Pz.Jg.Abt. 561 & der Kampf um Klepenino

Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weitere Informationen

  • Pz.Jg.Abt. 561 & der Kampf um Klepenino

    Moin,

    da sich des forum.panzer-archiv nicht mehr aktiviert, habe ich mich entschlossen noch einige alte Abschriften von mir hier zu veröffentlichen.
    Diese habe ich noch auf einer alten externen Festplatte gefunden.

    ::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::
    KOPIEREN VERBOTEN!

    K L E P E N I N O

    Aus Gefechtsberichten 1942 zusammengestellt für die Soldaten der Pz.Jäger-Abteilung 561
    Autor: Major d.R. Rudolf Balzer, Abteilungs-Kommandeur (*19.08.1895), DKiG
    Quelle: Deutsches Soldatenjahrbuch 1972, Hrsg. Helmut Damerau, Schild-Verlag München, S. 168-177
    © Zusammenstellung/Abschrift/Bearbeitung: UHF51 •Berlin • 2009-10-18

    Aus dem Wehrmachtsbericht vom 21.02.1942
    "Im mittleren Abschnitt der Ostfront hat die Armee des Generals der Panzertruppen, M o d e l, in
    4-wöchentlichen harten Kämpfen unter schwierigsten Witterungsverhältnissen die Masse einer feindlichen Armee eingeschlossen
    und vernichtet sowie starke Teile einer weiteren Armee zerschlagen.
    Dabei verlor der Feind rund 5 000 Gefangene, 27 000 Tote, 187 Panzer, 615 Geschütze, 1 150 Granatwerfer und MG
    sowie zahlreiches anderes Kriegsmaterial. Gleichzeitig hat diese Armee ununterbrochen schwerste Entlastungsangriffe
    des Feindes abgewiesen und auch hierbei dem Gegner große Verluste zugefügt."

    An diesen Kämpfen habt Ihr, meine braven Männer der Panzerjäger-Abteilung 561, mit ausschlaggebenden Erfolg teilgenommen.
    Ihr alle habt Anteil daran; vor allem Ihr, Pak- und MG-Schützen, die Ihr an der Abwehrfront die von Norden anbrandenden Angriffe
    des Feindes in ständiger Alarmbereitschaft, bei 40 Grad Kälte, schneidendem Wind und tiefem Schnee tage- und nächtelang zerschlugt
    und die immer wieder anrollenden schweren Panzer von 4 bolschewistischen Panzerbrigaden vernichtet; Ihr, die Ihr an der Südfront
    als Infanteristen wochenlang, verlaust und verdreckt, eingesetzt mit half, den Kessel immer enger zu machen und dann noch den
    Entsatz für Ausfälle an der Nordfront stelltet; Ihr von den Funktrupps, die Ihr im schwersten Feuer Eure Meldungen durchgabt und
    bei Angriffen mit der Waffe mitkämpftet; und auch Ihr, Männer vom Tross, die Ihr Euch in rastloser Fürsorge überbotet, immer bestrebt,
    Euren Kameraden im Einsatz alles Mögliche zur Erleichterung heranzuschleppen; Ihr alle, Männer der Abteilung mit dem Zeichen "IA",
    habt durch Eure Pflichterfüllung bis zum letzten Anteil am Erfolg. Der Oberbefehlshaber der Armee, der Kommandierende General haben
    Euren Taten höchste Anerkennung gezollt, ich will Euch zum Dank für Eure Haltung – eine andere habe ich nie von Euch erwartet –
    die Geschehnisse festhalten, auf dass die Angehörigen unserer toten Kameraden die Schwere ihres Opfers leichter tragen und
    Eure Nachkommen nie vergessen mögen, was Ihr für sie tatet.

    Die Lage
    Dem Feind war es unter Ausnutzung einer großen zahlenmäßigen Überlegenheit durch rücksichtslosen Masseneinsatz und unter Konzentration stärkster Kräfte,
    von Norden angreifend, gelungen, an einigen Stellen nordwestlich Rshew, dem Eckpfeiler der deutschen Mittelfront, die deutschen Linien zu durchbrechen.
    Durch diese über 20 km breite Lücke hatte der Gegner ständig starke Kräfte nachgeschoben, mit dem Ziel, weiter nach Süden durchzustossen und von hinten die
    deutschen Stellungen zu umfassen und aufzurollen. Um dieser Gefahr zu begegnen, waren deutsche Truppen am 22.01.1942 zum Gegenstoß angetreten und hatten
    im Angriff die Lücke wieder geschlossen. Damit waren die nunmehr hinter den deutschen Linien befindlichen Teile des Feindes abgeschnitten und gingen ihrer Vernichtung entgegen.
    Ziel der Sowjets war es nun, unter allen Umständen und mit allen Mitteln die Front von neuem aufzureißen und die Verbindung zu den eingeschlossenen teilen,
    deren Stärke sich auf etwa 40 000 Mann belief, wieder herzustellen. Zu diesem Zweck griffen sie Tag für Tag und bald auch nachts in immer wiederholten und mit heftiger
    Artillerievorbereitung und starker Panzerunterstützung vorgetragenen Angriffe die deutschen Stellungen an. Hauptangriffspunkt war die Nahtstelle, an der ihnen seinerzeit der Einbruch
    gelungen war und hinter der nur wenige Kilometer südlich die Masse der eingeschlossenen Teile stand.
    Schlüsselstellung war der Ort Klepenino. Wenn Klepenino genommen wurde, ehe es den schwachen deutschen Kräften mit Front nach Süden gelungen war, die starken
    eingeschlossenen Feindteile weiter zusammenzudrängen und hierdurch die Brücke zu verbreitern, so war es dem Feind gelungen, die Verbindung mit der eingeschlossenen
    bolschewistischen Armee wieder herzustellen, die Front wäre erneut aufgerissen worden. So war die Hauptsorge in diesen Tagen: Wie lange hält sich Klepenino?
    In Klepenino standen Teile des durch frühere schwerste Kämpfe stark gelichteten SS-Regiment "Der Führer", ergänzt durch eine Handvoll Pioniere und Artilleristen von der Beobachtung.

