Bewährungstruppe der Luftwaffe

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    • Bewährungstruppe der Luftwaffe

      Zusammenstellung & Bearbeitung: UHF51 • Berlin • 2007-09-17
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      Quelle:
      "Die verlor’nen Haufen"
      Sondertruppen zur Frontbewährung im 2. Weltkrieg
      Ein Beitrag zu ihrer Geschichte
      Autor: Horst Voigt, Major d. Res. a.D. (†), in DSJB 1980 - 1998, Schild-Verlag München
      Abschrift, Zusammenstellung und Bearbeitung UHF51 ● Berlin ● 2007-09-17

      Teil IX / Die Lw.Schützen und Jäger z.b.V.
      Die Luftwaffe hatte 1942 – 1945 ihre eigene Bewährungstruppe. Die Bewährungstruppe 500 war im Heer für die gesamte Wehrmacht aufgestellt worden (siehe Teil I und II). Die Einheitlichkeit des Bewährungswesens war daher seit dem Aufstellungsbefehl des Reichsmarschalls für eine eigenständige Bewährungstruppe der Luftwaffe nicht mehr vorhanden. Neben dem Heer verfügten auch Kriegsmarine und Luftwaffe über Erdkampftruppen. Im Zuge der Aufstellung der Luftwaffen-Feldkorps und Lw.Felddivisionen unter dem Gen.Kdo. des XIII. Flieger-Korps entstand die Luftwaffen-Bewährungstruppe (Lw.Bew.Tr.).
      Mangels organisatorischer und taktischer Voraussetzungen verzichtete die Kriegsmarine auf eine eigene Bew.Truppe für infanteristischen Einsatz; sie überstellte ihre Delinquenten "zur Frontbewährung in einem Bewährungs-Bataillon" der Bew.Truppe 500; offenbar versuchsweise setzte sie 1944 beim Lw.Jg.Btl. z.b.V. 1 im Verband des Jäger-Regiment (L) 42 - Kdr.: Oberst Dorff – der 21. Feld-Div. (L) eine Marine-Bewährungs-Kompanie im Raum Ostrow in der "Panther"-Stellung ein, die vermutlich untergegangen ist. Nach Auflösung bzw. Eingliederung der Lw.Feld-Divisionen in das Heer wurden die 10 Lw.Jäger-Bataillone z.b.V als Bewährungstruppe zunächst beibehalten. Davon gingen 4 Bataillone im Heer, 2 in der Fallschirmtruppe auf, 1 Btl. ging unter, nur 3 der Btle. bestanden bis zuletzt. Im September 1944 hatte der Chef der Personellen Rüstung und NS Führung der Luftwaffe, Gen.Oberst Loerzer, den Bewährungseinsatz gerichtlich bestrafter Soldaten der Luftwaffe neu geregelt: "...Der Bewährungseinsatz von Soldaten mit Freiheitsstrafen bis zu drei Monaten, denen die Strafvollstreckung ganz oder teilweise ausgesetzt ist, erfolgt grundsätzlich bei der eigenen Truppe, und zwar innerhalb der Regimenter, Geschwader usw. Die Soldaten sind jedoch nach Möglichkeit bei einer anderen Batterie, Staffel usw. einzusetzen. Wo Bewährungsmöglichkeiten vor dem Feinde nicht bestehen, sind die Soldaten an sonst gefährdeter Stelle unter erschwerten Bedingungen einzusetzen." Für einen Gnadenerweis aufgrund des Führererlasses vom 26. Januar 1942 waren von den Disziplinarvorgesetzten vorzuschlagen:

      a) Soldaten, die sich durch überragende kämpferische Leistungen ausgezeichnet haben – der Gnadenantrag war in diesen Fällen an keine Frist gebunden.

      b) Soldaten, die sich durch besonderen Mut und beispielhaften Einsatz hervortaten, wenn sie sich längere Zeit – etwa sechs Monate – gut geführt haben. Bei Gefallenen und Schwerstverwundeten war längere gute Führung nicht erforderlich.

      c) Soldaten, die unverschuldet keine Gelegenheit zu Beweisen besonderen Mutes und beispielhaften Einsatzes hatten, sich aber hervorragend geführt haben, d.h. durch ausgezeichnetes Verhalten bei der Truppe hervorgetreten waren, wenn sie sich zwei Jahre lang gut geführt hatten.

      Grundsätzlich konnten Gnadenanträge gestellt werden auf Erlass der Reststrafe, Aufhebung des Rangverlustes, Anordnung der beschränkten Auskunft aus dem Strafregister sowie Straftilgung. Die Strafregistermaßnahmen waren nur möglich, wenn sich der Soldat durch überragende kämpferische Leistungen, durch besonderen Mut und beispielhaften Einsatz ausgezeichnet hatte, und wenn er nach seiner Persönlichkeit die Gewähr für künftiges Wohlverhalten bot. Die Gnadenanträge waren mit eingehendem Führungsbericht, in dem die besonderen Leistungen des Soldaten anzugeben waren, von den Disziplinarvorgesetzten mit den Befugnissen eines Kompanie-Chefs – in Offizierssachen über den Gerichtsherrn – vorzulegen. Für die Wiederbeförderung ehemaliger, d.h. degradierter Offiziere, galten sinngemäß die auch für das Heer gültigen Bestimmungen gem. Heeres-Mitteilungsblatt 1942, Nr. 515, mit denen alle vorher geltenden Bestimmungen außer Kraft gesetzt worden waren. In der Luftwaffe wurde in der Regel die Wiederbeförderung nach Rangverlust nach den Bestimmungen der LDv. 76/1a Anl. 15, 29 und 30 vorgenommen. Ähnliche Regelungen bestanden in den Bewährungstruppen der Waffen-SS. In der Luftwaffe war das Amt für Vollstreckungs- und Gnadensachen der Luftwaffe zuständig; Chef des Amtes: General der Flieger Kastner-Kirdorf.
      "Soldaten aller Waffengattungen der Luftwaffe mit Freiheitsstrafen von mehr als drei bis acht Monaten, denen die Strafvollstreckung ganz oder teilweise zur Frontbewährung ausgesetzt worden ist, haben sich, sofern sie kv. oder bedingt kv. ... sind, bei im Erdkampf eingesetzten leichten, mittleren oder schweren Flak-Einheiten zu bewähren", heißt es im Merkblatt des OKL vom 12. September 1944. Sie verblieben bei der Flak-Artillerie. Unter diese Reglung fielen auch die bis dahin nicht im Erdkampf eingesetzten Angehörigen der Flak-Artillerie.
      Eine Ausnahme bildeten die Delinquenten des fliegenden Personals. Sie wurden aus der Vollzugsanstalt zur Frontflieger-Sammelgruppe in Quedlinburg in Marsch gesetzt. Von dort wurden sie zur Versetzung in eine Fronttruppe dem OKL/LP 2 gemeldet. Für alle sonstigen Lw.Angehörigen galt folgende Regelung: Delinquenten in der Luftflotte Reich sowie den Luftflotten 5 und 10, außerdem bereits als Flak-Artilleristen Ausgebildete, wurden zu der le. Flak-Ausbildungs-Abt. 699 in Aßling/Krain versetzt. Die Delinquenten der Luftflotten 1, 2, 3, 4, 6 und des Lw.Kdo. Südost wurden zu Ausbildungseinheiten bestimmter Flak-Abteilungen der genannten Luftflotten versetzt. Das Lw.Kdo. Südost war diesbezüglich auf das Luftfl.Kdo. 2 angewiesen.
      Der Gerichtsherr des Amtes für Vollstreckungs- und Gnadensachen der Luftwaffe sowie die übrigen Gerichtsherrn waren ermächtigt, Bewährungsmänner der Fliegertruppe, der Luftnachrichtentruppe usw. gleichzeitig in die Flak-Artillerie zu überführen. Eine Ausnahme bildete das Spezialpersonal aller Waffengattungen der Luftwaffe. Es wurde von den Vollzugsanstalten zur jeweiligen Stammwaffe in Marsch gesetzt. "Diese Soldaten sollten sich möglichst unter gefahrvollen Umständen und erschwerten Bedingungen durch besonders fachliche Leistungen und tadellose Führung bewähren. Der Einsatz soll nach Möglichkeit bei einer anderen Staffel, Kompanie usw. erfolgen" (Merkblatt des OKL). Für Gnadenanträge allerdings konnten sich Delinquenten des Spezialpersonals, als ihre soldatische Ehre vor dem Feinde wieder herstellen wollten, freiwillig zum Einsatz mit der Waffe melden. Delinquenten mit Freiheitsstrafen von mehr als 8 Monaten, denen die Strafvollstreckung ganz oder teilweise zur Frontbewährung ausgesetzt worden war, wurden, sofern sie den Tauglichkeitsgrad kv. oder bedingt kv. hatten, zu den Lw.Jäger-Bataillonen z.b.V. oder zum Infanterie-Ersatz-Bataillon 500 (des Heeres) versetzt, zur Bew.Truppe 500 jedoch nur bei Infanterietauglichkeit.
      Die Versetzung sprach der jeweils zuständige Gerichtsherr oder Gerichtsherr des Amtes für Vollstreckungs- und Gnadensachen der Luftwaffe aus.
      [...]
      MfG Uwe
    • Vor ihren Bewährungseinsätzen in den Lw.Jäger-Bataillonen z.b.V. wurden die Delinquenten aus den Vollzugsanstalten des Heimatkriegsgebietes und im Norden der 3. (Lw.Jg. z.b.V.) / Flieger-Ersatz-Bataillon I in Posen oder der 3. (Lw.Jg. z.b.V.) / Flieger-Ersatz-Bataillon VII in Nagold zugeführt.
      Aus den Vollzugsanstalten im Osten, Süden und Westen erfolgte die Zuweisung an die Ausbildungseinheiten der zuständigen Luftflottenkommandos, die Lw.Jg.Ausb. u. Ers.Kpn. 1 - 3. Da das Lw.Kdo. Südost auf die Luftflotte 2 in Italien angewiesen war und seine Delinquenten dorthin schickte, entstand in Spilimberge im Friaul ein Ausbildungs- und Ersatz-Btl. z.b.V. der Luftflotte 2, das spätere Lw.Jg.Ausb./Ers.Btl. z.b.V. Nach abgeschlossener Ausbildung für die Infanterie-Verwendung erfolgte die Zuweisung an die Lw.Jäger-Kpn. z.b.V. bei den Luftflotten. Delinquenten der Luftwaffe, die dem Heer bzw. der Bew.Truppe 500 überstellt werden sollten, wurden zum Infanterie-Ersatz-Bataillon 500 in Skierniewice (Polen) bzw. später in Brünn versetzt und dort den Inf.Btlen. 500, 540, 550, 560 oder 561 z.b.V. überstellt (siehe Teil II und III).
      Delinquenten mit den Tauglichkeitsgraden bed. kv., av. und wu., denen die Strafe ganz oder teilweise ausgesetzt wurde, waren zu ihren Ers.Tr.Teilen zu versetzen. Sofern sie die Tauglichkeitsgrade bed. kv. oder av. hatten, wurden sie entsprechend der ärztlichen Anweisung zur Beurteilung der Kriegsbrauchbarkeit dem OKL/Wehramt II gemeldet, das den Einsatz an gefährdeten Stellen im Heimatkriegsgebiet oder die Versetzung zur Bewährungstruppe 999 zwecks Verwendung in den Stellungsbau-Pionierbataillonen I und II/999 verfügte.
      Sie wurden in diesem Fall zum Ers.u.Ausb.Btl. 999 auf dem Tr.Üb.Pl. Baumholder, zuletzt zur Auffangstelle daselbst, schließlich in die Festung Torgau versetzt. Neu war ein "freiwilliger Bewährungseinsatz" für Unteroffiziere und Mannschaften, die eine kriegsgerichtliche oder auch zivilgerichtliche Strafe voll verbüßt hatten und denen daran gelegen war, ihre soldatische Ehre vor dem Feinde wiederherzustellen.
      Sie konnten Anträge auf Versetzung in eine Bewährungseinheit stellen, die einem Lw.Jg.Btl. z.b.V. angehörte. "Diese Soldaten sind nach entsprechender infanteristischer Ausbildung, dass sie in Kürze als stellvertretende Gruppenführer oder bei besonderen Leistungen als Gruppenführer bei der Bewährungseinheit eingesetzt werden können. Erfahrungsgemäß handelt es sich bei diesen Soldaten um Männer, die den ehrlichen Willen haben, ihre begangenen Verfehlungen wieder gutzumachen." (Merkblatt OKL). Nach Bewährung konnten für diese Unteroffiziere und Soldaten Gnadenanträge gestellt werden.
      Ein wesentlicher Unterschied der Luftwaffen-Bewährungstruppe gegenüber allen anderen Bewährungstruppen bestand darin, dass es seit 1943 zur Offz.Ausbildung gehört hat – außer für Offiziersanwärter [OA] bzw. Fahnenjunker [Fhj.] des fliegenden Personals sowie der Luftlande- und Fallschirmtruppe – die Offiziere und Res.Offz.Bewerber [ROB] der Luftwaffe zur Frontbewährung für begrenzte Zeit in ein Lw.Jg.Btl. z.b.V. zu versetzen. Der OB/ROB bzw. Offz.Anw./Fhj. gehörten dann zum Stammpersonal des betreffenden Bewährungsverbandes. Der tagtägliche Umgang mit den Bew.Männern und die menschliche Bewährung auch vor ihnen waren daher für künftige Vorgesetzte und besonders für ihre charakterliche Erziehung von unschätzbarem Wert. Aus dem Merkblatt des OKL geht hervor, dass der für den Delinquenten bisher gebrauchte Begriff "Prüfling" nicht mehr anzuwenden war. Man sprach wie im Heer vom "Bewährungsmann" (B-Mann [Bew.Mann]). Offensichtlich im Einvernehmen zwischen dem OBdL und der Reichskanzlei bzw. Reichsorganisationsleiter der NSDAP wurden Frontbewährungs-Kompanien der Luftwaffe für hauptamtliche Politische Leiter aufgestellt. Inwieweit sie zur Lw.Bew.Tr. zuzurechnen sind, bleibt offen, da ihnen auch degradierte Angehörige der Fliegertruppe, vermutlich von der Frontflieger-Sammelgruppe in Quedlinburg, zugeführt wurden. Eine Erklärung dafür könnte sein, dass der Reichsorganisationsleiter der NSDAP und Leiter der Deutschen Arbeitsfront [DAF], Reichsleiter Dr. Ley, aus der Fliegertruppe des Ersten Weltkrieges hervorgegangen war, und er in der "NS Luftwaffe" ein geeignetes Instrument sah, seinem Korps der Politischen Leiter im Rahmen der "Lw.-Infanterie" Möglichkeiten zur Auszeichnung an der Front zu verschaffen, bevor er die Amtswalter u.k. stellen ließ. Auch den Junkern der Ordensburgen, die durchweg Res.Offz. waren, eröffnete sich diese Möglichkeit.

