Britische Commandounternehmen

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    • Britische Commandounternehmen

      Hallo Zusammen
      ein neues Thema, um die Diskussionen auch in diesem Bereich wieder aufzunehmen:

      Die Gründung von britischen Commando-Einheiten geht auf eine Entscheidung Churchills (etwa im Frühjahr 1940) zurück, als sich der Zusammenbruch Frankreichs immer mehr abgezeichnet und England sich mit der Tatsache konfrontiert gesehen hat, allein gegen die Achsenmächte antreten zu müssen. Churchill liess damals Offiziere und Mannschaften aus allen Teilen des Commonwealth zusammenstellen, die als Commandotrupps bei Landungsunternehmen eingesetzt werden sollen. Für diese Operationen - sogenannte Raids - wurden von Spezialisten auch Fahrzeuge hergestellt.

      Eine der ersten Operationen dieser Art:
      Deckname: Ambassador
      Zeitpunkt: Die Nacht vom 14./15. Juli 1940
      Beteiligte Einheiten: 40 Mann des 3. Commandos und der 11. Independent Company.
      Kommandeur: Colonel J.F. Durford-Slater
      Ziel: Die Kanalinsel Guernsey
      Auftrag: Sprengung der deutschen Funkstation und Einbringen von Gefangenen.
      Verlauf der Operation: Bei der Landung schlägt der 11. Independent Company heftiges Abwehrfeuer entgegen, welches zum Abbruch der Operation zwingt. Das 3. Commando überwindet die schwer zugängliche Steilküste zwar und gelangt auch unbemerkt an Land, doch trifft es auf keinen einzigen deutschen Soldaten. Die Mühe war umsonst, sie treffen bei der besagten Funkstation nur noch Trümmer an. Sie ziehen unverrichteter Dinge wieder ab und müssen drei Nichtschwimmer wegen des schweren Seegangs zurücklassen.

      Quelle:
      Janusz Piekalkiewicz: Der Zweite Weltkrieg
      1985 ECON Verlag, Seite 299

      Wäre schön, wenn weiter Beiträge zu diesem Thema hier ihren Platz finden würden:).

      Gruss
      Bernie
    • Wehrmachtlexikon;17710 schrieb:

      Hallo Bernie,

      das ist dich mal eine gute Idee. Hierzu fällt mir spontan auch eine sehr wagemutige Operation vom SOE ein:

      Die Entführung vom dt. General Kreipe auf Kreta:

      kreta-wiki.de/wiki/Kreipe_Entführung

      Gruß
      Michael

      PS: Ich habe mal die Beschriftung vom Thema etwas angepasst.


      Hallo Michael
      vielen Dank für die Anpassung:). War klar zu langer Text.
      Die Kreipe-Entführung war ja eigentlich filmreif.....

      Viele Grüsse
      Bernie
    • Operation Anklet

      Deckname: Anklet

      Zeitpunkt
      : Montag, der 22. Dezember 1941

      Beteiligte Einheiten
      : Flottenverband unter Führung von Konteradmiral Hamilton bestehend aus dem Kreuzer Arethusa, acht Zerstörer (darunter zwei polnische Schiffe), einige Korvetten-Minensuchboote, Landungsschiffe, Tanker, Hilfsschiffen und ein Schlepper sowie 260 Soldaten des 12. Commando

      Kommandeur
      12. Commando: Lt. Col. Harrison


      Ziel
      : Inselgruppe der Lofoten vor der nordnorwegischen Küste

      Auftrag
      : Zerstörung der Fischölfabriken auf dem Westteil der Insel Moskenesöy sowie die Funkstationen in Tind und Napp.

      Verlauf der Operation
      : 4 Tage nach Auslaufen des Verbandes aus dem Stützpunkt Scapa Flow werden morgens um 6:00 Uhr die Soldaten des 12. Commando im Westfjord an Lad abgesetzt. Die Zerstörung der Fischölfabriken und Funkstationen erfolgt planmässig. Dabei werden gleichzeitig das deutsche Vorpostenboot V5904 „Geier“ mit 145 BRT versenkt und die norwegischen Küstendampfer „Kong Harald“ mit 1125 BRT und „Nordland“ mit 725 BRT gekapert. Nachdem deutsche Flieger die „Arethusa“ bombardiert und schwer beschädigt haben, wird der Raid am 28. Dezember beendet.

      Quelle:
      Janusz Piekalkiewicz: Der Zweite Weltkrieg
      1985 ECON Verlag, Seiten 393-394