    Genügender Panzerschutz fehlte. Am 29.01.1942 erhielt die Panzerjäger-Abteilung 561 den Befehl, den Panzerschutz im gefährdeten Abschnitt zu übernehmen.
    Die 13 übriggebliebenen 5-cm-Pak der Abteilung wurden im gesamten Abschnitt eingesetzt. Die zahlenmäßig geschwächten Bedienungsmannschaften mussten wegen vorhergegangener
    Ausfälle aus allen Kompanien zusammengesetzt werden. In Klepenino wurde der Zug des Leutnant Petermann mit 3 Unteroffizieren, 15 Mann und mit zwei 5-cm-Pak eingesetzt.
    Die anderen Züge waren links und rechts von Klepenino in Feuerstellung gegangen und wurden dort in schwere Kämpfe verwickelt. Da im Nachstehenden hauptsächlich von den Taten
    des Zuges Lt. Petermann berichtet wird, will ich voraus greifend vorerst auch denen höchste Anerkennung zollen, die an anderer wichtiger Stelle harte Abwehrarbeit vollbrachten.
    In einer eingeschworenen Gemeinschaft mit den eingesetzten SS-Männern von zwei SS-Regimentern und Infanteristen aus den verschiedensten Bataillonen vernichteten die Pakschützen
    bei Timonzewo, Noschkino, Ssolomino und Lepsino 13 schwere sowjetrussische Panzer, setzten MG-Nester und Granatwerfer mit der Pak außer Gefecht; wenn die wütenden feindlichen
    Infanterieangriffe Tag und Nacht ohne Panzer anfluteten, dann standen sie mit Karabiner, Pistole und MG zäh und verbissen kämpfend unter dem immer geringer werdenden Häuflein der Verteidiger.
    Die Front hielt. Von 109 Männern in diesem Kampfabschnitt wurden 61 verwundet, 10 sind gefallen, 3 werden vermisst. Von den 11 Pak wurden 8 durch Artillerie, Granatwerfer
    und Panzer beschädigt oder vernichtet. Aus den nachts geborgenen Geschützresten stellte die Waffenmeisterei beim Abteilungs-Gefechtsstand wieder 2 Pak zusammen,
    die sofort wieder eingesetzt wurden. Insgesamt wurden bei den Kämpfen einschließlich Klepenino 34 sowjetische Panzer, fast durchweg schwere und schwerste, vernichtet,
    in Brand gesetzt oder durch schwere Beschädigung außer Gefecht gesetzt.
    Während diese harten Abwehrkämpfe gegen den von Norden her immer wieder angreifenden Feind tobten, waren die Geschützbedienungen der 1. Pak mit den MG-Bedienungen
    und Leuten aus den Trossen wochenlang ohne Ablösung als Infanteristen wenige Kilometer südlich eingesetzt, und halfen mit, den dort eingeschlossenen Feind immer dichter zusammenzudrängen
    und zu vernichten. Auch ihre Zahl wurde immer geringer. Aus diesen zum großen Teil nicht an der 5-cm-Pak ausgebildeten Leuten wurde laufend der Ersatz für die Verluste an
    der Nordfront herausgezogen. Verlaust und verdreckt, mit struppigen Bärten, viele mit angefrorenen Gliedmaßen, mussten sie nachts heraus aus ihren Schneelöchern und
    zogen durch den tiefen Schnee in die Pakstellungen an der Nordfront, um Lücken ihrer gefallenen oder verwundeten Kameraden wieder aufzufüllen.
    Erst als die eingeschlossene Armee vernichtet war, gab der Feind am 18.02.1942 seine seit 30.01.1942 in wütenden Tages- und Nachtangriffen
    bei tiefem Schnee und grimmiger Kälte unternommenen Durchbruchs-versuche auf. Es gelang ihm nicht, die Front zu zerreißen.
    (...)
    __________
    Fortsetzung folgt.
    MfG Uwe

    Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von UHF51 ()

  • Die Verteidigung von Klepenino/a.d. Wolga, ca. 15 km nordwärts Rshew

    Tag und Nacht stand die in Klepenino eingesetzte, zahlenmäßig weit unterlegene Widerstandsgruppe unter ständig wachsendem Feinddruck. Tag und Nacht rollten die Angriffe der Sowjets, die mit starken Infanterie-kräften und zahlreichen Panzerkampfwagen schwerster Bauart vorgetragen wurden, gegen die deutschen Stellungen, und Tag und Nacht trommelte der Feind in die Angriffspausen mit Waffen aller Art und Kaliber auf das Dorf, das bald nur noch ein Trümmerhaufen war, um die deutsche Abwehr zu zerhämmern und endlich doch noch den Einbruch zu erzwingen. Doch trotz schonungslosen Einsatzes von Menschen und Waffen scheiterten alle diese Versuche an der unerschütterlichen Abwehr des kleinen Häufleins deutscher Soldaten.
    Leutnant Petermann und seine Männer haben entscheidend dazu beigetragen, dass die Versuche des Feindes, die Front der kurz vorher geschlossenen Lücke bei Rshew wieder aufzureißen, misslangen. Kaltblütig leitete er das Feuer planmäßig, ließ die Panzer in der Dorfstraße auf wenige Schritte herankommen und vernichtete wiederholt in dem Ort abgesetzte MP-Schützen und eingedrungene Infanterie in enger Zusammenarbeit mit den SS-Männern im Häuserkampf.
    Leutnant Petermann war die Seele der Abwehr und der Halt seiner zahlenmäßig weit unterlegenen Widerstandsgruppe. Selbst als der Feind mehrfach mit Infanterie und Panzern in Rücken und Flanke der Pakbedienung war und unter dem ständig wachsenden Feinddruck und dem Auf- und Abwogen des Kampfes die seelische und körperliche Widerstandskraft zu erlahmen drohte, fasste er in verbissener, zäher Abwehr seine Männer zusammen und riss sie durch sein Vorbild mit, sodass die Stellung auch in den bedrohlichsten Augenblicken gehalten wurde.