      Nach Mitteilung von Oberstleutnant a.D. Hoffmann, ehem. Kdr. II. Btl. der 6. Lw.Feld-Div., vom 28.08.1986 an den Traditionsverband der "Adler"-Division, gab es unter Gen.Maj. v. Heyking – später Kdr. 6. Fsch.Jg.Div. – diese Einheiten als 5. Kompanien in den 4 Feld-Bataillonen (I. – IV.) der 6. Lw.Feld-Div. in Weißruthenien. Oberstltn. a.D. Hoffmann berichtet dem Verfasser [Horst Voigt], dass sich u.a, ein Kreisleiter als Stützpunktkommandant südlich Klashi, zwischen Newel und Welish, "erstaunlich gut und schnell einarbeitete" und die Politischen Leiter entsprechend ihrer Ausbildung und zunächst im früher erreichten Rang Verwendung fanden. Die jungen Flugzeugführer, die wegen "fliegerischer Unzucht" (Ungehorsam im Sinne des Verstoßes gegen die Flugdisziplin) bestraft worden waren, hatten Gelegenheit, nach 1-jähriger Bewährungszeit bei der Lw.Infanterie ihren vorherigen Rang wieder zu erhalten und zum fliegenden Personal zurückversetzt zu werden. Das Stammpersonal der Lw.Bew.Tr. unterschied sich hinsichtlich Auswahl, Betreuung, Förderung usw. nicht von den Bew.Tr. 500. Einen geringen Teil der Bataillonskommandeure und Kp.Chefs stellte das Heer (Infanterie). Aber wie bei den 500ern des Heeres kam wegen der großen Personalausfälle beim Stammpersonal das "Rotationsprinzip" (Austausch durch Rückversetzung mit Beförderung) nur in geringem Maße zur Anwendung (siehe Teil II).
      Ein Vorteil für den Einsatz der Lw.Jg.Btle. z.b.V. lag in der bevorzugten Ausnutzung der Transportmöglichkeiten per Flugzeug. Der Lufttransportführer beim Generalquartiermeister der Luftwaffe ermöglichte in besonders dringenden Fällen die Verlegung auf einen anderen Kriegsschauplatz oder Frontabschnitt. Der OBdL bzw. Generalinspekteur behielt sich persönlich den Einsatz der Bataillone nach operativ-taktischen Erfordernissen vor.
      Jahrzehntelangen Nachforschungen war nur ein geringer Erfolg beschieden gewesen.
      Wichtige Anknüpfungspunkte lieferten die Arbeiten von Rudolf Absolon in Kornelimünster bei Aachen sowie von Horst-Adalbert Koch und Wolfgang Keilig bei Hans-Henning Podzun in Bad Nauheim. Endlich war es mit kameradschaftlicher Unterstützung des Traditionsverbandes der "Adler"-Division – ehemalige 21. Feld-Division (L) – möglich geworden, aus privaten Archivbeständen Ergänzungen zu eigenen Forschungsergebnissen zu erhalten. Sie stützen sich auf Veröffentlichungen von Egon Denzel wie auf unveröffentlichte Mitteilungen von ehemaligen Divisionsangehörigen, die Georg Jagolski freundlicherweise überließ. Wesentliche Beiträge stammen auch von den Herren Oberst a.D. Graf von Korff genannt Schmising-Kerssenbrock (Lw.Jg.Btl. z.b.V. 2), Oberstleutnant a.D. Klos [Jg.Rgt. (L) 41], Major a.D. Fellmer (Lw.Jg.Btl. z.b.V. 4), Hptm. a.D. Johannesmeyer [Jg.Rgt. (L) 42] und Lt. d.R. a.D. Dr. Hampel (Lw.Jg.Btl. z.b.V. 10). Ergänzende Hinweise lieferten die Herrn Major a.D. Reinhard (†) (LL-Sturm-Rgt./XI. Fliegerkorps), Oberstleutnant a.D. Finzel (Fsch.Jg.Rgt. 2), Oberst a.D. Busch (Fsch.Jg.Rgt. 1) – Verfasser der Fallschirmjäger-Chronik (Podzun-Pallas-Verlag) – und Oberleutnant a.D. Dr. Kemnitz (Fsch.Fla.MG-Btl. 7) – alle im Bund der Fallschirmjäger – sowie Kirchenverwaltungsrat i.R. Otte – Verfasser "Die weißen Spiegel", erschienen im Podzun-Pallas-Verlag – im Kameradschaftsbund Fallschirm-Panzerkorps "HG". Allen diesen Kameraden der ehem. Luftwaffe dankt der Verfasser [Horst Voigt] auf diesem Wege besonders, wie auch Herrn Oberst Dr. Kehrig im Militärgeschichtlichen Forschungsamt [MGFA] der Bundeswehr in Freiburg/Breisgau für seine Hinweise.

      Die Bewährungstruppe der Luftwaffe entstand im Rahmen der Aufstellung der Lw.Feldverbände zunächst aus Alarmformationen.
      Nach dem Herauslösen des verstärkten Regiments "General Göring" aus der Front der 2. Pz.Armee vor Tula 1941 war der HGr. Mitte von den Lw.Erdkampfverbänden nur das von der Luftflotte 2 beim mitgeführten (Feld-)Lg.Kdo. "Moskau" befindliche "Lw.Inf.Lehr-Rgt. "Moskau" bei der 9. Armee im Raum Rshew verblieben.
      Wider aller Vernunft hatte man das wertvollste Instrument in der Hand der Obersten Führung, das auf Kreta bewährte, wenn auch stark angeschlagene XI. Flieger-Korps, dessen Verbände zur Auffrischung in ihren niedersächsischen Heimatstandorten lagen, ab Oktober 1941 verzettelt an äußeren Flügeln des Ostheeres eingesetzt. Die Masse der 7. Flieger-Division und das LL-Sturm-Regiment (ohne Stab und 2 Btle.) waren in Luft- und Eisenbahntransporten den Luftfl. 1 und 4 zur Verwendung bei der HGr. Nord und Süd zugeführt worden. Die Fsch.Jg.Rgter. 1 und 3 (o. 1 Btl.) sowie das II./LL-Sturm-Rgt. waren – nach vorübergehender Unterstellung bei der 96. Inf.Div. – unter dem vom Heer übergetretenen Gen.Maj. Petersen bei der 16. Armee eingesetzt worden und bewährten sich bei Petruschino und Wyborgskaja an der Newa-Front sowie bei Schlüsselburg am Ladoga-See.
      Nach verlustreichen Kämpfen im Einschließungsring von Leningrad wurden diese Verbände schon im Dezember 1941 wieder herausgezogen und in ihre HStO zurückverlegt. Das Fsch.Jg.Rgt. 2 und das IV./LL-Sturm-Rgt. wurden unter Oberst Sturm bei der 1. Pz.Armee an der Mius-Front eingesetzt und bewährten sich besonders in der Abwehrschlacht bei Charzyssk. Auf dem Rücktransport im März 1942 wurden diese Verbände zur HGr. Nord umgeleitet, wo sie, bei der 18. Armee am Pogostje-Einbruchsraum bei Lipowik erneut eingesetzt, einen feindlichen Durchbruch verhinderten. Als im Dezember 1941 bei Moskau der sowjetische Gegenangriff losbrach und die HGr. Mitte sich teilweise auf dem Rückzug befand, wurde als erster auf Befehl des Reichsmarschalls auf dem Tr.Üb.Pl. Hammerstein von Gen.Maj. Schlemm aufgestellte und von ihm geführte Lw.Kampfverband (mot.) – 6 Bataillone – dem Lw.Befh. Ost für den Einsatz bei der 4. Armee im Raum Kaluga zugeführt. Vermutlich war der Lw.Kampfverband (mot.) zur Verwendung in der Eingreifgruppe Onderza des XIII. AK vorgesehen, als starke Feindkräfte Mitte Dezember 1941 über die Oka bei Alexin vorstießen. Das Unterstellungsverhältnis konnte vom Verfasser [Voigt] nicht eindeutig geklärt werden. Die Eingreif-Gr. Onderza war in der Front zwischen XXXXIII. und XIII. AK überrannt worden, bevor sie sich entfaltet hatte. Das zur 2. Pz.Armee gehörende XXXXIII. AK war infolge Durchbruchs des sowjet. I. Garde-Kav.Korps südlich Kaluga an der Naht zum rechts benachbarten XXIV. AK (mot.) abgespalten worden. Die sowjet. Reiter- und Ski-Verbände stürmten gegen Ssuchinitschi vor, das von der aus Frankreich fast gleichzeitig eintreffenden 216. Inf.Div. tapfer verteidigt wurde. Das Korps wurde nun der 4. Armee unterstellt; ihm wurde im Lufttransport aus Krakau die 4. SS-"Totenkopf"-Infanterie-Standarte zugeführt, womit vorübergehend verlorenes Gelände zurückerobert werden konnte. Der Lw.Kampf-Verband (mot.) Schlemm wurde deshalb vermutlich dem XXXX. AK (mot.) unterstellt, das mit der 216. Inf.Div. und 19. Pz.Div. die entstandene Lücke zwischen 2. Pz.Armee und 4. Armee ausfüllen sollte.
      ::::::::::
      MfG Uwe
    • Heinz;27405 schrieb:

