
      ich werde mal schauen ob ich auch etwas dazu finden kann, Rückmeldung folgt.

      Gruß
      Michael
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