    Leutnant Petermann schoss vom 30.01. – 04.02.1942 mit seinem Pakzug 15 schwere Panzer vom Typ T-34 ab und vernichtete zahlreiche von den Panzern abgesetzte feindliche Scharfschützen im Nahkampf. Nach der Verwundung von Leutnant Petermann übernahm Leutnant Hofer den Befehl über den inzwischen auf 9 Mann dezimierten Pakzug. Mit Panjepferd und Schlitten schlug er sich nachts nach Klepenino durch. Unter seiner Führung wurden vom 05.02. – 07.02.1942 weitere 5 Feindpanzer vernichtet sowie feindliche Geschütze zerstört.
    Leutnant Hofer war gerade einen Tag vorher von seiner zweiten Verwundung genesen und wieder bei seiner alten Abteilung, aus der Heimat kommend eingetroffen.
    Den Hergang der Kämpfe im einzelnen sollen die nüchternen Gefechtsberichte von Lt. Petermann und Lt. Hofer schildern:
    29.01.1942 – Es herrscht starke Kälte (bis 40 Grad) und schneidender Ostwind. Der Feind greift mehrfach am Tage mit stärkeren Kräften an. Sämtliche Angriffe werden abgeschlagen. Bei der Infanterie treten fühlbare Verluste ein. Die Stärke der Kräfte, mit denen der Gegner angreift, wächst ständig. Während der Angriffspausen wird am Ausbau der Stellungen gearbeitet.
    Verluste: Uffz. Horn gefallen.
    Gefechtsstärke: 1 Offizier, 2 Uffz., 15 Mann¹
    30.01.1942 – Gegen Morgen setzt schlagartig starkes Artillerie- und Granatwerferfeuer auf Klepenino ein. Um 06.30 Uhr wird Motorengeräusch hörbar und Panzeralarm gegeben. Der Feind ist mit 7 schweren Panzern vom Typ T-34 ostwärts des Dorfes am Waldrand durch die schwachen Sicherungsposten durchgebrochen und versucht von Süden, d.h. von hinten her, in das Dorf zu stoßen. Die Panzer fahren mit aufgeblendeten Lichtern, anscheinend um den Eindruck zu erwecken, als ob es sich um deutsche, von hinten kommende Sturmgeschütze, handelt. Hinter dem Dorf teilen sich die Panzer; 5 von ihnen stoßen die Dorfstraße nach Norden hoch, 2 fahren parallel dazu hinter den Häuser am Wolgahang entlang. Von diesen letzten gerät einer in einen Hohlweg, der zur Wolga hinunterführt, und setzt sich mit mahlenden Ketten etwa 5 m hinter der Unterkunft von Lt. Petermann fest. Der andere stößt im Wolgagrund auf dem Eise nach Norden vor, bricht im Eise ein und bleibt liegen. Er wird später mit T-Minen gesprengt. Als Lt. Petermann auf das Motorengeräusch hin aus dem Hause stürzt, sieht er zunächst den hinter seinem Haus festgefahrenen Panzer. Mit 2 SS-Männern versucht er, den Panzer durch übergießen mit Benzin und Dieselöl in Brand zu setzen bzw. ihn mit geballten Ladungen zu sprengen. Gleichzeitig muss jedoch die Besatzung, die das Turmluk zu öffnen und auszubooten versucht, durch MP- und Gewehrfeuer in Schach gehalten werden. Es gelingt nicht, den Panzer in Brand zu setzen und zu sprengen, zumal Lt. Petermann und seine Männer sich nunmehr genötigt sehen, erst einmal gegen die auf den Panzern aufgesessene sowjetrussische Infanterie Front zu machen. Während die Geschützbedienung des Geschützes Uffz. Androw ans Geschütz eilt, fasst Lt. Petermann die noch vorhandene restliche Bedienung und in der Nähe befindliche SS-Männer und Pioniere zu einem Stoßtrupp zusammen. Durch sein zusammengefasstes Gewehr- und MP-Feuer, im Nahkampf Mann gegen Mann wird die feindliche Begleitinfanterie zusammengeschossen. Inzwischen ist es dem festgefahre-nen beschädigten Panzer gelungen, wieder freizukommen und sich noch bis auf die Wolga zu schleppen. Von dort aus beschießt er noch etwa eine Stunde mit Panzergranaten das Dorf. Er wird dann von einer im Nachbarabschnitt eingesetzten 8,8-cm-Flak vernichtet.
    Die ersten 5 Panzer sind in dieser Zeit die Dorfstraße von Süden nach Norden entlanggefahren und haben von hinten her die vorderste Postenlinie erreicht. Dort laden sie die aufgesessenen Scharfschützen ab und versuchen, die Stellungen niederzuwalzen. Bei der Abwehr der Infanterie zeichnet sich besonders der Obergefreite Weiss aus. Mit seinem MG war er zur Verstärkung der Infanterie unmittelbar in die vorderste Linie in Stellung gegangen und bekämpfte von dort wirkungsvoll die in seinem Rücken von den Panzern abgesetzten sowjetischen Infanteristen und die zur gleichen Zeit von vorn angreifenden Bolschewisten.
    Von den 5 zur HKL vorgefahrenen Panzern bleiben 3 am nördlichen Dorfausgang in unmittelbarer Nähe des Geschützes von Uffz. Blaurock stehen und feuern mit sämtlichen Waffen, sodass die Bedienung nicht an das Geschütz heran kann. Die restlichen 2 fahren die Ortsstraße zurück. Hier ist inzwischen das Geschütz Androw in Stellung gegangen und erwartet die von links quer zur Schussrichtung von der Dorfstraße heran-rollenden Panzer. Die Stellung des Geschützes ist besonders glücklich gewählt, da es die Panzer auf kürzeste Entfernung von der Seite her zu fassen bekommt.