      Hallo Uwe,

      schöner Beitrag!
      "Die verlor’nen Haufen" ist auch ein Buch welches ich gern im Bücherschrank hätte.
      Mein "Lieblingslieferant" bietet es als Kopie für 89,-€ an!

      Groß Heinz:)


      Hallo Heinz,

      ich habe eine Abschrift seit Jahr & Tag - bzw. Du kannst Dir alle in den DSJB zusammensuchen!:D
      Mein PDF kostet 'ne Kleinigkeit...:p
      Hatte noch vor dem Tod von Frau Voigt (Witwe des Verfassers) mehrfach telefonisch kommuniziert. Sie plante eine Neuauflage mit V.D.M-Nickel. Leider ist sie kurz darauf verstorben.

      MfG Uwe

      EDIT: Als Druck (müsste ich erst machen) oder PDF ...
    • Teil X

      Das Charakteristische an der Lage in Russland um die Jahreswende 1941/42 waren die tiefen Durchbrüche feindlicher Korps und Armeen mit winterbeweglichen Panzer-, Reiter-, Schützen- und Skitruppen, unterstützt von starker Artillerie und taktischen Fliegereinheiten, in Zusammenarbeit mit Luftlandungen oder Fallschirmabsprüngen der Luftlande-Brigaden sowie den Operationen und Sabotageakten der Partisanen-Brigaden in den rückwärtigen Armee- und Heeresgebieten. Besonders die Flugplätze wurden überfallen, so dass das Bodenpersonal und die Fliegerhorst-Kpn. teilweise sogar im Nahkampf ihre Plätze und Flugzeuge verteidigen mussten. So schreibt Heinz J. Nowarra (Luftwaffen-Einsatz "Barbarossa" 1941): "Als Mitte Dezember alle fliegenden Verbände zurückgenommen werden mussten, geschah die im Einzelfällen wie z.B. bei der I./JG 52 unter Zurücklassung des technischen Gerätes. Die sowjetischen Truppen stießen manchmal so schnell vor, dass die fliegenden Verbände oft zur unmittelbaren Verteidigung ihrer eigenen Flugplätze und der Unterkünfte eingesetzt werden mussten. Das Bodenpersonal wurde bald geübt im Infanteriekampf zum Schutz der Plätze. Westlich von Dugino wurde das Bodenpersonal der II./JG 52 im Erdkampf gegen durchgebrochene Sowjets eingesetzt und erlitt hohe Verluste, darunter den Gruppenadjutanten ..."
      So entstanden Alarm-Einheiten, Gefechts-Abteilungen oder Schützen-Bataillone - kurzum: die Luftwaffen-Infanterie - aus Sicherung-Einheiten und technischem Bodenpersonal, aus Flieger-, Luftnachrichten-, Nachschub- und Bau-Truppen der Luftwaffe, oft auch vermischt in Kampfgruppen mit Teilen des Heeres, der Waffen-SS und Polizei usw.
      So war die Lw.Gefechts-Abteilung "Mölders" aus dem JG 51 des Major Gerhard Beckh entstanden, die der Kommandeur der 19. Pz.Div., Gen.Lt. v. Knobelsdorff, bei seinem Eintreffen in Juchnow dem Kommandeur des zuerst erscheinenden Pz.Art.Rgt. 19 seiner Division, die zum XXXX. AK (mot.) herankam, für seine KGr. unterstellt hatte. Mit den Kanonier- und Pz.Schützen-Kpn. des Pz.Art.Rgt. 19 und des Pz.Rgt. 27 - letztere unter Hauptmann Hippler - der Lw.Gef.Abt. "Mölders" und dem II. Sturmbann der 4. SS-"T"-Inf.Standarte unter SS-Hstuf. Harzer warf Oberstleutnant Frhr. van der Hoop die vorgeprellten Teile des sowjet. I. Garde-Kav.Korps zurück, das mit unterstellter Schützen-Division und Ski-Bataillonen bei Kaluga aus Ssuchinitschi durchgebrochen war.
      Bemerkenswert ist, dass von der Heeresgruppe Mitte die Luftflotte 2 des GFM Kesselring nach Italien für den Einsatz über dem Mittelmeer, hauptsächlich Malta und dem Maschrik ("Osten" Nordafrikas) abgezogen war, so dass für die Unterstützung der HGr. Mitte nur noch ca. 250 Jäger verblieben waren, die sich einer zahlenmäßigen Überlegenheit der sowjet. Luftarmeen von 1:10 gegenübersahen. Der Chef der Luftflotte 1, Generaloberst Keller, der die HGr. Nord unterstützte, übernahm daher auch die Führung der im Mittelabschnitt verbliebenen Flieger-, Flak-Artillerie- und anderen Truppen als Luftwaffen-Befh. Ost bis zur späteren Einsetzung des Luftw.Kdos. Ost - aus dem Gen.Kdo. des V. Flieger-Korps - unter General der Flieger [Gen.d.Flg.] Ritter v. Greim.
      Am 08.12.1941 hatte Adolf Hitler die Weisung 39 mit dem Befehl für den Übergang des Ost-Heeres zur Verteidigung in kräftesparenden Fronten [Linien] erlassen, welcher am 16.12. der Aufruf zum fanatischen Widerstand folgte. GFM v. Brauchitsch trat am 19.12. als OB des Heeres [OBdH] zurück, der Oberste Befehlshaber der Wehrmacht [A.H.] übernahm selbst das Oberkommando des Heeres. Er erließ den Befehl an die Wehrmacht: Alle Reserven zur Heeresgruppe Mitte!
      Die sowjet. Offensive nördlich Moskau, die bei Klin und Twer ("Kalinin") am 05.12.1941 begonnen hatte, führte bei den Pz.Gruppen 4 und 3 (sp. Pz.Armeen) und bei der 9. Armee durch den Großangriff der sowjet. Kalinin-Front an der oberen Wolga zu Krisen, besonders bei Rshew im Abschnitt des AOK 9 unter Generaloberst Strauß. Von dem bis dorthin im Rahmen der Operation "Taifun" mitgeführten (Feld-)Luftgaukommando. "Moskau" wurde das Lw.Inf.Lehr-Rgt. "Moskau" zur Verfügung gestellt, das für den Einsatz beim VI. AK bestimmt war. Um die Jahreswende 1941/42 führte der Kommandierende General des VII. Flg.Korps, Gen.d.Flg. Dr. Ing. Frhr. v. Richtofen, in Personalunion des VI. AK, dem zur Verstärkung des Lw.Inf.Lehr-Rgt. "Moskau" Teile des Fsch.Fla-MG-Btl. 7 und der Fsch.Pz.Jg.Abt. 7 von Halberstadt überflogen wurde. Das gemischte III./LL-Sturm-Rgt. wurde im Rahmen der Lw.KGr. Stahel eingesetzt und zeichnete bei den Abwehrkämpfen gegen die durchgebrochenen Angriffsgruppen des russ. Gen.Oberst Konew, die durch überlegene Pz.Kräfte unterstützt wurden, bei Sobakino besonders aus. Oberstlt. Rainer Stahel, Kdr. Flak-Rgt. (mot.) 99, wurde als KGr.Fhr. mit dem RK des EK ausgezeichnet. Gen.d.Flg. Dr. Ing. Frhr. v. Richthofen, der das am 29.12.1941 von General der Pioniere [Gen.d.Pi.] Förster übernommene VI. AK an Gen.d.Inf. Bruno Bieler übergeben hatte, bildete mit den Lw.KGr. aus Alarm-Formationen den Lw.Gefechtsverband des VIII. Flieger-Korps.
      General Bieler setzte das Lw.Inf.-Lehr-Rgt. "Moskau" und das gem. III./LL-Sturm-Rgt. bei der 6. Inf.Div. des Gen.Lt. Auleb ein. Mit unterstellten Lw.Schtz.Einheiten wurde unter dem Arko 122, Gen.Maj. Lindig, eine taktische Gruppe mit mehrere aus dem Reich überflogenen Marsch-Bataillonen (Inf.) sowie aus rückwärtigen Diensten und Bau-Truppen gebildet, in der die Luftwaffen-Erdkampfteile - mit Flak-Artillerie - unter Oberst Adolf Pirmann (Kdr. eines Flak-Rgt.), als Lw.KGr. Pirmann eingesetzt werden konnten. Die Gr. Lindig des VI. AK wurde an der Westfront des "Balkons" von Rshew zur Schließung der tiefen feindlichen Durchbruchslücke zwischen dem VI. und XXIII. AK am linken Flügel der 9. Armee eingesetzt. Für den Angriff war ihr das Inf.Rgt. 39 der 26. Inf.Div. zugeführt worden. Trotz Unterstützung der 251. Inf.Div. unter Oberst Felzmann und des gleichzeitigen Angriffs der SS-Kavallerie-Brigade Fegelein brachte das Unternehmen keinen Erfolg, im Gegenteil: starke russisch-sibirische Kräfte, darunter das Kav.Korps Gorin und der 29. und 39. Armee stürmten über die Wolga tief nach Süden hart westlich Ssytschewka - dort das Armee-HQ und wichtige Versorgungslager - vorbei in Richtung auf Wjasma vor, wo sie sich mit den bei Kaluga durchgebrochenen Kräften der sowjet. West-Front des Armeegenerals Shukov zu vereinigen gedachten. Bei einem zweiten Versuch, bei 45° Grad Kälte, gelang der Korps-Gruppe Recke unter dem Kdr. der 161. Inf.Div. mit der Gr. Lindig längs der beiden von Rshew nach Westnordwest führenden Wege beiderseits der Wolga und der ihr entgegenstoßenden Masse der 206. Inf.Div. mit der SS-Kav.Brig. Fegelein des XXIII. AK die Schließung der Lücke und damit die Wiederherstellung der Versorgungslinie des bis dahin eingeschlossenen XXIII. AK zur 9. Armee, damit auch das Abschneiden der durchbrochenen feindlichen Armeen und dem Kavallerie-Korps. Die deutschen Angriffsspitzen trafen sich am 23.01.1942 um 12.45 Uhr bei Ssolomino, dicht nördlich der Straße Rshew - Molodoj Tud. Horst Großmann ("Rshew - Eckpfeiler der Ostfront") schreibt:"Die hervorragenden Kampfleistungen der Truppe, wirkungsvoll durch Artillerie, Pak, Sturmgeschütze und Panzer sowie durch das VIII. Flieger-Korps unterstützt, hatte das erstrebte Ziel erreicht."Konew setzte nunmehr alle Kräfte ein, um diese "Brücke" wieder aufzubrechen und unternahm einen erneuten Großangriff.
      Inzwischen hatte Gen.d.Pz.Tr. Model den Oberbefehl über die 9. Armee übernommen. Trotz des beginnenden russ. Großangriffs gab er am selben Tag (26. Januar 1942) den Befehl zum Angriff zur Vernichtung der eingekesselten sowjet. Armeen im Einbruchsraum.
      Die Gruppe Lindig mit der Lw.KGr. Pirmann wurde von der 251. Inf.Div. abgelöst und marschierte in den Raum Ssytschewka, wo sie dem XXXXVI. AK (mot.), des Gen.d.Pz.Tr. von Vietinghoff gen. Scheel, unterstellt wurde. Dort war bereits die nur aus 2 Kompanien bestehende Lw.Gefechts-Abteilung Brandt mit der verst. 8./Schtz.Rgt. 113 der 1. Pz.Div. und 10 Panzern der 10. Pz.Div. unter dem AOK 9 am Angriff der Gruppe Krüger, 1. Pz.Div. und SS-Inf.Div. (mot.) "Das Reich" ["DR"], nördlich Ssytschewka nach Nordwesten beteiligt und hatte Feindkräfte in Kapustino, Iwlewo und Golopupowka zurückgeschlagen und vernichtet. An dem Angriff war bei der SS-Inf.Div. (mot.) "DR" auch der "Verlorene Haufe" mit SS-Bewährungsschützen beteiligt (siehe Teil IV).
      Die aus der Gruppe Lindig entlassene Lw.KGr. Pirmann wurde zum Schutz der Eisenbahnlinie Wjasma-Ssytschewka-Rshew im Raum westlich Dugino eingesetzt in dem der Feind bei Nowodugino den Flugplatz des JG 51 "Mölders" eingenommen hatte. Es sollte der Luftwaffen-Kampfgruppe des Oberst Pirmann obliegen, ihn zurückzuerobern. Bei direkter Unterstellung unter Gen.Kdo. XXXXVI. (mot.) wurde die Lw.KGr. Pirmann zwischen der 1. Pz.Div. des Gen.Maj. Krüger rechts und der KGr. Decker der 2. Pz.Div. links in Stellung gebracht. Oberstleutnant Decker, Kdr. des Pz.Rgt. 3, stand im Raum Woskresenzkoje exponiert, da der russ. Generaloberst Konew trotz des Angriffs der 9. Armee seine Operationen fortsetzte und mit dem XI. Kav.Korps die Eisenbahnlinie und Autobahn Smolensk-Wjasma am Dnjepr nördlich Dorogobush unterbrach, bis wohin ihm das I. Garde-Kav.Korps mit Teilen des IV. Luftlande-Korps und einigen Partisanen-Brigaden entgegengestoßen waren. Mit dem gleichzeitigen Vorstoß der sowjet. 33. Armee durch die Lücke zwischen der 4. Armee und der 4. Pz.Armee nördlich Juchnow waren die 4. und 3. Pz.Armee sowie die 9. Armee von zahlenmäßig überlegenen Kräften der sowjet. West- und der Kalinin-Front eingeschlossen. Die deutsche Obere Führung behielt die stärkeren Nerven.
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      Fortsetzung folgt.
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    • Als "Fuß-Division" wurde der klägliche Rest der 6. Pz.Div. herangeführt, die über keine Panzer mehr verfügte und nach dem Kampf bei Klin usw. auch infanteristisch sehr dezimiert war. Dem Kdr. der 6. Schtz.Brig., Gen.Maj. Erhard Raus, der vertretungsweise die 6. Pz.Div. führte, wurde außer Teilen der SS-Inf.Div. (mot.) "DR" und anderen Truppen des Heeres auch die Lw.KGr. Pirmann unterstellt. Einige Lw.Schtz.Einheiten wurden der KGr. Zollenkopf unter dem Kdr. des Schtz.Rgt. 114 zugeführt. Die 6. Pz.Div. übernahm nunmehr den Schutz der Straße Wjasma - Ssytschewka mit unterstellten Teilen des Lw.Gefechtsverband/VIII. Flg.Korps, dessen übrige Teile - Lw.Inf.Lehr-Rgt. "Moskau" und gem. III./LL-Sturm-Rgt./XI. Flg.Korps - in der Zwischenzeit nördlich Rshew beim VI. AK bzw. in der 6. Inf.Div. unter Gen.Maj. Großmann heftige Abwehrkämpfe zu bestehen hatten. Von ihnen fanden das II./Lw.Inf.Lehr-Rgt. "Moskau" und die verst. 10./LL-Sturm-Rgt. besonders lobende Erwähnung in der westfälischen 6. Infanterie-Division. Die verst. 10. Kp. - offenbar waren die beiden schwachen Sturm-Kpn. des III./LL-Sturm-Rgt. zusammengelegt worden (?!) - war nach Erkenntnis des Verfassers [H. Voigt] hauptsächlich beim Inf.Rgt. 18 (Chef d. Rgt. war GFM v. Rundstedt) aber auch beim Inf.Rgt. 58 eingesetzt. General Großmann berichtet in seinem Buch, dass die 6. Inf.Div., die zusammen mit der 26. Inf.Div. den Nord- bzw. Wolga-Abschnitt bei Rshew zu verteidigen hatte, zwischen 03. und 21. Januar 60 Feindangriffe abzuwehren hatte. Der Oberste Befehlhaber hatte wegen der Zuspitzung der Lage bei der 9. Armee dieser am 15.01. genehmigt, diese beiden Divisionen des VI. AK auf die "Königsberg"-Stellung zurückzunehmen, was vom 17. - 24.01.1942 planmäßig erfolgte.
      Südlich Ssytschewka war es Gen.Maj. Raus (ehem. k.u.k. Offizier und "Militärakademiker" aus Wiener Neustadt) gelungen, seine Soldaten und seinen Armee-Oberbefehlshaber für eine von ihm erfundenen Taktik zu begeistern, die in keiner Vorschrift stand und trotzdem sich als durchschlagender Erfolg gezeigt hat, vorausgesetzt, eine winterkampfgestählte und mit Ski ausgerüstete Truppe vermochte sich den Gegebenheiten der Natur anzupassen. Es handelte sich um Raus sog. "Schneckenoffensive", die bei Großmann ("Rshew ...") und Wolfgang Paul ("Brennpunkte") eingehendere Beschreibungen findet. Er suchte sich aus den sauerländischen Ski-Läufern geeignete Pz.Schützen und Schützen (mot.) seiner westfälischen Pz.Divisionen heraus und ließ sie, nachdem er den Gedanken der Aufstellung des Skijäger-Bataillons verworfen hatte, Ski-Stoßtrupps bilden, die als "fliegende Kommandotruppe" sorgfältig vorbereitete Einzelunternehmen mal hier, mal dort vor seiner HKL durchführten, um den Feind nach Westen aus seinen Stützpunkten zurückzudrängen bzw. ihn zu vernichten. Die so gewonnene und verbesserte HKL wurde sodann von der Stellungstruppe - also von Pirmanns Lw.Schützen - besetzt und gehalten, d.h., jeder neu gewonnene Ort wurde durch Schneewälle zur Rundumverteidigung eingerichtet als "Schneckenhaus". Im "Schneckentempo" waren so in 20 Tagen 85 Dörfer und Ortschaften dem Feind entrissen und die Front um 8 bis 12 km vorgeschoben worden.
      Als die SS-Inf.Div. (mot.) "DR" zu einer anderen Verwendung herausgezogen wurde, erfolgte die Verlegung der 6. Pz.Div. in deren bisherigen Abschnitt nordwestlich Ssytschewka, wo sie einem russischen Garde-Schützenkorps gegenüberlag. Der um Aushilfen nie verlegene Gen.Maj. Raus wandte das von ihm entwickelte Kampfverfahren "Hackmaschine" an, worauf in diesem Rahmen nicht näher eingegangen werden kann. Auch hieran waren Pirmanns Lw.Schützen beteiligt. Die große Winterschlacht um Rshew ging mit der Vernichtung der russ. 29. und Teilen der 39. Armee Mitte Februar 1942 zu Ende. Im bisherigen linken Abschnitt des XXXXVI. AK (mot.) übernahm das Gen.Kdo. des LVI. AK (mot.) des Gen.d.Pz.Tr. Schaal den Befehl.

