Nationalkomitee Freies Deutschland in Dokumenten

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    • Hallo Paule,

      Da hast du wohl recht. Interessantes Schreiben.

      Gruß Ulf

      PS Denke bitte an eine Quellenangabe.
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      Ich suche Bildmaterial, Dokumente und sonstige Informationen über ausländische Orden und Ehrenzeichen die an Deutsche verliehen wurden. Zum Zweck der Aufarbeitung und der Dokumentation.
      Vielen Dank
    • Hallo Paule,

      erstmal vielen Dank für dieses sehr aussagekräftiges Dokument. Ich stelle mir gerade nur die Frage, ob es hier nicht um den Bund Deutscher Offiziere geht, dem ja der General der Artillerie Walther Kurt von Seydlitz-Kurzbach vorstand:

      siehe auch:

      Seydlitz war an der Gründung des Bundes Deutscher Offiziere (BDO) am 11./12. September 1943 im Gefangenenlager Lunjowo bei Moskau beteiligt und wurde dessen Präsident. Der BDO blieb als Organisation bis zum 2. November 1945 bestehen.[3] Elf der 22 Stalingrader Generale (darunter auch Generalfeldmarschall Paulus) traten dem BDO bei. Der BDO schloss sich als eigenständige Organisation zwei Monate nach seiner Gründung dem bereits im Juli 1943 gegründeten Nationalkomitee Freies Deutschland (NKFD) an, einem Zusammenschluss kriegsgefangener deutscher Soldaten und Offiziere mit exilierten deutschen Kommunisten.

      Quelle:
      de.wikipedia.org/wiki/Walther_von_Seydlitz-Kurzbach

      siehe auch:
      Der Bund Deutscher Offiziere (BDO) wurde am 11./12. September 1943 von 95 deutschen Offizieren im Gefangenenlager Lunjowo bei Moskau gegründet. Bereits kurz nach der Gründung wurde der Bund mit dem Nationalkomitee Freies Deutschland zusammengeschlossen.

      Quelle:
      de.wikipedia.org/wiki/Bund_Deutscher_Offiziere

      Gruß
      Michael

      PS: Ich kann da leider auch kein Datum erkennen, was meint Ihr?
      Ein Projekt von wehrmachtlexikon.de
    • Hallo Michael,

      auf keinen Fall zum Thread "20. Juli" verschieben, Datierung kann frühestens der Oktober 44 sein.
      Vorher bestand keine Möglichkeit, auf deutschem Boden "mordzubrennen" bzw. deutsche Frauen zu "schänden"

      Wird evtl. im Rahmen der Festung Breslau - Januar 45 aufgesetzt worden sein. Dort dürfte man erheblichen Kontakt
      mit dem Nationalkomitee Freies Deutschland bekommen haben, Propaganda, Hinterhalte durch Funkverkehr oder Operationen im Hinterland der deutschen Front.

      Gruß
      Udo
    • Hallo,

      von Seydlitz hat spät erkennen dürfen, dass er in seiner Rolle als Vorsitzender des BDO der nützliche Idiot für Stalin und seine Ziele war.
      Sobald Stalin und seine Satrapen Seydlitz nicht mehr benötigten, wurde ihm der Prozess gemacht. Gehe davon aus, dass hat ihm die Augen geöffnet. Allerdings erst nach Kriegsende. Ich möchte mich an dieser Stelle nicht mit den Motiven auseinander setzen, die von Seydlitz zur Zusammenarbeit mit den Russen veranlasst haben. Sicherlich spielen die Ereignisse in der Stalingrader Schlacht eine Schlüsselrolle. Vielmehr interessiert mich, in welchem Umfang die sogenannten ,,Seydlitz-Leute" in den letzten Kriegsmonaten gerade auf deutschem Gebiet tätig geworden sind, zum Beispiel im und um den Kessel von Halbe.