    ¹bezieht sich hier immer auf den Zug von Lt. Petermann
    Link zu einer Karte:
    bilder-hochladen.net/files/3jyk-7-8f14-jpg.html
    (...)
    __________
    Fortsetzung folgt.
    MfG Uwe

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von UHF51 ()

  • Beide Panzer werden vom Geschütz Androw (Richtschütze Obergefreiter Kohlke) auf kürzester Entfernung (etwa 10 m) mit 2 Schüssen in die Wanne in Brand geschossen. Der eine bleibt 3 m vor dem Geschütz liegen, der andere rollt noch etwa 40 m, stoppt dort und brennt ebenso wie der erste aus.
    Beim Abschuss dieser beiden Panzer zeichnet sich besonders der Gefreite Büttner aus. Obwohl Kradfahrer und nicht zur Bedienung gehörig, schafft er ungeachtet des auf dem Geschütz liegenden Feuers der Infanterie und Panzer unermüdlich Munition heran. Als er wiederum zwischen den nunmehr unmittelbar am Geschütz befindlichen Panzern hindurch eilt, stolpert er und entgeht nur mit knapper Not und Mühe dem Tode durch Überwalzen.
    Die restlichen 3 Panzer drehen ab und verschwinden in dem Walde nördlich Klepenino. Gegen 12.00 Uhr erscheinen erneut 3 Panzer und rollen von links aus dem Felde auf den Ort zu. Als sie auf etwa 100 m herangekommen sind, gibt Lt. Petermann das Feuer frei. Mit 2 Schuss wird der erste Panzer vernichtet, seine Bedienung bootet aus und wird mit Gewehr und MP abgeschossen. Der 2. und 3. Panzer, die inzwischen auf etwa 40 m herangekommen sind, werden insgesamt mit 16 Schuss erfolglos beschossen. Die Panzergranaten 38 prallen ab. Alle Panzergranaten 40 sind verschossen. Die Panzer rollen zurück und beziehen hinter einem Hause links vom Geschütz Stellung. Dort trennen sie sich und versuchen, der eine von vorn, der andere von hinten, das Geschütz zu fassen. Lt. Petermann lässt Stellungswechsel um 180 Grad machen, um zunächst den von hinten kommenden Panzer zu beschießen. Bevor es jedoch dazu kommt, biegt der Panzer kurz vor dem Hause wieder nach links auf die Ortschaft zu, da er die Feuerstellung des Geschützes offenbar noch nicht klar erkannt hat. Das Geschütz wird erneut um 180 Grad geschwenkt und nunmehr der von vorn heran- rollende Panzer beschossen. Lt. Petermann leitet das Feuer durch genauen Feuerbefehl. Der Panzer wird auf Wanne, Ketten, Räder und Turm beschossen. Als alle Granaten an der schweren Panzerung abprallen, wird schließlich auf das Geschützrohr gerichtet. Nach einigen Schüssen gelingt es schließlich auch, den Geschützturm zu verklemmen, sodass der Panzer mit dem Geschütz nicht mehr schwenken kann. Er versucht dann noch fünfmal, mit dem ganzen Wagen das Geschütz zu auszurichten, wird während dieser Zeit dauernd beschossen und bleibt kampfunfähig liegen. Der letzte Panzer, der zunächst von vorn an das Geschütz heranzukommen versuchte, ist inzwischen ebenfalls beschossen worden und etwa 100 m rechts von dem Geschütz bewegungs- und schussunfähig liegen geblieben. Er wird schließlich von der 3,7-cm-Pak der SS mit 42 Schuss in Brand geschossen. Seine Bedienung wird beim Ausbooten durch Leutnant Petermann mit der MP erledigt.
    Um 15.00 Uhr fällt der Obergefreite Köstner, 1. Kp., durch die Garbe eine MP-Schützen, der von den Panzern mitten im Dorf abgesetzt worden ist, den ganzen Nachmittag das Dorf beunruhigt und erst am Abend ausgeräuchert werden kann.
    Um 16.00 Uhr erscheint wieder ein Panzer vor der HKL, der sowjetische Infanteristen absetzt und sich dann sofort wieder in den schützenden Wald zurückzieht. Die feindlichen Schützen werden abgeschossen. Hierbei zeichnet sich erneut der Obergefreite Weiss durch besondere Ruhe und Kaltblütigkeit aus. Obwohl sein Schütze 2, der Schütze Glaser, 3. Kp., schwer verwundet wird und innerhalb kurzer Zeit verblutet und auch die anderen an seinem MG befindlichen Schützen Möbus, 1. Kp., und Gefreiter Wolf, Stab, durch Oberschenkelschüsse schwer verwundet werden, hält er allein mit seinem MG in der Stellung aus und beschießt die sich vorarbeitenden Sowjets.
    Verluste: Obergefreiter Köstner und Schütze Glaser gefallen, Gefreiter Wolf und Schütze Möbus verwundet.
    Gefechtsstärke: 1 Offizier, 2 Uffz., 11 Mann.
    31.01.1942 – Um 02.00 Uhr wird Panzeralarm gegeben. Zwei T-34 kommen von Norden in die Ortschaft gerollt. Der eine nähert sich auf der Straße dem Geschütz Androw (Richtschütze Obergefreiter Kohlke), erhält einen Treffer ins Räderwerk und bleibt bewegungsunfähig mit Kettenschaden liegen. Der zweite setzt hinter dem Haus, an dem das Geschütz Androw steht, 6 Infanteristen ab, die das Haus besetzen und aus nächster Nähe auf die Bedienung feuern. Die Geschütz- und die MG-Bedienung des Obergefreiten Weiss, die ihm zum Schutz beigegeben ist, machen zunächst Front gegen das Haus und nehmen es im Gegenstoß. Die 6 Gegner werden erschossen. Der Panzer ist unterdessen wieder zum Dorfausgang vorgerollt, steht etwa in Höhe des Geschützes Blaurock und feuert mit allen Waffen ins Dorf. Das Geschütz Androw, das den Panzer in seiner Stellung nicht erreichen kann, macht unter seinem Feuer Stellungswechsel nach links und setzt ihn durch 2 Schuss in die Wanne auf etwa 150 m Entfernung außer Gefecht. Da aus dem bewegungsunfähigen Panzer noch geschossen wird, arbeitet sich der OGefr. Weiss an diesen heran und bringt eine Handgranate im Rohr zur Explosion. Die Besatzung wehrt sich noch immer.