      Anlässlich eines Angriffsunternehmens, das General Schaal mit der 6. Pz.Div. und der 14. Inf.Div. (mot.) gegen den Rest der russ. 39. Armee führen sollte, wurde der Stab von Oberst Pirmann, bisher zur Führung der nach ihm benannten Luftwaffen-Kampfgruppe als nunmehriger Lw.Gefechtsverband Pirmann am 04. März dem Gen.Kdo. direkt unterstellt. Er übernahm mit Angriffsbeginn am 06.03. den gesamten Sicherungsabschnitt der 6. Pz.Div. von Kolodnje einschließlich nach Süden. Während des Angriffs der 6. Pz.Div. auf Pokrow und der 14. Inf.Div. (mot.) auf Potschipki und Medwidki hatte der Lw.Gef.Verb. Pirmann besonders mit seinem rechten Flügel "Sicherungslinie in der bewährten Form Schneckenoffensive weiter vorzuverlegen" (Div.Bef. 6. Pz.Div. Ia op Nr. 83). Der Angriff des LVI. AK (mot.) geriet am 7. Tag durch Schneestürme ins Stocken und versank im Tiefschnee, der jegliche Bewegung für zwei Tage stilllegte. Am 19.03. wurde die Schneckenoffensive wieder aufgenommen und das Angriffsziel erreicht.
      Generaloberst Model erkannte die Leistungen der Truppe besonders an. Auch das linke benachbarte V. AK hatte sich den Bewegungen angeschlossen. Mit dem Tauwetter verbreitete sich das Fleckfieber in der Truppe.
      Die taktische Lage ließ einen Angriff zur Einnahme des Dorfes Cholminka am rechten Flügel des LVI. AK (mot.) erforderlich erscheinen, woran das Schützen-Bataillon Schmising d. Lw. zu beteiligen war und dazu Ende März vom Rekruten-Btl. Matussek der 328. Inf.Div. abgelöst wurde. Das Schtz.Btl. Schmising d. Lw. trat im Rahmen einer KGr. der 6. Pz.Div. mit Panzern und starker Luftwaffenunterstützung an. Als es zu einer Krise kam, griff Gen.Maj. Raus persönlich ein und führte den Lw.Schützen die beiden Einsatz-Kpn., das Schützen-Rgt. 114 unter Hptm. Peine und weitere Panzer des Pz.Rgt. 11 zu. Während Schlacht- und Jagdflieger den Feind niederhielten und die Batterien das Pz.Art.Rgt. 76 das Feuer auf den Westteil des Dorfes konzentrierte, gelang es dem verst. Schtz.Btl. Schmising d. Lw. in den Ort einzudringen, doch erst am folgenden Morgen, dem 01.04., wurde er von Stoßtrupps genommen. Der Kdr. der Lw.Schützen, Hptm. Graf von Korff gen. Schmising-Kerssenbrock, wurde verwundet, für ihn übernahm Hptm. Peine, Schtz.Rgt. 114, die Führung des Schützen-Bataillon der Luftwaffe. General d. Flg. Dr. Ing. Frhr. von Richthofen hatte die Aufgaben des bisherigen Lw.Gef.Verbandes des VIII. Flg.Korps auf Oberst Pirmann übertragen gehabt, dass das Lw.Inf.Lehr-Rgt. "Moskau" und das gemischte III./LL-Sturm-Rgt. beim VI. AK dem Kdo. der 6. Inf.Div. unterstellt blieben. Dafür hatte Gen.Oberst Keller dem Kommandierenden General des Nahkampf-Korps die Dienstaufsicht über alle bei der HGr. Mitte eingesetzten Erdkampftruppen der Luftwaffe übertragen.
      Der Abwehrsieg der 9. Armee war ein Teilerfolg der HGr. Mitte, deren Oberbefehl von GFM v. Bock, der später die HGr. Süd übernahm, auf GFM v. Kluge übergegangen war. Die Ostfront war zwischen der 9. Armee mit dem XXIII. AK und der 16. Armee mit dem II. AK an ihren inneren Flügeln aufgerissen. Starke Kräfte der sowjet. Kalinin - und der Nordwest-Front waren aus dem Waldai-Gebirge über Ostaschkow am Szeliger-See vorgestoßen. Zwischen Selisharowo und Demjansk klaffte die Front auseinander: Ski-Bataillone, Reiter-Regimenter und Pz.Brigaden stießen entlang der Eisenbahnlinie zwischen Ostaschkow und Toropez mit Angriffziel Witebsk gegen Bely, Welish und Welikije Luki in den tief verschneiten Wäldern vor. Gen.Lt. von der Chevallerie erhielt von der HGr. Mitte den Auftrag, unter dem Gen.Kdo. des LIX. AK mit der 205. und der 330. Inf.Div. und Teilen der 83., 218. und 328. Inf.Div. sowie Ski-Jagdkommandos und dem gerade aufgestellten Infanterie-Btl. 550 (z.b.V.) unter Major Barge und anderen Truppen die Operative Gruppe v. d. Chevallerie zu bilden, um die Lücke zwischen den Heeres-Gruppen zu schließen. Dabei bewährte sich das Inf.Btl. 550 der Bewährungstruppe 500 besonders im Raum Welish.
      Während 1941 das verst. mot. Regiment "General Göring" unter Oberst Conrath mit 2 eigenen und 1 unterstellte Flak-Abteilung sowie dem Schützen-Btl. des Major Funk auf Befehl des RM Göring aus dem Raum vor Tula, wo es bei dem XXIV. AK (mot.) der Panzer-Gruppe 2 (Gen.Oberst Guderian) mitgekämpft hatte, herausgezogen wurde, um in seiner Garnison umgegliedert zu werden, hatte Major Neubauer mit der in Berlin-Reinickendorf zurückgebliebenen Kompanie und anderen Einheiten bzw. Teileinheiten ein II. Schützen-Bataillon/Rgt."GG" aufgestellt, das der Reichsminister der Luftfahrt und Oberbefehlshaber der Luftwaffe dem Luftw.Befh. Ost für die Verwendung in der HGr. Mitte zur Verfügung gestellt hatte. Es wurde für die Aufstellung eines Lw.Kampfverbandes zur Verfügung der 4. Armee in den Raum Wjasma transportiert. Im Januar 1942 war der Stab des LL-Sturm-Rgt./XI. Flg.Korps unter Gen.Maj. Meindl mit der Stabs-Kp. und dem auf Kreta bewährten Fsch.Jg.Kampfzug sowie das verst. I. Btl. des Major Koch, 1940 als Fhr. der LL-Sturm-Abt. Bezwinger des Fort Eben Emael, von Hildesheim nach Wjasma überflogen und dem OB der 4. Armee (Gen.d.Geb.Tr. Kübler) zugeführt worden mit dem Auftrag, aus diesen und weiteren Teilen den Luftwaffen- Kampfverband Meindl aufzustellen. Wie erinnerlich, befand sich der Lw.Kampf-Verb. (mot.) Schlemm bereits bei der Armee. Aus dem LL-Sturm-Btl. und dem II. Schtz.Btl./Rgt. "GG" des Major Neubauer wurde unter dem Major Koch das (erste) Schützen-Regiment der Luftwaffe zusammengestellt.
      Von der Newa-Front war die von der 7. Flieger-Division abgebene Fsch.Art.Abt. 7 mit einer Kp. des Fsch.Fla-MG-Btl. 7 aus Ingermanland im Eisenbahntransport in Zuführung. Mit Eintreffen der Trosse und Kraftfahrzeuge in E-Transporten war die Einsatzbereitschaft des Lw.Kampf-Verband Meindl hergestellt. Er wurde dem Gen.Kdo. des LVII. AK (mot.) unterstellt. Gen.d.Pz.Tr. Kuntzen gab Gen.Maj. Meindl den Befehl, am rechten Flügel seines Korps, zu dem die 17., 268. und 98. Inf.Div. gehörten, die bei Juchnow kämpfenden Teile der 19. Pz.Div., die für den erkrankten Div.Kdr. vom Kdr. der 19. Schtz.Brig., Oberst Schmidt, vertretungsweise geführt wurde, abzulösen. Dem Lw.Kampfverband Meindl sollte eine Transport-Abteilung zugeführt werden.
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      Fortsetzung folgt.
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    • Während der Stab und die Stabs-Kp. des Lw.Kampfverband Meindl mit den Transportflugzeugen auf dem Flugplatz Juchnow-Nord landeten, wurde das Schützen-Regiment der Luftwaffe zum Flugplatz Anissowo-Gorodischtsche im Raum Schaikowka, südostwärts Juchnow, überflogen und mit der Transport-Abteilung nach Juchnow geholt, wohin auch die Trosse nachgeführt wurden.
      In Juchnow wurde Gen.Maj. Meindl eine Flak-Abt. d. Lw. (8,8-cm) und ein Luftwaffen-Baubataillon unterstellt, wie auch vom Heer ein bei vorausgegangenen Kämpfen angeschlagenes Schützen-Bataillon. Mit Unterstellung der verst. 4. SS-"T"-Inf.Standarte unter SS-Ostubaf. Hinrich Schuldt am 21.01.1942 erhielt die Truppe Divisionsstärke und wurde nunmehr als Luftwaffen-Gruppe Meindl bezeichnet. Ihr Ia wurde Major i.G. v. Hofmann (der bei Kriegsende die von ihm aufgestellte 10. Fsch.Jg.Div. führte). Der Div.Gef.Stand wurde nahe dem Flugplatz Juchnow-Nord an der Ugra bei Kuwschinowka, nördlich der Straße nach Medyn, eingerichtet. Dort sammelten die Sturmbanne der verstärkten 4. SS-"Totenkopf"-Infanteriestandarte. Artilleristisch wurde die Luftwaffen-Guppe Meindl durch die Korps-Artillerie und Artillerie der benachbarten Divisionen unterstützt. Luftunterstützung gaben ja nach Wetter- und Auftragslage Zerstörer und Stuka, auch das JG 51 "Mölders" war nach Freikämpfen seines Flugplatzes wieder einsatzfähig, um den im Erdkampf schwer ringenden Kameraden zu helfen.
      Die infanteristisch unbestritten stärkste Kampfkraft stellte die 4. SS-"T"Inf.Standarte unter SS-Ostubaf. Hinrich Schuldt dar, die noch im Dezember mit ca. 120 Trsp.Flugzeugen des Transport-Geschwader z.b.V. 600 (Major Zeidler) von Krakau zugeführt worden war. Zu diesem Zeitpunkt gehörten die SS-"Totenkopf"-Standarten noch zur "Polizeiverstärkung", waren also noch nicht Waffen-SS. Gen.Maj. Meindl ließ am 22.01.1942 durch seine Trsp.Abt. die Sturmbanne I und III/4. SS-"T", die in Kuwschinowka eingetroffen waren nach Fedjukowo, ca. 30 km nördl. Juchnow, verlegen, von wo sie sofort nach Eintreffen in Nachtangriffen einige Dörfer in Besitz nahmen. Der III. Sturmbann unter SS-Hstuf. Vogdts nahm den von Feind nur schwach besetzten Ort Kolodkino ein. und der I. Sturmbann unter SS-Stubaf. Vitzthum besetzte Teleljuj.
      Nach seinem erfolgreichen Einsatz und Kampf um Subowo traf von der 19. Pz.Div. der freigegebene II. Sturmbann des Hstuf. Harzer (ohne eine Einheit) in Fedjukowo ein, wo sich der Gef.Stand der Standarte befand. Wilhelm Tieke (Im Lufttransport an Brennpunkten der Ostfront) berichtet ausführlicher über die Verwendung dieses "Totenkopf"-Verbandes im Rahmen der Luftwaffen-Gruppe.