      Viele Grüsse
      Bernie
    • Deckname: Archery

      Zeitpunkt: Sonnabend, der 27. Dezember 1941, 09:00 Uhr

      Beteiligte Einheiten: 2. und 3. Commando und eine norwegische Kompanie

      Kommandeur: Col. Durnford-Slater

      Ziel: Die Hafenanlagen von Faagsö und Maalöy

      Auftrag: Zerstörung der Fischverarbeitungs- und Fernmeldeanlagen


      Verlauf der Operation: Zu Beginn der Operation nehmen die britischen Kriegsschiffe – unterstützt durch Angriffe der RAF, mit ihrer schweren Schiffsartillerie die Hafenanlagen von Faagsö und Maalöy unter Beschuss. Danach werden die beiden Commando-Einheiten sowie die norwegische Kompanie (insgesamt 485 Mann in fünf Gruppen eingeteilt) von zwei Landungbooten abgesetzt. Die deutschen Kräfte leisten in Südvaagsö hartnäckigen Widerstand, der erst nach blutigen Strassenkämpfen von den britischen und norwegischen Truppen gebrochen werden kann. Letztendlich werden die Fischverarbeitungs- und Fernmeldeanlagen zerstört. Zwischenzeitlich gelingt es den britischen Zerstörern, fünf Frachter mit insgesamt 13 778 BRT und zwei deutsche Vorpostenboote zu versenken oder auf den Strand zu setzen. Auch der Frachter „Anhalt“ mit 5870 BRT wird bei diesem Angriff zerstört. Im Funkraum des deutschen Vorpostenbootes „Föhn“ machen die Commandos einen bedeutsamen Fund: Das Codebuch der deutschen Kriegsmarine. Als die Commandos den Rückweg antreten, schliessen sich ihnen 343 junge Norweger freiwillig an.


      Quelle:
      Janusz Piekalkiewicz: Der Zweite Weltkrieg
      1985 ECON Verlag, Seiten 394-395

      Viele Grüsse
      Bernie


    • Hallo Bernie,

      ich habe vielleicht noch etwas interessantes zu diesem Thema gefunden. Diese Aufnahmen habe ich in einem Museum auf Kreta aufgenommen. Geschildert wird hier eine Operation gegen einen dt. Flugplatz auf Kreta. Ich würde mal spontan behaupten, dass diese Operation anderwertig bestimmt kaum Erwähnung gefunden hat.

      Gruß
      Michael

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      Ein Projekt von wehrmachtlexikon.de
    • Wehrmachtlexikon;17803 schrieb:

      Hallo Bernie,

      ich habe vielleicht noch etwas interessantes zu diesem Thema gefunden. Diese Aufnahmen habe ich in einem Museum auf Kreta aufgenommen. Geschildert wird hier eine Operation gegen einen dt. Flugplatz auf Kreta. Ich würde mal spontan behaupten, dass diese Operation anderwertig bestimmt kaum Erwähnung gefunden hat.

      Gruß
      Michael

      Quelle. Eigentum


      Hallo Michael
      in der Tat, das OKW hat nichts gemeldet und auch im KTB des OKW ist nichts eingetragen. Wohl wird darin für die Nacht vom 12. auf 13. Juni von Sabotageaktionen britischer Trupps gesprochen, jedoch nicht in Heraklion.

      Vielen Dank für die Info und die Bilder:)

      Gruss
      Bernie
    • Deckname: Claymore

      Zeitpunkt: 4. März 1941

      Beteiligte Einheiten: 3. und 4. Commando, 52 Pioniere ein Dutzend Exilnorweger, diverse Schiffseinheiten

      Kommandeur: Brigadier Haydon

      Ziel: Die Lofoteninseln vor Nordnorwegen

      Auftrag: Versenkung der in den Lofotenhäfen liegenden Schiffe, Zerstörung der Hafenanlagen, Zerstörung der Lebertranwerke und die Erbeutung der deutschen Marine Enigma.

      Verlauf der Operation: Die Commandos können fast ungestört landen. Von den alarmierten deutschen Luftstützpunkten kann keine Maschine abheben, denn die Pisten sind durch das Tauwetter vollkommen verschlammt. Nur der ehemalige Trawler und jetzige Vorpostenboot NN 04 „Krebs“ leistet heftige Gegenwehr. Er wird schliesslich von dem Commandos in Brand geschossen. Der Kapitän des Schiffes schafft es noch, die Enigma-Schlüsselmaschine samt Schlüsselunterlagen über Bord zu werfen, die Geheimunterlagen zu vernichten gelingt ihm allerdings nicht mehr: In einer Kassette entdecken die zum Prisentrupp gehörenden Männer des Geheimdienstes der britischen Admiralität die Reserve-Verschlüsselungswalzen der Marine-Enigma M. Sie bildet die Grundlage für den erfolgreichen Einbruch der Briten in den Schlüsselkreis der Kriegsmarine und können so den Funkverkehr der im Nordmeer liegenden deutschen Wetterbeobachtungsschiffe entziffern.

      Die britischen Commandoo-Trupps sprengen elf Lebertranwerke in Brettesnes, Henningsvaer, Stamsund und Svolvaer, zerstören das Kraftwerk sowie mehrere Öltanks mit 3,5 Millionen Liter an Vorrat. Zudem versenken sie in den Hafengewässern zehn Schiffe mit über 20 000 BRT Schiffsraum, darunter das Handelsschiff „Hamburg“ mit 5470 BRT. Die Gefangenen: 215 deutsche Soldaten und zehn kollaborierende Norweger (sogenannte „Quislinge“). Ausserdem schliessen sich 300 norwegische Freiwillige den britischen Trupps an. Die Landungsflotte kehrt ohne Feindberührung im Heimathafen der Home Fleet ein.

      Quelle:
      Janusz Piekalkiewicz: Der Zweite Weltkrieg
      1985 ECON Verlag, Seiten 390-391

      Weiterführende Informationen findet ihr hier.

      Viele Grüsse
      Bernie