    Weiss versucht, durch Übergießen des Panzers mit Benzin, diesen in Brand zu setzen. Es misslingt. Die Besatzung schießt durch die Sehschlitze mit Pistolen. Weiss holt jetzt 2 Pioniere mit T-Minen heran und sprengt mit diesen gemeinsam den Panzer mit der Besatzung in die Luft.
    Dem Feind gelingt es, im Laufe der Nacht und im Schutze der Dunkelheit in die ersten Häuser am Nordrand des Dorfes einzudringen.
    Um 11.15 Uhr wird von deutscher Seite ein Gegenangriff unternommen, der durch 4 Sturmgeschütze unterstützt wird. Das Unternehmen hat vollen Erfolg, die Sturmgeschütze schießen 2 sowjetrussische Panzer ab, die Ausgangsstellung wird wiedergewonnen.
    Der Tag verläuft im allgemeinen ruhig. Nachts fühlt der Gegner mehrfach mit stärkeren Stoßtrupps vor, die jedoch sämtlich abgewiesen werden.
    (...)
    __________
    Fortsetzung folgt.
    MfG Uwe
  • Der Tag verläuft im allgemeinen ruhig. Nachts fühlt der Gegner mehrfach mit stärkeren Stoßtrupps vor, die jedoch sämtlich abgewiesen werden.
    01.02.1942 – Während des Vormittags liegt starker Artillerie- und Granatwerferbeschuss auf dem Ort, ohne dass jedoch infanteristische Angriffe erfolgen. Nachmittags beschießen 3 Panzer aus sichtbarer Entfernung aus dem Wald heraus das Dorf, ohne von den Geschützen erreicht werden zu können.
    02.02.1942 – Nach etwa einstündiger Artillerievorbereitung aller Waffen und Kaliber greift der Feind gegen 11.30 Uhr mit starken Infanteriekräften und Panzern erneut den Ort an. Die Panzer sind durch die an den Vortagen erlittenen Verluste vorsichtig geworden und kommen nicht mehr bis ins Dorf, sondern laden die aufgesessene Infanterie in sicherer Entfernung ab. Ein 52-to¹, der sich für kurze Zeit am Waldrand zeigt, wird vom Geschütz Androw (Richtschütze OGefr. Kohlke) unter Feuer genommen und erhält 2 Treffer in den Motor. Er bleibt stehen, kann sich aber kurze Zeit darauf noch in den Wald zurück schleppen. Der Angriff wird abgeschlagen. Gegen Abend kommen erneut 4 Panzer, die das Dorf beschießen und Infanterie abladen. Die Kämpfe dauern die ganze Nacht durch an. Das Geschütz Blaurock (Richtschütze OGefr. Schröder und OGefr. Panzer) schießt um 23.00 Uhr einen kleineren Panzer in Brand, 2 andere, größere, werden von beiden Geschützen unter Feuer genommen. Es werden einwandfrei mehrere Treffer beobachtet. Beide Panzer bleiben bewegungsunfähig liegen, der eine fängt später an zu brennen. Die Abschüsse sind um so höher zu bewerten, als sich das Anrichten mangels vorhandener Nachtbeleuchtung (keine Taschenlampenbatterien) sehr schwierig gestaltet hat.
    Verluste: Gefr. Nauditt und Schtz. Pullmann verwundet.
    Gefechtsstärke: 1 Offizier, 2 Uffz., 9 Mann.
    03.02.1942 – Gegen 05.00 Uhr erscheint ein 52-to, geht in sicherer Entfernung in Stellung und schießt systematisch ein Haus nach dem anderen in Brand. Die ersten Häuser am Nordrand von Klepenino gehen sämtlich in Flammen auf, sodass die Infanterie den vorderen Ortsteil räumen muss. Auch die Geschütz-bedienung des Geschützes Blaurock muss zurückgehen, da die umliegenden Häuser lichterloh brennen. Wegen der Schnelligkeit, mit der der Brand um sich greift und infolge des Artilleriefeuers, das besonders auf dem vorderen Ortsteil von Klepenino liegt, kann das Geschütz nicht mehr aus der Stellung gebracht werden. Es glüht durch den Brand aus und ist nicht mehr einsatzfähig. Danach steht also nunmehr nur noch ein einziges 5-cm-Geschütz für die Abwehr zur Verfügung.
    Gegen 08.00 Uhr erscheint wiederum ein Panzer, der sich dem Dorfrand nähert. Da das Geschütz Androw kein Schussfeld hat, wird Stellungswechsel gemacht. Als der Panzer auf etwa 150 m herangekommen ist, wird das Feuer eröffnet und 26 Schuss auf ihn abgefeuert. Der Panzer fängt an zu brennen, nachdem er vorher vergeblich versucht hatte, das Geschütz durch Feuer seiner MG auszuschalten.
    Während des ganzen Tages wird von Klepenino aus beobachtet, wie der Gegner in der rechten Flanke stärkere Kräfte in den Wald südostwärts Klepenino zieht. Später wird erkannt, dass ihm hier ein Durchbruch durch die nur dünn besetzten Linien am Waldrand gelungen ist. Klepenino ist damit nicht nur von vorn, sondern auch von der rechten Flanke bedroht. Die Verbindung zum rechten Nachbarn ist abgerissen.
    04.02.1942 – Gegen 02.00 Uhr erfolgen nach halbstündiger starker Artillerievorbereitung heftige infanteristische Angriffe mit Panzerunterstützung. Einer der Begleitpanzer vom Typ T-34 wird gegen 03.00 Uhr auf eine Entfernung von ca. 50 m abgeschossen.
