Füsilier-Regiment 230 / 76. Infanterie-Division

    Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weitere Informationen

    • Füsilier-Regiment 230 / 76. Infanterie-Division

      Hallo Zusammen,
      Lieber Michael,

      ich habe nun zu meinem zweiten Opa vom Bundesarchiv/WASt eine Abschrift der Personenkartei bekommen (siehe Anhang).
      Als Truppenteil ist 14/Füsilier Regiment 230 angegeben (den Klammerausdruck kann ich nicht wirklich deuten, ebenso kann ich mit dem angegebenen Dienstgrad nichts anfangen).

      Bei seiner Einberufung am 16.10.1942 wurde Opa erstmals in der Einheit Infanterie-Panzerjäger-Ersatz Kompanie 214 erfasst.
      Leider kann ich aus der Karteikarte aber nicht entziffern, wo mein Opa genau eingesetzt war und an welchem Ort die Verwundung passiert ist (17.11.1943: 1 km ostw. B.....?).
      Steht H.V.P. für Hauptverbandplatz 176?

      Demnach wurde mein Opa nach der Verwundung zwischen 17. und 22.11.1943 vom Hauptverbandplatz der Truppe in das Reservelazarett II Krakau, Teillazarett Robert Koch? verlegt, Ende Dezember 1943 in das Reservelazarett Striegau Schlesien und Anfang Februar 1944 in das Reservelazarett Mattersburg in Österreich/Burgenland.

      Danach dürfte er wieder an die Front gekommen und dort in russische Gefangenschaft geraten und nach Russland verbracht worden sein.

      Leider gibt es in der Familie keinerlei Detail-Informationen über den Einsatz oder den Verlauf der Gefangenschaft von meinem Opa.
      Außer eben dass er in den Anfängen in Frankreich (Bretagne/Normandie) war, danach an die Ostfront verlegt und dort (in Polen?) verletzt wurde und zu Kriegsende in russische Gefangenschaft ging und nach einigen Jahren wieder nach Hause kam.

      Ich wäre sehr dankbar, wenn mir in der Entzifferung der Karteikarte und mit Details über den Verlauf der Einsätze der oben genannten Einheiten jemand weiterhelfen kann.

      Vielen Dank und lieben Gruß,
      Klaus

      Quelle: privat
      Dateien
    • Hallo Klaus,

      erstmal vielen Dank für das einstellen der Unterlagen. Ich würde jetzt erstmal damit beginnen, die Basisdaten untereinander zu schreiben, damit wir einen Verlauf herstellen können.

      Brummerl0402 schrieb:

      Bei seiner Einberufung am 16.10.1942 wurde Opa erstmals in der Einheit Infanterie-Panzerjäger-Ersatz Kompanie 214 erfasst.
      Infanterie-Panzerjäger-Ersatz Kompanie 214

      Diese habe ich lokalisiert für den Standort Aschaffenburg im Wehrkreis IX.

      Quelle: books.google.de/books?id=1LxBA…%20Kompanie%20214&f=false

      Gruß
      Michael
      Ein Projekt von wehrmachtlexikon.de
    • Füsilier-Regiment 230

      Füsilier-Rgt. 230 am 12. 11. 1942 (Allg.II.Mitt. 580/42) als Traditions-Rgt. des Füs.Rgts.Prinz Heinrich von Preußen Nr. 35 der alten Armee, das in Brandenburg gestanden hatte (in der FpÜ fälschlich als Gren.Rgt. bezeichnet): Febr. 1943 in Stalingrad vernichtet. Wiederaufstellung 15.3. 1943 in der Bretagne aus III./Gren.Rgt. 876 (* 12. 2. aus Unterfuhrerlehrgang WK II) als I. und III./Gren.Rgt. 877 (Unterführerlehrgang WK III) als III. Btl.; Stab und IL aus den Resten des alten Rgts.; gab Nov.1943 vor Abtransport nach Rußland das I. als I./Gren.Rgt. 951 an die in Dänemark aufgestellte 361. Inf.Div. ab; Sept. 1944 nach starken Verlusten bei Jassy in Südungarn (Debreczen) aufgefrischt, behielt die alten Fp.Nummern.