      Der Korpsbefehl hatte gelautet, dass die Lw.Gr. Meindl mit möglichst starken Kräften von der Straße Juchnow-Gshatsk nach Norden vorgehen sollte, "um weitere Überflügelung durch den Feind zu verhindern". Gegenangriffe auch in ostwärtiger Richtung sollten den Feinddruck auf Juchnow mindern.
      Zugleich mit dem LVII. AK (mot.) hatte das XXXXIII. AK südlich Juchnow den bisherigen rechten Flügel des XXXX. AK (mot.) unter Gen.d.Pz.Tr. Stumme abgelöst. Der Kom.Gen. des XXXXIII. AK, Gen.d.Inf. Heinrici, wurde zum neuen OB der 4. Armee ernannt, so dass das Korps vom bisherigen Kdr. der 31. Inf.Div., Gen.Maj. Berthold, vertretungsweise geführt wurde. Die 31. Inf.Div. nunmehr unter Oberst Hoßbach (vorm. Adj. d. Wehrm. beim Führer und Reichskanzler, zul. Gen.d.Inf.), war rechter Nachbar der Lw.Gr. Meindl.
      Das XXXX. AK (mot.) übernahm mit dem in Lw.Feld-Brigade Schlemm umbenannten Lw.Kampfverband (mot.) sowie der 10. Inf.Div. (mot.) und der 19. Pz.Div. am rechten Flügel der Armee den ca. 75 km breiten Abschnitt mit Südflügel um Pessotschnaja ("Kirow"), mit dem Nordflügel in der Linie Fomino-Saizewa - Gora-Strojewka an der Warschauer Chaussee mit Front nach Osten. Zwischen beiden genannten Armee-Korps der 4. Armee waren das XIII. und das XII. AK in Stellung.
      Am 23.01.1942 wurde mit Vorstößen der sowjetischen 10. und 50. Armee die Versorgungslinie Roslawl-Juchnow unterbrochen. Bei Snamenka erfolgten Luftlandungen stärkerer Kräfte, zugleich überquerte das I. Garde-Kav.Korps das Gen.Lt. Below die Warschauer Chaussee, um sich mit den Brigaden des IV. Luftlande-Korps und den Partisanen-Brigaden südlich Wjasma zu vereinigen. Wenige Tage später stießen 3 Schützen-Divisionen der 33. Armee des Gen.Lt. Jefremno nördlich des LVII. AK (mot.) in diesen Aufmarschraum vor. Eine weitere Brigade des IV. LL-Korps wurde bei Oseretschnaja eingeflogen, um die geplante Operation des I. Garde-Kav.Korps mit dem aus dem Durchbruchsraum westlich Rshew nach Süden vorstoßenden XI. Kav.Korps nach Plänen des Armee-Generals Shukow zu koordinieren. Ab 30. Januar wurden weitere LL-Truppen in das rückwärtige Armee- und Heeresgebiet 102 überflogen, um mit Partisanen-Abteilungen die Troßräume der in der Front eingesetzten deutschen Divisionen anzugreifen, in denen sich die zum Kampf gezwungenen Trosse als Alarm-Einheiten mühsam behaupteten.
      Da die Verbände des Lufttransportführers Ost auf Smolensk hatten zurückgenommen werden müssen, war dem noch voll einsatzfähigen Flugplatz Anissowo-Gorodischtsche im Raum Schaikowka, im Bereich des XXXX. AK (mot.), erhöhte Bedeutung zugekommen. Zu seinem Schutze stellte der Kdr. der 12. Flak-Div. (mot.) mit unterstellten, aus Alarm-Aufstellungen entstandenen Lw.Gefechtsabteilungen den Luftwaffen-Gefechtsverband Eibenstein auf. Mit diesen Teilen der Lw.Infanterie war Gen.Maj. Eibenstein zunächst dem Gen.Kdo. XXXX. AK (mot.) unmittelbar unterstellt.
      Erst etwa März oder April (?) wurde der Lw.Gef.Verband, zusammen mit den KGr. Ramm und Reichelt des Heeres, dem Kdr. der 331. Inf.Div., Gen.Maj. Dr. Franz Beyer, unterstellt. Die 331. Inf.Div. war eine "Walküre"-Aufstellung und befand sich noch im Antransport aus Polen, wurde zunächst nicht geschlossen eingesetzt, weil die nacheinander eintreffenden Infanterie-Regimenter je nach Lage bei anderen Divisionen verwendet wurden. Es ist anzunehmen, dass Gen.Maj. Dr. Beyer aber sein Art.Rgt. 331 zur Verfügung hatte (?). Die Inf.Rgter. 557, 558 und 559 kämpften innerhalb des XXXX. AK (mot.) zusammen mit Teilen der 131., 211., 216. Inf.Div. und 403. Sich.Div. Durch Zuführung von Heeresteilen wurde die Lw.Feld-Brig. des Gen.Maj. Schlemm zur divisionsstarken Luftwaffen-Gruppe Schlemm aufgestockt. (Siehe Schematische Kriegsgliederung des OKW vom 22.04.1942 usw.)
      Die Lw.Gruppe Meindl / LVII. AK (mot.) hatte zwischen dem 22. und 30.01. schwere Angriffs- und Abwehrkämpfe im Raum Fedjukowo-Argaryschi-Prisselje bei Temperaturen zwischen -35° bis -45°C zu bestehen gehabt. In diese Kämpfe haben auch Stuka eingegriffen. Die Lw.Gruppe Meindl stieß mit dem verst. Schtz.Rgt. d. Lw. bis Strojewo, mit der Einheit Matzke des II. Sturmbann/4. SS-"T"Inf.Standarte nach Prisselje vor. Bei Kunowka und Einnahme der Höhe 175 hatte sich der Fsch.Jg.Kampfzug/LL-Sturm-Rgt. d. XI. Flieger-Korps besonders hervorgetan, wofür sein Zugführer, Ofw. Gutheil, mit dem DKiG ausgezeichnet wurde. Eine Flak-Bttr. hatte die verst. 4. SS-"T"Inf.Standarte unterstützt.
      Während dieser Kämpfe - um den 28/29.01. - wechselte das Unterstellungsverhältnis vom LVII. AK (mot.) zum XII. AK des Gen.d.Inf. Schroth. Dieses Korps stellte im Raum Motschlaki-Gorki-Peujast-Schwostschi, nördlich Juchnow, die 98. und 268. Inf.Div. bereit, um die bei Morosowo und im Raum Bol.Ssmenowskoje stehende sowjetische 194. Schützen-Division einzuschließen und zu vernichten. Die 17. Inf.Div. (Oberst v. Zangen) schob sich weiter nach Norden vor. Am Abend des 30. Januar war die Rollbahn Fedjukowo-Juchnow freigekämpft, so dass die sich stauenden Schlittenkolonnen mit Verwundeten und Erfrierungskranken abfließen konnten. Die 4. Armee hatte ihre schwerste Krise bewältigt, woran die Luftwaffen-Gruppen Schlemm und Meindl sowie der Lw.Gefechtsverband Eibenstein entscheidend mitgewirkt haben. In der kurzen Zeit seines Bestehens hatte das (erste) Schützen-Regiment der Luftwaffe sich im Zusammenwirken mit Meindls übrigen Luftwaffen-, Heeres- und SS-Verbänden bewährt.
      Das AOK 4 beabsichtigte, die westlich der Ugra vorgedrungene sowjet. 33. Armee sowie weitere Kavallerie-, Luftlande- und Partisanen-Verbände zu vernichten. Dazu musste aber zunächst die Versorgung der feindlichen Armee unterbrochen und damit die Lücke zwischen der 4. Armee und der 4. Pz.Armee durch einen Vorstoß nach Norden geschlossen werden, wo die 4. Pz.Armee bzw. das XX. AK mit der 20. Pz.Div. (Gen.Maj. Ritter v. Thoma) bei Mal. Iwanowskoje in etwas mehr als 12 km Luftlinie der Angriffsspitze des XII. AK mit dem Schtz.Rgt. d. Lw bzw. dem II./Schtz.Btl. des Rgt. "GG" (Maj. Neubauer) am Nordrand von Sacharowo am nächsten stand. Das AOK 4 funkte daher an die Lw.Gr. Meindl am 30.01. um 13.45 Uhr u.a.: "Rasches Vordringen bis Sawino erforderlich ..." Das lag 6 km vor der HKL der 20. Pz.Div.
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      Fortsetzung folgt.
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    • Nachdem die akute Gefahr für Juchnow beseitigt war (Tieke), sah der Angriffsplan des XII. AK vor, durch Herstellung der Verbindung zur 20. Pz.Div. zum XX. AK die Versorgungslinien der sowjetischen 33. Armee abzuschneiden und die feindliche Armee (mit dem I. Garde-Kav.Korps und dem IV. LL-Korps) südwestlich von Wjasma einzuschließen und auszuhungern. Die russische Heeresführung hatte die Gefahr erkannt und setzte ihre 43. Armee für den Schutz der Versorgungslinien zum Angriff gegen das XII. AK mit Schwerpunkt gegen die Lw.Gr. Meindl am Morgen des 31.01. mit Panzerunterstützung auf Kolodi-Agaryschi an, wo der Sturmbann III/4. SS-"Totenkopf" nach schweren Verlusten Agaryschi aufgeben und schließlich aus Kolodesi ausbrechen musste. Er wurde im Abschnitt Kolodkino vom II. Sturmbann aufgenommen und bezog am 01.02.1942 neue Stellung bei Nowo Derewnja. Dem Versuch der Lw.Gr. Meindl, die Verbindung mit dem XX. AK der 4. Pz.Armee nördlich Krawinka herzustellen, kam der Feind am 05.02. zuvor und drang in Kolodkino mit Panzern ein, jedoch konnte die Lage am folgenden Tag wiederhergestellt werden. Oberst Greiner (Fhr. der 268. Inf.Div.) erschien zur Erkundung für die Ablösung der in Kolodkino eingesetzten Teile der 4. SS-"T"-Inf.Standarte. Am 6. und 7. Februar kam es bei Prisselje zu schweren Kampfhandlungen, an denen auch Teile der 98. Inf.Div. beteiligt waren. Starke Feindkräfte wurden in ihren Waldlagern im Raum Papajewo-Beldjagino durch konzentrische Angriffe der 34. und 98. Inf.Div. vernichtet.
      Für den Vorstoß nach Norden gliederten sich inzwischen die deutschen Angriffsverbände nördlich von Fedjukowo. Die Führung des Angriffsunternehmens hatte Gen.Maj. v. Zangen mit dem Kdo. der 17. Inf.Div.; es wurde von seiner eigenen Division und der 268. Inf.Div. durchgeführt. Der Bereitstellungsraum Kropiwka (17. Inf.Div.) - Krassnoje (268. Inf.Div.) wurde frontal und in der Ostflanke von der Lw.Gr. Meindl gesichert. Weit vorgeschoben an der Straße nach Wjasma stand das II. Schtz.Btl. vom Rgt. "General Göring" in und um Sacharowo. Die sowjet. 43. Armee trachtete dem deutschen Angriff zur Schließung der Lücke zwischen 4. Armee und 4. Pz.Armee mit einem eigenen Angriff zuvorzukommen und griff mit überlegenen Kräften den vorgeschobenen Ortsstützpunkt Sacharowo an, der von den sich dort verteidigenden Teilen des II. Schtz.Btl./Rgt."GG" nach schweren Verlusten auf beiden Seiten aufgegeben werden musste. Die Reste der Stützpunktbesatzung wurden von der 17. Inf.Div. in Krapiwka aufgenommen. Bei den harten Kämpfen erwies sich die Notwendigkeit, u.a. Teile der 98. Inf.Div. und das Polizei-Bataillon 131 der Gruppe v. Zangen in den Raum Krapiwka zuzuführen. Nach Abschluss der Angriffsvorbereitungen trat die Gruppe v. Zangen am 18.02.1942 zum Angriff an und stieß mit guter Artillerieunterstützung nach Norden vor.