    Auch bei Tage setzt der Gegner seine Vorstöße mit Panzern und Infanterie fort. Hierbei werden wiederum 2 Panzer in Brand geschossen und vernichtet. Beteiligt an diesen Abschüssen ist der OGefr. Panzer, 1. Kp., der obwohl Protzenfahrer, beim Alarm an das Geschütz eilt und selbst als Richtschütze einen Panzer durch mehrere wohlgezielte Schüsse erledigte.
    Um 15.00 Uhr greift der Sowjet erneut an, auch hier unterstützten mehrere schwere Panzer den Angriff der Infanterie. Einer von ihnen, ein überschwerer T-34 wird wiederum durch das Geschütz Androw erledigt, das damit an diesem Tage insgesamt 4 Panzer abgeschossen hat. Das Geschütz eröffnete stets erst auf kürzester Entfernung das Feuer, und die Bedienung erwartete unter starkem Beschuss liegend kaltblütig den Moment der Feuereröffnung.
    Am Nachmittag wird Leutnant Petermann durch Granatsplitter schwer verwundet und wird nach hinten abtransportiert. Die Führung des Zuges übernimmt bis auf weiteres Uffz. Androw.
    Verluste: Obergefreiter Konkol gefallen. Lt. Petermann, Schtz. Hirsch verwundet (OGefr. Kohlke verbleibt leicht verwundet bei der Truppe).
    Gefechtsstärke: 2 Uffz., 7 Mann.
    05.02.1942 – Gegen 01.00 Uhr trifft Leutnant Hofer in Klepenino ein und übernimmt die Führung des Zuges.
    Um 03.00 Uhr wird Alarm gegeben. Infanterie und 5 Panzer, darunter 3 vom Typ T-34, greifen vom Nordteil Klepeninos, der nunmehr in der Hand des Feindes ist, an. 2 Panzer vom Typ T-34 werden vom Geschütz Androw (Richtschütze OGefr. Kohlke) durch mehrere Schuss getroffen und bleiben gefechtsunfähig liegen. Die 3 anderen Panzer, die sich zunächst zurückgehalten hatten, werden beim Näherkommen ebenfalls vom OGefr. Kohlke und Uffz. Blaurock als Richtschützen einer nach dem anderen auf Entfernungen von 50 bis 200 m in geschossen und die ausbootende Besatzung mit Gewehr- und MP-Feuer erledigt. Der Angriff ist damit abgeschlagen, die restliche sowjetische Infanterie zieht sich in den Wald zurück.
    Tagsüber liegt schweres Artillerie-, Granatwerfer- und Pakfeuer auf dem Dorf. Der Gegner bemüht sich, durch systematische Feuerleitung sämtliche noch in unserem Besitz befindlichen Häuser in Brand zu schießen, was ihm auch teilweise gelingt.
    Im Laufe des Nachmittags wird am Waldrand eine Pak von den Sowjets in Stellung gebracht, von uns erkannt und von Uffz. Blaurock mit der 5-cm-Pak vernichtet, bevor der Gegner selbst das Feuer eröffnen kann.
    Das Haus der Pakbedienung, das im Mittelteil des Dorfes in vorderster Linie steht, wird durch mehrere Artillerievolltreffer völlig zusammengeschossen.
    Am Abend zieht der Feind weitere stärkere Kräfte in der rechten Flanke von Klepenino durch den Wald nach Süden. Jetzt ist auch die Verbindung nach hinten unterbrochen. Munition und Verpflegung können nicht mehr nach vorn gebracht werden. Durch Ansetzen mehrerer Stoßtrupps gelingt es, zeitweilig den Nachschub-weg wieder freizumachen. Munition und Verpflegung werden knapp. Insbesondere gestaltet sich der Abtransport der Verwundeten, der nur in Sammeltransporten mit Begleitschutz erfolgen kann, immer schwieriger. Seit der Nacht vom 05.02. zum 06.02.1942 ist jeder Verbindung unterbrochen und Klepenino abgeschnitten.
    Verluste: Obergefreiter Panzer und OGefr. Weiss verwundet.
    Gefechtsstärke: 1 Offizier, 2 Uffz., 5 Mann.
    06.02.1942 – Das den ganzen Tag über anhaltende heftige Artillerie- und Granatwerferfeuer fordert durch Volltreffer in ein vollbesetztes Haus besonders viele Verluste. Die schon an sich kleine Zahl der Verteidiger schmilzt immer mehr zusammen. Sowjetrussische Scharfschützen von den Höhen nördlich unserer Stellungen machen es am Tage fast unmöglich, sich im Dorfe zu bewegen. Plötzlich und unvermutet erscheinen 3 deutsche Sturmgeschütze im Ort und beschießen die feindlichen Stellungen. Der Gegner geht beim Erscheinen der deutschen Sturmgeschütze teilweise zurück. Unteroffizier Blaurock erfasst sofort die Gelegenheit dieser kurzen Feuerpause und vernichtet mit wenigen wohlgezielten Schüssen eine feindliche Pak und eine Kanone vom Kaliber 7,62 cm, die zwischen den abgeschossenen Panzern in Stellung gegangen waren. Der Bolschewik drängt sofort nach dem Verschwinden der Sturmgeschütze wieder mit starken Kräften nach.
    In den frühen Nachtstunden stellt er sich in etwa 100 m Entfernung zum Angriff bereit. Da infolge der starken Ausfälle die in vorderster Linie eingesetzten Teile der SS, der Infanterie und der restlichen Pioniere zu schwach sind, setzt Leutnant Hofer zur Abwehr des Angriffs die Pakbedienungen infanteristisch ein. Das mehrfach durch Melder angeforderte Sperrfeuer auf die erkannte Bereitstellung bleibt aus, die Melder kommen nicht durch. Leutnant Hofer läuft daraufhin selbst durch das Feuer zum Gefechtsstand des IG-Zuges und erreicht, dass das Sperrfeuer in letzter Minute ausgelöst wird. Durch gut liegendes Feuer der Infanterie-geschütze und Granatwerfer wird der Angriff bereits in der Bereitstellung zerschlagen.