      G: 1939I.1 4,II.5 8,III.9-12,13,141943 IL 5-8, III. 9-12, 13, 14

      U: 76. Inf.Div.: 1939 Saarpfalz,

      1940 Frankreich, Polen,
      1941 Rumänien, Südrußland,
      1942 Artemowsk, Stalingrad: nach Wiederaufstellung:
      1943 Bretagne, Aug. Oberiitalien, Dez. Südrußland;
      1944 Sudrußland, Jassy, Ungarn,
      1945 Slowakei

      E: 230 Brandenburg, WK III

      Quelle: Tessin, siehe auch:
      lexikon-der-wehrmacht.de/Glied…egimenter/FusReg230-R.htm

      Gruß
      Michael
      Ein Projekt von wehrmachtlexikon.de
    • 76. Infanterie-Division

      1. Aufstellung:

      * 26.8.1939 als Division 2. Welle (2. Reserve-Division des WK III) durch den Infanterie-
      Kommandeur 23 Brandenburg (23. Infanterie-Divison Potsdam).

      2. Gliederung:

      Infanterie-Regiment 178 I.-III. in Potsdam (IR 9)
      Infanterie-Regiment 203 I.-III. in Spandau (IR 67)
      Infanterie-Regiment 230 I.-III. in Brandenburg (IR 68)
      Artillerie-Regiment 176 I.-IV. in Potsdam (AR 23)
      Divisionseinheiten 176.

      Am 29.1.1940 wurde II./Infanterie-Regiment 178 als II./Infanterie-Regiment 511 an die 293.
      Infanterie-Division der 8.Welle und am 31.10.1940 ein Drittel der Division (darunter Stab/Infanterie-
      Regiment 230, I./178, I./203, I./230) an die 333. Infanterie-Division (13. Welle) abgegeben; die
      Abgaben wurden ersetzt. Am 21.1.1941 wurde die IV. Abteilung/Artillerie-Regiment 176 in
      IV./Artillerie-Regiment 268 umbenannt; dafür trat die IV./Artillerie-Regiment 218 (3. Welle, WK III)
      zur Division als IV./ 176. Das Grenadier-Regiment 230 wurde am 12.11.1942 in Füsilier-Regiment
      230 umbenannt. Die Division wurde 1943 bei Stalingrad vernichtet.

      Die Wiederaufstellung der Division erfolgte mit Befehl vom 17.2.1943 bei Ob.West durch Zuführung
      der verstärkten Grenadier-Regimenter. 876 und 877, die am 12.2.1943 zur Wiederaufstellung der 6.
      Armee aus den Unterführer-Lehrgängen der WK II und II gebildet worden waren. Im November 1943
      blieben I./178, III./230, die Aufklärungs-Abteilung 176 und die III./Artillerie- Regiment 176 bei der
      Verlegung nach Südrußland zurück und wurden im Winter 1943/44 in I./755 (334. ID), I./951 (361.
      ID), Füsilier-Bataillon 376 (376. ID) und III./Artillerie-Regiment 361 (361. ID) umbenannt. Das
      II./Grenadier-Regiment 203 wurde am 2.2.1944 in Divisions-Füsilier-Bataillon 76 umgegliedert, die
      III./Artillerie-Regiment 176 wurde bei der 6. Armee zunächst aus III./Artillerie-Regiment 162, dann
      aus I./Artillerie-Regiment 378 gebildet.

      Am 13.5. wurde auch die Kampfgruppe der 5. Feld-Division
      (L) eingegliedert und zur Auffrischung verwandt:
      Grenadier-Regiment 178 II., III.
      Grenadier-Regiment 203 I., III.
      Füsilier-Regiment 230 I., II.
      DivisionFüsilier-Bataillon 76
      Artillerie-Regiment 176 I.-IV.
      Divisionseinheiten 176.

      Die Division wurde im September /Oktober 1944 nach Zerschlagung bei Jassy im Raum Debreczen
      aufgefrischt (jedoch ohne neue Fp.Nummern) und geriet 1945 bei Deutsch-Brod in russische
      Gefangenschaft.

      3. Unterstellung:

      1939
      September z.Vfg. 5. Armee "C" Westen Saarpfalz
      Oktober z.Vfg. 1. Armee "C" Westen Saarpfalz
      Dezember XXIII 16. Armee "A" Westen Trier

      1940
      Januar/Mai XXIII 16. Armee "A" Westen Trier
      Juni z.Vfg. 16. Armee "A" Westen Verdun, Toul
      Juli/August XXX 18. Armee - Osten Polen
      September/Dezember XXX 4. Armee "B" Osten Polen