      Die zum Flankenschutz eingesetzten Teile der Lw.Gr. Meindl, insbesondere die Sturmbanne II und III/4. SS-"T", gingen mit vor, wobei sie die aufgegebenen Dörfer Jeshowo und Mjakota wieder einnahmen. Bei dem gelungenen Unternehmen war es jedoch nicht möglich, Sacharowo wieder einzunehmen, da dieser Stützpunkt nach Süden zu von dem Feind inzwischen sehr stark befestigt worden war. Dennoch gelang es, die sowjetische 33. Armee von ihren rückwärtigen Verbindungen abzuschneiden und die Front zu begradigen. Die Kraft der angreifenden russischen 43. Armee erlahmte, beide Seiten hatten sich erschöpft.
      Es war dem Feind nicht gelungen, die nunmehr südwestlich von Wjasma eingeschlossenen sowjet. Kräfte zu entsetzen. Inzwischen, am 19.02.1942, hatte Gen.Lt. Graeßner den Befehl über das XII. AK übernommen. General Heinrici nahm Ende Februar bis Anfang März seine Truppen auf die Ugra-Linie zurück.
      Die Lw.Gruppe des Gen.Maj. Meindl mit den Jägern und Schützen des Luftlande-Sturmregiment bzw. Regiments "General Göring" sowie den unterstellten Teilen der Luftwaffe, des Heeres und der Polizeiverstärkung hatte ihren Auftrag erfüllt. Abschnittsweise setzte sich das XII. AK auf den Flusslauf der Ugra ab, wobei der Kommandeur des Sturmbann III/4. SS-"T" in Nikitkoje-Taborki in seinem Gefechtsstand durch Granatsplitter fiel; die Führung übernahm SS-Ostubaf. Müller. Zwischen Papajewo und Rupssowa gingen entlang des Flusses die 34., 98., 268. Inf.Div., die Lw.Gruppe Meindl mit den Resten des Schtz.Rgt. d. Lw. und der 4. SS-"T"Inf.Standarte sowie die 17. Inf.Div. in Stellung. Der Abschnitt der Lw.Gruppe befand sich bei Bol.[schoje] Ustino. Die KGr. Schuldt (= Reste der SS-Standarte) wurde dort Korpsreseve. Die Zusammenarbeit mit den Nachbardivisionen unter Gen.Maj. v. Zangen war sehr gut.
      In dieser Stellung erhielt Gen.Maj. Meindl den Auftrag, bei der 16. Armee die Führung der "Gruppe der Lw.Feld-Regimenter" zu übernehmen und sich mit seinem Stab, Stabs-Kp. sowie Fsch.Jg.Kampfzug zum AOK 16 nach Dno zu begeben. Die Lw.Gr. Meindl wurde herausgelöst. Es verblieben das Schtz.Rgt. d. Lw. die Fsch.Art.Abt. 7 mit der Fsch.Fla-MG-Kp., die Flak-Abt. und das Lw.Bau-Btl. als Lw.Gefechtsverband Koch (= Resttruppenteile) beim XII. AK zunächst in der Ugra-Stellung. Zu einem nicht ermittelten Zeitpunkt wurde dieser dem XXXX. AK (mot.) zugeführt und im Raum Schaikowa aufgelöst, das Schtz.Rgt. d. Lw. und die anderen Verbände in den Lw.Gefechtsverband unter dem Div.Kdo. 331 des Gen.Maj. Dr. Beyer zur Verteidigung des Flugplatzes Anissowo-Gorodischtsche eingegliedert.
      Gen.Maj. Meindl verließ die 4. Armee nicht, ohne sich von seinen Verbänden zu verabschieden und den Männern für ihren Einsatz zu danken. Alle gedachten der Kameraden, die gefallen waren. SS-Obersturmbannführer Schuldt (1944 gef. als Div.Kdr. in der Panther-Stellung) wurde am 05.04.1942 mit dem RK des EK ausgezeichnet. Der 4. SS-Inf.Standarte (die Zusatzbezeichnungen "verstärkte" und "Totenkopf" waren inzwischen entfallen) wurde am 20.04.1942 von Adolf Hitler der Name "Langemarck" verliehen. Von den 2.500 Mann, die im Dezember 1941 von Krakau zur 4. Armee geflogen wurden, kehrten nur 180 unversehrte Ostfrontkämpfer nach Krakau zurück. Mit der Umorganisation der Waffen-SS wurde die Standarte vorläufig umbenannt in SS-Rgt. "Langemarck" und auf dem Tr.Üb.Pl. Bergen (Lager Fallingbostel), in die umgegliederte 2. SS-Pz.Gren.Div. "Das Reich" (spätere SS-Pz.Div.) eingegliedert, zunächst als ein schnelles Schützen-Regiment, dann entstand daraus das SS-Kradschützen-Bataillon "Langemarck", während das II. Btl. II. Abt. des SS-Pz.Rgt. "Das Reich" wurde. Der Name "Langemarck" aber ging vom Krad-Schtz.Btl. auf die Flämische Legion über, die später zur 27. SS-Freiw.Gren.Div. "Langemarck" aufgestockt wurde.
      In Erweiterung der russische Winteroffensive hatte die STAVKA (russ. Name für ihr Oberkommando der Streitkräfte) mit der sowjet. Nordwest-Front die HGr. Nord angegriffen, nachdem die Tichwin-Offensive zur Vereinigung mit der finnischen Karelien-Armee am Swir - zwischen Ladoga- und Onega-See - gescheitert war. Für den verdienstvollen GFM Ritter v. Leeb hatte der bisherige OB der 18. Armee, Gen.Oberst v. Küchler, den Oberbefehl über die HGr. Nord übernommen. Im Januar 1942 konzentrierten sich die Angriffe gegen die 16. Armee des Gen.Oberst Busch beiderseits des Ilmen-Sees. Zunächst wurde das X. AK (Gen.d.Art. Hansen) bei Staraja Russa getroffen. In Abstimmung mit dem Durchbruch zwischen der 9. und 16. Armee, von dem bei der HGr. Nord hauptsächlich das II. AK (Gen.d.Inf. Graf von Brockdorff-Ahlefeld) betroffen war, beabsichtigte die sowjet. Nordwest-Front mit der 11. Armee am Ilmen-See und der 34. Armee im Waldai-Gebirge durch den Stoß auf Cholm mit der 3. Stoßarmee, 22. und 53. Armee die 6 deutschen Divisionen zwischen Sseliger- und Ilmen-See zu umfassen und zu vernichten. Um die schwer ringende Infanterie zu unterstützen, verlagerte sich der Einsatzschwerpunkt der Luftwaffen-Infanterie mehr und mehr an die Lowat-Front der 16. Armee. Als erste Luftwaffeneinheit, die bei der Heeresgruppe Nord infanteristisch zum Einsatz kam, war die im Abschnitt der 290. Inf.Div. (Gen.Lt. Frhr. v. Wrede) im Lowat-Delta eingesetzte 6. (Flugmelde-)Kp. des Luftnachrichten-Rgt. (mot.) 1 von Leutnant Schneider in den Dörfern Medwedno und Otwidino mit der ebenfalls in diese Orten einquartierten 2. Kp. des Wach-Btl. 615 des Leutnant Güle an den Stützpunkt Wswad herangezogen worden, der, zum Festen Platz erklärt, unter dem Chef der 3./Pz.Jg.Abt. 290, Hptm. d.R. Pröhl als Kampfkommandant, bis zur seiner vom Obersten Befehlshaber genehmigten Räumung gegen eine Übermacht gehalten wurde, nachdem die Front südlich des Ilmen-Sees vom I. und II. Garde-Schützenkorps und anderen Teilen der sowjet. 11. Armee durchbrochen worden war. Sehr starke Feindkräfte stießen dann gegen Staraja Russa vor, das die 18. Inf.Div. (mot.) des Oberst v. Erdmannsdorff verteidigte.
      Dort war es das Bodenpersonal des Flugplatzes, das bei Herannahen Reitereinheiten und Ski-Bataillone zum Gewehr griff, um den Fliegerhorst zu schützen. Gen.Oberst Keller, Chef der Luftflotte 1, entsandte aus seiner Reserve die mot. Schützen-Kp. z.b.V./LFl. 1 mit der 5./Flak-Abt. 47 zur 81. Inf.Div. (Oberst Schopper), die am 10.01.1942 die Sicherung des Raumes nordwestlich Staraja Russa übernahm, um "Feindvorgehen gegen Straße Staraja Russa - Schimsk zu verhindern" (Korps-Befehl).
      Die Trennungslinie zwischen 18. Inf.Div. (mot.) und 81. Inf.Div. verlief von Ljadniki (zu 18.) über Dubowizy (zu 18.) - Balogisha (zu 81.) auf die Nikoliskij-Bucht des Ilmen-See. Die Schtz.Kp. z.b.V./LFl. 1 und die 5./Flak-Abt. 47 wurden der Kampfgruppe v. Rohr unter dem Stab des Inf.Rgt. 174 unterstellt; Oberst v. Rohr verfügte über den Stab I./Inf.Rgt. 174 mit 2 eigenen Kpn., 7. und 8./Inf.Rgt. 174, Pz.Jg.Abt. 181, Pol.Btl. 319 mit 1./Pol.Btl. 53 und 2./Pol.Btl.321, das Btl. Hermann sowie Teile der Pz.Jg.Abt. 18 und StuG.Bttr. 666; er war auf Zusammenarbeit mit dem SS-Pol.Rgt. (mot.) "Nord" und dem Art.Rgt. 181 angewiesen. Oberst Schopper (Div.Gef.St. in Buregi) gab den Befehl zum Angriff auf Feind in Murajewo und an der Rollbahn, um die Verbindung mit der 18. Inf.Div. (mot.) nach Osten zu erzwingen, doch stieß der Feind erneut auf Raschtschuscha vor. Dennoch konnte durch rechtzeitiges Eintreffen der 5. und 6. Kp. des Inf.Rgt. 174 die Verbindung hergestellt werden. Gleichzeitig war die Ski-Kompanie Ordás der spanischen "Blauen Division" (250. Inf.Div.) erneut zum weiteren Vorstoß über das Eis des Ilmen-Sees zum Entsatz der Besatzung von Wswad angesetzt worden; inzwischen war diese aber ausgebrochen und traf sich mit den spanischen Kameraden nahe Ushin. Für die Dauer des Unternehmens unterstand die 81. Inf.Div. dem Gen.Kdo. des X. AK. Zur Verstärkung der Luftwaffenteile war in Nagowo das Lw.Bau-Btl. 6/I eingetroffen.
      Nach dem Unternehmen im Januar 1942 wurde die Schtz.Kp. z.b.V./Lfl. 1 aufgestockt zum Schützen-Bataillon z.b.V. der Luftflotte 1 mit dem Charakter der Bewährungstruppe für kriegsgerichtlich verurteilte Soldaten der Luftwaffe, die nicht zur Bewährungstruppe 500 zu überstellen waren. Es war der erste Verband dieser Art bei der Luftwaffen-Infanterie.
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      Fortsetzung folgt.
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    • Teil XI