      MfG Wirbelwind
    • Hallo Paule,

      sorry habe ich jetzt echt übersehen. :thumbsup:

      Gruß Ulf
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      Ich suche Bildmaterial, Dokumente und sonstige Informationen über ausländische Orden und Ehrenzeichen die an Deutsche verliehen wurden. Zum Zweck der Aufarbeitung und der Dokumentation.
      Vielen Dank
    • Hallo Udo,

      udorudi schrieb:

      auf keinen Fall zum Thread "20. Juli" verschieben, Datierung kann frühestens der Oktober 44 sein.
      Vorher bestand keine Möglichkeit, auf deutschem Boden "mordzubrennen" bzw. deutsche Frauen zu "schänden"

      Wird evtl. im Rahmen der Festung Breslau - Januar 45 aufgesetzt worden sein. Dort dürfte man erheblichen Kontakt
      mit dem Nationalkomitee Freies Deutschland bekommen haben, Propaganda, Hinterhalte durch Funkverkehr oder Operationen im Hinterland der deutschen Front.
      ich glaube auch, dass wir uns bei diesem Schreiben eher beim Nationalkomitee Freies Deutschland befinden. Ich werde daher mal dieses Thema entsprechend umbenennen. Vielleicht lassen ja zu den Aktivitäten des Nationalkomitee noch weitere Unterlagen finden.

      Gruß
      Michael
      Ein Projekt von wehrmachtlexikon.de
    • Hallo Wirbelwind,

      wirbelwind schrieb:

      Vielmehr interessiert mich, in welchem Umfang die sogenannten ,,Seydlitz-Leute" in den letzten Kriegsmonaten gerade auf deutschem Gebiet tätig geworden sind, zum Beispiel im und um den Kessel von Halbe.
      dass ist eine gute Frage die bestimmt nicht so einfach zu beantworten sein wird. Eine innere Stimme sagt mir, dass wir solche Infos maximal in einer Nara-Rolle finden werden.

      Gruß
      Michael
      Ein Projekt von wehrmachtlexikon.de
    • wirbelwind schrieb:

      Hallo,

      von Seydlitz hat spät erkennen dürfen, dass er in seiner Rolle als Vorsitzender des BDO der nützliche Idiot für Stalin und seine Ziele war.
      Sobald Stalin und seine Satrapen Seydlitz nicht mehr benötigten, wurde ihm der Prozess gemacht. Gehe davon aus, dass hat ihm die Augen geöffnet. Allerdings erst nach Kriegsende. Ich möchte mich an dieser Stelle nicht mit den Motiven auseinander setzen, die von Seydlitz zur Zusammenarbeit mit den Russen veranlasst haben. Sicherlich spielen die Ereignisse in der Stalingrader Schlacht eine Schlüsselrolle. Vielmehr interessiert mich, in welchem Umfang die sogenannten ,,Seydlitz-Leute" in den letzten Kriegsmonaten gerade auf deutschem Gebiet tätig geworden sind, zum Beispiel im und um den Kessel von Halbe.

      MfG Wirbelwind
      Die Propaganda-Arbeit des NKFD (BDO) war so gut wie wirkungslos, das sahen die Russen scheinbar ein, so dass man Ende '44 umschulte auf s.g. "Verräter".
      Problem , sie bekamen dafür nur wenige Leute die meist Kommunisten waren in unteren Rängen.
      "Spielen" mußten sie aber Hauptmann und Major.
      Eigentlich sind mir auch nur die Einsätze in und um Halbe bekannt in mehrfacher Literatur.
      Die Leute wurden schnell erkannt an den ziemlich sauberen Uniformen und wurden sofort erschossen.
      Einigen scheint es aber gelungen zu sein an Waldschneisen die Leute in die falsche Richtung zu schicken und damit in Gefangenschaft.
      Ein anderes Auftreten in anderen Kampfgebieten ist mir auch nicht bekannt.
      busse
    • Hallo Wirbelwind,

      wirbelwind schrieb:

      ich bin gespannt, was nach der Buchlektüre an neuen Erkenntnissen von Dir ins Forum gestellt wird. Schließlich scheint das Auftreten der ,,Seydlitz-Leute" im Zusammenhang des Kessels von Halbe nicht unerheblich gewesen zu sein.
      dass besagte Buch hat dazu leider keine Antworten geliefert. Die Kernaussage war aber im Prinzip immer gleich. Wenn ,,Seydlitz-Leute" auf deutschen Boden kamen wurde diese meist an Ort und Stelle füsiliert, sofern sie überhaupt die dt. Linen erreichen konnten. Viele andere scheinen auch schon auf dem Weg dorthin gefallen zu sein, wie z.B. durch Minenfelder usw.

      Erfolge scheint es kaum gegeben zu haben.