      1941
      Januar/Februar X 4. Armee "B" Osten Polen
      März z.Vfg. 12. Armee - Südost Rumänien
      April XI 12. Armee - Südost Rumänien
      Mai z.Vfg. 12. Armee - Südost Rumänien
      Juni/August XI 11. Armee Süd Osten Jassy, Tiraspol
      September LII 17. Armee Süd Osten Krementschug
      Oktober/November IV 17. Armee Süd Osten Artemowsk
      Dezember XXXXIV 17. Armee Süd Osten Artemowsk

      1942
      Januar/Juli IV 17. Armee Süd Osten Artemowsk
      August XXIV 6. Armee "B" Osten Donbogen
      September LI 6. Armee "B" Osten Stalingrad
      Oktober z.Vfg. 6. Armee "B" Osten Stalingrad
      November VIII 6. Armee "B" Osten Stalingrad
      Dezember VIII 6. Armee Don Osten Stalingrad

      1943
      Januar/Februar VIII 6. Armee Don Osten Stalingrad

      Nach Wiederaufstellung:

      April in Aufst. 7. Armee "D" Westen Bretagne
      Mai/Juni XXV 7. Armee - Westen Bretagne
      Juli z.Vfg. 7. Armee "D" Westen Bretagne
      August z.Vfg. Ob. Süd Süden Oberitalien
      September/Oktober LXXXVII - "B" Süden Oberitalien
      November z.Vfg. - "B" Süden Oberitalien
      Dezember LII 1. Panzerarmee Süd Osten Kriwoi-Rog

      1944
      Januar LII 6. Armee Süd Osten Kriwoi-Rog
      Februar LII 8. Armee Süd Osten Kriwoi-Rog

      März LII 6. Armee "A" Osten Nikolajew
      April XXIX 6. Armee Südukr. Osten Nikolajew
      Mai (Kgr.) z.Vfg. 6. Armee Südukr. Osten Dnjestr
      Juni/Juli VI. rum. 8. Armee Südukr. Osten Jassy
      August (Reste) LVII 8. Armee Südukr. Osten Siebenbürgen
      September (Reste) LVII 6. Armee Südukr. Osten Debreczen
      Oktober/November LXXII 6. Armee Süd Osten Grosswardein
      Dezember IV 6. Armee Süd Osten Ungarn

      1945
      Januar/April XXIX 8. Armee Süd Osten Slowakei
      Mai (Kgr.) XXXXIX 1. Panzerarmee Mitte Osten Sillein

      4. Ersatz:

      WK III, E 230 Brandenburg

      Quelle: VMD, siehe auch:
      lexikon-der-wehrmacht.de/Glied…nteriedivisionen/76ID.htm

      Gruß
      Michael
      Ein Projekt von wehrmachtlexikon.de
    • Nachtrag:

      Abwehrschlacht im Raum Dnjepropetrowsk-Kriwoi Rog

      01.11. bis 09.12.1943

      Versammlung und Beginn Ablösung der 3. SS-Panzergrenadier-Division Totenkopf

      Als Anfang November 1943 die ersten Transporte der Kampfstaffel 76. Infanterie-Division aus Italien im Versammlungsraum nordostwärts Kirowograd eintrafen, herrschte an diesem Frontabschnitt nach dem gerade erfolgreich durchgeführten Gegenschlag der 1. Panzer-Armee eine gewisse Atempause zwischen den Gegnern.

      Doch war nach Meinung von Armee und Korps schon bald wieder mit größeren feindlichen Angriffen zu rechnen. Gewarnt wurde auch vor Aktionen der in diesem Frontabschnitt besonders regen Partisanenbewegung. Vom 04. bis 07.11 erfolgte die Übernahme eines 36 km breiten Verteidigungsabschnittes durch die 76. Infanterie-Division und zwar unter Herauslösung der 3. SS-Panzergrenadier-Division Totenkopf.

      Quelle: Bittere Pflicht von J. Löser

      weiteres folgt............

      Gruß
      Michael
      Ein Projekt von wehrmachtlexikon.de
    • Hallo Michael,

      vielen Dank für die Infos.

      Ich habe nun bei meinen Recherchen eine in der Ukraine liegende Stadt "Beirak" (auch Bayrak) gefunden. Diese liegt nordwestlich von Charkow. Habe auch eine Gedenkmeldung eines gefallenen Soldaten mit der Schreibweise "Beirak" vom 08/1943 gefunden...
      Das würde allerdings nicht mit den Datumsangaben zusammenpassen, da j adie 76. ID erst im November 1943 im Raum Kirowograd angekommen sein soll.
      Beirak würde mE aber noch am ehesten zum Schriftbild auf der Personenkartei meines Opas passen...