      Um die Situation zu verstehen, die zur Lage des Heeres im Winter 1941/1942 geführt hat, muss man sich vergegenwärtigen, dass die Operationsplanung des OKH für den Fall "Barbarossa" noch während des Ostfeldzuges auf drängen des Gen.St.d.H. geändert wurde. Diese Änderung wurde nach eigenen Worten des Gen.St.Chefs dem Führer und Obersten Befehlshaber "abgerungen"(sic!), der am 19. Juli der HGr. Mitte jede weitere Bewegung ihrer Pz.Gruppen in ihrem Vorwärtsdrang nach Osten, d.h., auf das Zentrum Russlands - Moskau - verboten hatte. Nach der ursprünglichen Planung war "das wichtigste Ziel nicht Moskau", sondern im Süden die Ukraine, die Krim und Kaukasien, im Norden Ingermanland mit Petersburg (Leningrad) und im Vorstoß ans Weiße Meer die Vereinigung mit den Finnen in Karelien.
      Mit der Gewinnung Weißrutheniens nach der Kesselschlacht von Belostok-Minsk stand die HGr. Mitte (GFM v. Bock) ca. 300 km vor Moskau. Dort sollte sie stehen bleiben, die Pz.Gruppe 3 (Gen.Oberst Hoth) sollte nach Erfüllung ihrer Aufgaben bei der HGr. Mitte an die HGr. Nord (GFM Ritter v. Leeb) abgegeben werden, die mit der Pz.Gruppe 4 (Gen.Oberst Hoepner) das Operationsziel für den Ostfeldzug 1941 gewinnen sollte. Moskau war zunächst einer weiteren Operation 1942 vorbehalten. Die Schlacht von Kiew, die größte der Kriegsgeschichte, war bereits gegen den Willen des Generalstabes geschlagen worden. Der OBdH, GFM v. Brauchitsch, war mit seinem Gen.St.Chef, Gen.Oberst Halder, der Ansicht, dass ein nunmehriger Verzicht auf Moskau noch in dem Feldzug 1941 mit Sicherheit hieße, "den Krieg im Osten auf unabsehbare Zeit zu verlängern. Daher glaubte das OKH trotz der vorgeschrittenen Jahreszeit das darin liegende Risiko eingehen zu müssen, noch in diesem Jahr die militärischen Hauptkräfte Russlands niederzuzwingen, die auf den Weg nach Moskau zu treffen waren. Das Wagnis war allerdings nur vertretbar, wenn alle Kräfte endlich auf dieses eine Ziel konzentriert und alle anderen Ziele aufgegeben wurden ... Hitler stimmte zwar in letzter Stunde dem Plan Moskau zu ..." (Wagener). Doch blieb er der Überzeugung, dass der ursprüngliche Plan richtig war. Der Generalstabschef missachtete Clausewitz Lehren aus dem russischen Feldzug von 1812. Kaiser Napoleon I. hatte in Moskau schon am 19. Oktober 1812 den Rückzugsbefehl gegeben - siehe Horst Riemann "Der Rückzug Napoleons in Russland 1812" im 37. DSJB 1989, S. 264 ff.
      Für die "Herbstoffensive" im Oktober - Operation "Taifun" - wurde die Pz.Gruppe 3 bei der HGr. Mitte belassen und die Pz.Gruppe 4 während des Einbruchs in die Befestigungen von Leningrad von der HGr. Nord abgezogen, so dass die Infanterie in den Vororten von Leningrad die Straßenbahnen fahren sah, den Angriff aber einstellen musste. Der Generalstab hatte der Truppe den greifbar möglichen Sieg verwehrt. Bei allen Versuchen, in der Geschichtsschreibung die Tatsachen zu vernebeln, ist heute erkennbar, dass diese Fehlentscheidung vor Moskau 1941 den Krieg zu ungunsten Deutschlands entschieden hat, sie war die Wende, "Stalingrad" erst eine der sichtbar werdenden Folgen.