      Gruß
      Michael
      Ein Projekt von wehrmachtlexikon.de
    • Hallo Michael,
      schade, dass besagtes Buch nun nicht viel zur Klärung des Themas beitragen konnte. Nach dem Durchlesen des entsprechenden Threads im Lexikon der Wehrmacht halte ich für mich folgendes fest. Der Begriff ,,Seydlitz-Leute/Seydlitz-Armee" haben Goebbels und seine Leute geprägt. Von Seydlitz hatte damit nichts zu tun. Deutscherseits war er ja der klassische Verräter und sollte damit ein Stückweit diffamiert werden.Deutsche Angehörige des NKFD wurden nach entsprechender Ausbildung zu Lautsprecher- Einsätzen eingesetzt, um Wehrmachtsangehörige zum Überlaufen bzw. zur Kapitulation aufzufordern bzw. zu bewegen. Nach Zeugenaussagen sollen dt. Überläufer für Sabotage Einsätze hinter den dt. Linien ausgebildet und eingesetzt worden sein. Auch das Auftreten von Deutschen in Wehrmachtsuniformen, geschickt von der sowjetischen Seite bei den Kämpfen an der Oderfront und im Kessel von Halbe 1945, wird beschrieben. Für mich vorstellbar. Schließlich gab es ja auf deutscher Seite die ,,Brandenburger", die unter anderem auch russ. Landsleute unter ihren Angehörigen hatten und in sowjet, Uniformen gegen sowj. Streitkräfte kämpften. Warum sollte die ,,Rote Armee" nicht ähnlich verfahren? Im Zusammenhang mit dieser Problematik wird von der russ. Planung berichtet, eine ,,Deutsche Legion" aufzustellen, die gegen die Wehrmacht kämpfen sollte. Wie weit waren diese Planungen gediehen?
      MfG Wirbelwind
    • Hallo Wirbelwind,

      wirbelwind schrieb:

      Im Zusammenhang mit dieser Problematik wird von der russ. Planung berichtet, eine ,,Deutsche Legion" aufzustellen, die gegen die Wehrmacht kämpfen sollte. Wie weit waren diese Planungen gediehen?
      ich glaube auch, dass es diese Idee gab aber es nie zu einer Umsetzung gekommen ist, siehe auch folgende Aussagen:

      Die größte Herausforderung für Seydlitz – und gleichzeitig seinen größten Wunsch – stellte jedoch die Formierung spezieller deutscher Truppen dar, die gemeinsam mit den Sowjets gegen die Deutsche Wehrmacht vorgehen sollten. Aber eine solche Aktion bedurfte der direkten Erlaubnis des sowjetischen Oberheerführers, also Josef Stalins.

      Trotz zahlreicher Anfragen seitens Seydlitz hat Stalins niemals sein Einverständnis zur Formierung neuer Truppen aus deutschen Kriegsgefangenen erlaubt. Jene durften ausschließlich im Hinterland zu Konstruktionsarbeiten eingesetzt werden. Die sowjetische Führung verdächtigte jeden ethnischen Deutschen der möglichen Kollaboration mit Hitlerdeutschland – sogar seine eigenen Bürger. Die Wolgadeutschen ließ Stalin darum rund um die Uhr überwachen und von der näher rückenden Frontlinie weiter ins Hinterland umsiedeln – 1941 nach Sibirien und Zentralasien.

      Frühere Nazis jedoch waren trotzdem in den Reihen der sowjetischen Soldaten zu finden, aber nur in Partisanengruppen: Der ehemalige Gefreite Frizu Schmenkel beispielsweise wurde für seine Verdienste dort später gar als „Held der Sowjetunion“ mit einem Orden ausgezeichnet. Aber das waren Einzelfälle.

      de.rbth.com/geschichte/80210-f…at-sowjetunion-held-orden

      Ganze Truppen aus Kriegsgefangenen? Dass stand für die Sowjetführung ganz klar außer Frage. Und Seydlitz konnte so nie – wie Wlasow mit seiner Russischen Befreiungsarmee – eine Gefangenentruppe aufstellen, währen der Antrag der Rumänischen Kriegsgefangenen auf eine eigene Diversion innerhalb der Roten Armee bewilligt und zwei Rumänische Infanteriedivisionen gegründet wurden.

      Aber Fakt ist: Es gibt keinerlei Dokumente oder Aufzeichnungen weder in deutschen noch russischen Archiven und auch sonst keine offiziellen Belege für die Existenz solcher Truppen. Die „Seydlitz-Truppen“ waren ein Kriegsmythos, der nie existiert haben kann.