      Ich konnte auch einen Ort namens Bairakivka finden, der allerdings ca 200 km norwestlich von Kirowograd und 20 km südöstlich von Winniza liegt. Könnte schon eher hinkommen...

      Bin etwas ratlos.
      Danke nochmals, und liebe Grüße aus Österreich.
      Klaus
    • Hallo Klaus,

      vielen Dank für die Infos. Ich würde trotzdem vorschlagen, mit dieser Einheit soweit wie möglich an das besagte Datum zu gehen. Das Ortschaften mehrfach auftauchen bzw. kaum zu finden sind ist nahezu normal bzw. mir sehr gut bekannt.

      Brummerl0402 schrieb:

      ebenso kann ich mit dem angegebenen Dienstgrad nichts anfangen).
      ich gehe davon aus, dass dort Obergrenadier bzw. Oberfüsilier steht.

      Gruß
      Michael
      Ein Projekt von wehrmachtlexikon.de
    • Nachtrag:

      Brummerl0402 schrieb:

      Ich habe nun bei meinen Recherchen eine in der Ukraine liegende Stadt "Beirak" (auch Bayrak) gefunden.
      wie du dem oben angefügten Befehl entnehmen kannst, haben wir unser Bairak schon gefunden. Das ging jetzt wirklich schnell aber schauen wir mal, was wir noch für die kommenden Tage finden können.

      Ich melde mich wieder......

      Gruß
      Michael
      Ein Projekt von wehrmachtlexikon.de
    • Hallo Michael,

      vielen Dank - ich bin wirklich immer wieder auf´s neue beeindruckt, welche Informationen hier verfügbar sind.

      Ich habe noch ein Detail zu den Santitätskompanien der 76. ID gefunden - es könnte daher sein, dass der auf der Karteikarte meines Opas angegebene Hautpverbandplatz 176 in Bokowa lag. Das würde sich auch mit dem Gefechtsstandort gem. dem Divisionsbefehl 2. den du eingestellt hast decken.


      15.11.1943
      1.Sanitäts-Kompanie 176
      Bokowa
      Feldpostnr. 45816

      Vielen Dank und liebe Grüße,
      Klaus
    • Hallo Klaus,

      Brummerl0402 schrieb:

      vielen Dank - ich bin wirklich immer wieder auf´s neue beeindruckt, welche Informationen hier verfügbar sind.
      in diesem Fall scheinen wir wirklich Glück zu haben aber die Norm ist es auf jeden Fall leider nicht. Ich werde jetzt erstmal nach weiteren verwertbaren Infos suchen und diese nach und nach einstellen, damit wir hoffentlich ein etwas besseren Bild über diese Tage erhalten können.

      Brummerl0402 schrieb:

      Ich habe noch ein Detail zu den Santitätskompanien der 76. ID gefunden - es könnte daher sein, dass der auf der Karteikarte meines Opas angegebene Hautpverbandplatz 176 in Bokowa lag. Das würde sich auch mit dem Gefechtsstandort gem. dem Divisionsbefehl 2. den du eingestellt hast decken.
      das hört sich doch auch schon sehr gut an. Jedes Puzzelstück zählt! :)

      Ich melde mich wieder!

      Gruß
      Michael
      Ein Projekt von wehrmachtlexikon.de
    • Hallo Klaus,

      Auf Seite 1 steht bei Truppenteil in Klammern Infanterie-Panzerjäger-Ersatz-Kompanie 68 Schwerin / Warthe
      Ich vermute mal das dies der jetzt zuständige Ersatztruppenteil war. den er am 7.6.44 angehörte.
      Zu den Dienstgraden
      der 1. O. Gren. /Obergrenadier
      zum 2. ????

      Gruß Ulf
      --------------------------------------------------------------
      Ich suche Bildmaterial, Dokumente und sonstige Informationen über ausländische Orden und Ehrenzeichen die an Deutsche verliehen wurden. Zum Zweck der Aufarbeitung und der Dokumentation.
      Vielen Dank
    • Hallo Klaus,

      Brummerl0402 schrieb:

      Ich gehe davon aus, dass mein Opa demnach nach seiner Genesung nochmal an die Ostfront musste und eben ab 07.06.1944 seine Einheit die Infanterie-Panzerjäger-Ersatz-Kompanie 68 Schwerin / Warthe war. oder liege ich da falsch?
      je nach Grad der zugezogenen Verwundung war ein anschließender Dienst in einer Ersatz-Einheit keine Seltenheit. Mal war dies Endgültig, mal ging es wieder danach zur alten oder auch zu einer anderen Fronttruppe. Mit zunehmend schlechter werdender Kriegslage kam dann natürlich auch die Front zu den Ersatz- und Ausbilungs-Einheiten selbst.