    Verluste: Obergefreiter Schroeder verwundet.
    Gefechtsstärke: 1 Offizier, 2 Uffz., 4 Mann.

    ¹russ. Panzer Typ KW-II
    (...)
    __________
    Fortsetzung folgt.
    MfG Uwe

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von UHF51 ()

  • 07.02.1942 – Im Laufe der Nacht bis zum Morgengrauen versucht der Feind immer wieder in dem noch von uns gehaltenen Teil der Ortschaft einzudringen. Er greift jetzt nicht nur frontal von Norden, sondern auxh aus dem Walde heraus in der rechten Flanke von Osten an. Einzelnen Teilen ist es gelungen, sich in der Flanke im Schutz der Hänge des Wolgatals vorzuarbeiten und auch von dieser Seite die Stellung zu bedrohen. Nun ist Klepenino von allen Seiten umstellt. Der Rest der seelisch und körperlich völlig erschöpften Männer reicht kaum aus, um die letzten noch in unserem Besitz befindlichen Häuser gegen die wütenden und immer wiederholten Angriffen der Sowjets zu halten.
    Der in der Nacht und im Morgengrauen vorgetragene Angriff wird erstmalig von 2 sowjetrussischen Bombenfliegern unterstützt, die völlig unbehelligt in niedrigster Höhe über dem Ort kreisen und ihre Bomben werfen. Bei diesen Abwehrkämpfen fällt der Gefreite Büttner, 3. Kp., der sich in den letzten Tagen stets in der vordersten Linie stehend, besonders ausgezeichnet hatte.
    Bis zum Morgen gelingt es, die Stellungen zu halten. Von den 6 letzten MG feuern nur noch zwei. Durch den Tagesanbruch erneut einsetzenden starken Artilllerie- und Granatwerferbeschuss treten wiederum schwere Ausfälle ein. Der Gegner greift frontal erneut mit starken Kräften an. Der Druck aus beiden Flanken wird immer stärker. Die Lage wird unhaltbar. Das zusammengeschmolzene Häuflein der verteidiger reicht an keiner Stelle mehr aus, um wirksamen Widerstand leisten zu können. So muss sich der Rest der Besatzung im Verlauf des Tages, Haus für Haus verbissen verteidigend, zurückziehen. Schließlich sind nach 6-stündigen nur noch die 4 letzten Häuser des Dorfes in deutschem Besitz. Die Munition ist knapp geworden. Die wenigen vorhandenen Gewehre und MG können nicht mehr voll schießen. Der SS-Führer gibt den Befehl, die letzten Häuser bis zum letzten Mann so lange zu halten, bis die 28 Verwundeten, die im drittletzten Haus liegen, geborgen sind. Die Lage erscheint hoffnungslos. Das Häuflein hat mit dem Leben abgeschlossen. Da kommen von hinten 4 deutsche Sturmgeschütze herangerollt. Der Feind flüchtet sofort. Das unvermutete Auftauchen der deutschen Geschütze reißt die Männer in neuer Hoffnung mit vor. Sie stürmen mit den Sturmpanzern die Dorfstraße mit vorwärts und gewinnen im Handumdrehen im Gegenstoß den Nordrand des Dorfes. Hier erhalten die Sturmpanzer stärksten Beschuss von Abwehrwaffen und mehrere Treffer. Sie drehen ab, nebeln sich ein und verschwinden ebenso plötzlich, wie sie gekommen sind. Das Häuflein der Verteidiger, durch das Erscheinen der Sturmgeschütze mit erlösender Hoffnung erfüllt, ist wieder auf sich allein gestellt, dumpfe Hoffnungslosigkeit überfällt sie. Die Lage ist noch verzweifelter als vorher. Nach dem Verschwinden der Sturmgeschütze greift der Gegner nunmehr sofort erneut und noch stärker als zuvor an. Und wieder kämpfen sich die wenigen Männer vom soeben erst gewonnenen Nordrand des Dorfes von Haus zu Haus zurück. Jedes Haus wird noch vor Aufgabe in Brand gesteckt. Am viertletzten Haus setzt sich der Widerstand wieder fest. Noch sind die Verwundeten nicht abtransportiert. Weitere Verluste sind eingetreten. Die Lage ist verzweifelter denn je. Die Hoffnung auf irgendeine Hilfe ist ganz geschwunden. Zu der körperlichen Erschlaffung kommt die seelische Enttäuschung über den jähen Wechsel der Lage. Unter Aufbietung der letzten Kräfte gelingt es, die letzten Häuser von Klepenino zu halten. Auch der Feind scheint erschöpft. Er sammelt sich erneut zum Angriff. Doch diese Atempause bringt den Männern in Klepenino keine Erleichterung, sondern eine neue seelische Belastung tritt ein.
    Rechts von den letzten Häusern ist eine freie Ebene. Rufe von dort lassen die Verteidiger aufschauen. Etwa 25 deutsche Infanteristen versuchen, sich auf eine Entfernung von etwa 800 m durch den tiefen Schnee über die freiliegende Fläche zu den Verteidigern nach Klepenino durchzuschlagen.
    Im Feuer der bolschewistischen Scharfschützen werden sie alle, sich bis an den Bauch im Schnee verzweifelt vorarbeitend, aus sicherer Deckung einer nach dem anderen abgeschossen.
    Nach Einbruch der Dämmerung verstärkt der Feind sein Artillerie- und Granatwerferfeuer. Schwerster Beschuss liegt auf dem Ort. Ein Volltreffer schlägt in ein vollbesetztes Haus. Es entstehen weitere starke Ausfälle an Toten und Verwundeten. Unter den Gefallenen befindet sich auch Unteroffizier Androw. Der SS-Führer befiehlt, die Verwundeten im Schutze der Dunkelheit durch die im Rücken liegenden Bolschewisten durchzubringen. Der Rest deckt den Rückmarsch und versucht sich erst durchzuschlagen, wenn die Verwundeten weggebracht sind. Alle verfügbaren Männer werden zu ihrem Abtransport mitgegeben. Uffz. Blaurock und OGefr. Kohlke, die letzten Unverwundeten des Pakzuges, werden von Leutnant Hofer mitgeschickt, die Verwundeten wegzubringen. Durch tiefen Schnee, zwischen den feindlichen Posten sich durchschlagend, die Verwundeten auf Decken und Zeltplanen hinter sich schleifend, gelingt es, alle 28 Verwundeten zurückzubringen.
    Die Letzten von Klepenino, 14 Mann, darunter der SS-Führer und Leutnant Hofer, decken den Rückmarsch. Dann schlagen auch sie sich einzeln zurück.
    Der letzte Gefechtsbericht des Leutnant Hofer lautet:
    08.02.1942 – Die Bergung der Verwundeten ist gelungen. Unter unendlichen Strapazen haben die völlig erschöpften Männer, die tagelang ohne Verpflegung und Schlaf waren, in knietiefem Schnee unter Beschuss die Verwundeten in Sicherheit gebracht. Als dies sichergestellt war, löste sich auch Leutnant Hofer befehlsgemäß vom Feind und schlägt sich zum Regiments-Gefechtsstand "Der Führer" durch.
    Verluste: Uffz. Androw, Gefr. Büttner, Schtz. Lüben gefallen. OSchtz. Friedrich verwundet.
    Gefechtsstärke: 1 Offizier, 1 Unteroffizier, 1 Mann.