      Quelle: de.rbth.com/geschichte/80066-s…ts-wirklich-mit-deutschen

      Gruß
      Michael
      Ein Projekt von wehrmachtlexikon.de
    • Hallo Michael,

      interessant, was der von Dir zitierte Beitrag alles so hergibt. Sicher, es gibt bisher keine Dokumente, die Belegen, dass deutsche Kriegsgefangene in Wehrmachtsuniformen gegen ihre Kameraden mit der Waffe in der Hand an der Oderfront oder im Kessel von Halbe 1945 gekämpft haben, aber Zeugenberichte. Klar, Zeugen können irren, trotzdem würde ich deren Aussagen nicht so einfach ignorieren.
      Übrigens verstarb Walther von Seydlitz-Kurzbach 1976 nicht in der DDR, sondern in Bremen. Hätte mich auch sonst stark gewundert.

      MfG Wirbelwind
    • Wehrmachtlexikon schrieb:




      Frühere Nazis jedoch waren trotzdem in den Reihen der sowjetischen Soldaten zu finden, aber nur in Partisanengruppen: Der ehemalige Gefreite Frizu Schmenkel beispielsweise wurde für seine Verdienste dort später gar als „Held der Sowjetunion“ mit einem Orden ausgezeichnet. Aber das waren Einzelfälle.

      de.rbth.com/geschichte/80210-f…at-sowjetunion-held-orden
      Fritz Schmenkel war aber kein Nazi sondern ein Kommunist, den man ob seiner Vita durchaus als Fanatiker heute bezeichnen kann.
      Die ganzen Kommunisten sind ja nicht irgendwie ins Exil gegangen, ging ja auch nur für "Vermögende" und Nomenklaturkader oder waren im KZ. Somit mußte die Masse der ehemaligen kommunistischen Mitglieder je nach Alter auch zum Wehrdienst und zum Einsatz. So Schmenkel der zwar kein Parteimitglied war, ging ja nicht, aber eben eine Tiefgreifende kommunistische Erziehung hatte.
      Wenn man sich aber die kommunistischen Wähler und Mitglieder bis 1933 betrachtet waren die Überlaufzahlen eher nur marginal.
      Gruß busse
    • Hallo,

      weil wir gerade dabei sind, stellt sich doch die Frage, warum gerade die ,,einfachen" kommunistischen Mitglieder als Wehrmachtsoldaten nicht überliefen? Sicherlich mag die Angst vor Repressalien an Familienmitgliedern in der Heimat eine Rolle gespielt haben. Genauso aber auch für mich vorstellbar, dass die vermeintlichen und tatsächlichen Greueltaten an dt. Kriegsgefangenen durch Rotarmisten dabei eine entscheidende Rolle spielten. Selbst hochrangige KPD-Mitglieder, die ins russ. Exil gingen, waren sich bei ,,Väterchen" Stalin ihres Lebens nicht sicher. Wie wir heute wissen, wurde von Seydlitz, als er für die Russen nicht mehr von Nutzen war, ein Kriegsverbrecherprozess gemacht.
      MfG Wirbelwind
    • Hallo,

      dazu muß man tief in die Geschichte der KPD eintauchen. Stalinistische Kräfte Thälmann, Ulbricht, Pieck verdrängten Neumann , Brandler und Co. Allen gemeinsam war, das ihnen auf Reisen in die UdSSR die wunderbaren Seiten des neuen Staates gezeigt wurden und sie in ihrer Überzeugung des neuen Weges gestärkt wurden und das ihren kommunistischen Anhängern und Mitgliedern auch so propagandistisch verkauften.
      Problem war nur ,das in der Fläche die UdSSR noch im "Mittelalter" verblieben war, das sahen die Soldaten. Ob sie nun durch Dörfer, Kleinstädten oder auch in Großstädten waren, einige Fassaden und dahinter Elend und Mangel. Das war das Problem, denn bei Leibe ist ja bei den rasanten Vormärschen nicht alles in Flammen aufgegangen wie uns so manche heute verklickern wollen.
      Die Zeitzeugen die ich gesprochen habe waren teilweise erschüttert.
      Ich nehme an das das die letzten noch vorhandenen kommunistischen Gedanken schnell zu Nichte machte, denn so wollte eigentlich keiner leben.
      Gruß busse