      Das ist für mich ein mögliches Indiz aber keine gesicherte Aussage über seinen letzten Truppenteil.

      Gruß
      Michael
      Ein Projekt von wehrmachtlexikon.de
    • Brummerl0402 schrieb:

      und eben ab 07.06.1944 seine Einheit die Infanterie-Panzerjäger-Ersatz-Kompanie 68 Schwerin / Warthe war. oder liege ich da falsch?
      Hallo, Klaus!

      Ja. Du liegst falsch. ;)

      Das Datum "oben" beim Dienstgrad steht nur da, damit man weiß, zu welcher Auftragung "unten" das gehört und besagt nicht, dass derjenige am 7.6. 44 Füsilier war. Das sagt nur, dass man den Füsilier zur Auftragung vom 7.6.44 zuordnen soll. Und das ist die Truppenmeldung vom 17.11.1943. Abgesehen vom Datum stimmt Deine Aussage aber.

      Was mich wundert ... Man hat Dir nur die erste Meldung gesagt und die Kopie der Karteikarte zugeschickt? Das war alles?

      Ich würde noch mal dort hinschreiben und nach einer ERWEITERTEN AUSKUNFT fragen. Momentan gibt das Bundesarchiv (Abt. PA) meistens nur die erste und letzte Meldung aus den Erkennungsmarkenlisten. So, wie es aussieht, hat man Dir nicht mal die letzte Truppenmeldung mitgeteilt?

      Wenn es noch mehr Truppenmeldungen gäbe, würde man sie Dir wahrscheinlich nicht sofort sagen, da musst Du nachhaken! --- Es sei denn, dass in Deiner Auskunft steht: "ist hier lediglich mit seiner Einberufung erfasst" Dann dürfte da nicht mehr sein.

      Sobald da aber steht ".... erstmalig mit seiner Einberufung ...." würde ich nachfragen: erweiterte Auskunft.

      Hast Du wegen der Gefangenschaft schon beim DRK angefragt?
      drk-suchdienst.de/de/suchanfra…ormular-zweiter-weltkrieg

      Gruß von Dagmar
    • Hallo Dagmar,

      vielen Dank für Deine Nachricht und die Tipps - ich werde jedenfalls beim Bundesarchiv eine erweiterte Auskunft einholen und beim DRK wegen der Gefangenschaft anfragen.

      Im Anhang das Schreiben vom Bundesarchiv.

      Ich wünsche dir ein schönes Weihnachtsfest und alles gute im Jahr 2020.
      Liebe Grüße,
      Klaus

      Quelle: privat
      Dateien
    • Hallo!

      Ja, schade. Insgesamt sind da ja nur Unterlagen bis Januar 1944 vorhanden. Also nur knapp über ein Jahr seit Einberufung. Da aber dieser Passus mit den "elektronischen Findmitteln" in Deiner Auskunft steht, gehe ich davon aus, dass sich da noch einige (vermutlich sehr wenige) Informationen befinden.

      Ich würde trotzdem dort hin schreiben, aber erwarte nicht zu viel.

      Viel Glück!

      Dagmar
    • Nachtrag:

      Befehlsübernahme durch 76. Infanterie-Division

      Am 06.11.1943 um 13.45 Uhr erging folgender Befehl des LII AK an die 76. Infanterie-Division:

      Für die Ablösung der 3. SS-Panzer-Division Totenkopf befielt das Korps:
      • 76. Infanterie-Division löst in der Nacht 6./7.11.1943 3. SS-Panzer-Division Totenkopf in ihrem bisherigen Abschnitt ab. Dazu übernimmt Füsilier-Bataillon 176 den Abschnitt des SS-Panzergrenadier-Regiments Eicke, Grenadier-Regiment 178 den Abschnitt des SS-Panzergrenadier-Regiments Totenkopf.
      • Befehlsübernahme durch 76. Infanterie-Division, 07.11.1943, 10 Uhr.
      In einem vorangegangenen Telefonat mit dem Ia Korps hatte Oberstleutnant Fellmer darauf hingewiesen, dass die Division ihre Artillerie noch nicht herangeführt hatte. Korps befahl deshalb, dass SS-T, ihre Artillerie im Abschnitt belassen muss, bis die gesamte Artillerie der 76. Infanterie-Division herangeführt ist.