    ::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::
    Nachtrag:

    Die Panzerjäger-Abteilung 561 wurde gleich in den ersten Tagen des Krieges gegen die Sowjetunion, d.h.
    ab 10.07.1941, von den nicht bewährten Selbstfahrlafetten vom Typ Renault (R 35) mit 4,7-cm-Pak wieder auf die altbewährte Räder-Pak umbewaffnet.
    Jede der drei Kompanien der Abteilung erhielt einen leichten Zug mit 3,7-cm-Pak und zwei schwere Züge mit der 5-cm-Pak.

    ANDROW Otto, Uffz., Pz.Jg.Abt. 561 (*17.12.1913 Gumbinnen/Opr. • †07.02.1942 Klepenino) Ehrenblattspange
    BÜTTNER Gerhard, Gefr., 3./Pz.Jg.Abt. 561 (*09.06.1921 Gr. Lessen • †07.02.1942 Klepenino)
    GLASER Ernst, Schtz., 3./Pz.Jg.Abt. 561 (*19.04.1922 Schlepzig • †30.01.1942 Klepenino)
    HORN Egon, Uffz., Pz.Jg.Abt. 561 (*03.12.1915 Stolp • †29.01.1942 Klepenino)
    KÖSTNER Erich, Ogefr., 1./Pz.Jg.Abt. 561 (*04.07.1921 Lichtentanne • †30.01.1942 Klepenino)
    KONKOL Johannes Ogefr., Pz.Jg.Abt. 561 (*12.04.1912 Berlin • †04.02.1942 Klepenino/Feldlaz. Rshew?)
    LÜBEN Heinz Fritz, Schtz., Pz.Jg.Abt. 561 (*09.03.1921 Klossow • †07.02.1942 Klepenino)

    BALZER Rudolf, Hptm./Maj. d.R. (*19.08.1895), bis 01.10.1942 Kdr. Pz.Jg.Abt. 561 (DKiG)
    BITTNER, Rudolf, Gefr. u. Richtschtz. 2./Pz.Jg.Abt. 561 (*18.12.1921 • †/vermisst 21.01.1945 Raum Oppeln) RK
    HOFER Werner, Lt./Hptm. d.R. (*11.03.1912), ab 25.10.1944 Kdr. Pz.Jg.Abt. 561 (EBl.Sp., DKiG)
    von HOLTZENDORFF, Oberstleutnant u. erster Kdr. Pz.Jg.Abt. 561
    ILKING Eberhard, Hptm. u. Chef 1./Pz.Jg.Abt. 561 (*16.10.1914) bis 06/42
    KOHLKE Helmut, Ogefr. u. Richtschtz. 3./Pz.Jg.Abt. 561 (vermisst in der Slowakei) EBl.Sp., als Uffz. DKiG
    MATTHIESSEN Viktor, Ogefr. u. Richtschtz. 1./Pz.Jg. 561 (EBl.Sp.)
    MORITZ Siegfried, Oblt. 1./Pz.Jg.Abt. 561 (*30.09.1916 Loß • †03.03.1943 Derjugino) Hptm. posthum
    OTTO Paul, Ofw./Ltn./Hptm. d.R. (Tapferkeitsoffizier) 2.(Sfl)/Pz.Jg.Abt. 561 (DKiG)
    PETERMANN Horst; Ltn./Oblt., Zugfhr. 3./Pz.Jg.Abt. 561 (EBl.Sp.)
    RAMBOW Richard, Uffz. u. Geschützfhr. 1./Pz.Jg.Abt. 561 (*30.12.1917 • † 1943?) EBl.Sp., RK
    SCHLEUSENER Hans, Maj., (*14.04.1910) ab 01.10.1942 Kdr. Pz.Jg.Abt. 561 (DKiG)

    Quelle meine Namensliste:
    Fundstücke bzgl. SS-Rgt."DF"
    AUER Willi, SS-Strm., 14./SS-Rgt. "DF" (*23.7.21 Bolheim • †1.2.42 Klepenino), EK II am 22.10.41
    BAUER Alexander, SS-Schtz., 12./SS-Rgt. "Der Führer" (*25.12.23 Wien), EM -894- S.E.K. 2/10 ● nach Laz. Aufenthalt auf d. Weg z. Kp. am 7.2.42 b. Klepenino d. Brustschuß schw. verwundet, vermisst
    BERNSTEINER Josef, SS-Rttf., 11./SS-Rgt. "DF", verw. 2.2.42 b. Klepenino/Rshew, (*15.4.20 Aspang) ● EM -10- 14./SS-Rgt. "Der Führer"
    BLAIK Fritz, SS-Strm., 10./SS-Rgt. "Der Führer"(*9.1.14), verw. 10.2.42 b. Klepenino/b. Rshew; -EM- 6/10 SS-T.-Rgt. 3
    LASSNIG Eduard, SS-Uscha., 9./SS-Rgt. "DF" (*27.10.12 St Jakob • †28.1.41 b. Klepenino), EK I am 11.11.41
    LIPPMANN Herbert, SS-Ustuf., O.O. III./SS "DF" (*22.10.05 Halle/S. • †5.2.42 Klepenino/lt. KTB HGr. Mitte)
    LOCHMÜLLER Hans, SS-Ostuf., Fhr. 16./SS-Rgt. "DF" (†16.2.42 Lepsino)
    MALZL Fritz, SS-Uscha., 10./SS-Rgt. "DF" (*16.4.20 Ebenfurth • †23.1.42 b. Klepenino), EK I am 5.1.42
    RIEDACKER Otto, SS-Strm., 10./SS-Rgt. "Der Führer" (*9.12.21 Riegelsburg), EM -48- 5./5. SS-T.St. ● am 10.2.42 bei Klepenino verwundet an HVPl. überwiesen, vermisst
    SCHIEBECK, SS-Rttf., als Versprengter bei 11./SS-Rgt. "Der Führer" (†31.1.42 Klepenino, d. Kopfschuß/I.G.)
    :::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::

    E N D E
    __________
    MfG Uwe

    Dieser Beitrag wurde bereits 3 mal editiert, zuletzt von UHF51 ()