      Am 07.11.1943 teilte Chef Korps um 18.18 Uhr General Abraham telefonisch mit, dass nach Ansicht von Armee und Korps Gegner möglicherweise im Zuge eines Angriffs nach Süden aus dem Raum Petrowo in südwestlicher und südlicher Richtung antreten wird.

      Daher sollten möglichst viele Stoßtruppunternehmen mit Aufklärungsziel unternommen werden.

      Das Wetter blieb in den nächsten Tagen regnerisch–trübe und der Straßenzustand verschlechterte sich weiter aber am 11.11.1943 mehrten sich die Anzeichen einer erhöhten Aktivität des Gegners, wie aus der Tagesmeldung des Korps an das Panzer-AOK 1 hervorgeht:

      Quelle: Bittere Pflicht von J. Löser

      weiteres folgt............

      Gruß
      Michael
      Ein Projekt von wehrmachtlexikon.de
    • Nachtrag:

      Feinddruck

      Das Verhalten des Gegners war im Laufe des 11.11 erheblich lebhafter als in den Vortagen. Eine Bereitstellung im Abschnitt 76. Infanterie-Division in Stärke von ca. 16 Panzern und bis zu 600 Mann wirkte sich wahrscheinlich infolge starken eigenen Artilleriefeuers auf die Bereitstellung nicht aus. Im rechten Abschnitt 384. Infanterie-Division wurde ein Angriff in Stärke von ca. 1000 Mann unter hohen blutigen Verlusten für den Gegner abgewiesen.

      Es ist damit zu rechnen, dass auch am 12.11 der Gegner die Angriffe fortsetzen wird, worauf auch das Überlaufen von 45 Russen im rechten Abschnitt der 384. Infanterie-Division hindeuten kann.

      Im einzelnen:

      76. Infanterie-Division

      In den frühen Morgenstunden Feindangriff in Stärke von 150 Mann westlich Grab Tschubataja abgewiesen. 5.30 Uhr kampfkräftige Aufklärung von 50-60 Russen aus Korssunowka abgewehrt. Bewegungen im Raum Kraßnoje Snamja, in Schlucht Leletschika und von Höhe 126,9 hielten von 9.00-15.00 Uhr ununterbrochen an. Dabei 16 Panzer sowie 3 Geschütze ostwärts 160,6 festgestellt. Gleichzeitige Bewegungen ostwärts und westlich des Ingulez, besonders in der Balka, wurden mehrfach durch zusammengefasstes Feuer (bis zu 10 Batterien) mit guter Wirkung bekämpft. Marschkolonnen wurden zersprengt.

      Quelle: Bittere Pflicht von J. Löser

      weiteres folgt............

      Gruß
      Michael
      Ein Projekt von wehrmachtlexikon.de
    • Nachtrag:

      Die Besorgnis wächst

      Gegen Mittag des 12.11 traf der OB der 1. Panzer-Armee, General der Panzertruppe Hube, auf dem Divisions-Gefechtsstand in Warwarowka ein. Er rechnete fest mit dem Großangriff des Gegners am folgenden Tag in der Frühe. In dem zweistündigen Gespräch mit der Divisionsführung wurden eingehend die Abwehrmöglichkeiten und taktischen Maßnahmen festgelegt.

      Ein am Nachmittag geführtes Telefonat zwischen dem Kommandierenden General und dem Kommandeur der herausgelösten SS-T. ließ auch die wachsende Besorgnis des Korps erkennen. Der Kommandierende General ordnete die Vorbereitung zum Einsatz für den morgigen Tag an. Vom Kommandeur SS-T. wurde erklärt, dass die Anmarschwege erkundet und alle Vorbereitungen für den Einsatz getroffen seien. Regiment Eicke werde 8 Sturmgeschütze mitnehmen.

      Gegen 20 Uhr meldete Ia SS-T. dem Chef Korps, dass ein Heranfahren mit Räderfahrzeugen während der Nacht wegen der außerordentlich schlechten Wegelage unmöglich sei. Wenn die große Lage es erforderte, würde die Division im Fußmarsch vorgehen. Der Nachteil hierbei wäre, dass keine schweren Waffen mitgenommen werden könnten.

      Quelle: Bittere Pflicht von J. Löser

      weiteres folgt............

      Gruß
      Michael
      Ein Projekt von wehrmachtlexikon.de