      Zwar wurde nach der Einnahme von Nowgorod durch das I. AK (Gen.d.Inf. v. Both) der 16. Armee das XXXIX. AK (mot.) unter Gen.d.Pz.Tr. Schmidt zur Verfügung gestellt, so dass es in diesem Korps mit dem unterstellten Inf.Rgt. 424
      der 126. Inf.Div. unter Oberst Hoppe möglich war, am 08.09.1941 die Stadt Schlüsselburg am Ausfluss des Ladoga-See in die Newa zu erobern, doch zur Herstellung der Verbindung mit der finnischen Karelien-Armee zwischen dem Ladoga-See und dem Onega-See war das zweitgrößte Sumpfgebiet Europas für Operationen von motorisierten und gepanzerten Verbänden denkbar ungeeignet.

      Die deutsche Offensive zur Vereinigung mit den Finnen am Swir scheiterte bei Tichwin. Zum ersten Male zeigte sich das Heer - und das als Lehrbeispiel (!) - die große Gefahr einer Überschätzung der Technik in dem Sieg "primitiver" Reiter- und winterbeweglicher Ski-Truppen über erst im Schlamm, und dann im Schnee versackende und im Frost erstarrende mechanisierten Verbände eines "modernen" motorisierten Korps. Die naturverbundenen Waffenbrüder im Norden hatten ihre Angriffsziele zwischen Ladoga-See und Onega-See zu Fuß und mit Pferdegespannen gewonnen. Wie groß war die Enttäuschung der vom finnländischen Gen.d.Inf. Heinrichs geführten Karelien-Armee über das Versagen der legendären deutschen Panzertruppe in ihrer erbärmlichen Hilflosigkeit als "Panje-Divisionen" - d.h. ohne ihre Panzer! - in Klima und Gelände, das so ganz anders war als in Mitteleuropa, z.B. im Baltikum. Gen.Oberst Halder und seine Berater hatten die Sümpfe beiderseits des Wolchow auch im Winter für unbegehbar gehalten, durch die russischen bzw. überwiegend sibirische und fernöstliche Reiter-Regimenter und Ski-Bataillone mit Schlittenkolonnen dem XXXIX. AK (mot.) in die tiefe offene Flanke fielen. Erst dann wurde Infanterie "zu Fuß" nachgezogen, bis nach Ablösung der 18. Inf.Div. (mot.) der Kommandeur der am weitesten an der Tichwinka im Osten bei Ragalda stehenden, für einen Winterkrieg nicht ausgerüsteten 61. Inf.Div., Gen.Lt. Haenicke (Ritter des Ordens "Pour le Mèrite"), erkennen musste, dass der Feldzug so nicht zu gewinnen war und das einzige tat, was in dieser Lage vernünftig erschien und wofür ein GFM seinen Abschied nahm: zum ersten Mal traten deutsche Soldaten in diesem Krieg den Rückzug an, für den sie nicht ausgebildet waren; im Wehrmachtsbericht umschrieb man ihn als "Absetzbewegung". In einem Korps-Tagesbefehl des neuen Kom.Gen., Gen.Lt. v. Arnim, erkannte er an: "Die örtliche Verteidigung von Tichwin und in seinen Flanken ist ... ein Ruhmesblatt ohnegleichen in der Geschichte der Armee ...". Professor Hubatsch schreibt in der Divisionsgeschichte: "Die Preisgabe von Tichwin hatte jedoch mehr als nur örtliche Bedeutung. Sie bestätigte, dass der Kulminationspunkt des Angriffs gegen Russland überschritten war; sie erfolgte an demselben Tage, da Japan mit dem Angriff auf Pearl Harbour den Krieg gegen Nordamerika eröffnete, und steht somit in einem weitreichenden weltgeschichtlichen Zusammenhang."
      Mit dem XXXIX. AK (mot.) gingen auch die Korps-Gruppe v. Roques (spanische "Blaue Division" [250. Inf.Div.] und die 126. Inf.Div.) auf Nowgorod und die Gruppe "Wolchow" (11., 21. und 254. Inf.Div.) der 18. Armee auf Kirischi zurück und ließen die Brückenköpfe Nowgorod, Grusino und Kirischi stehen. Die Armeegrenzen wurden neu festgelegt. Nördlich des Ilmen-Sees stand nun das XXXVIII. AK (Gen.d.Inf. v. Chappuis) mit der spanischen "Blauen Division", 126., 215. und 61. Inf.Div., diese mit dem Brückenkopf Grusino; es unterstand der 16. Armee, Gen.Oberst Busch. GFM Ritter v. Leeb hatte nach der gescheiterten Tichwin-Offensive um den Abschied gebeten, an seine Stelle trat Gen.Oberst v. Küchler, der das AOK 18 an den Gen.d.Kav. Lindemann abgab. Linker Nachbar war das I. AK (Gen.d.Inf. v. Both) unter dem AOK 18. Die Einnahme der Stellungen am Westufer des Wolchow fand unter hochwinterlichen Bedingungen statt, der Fluss bot kein Panzerhindernis, die Dicke des Eises betrug ca. 1½ Meter.
      Der "Stavka" - Gen.St. des HQ der sowjetischen Streitkräfte - unter dem Gen.St.Chef, Marschall Schaposchnikow, stellvertretender Volkskommissar für Verteidigung der UdSSR, ein ehemaliger Offizier des Zaren, hatte in seinem Operationsplan vorgesehen, nach dem Muster des Durchbruchs zwischen 9. Armee/HGr. Mitte und 16. Armee/HGr. Nord aus dem Waldai-Gebirge heraus, auch die Front der 16. Armee nördlich des Ilmen-Sees, die geschwächt war, zu durchbrechen und diese Operation zeitlich gestaffelt dem Durchbruch der sowjet. 11. Armee südlich des Ilmen-Sees folgen zu lassen; aus diesem Grunde bildete der "Stavka" aus den Angriffstruppen von Tichwin die Operative Gruppe "Wolchow" mit 4 Armeen, von denen die 26. zur 2. Stoßarmee umgegliedert wurde. Mit dieser, der 52. und 59. Armee eröffnete die Op.Gr. "Wolchow" unter Armeegeneral Meretzkow am 13.01.1942 die Offensive nördlich Nowgorod, das von der "Blauen Division" verteidigt wurde. Fast genau auf der Naht zwischen der 126. und der 215. Inf.Div. stürmten die sowjet. Truppen auf Skiern nach vorangegangenem Feuer der Artillerie- und Raketenwerfer sowie mit Unterstützung durch Schlachtflieger über den Wolchow gegen die sich tapfer wehrenden Stützpunkte der Verteidiger an und durchbrachen die Uferstellungen am 15.01. bei Arefino und Kostylowo im Abschnitt der 126. Inf.Div.; sie nahmen am Abend das Dorf Bor. Das eigene schwere Abwehrfeuer verpuffte im hohen Schnee wirkungslos. Die Kämpfe fanden bei Temperaturen um -50° C statt. Im Unterschied zu den angreifenden Rotarmisten fehlte den deutschen Soldaten durch die Versäumnisse (oder Sabotage?) des merkwürdigerweise unangefochten gebliebenen Generalquartiermeisters des Heeres, Gen.Maj. Wagner, der sich als Mitverschwörer nach dem 20. Juli 1944 erschoss, die Winterbekleidung.
      Nur die Luftwaffe und die Waffen-SS hatten für ihre Männer vorgesorgt.
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      Fortsetzung folgt.
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    • Noch während sich das XXXIX. AK (mot.), das außer durch die 8. Flak-Div. durch einige Inf.Div. verstärkt worden war, um die zu "Panje-Divisionen" heruntergekommenen gepanzerten und motorisierten Großverbände herauszulösen, von Tichwin absetzte und damit die Hoffnung auf eine totale Einschließung von Leningrad begrub, und auch durch die Gruppe "Wolchow" des Gen.Lt. v. Böckmann mit den 3 Divisionen des I. AK der 18. Armee sich zurückzog und den Brückenkopf Kirischi bildete, wurde noch im Dezember 1941 mit der 96. Inf.Div. (Gen.Lt. Schede) unter dem Gen.Kdo. des XXVIII. AK des Gen.d.Inf. v. Wiktorin bei Schlüsselburg und an der Newa eingesetzte 7. Flieger-Division (Gen.Maj. Petersen) mit den Fsch.Jg.Rgtern. 1 und 3 (o. 1 Btl.) der Oberste Bräuer und Heidrich sowie dem II. Btl. des LL-Sturm-Rgt. des XI. Flieger-Korps, das nach dem Tod des Major Stentzler von Hptm. Frhr. v. der Heydte geführt wurde, aus der Front herausgelöst und in ihre niedersächsische HStO zurückverlegt; lediglich die Fsch.Art.Abt. 7 und eine Kompanie des Fsch.Fla-MG-Btl. 7 wurden im Eisenbahn- und Lufttransport dem Gen.Maj. Meindl bei der 4. Armee der HGr. Mitte für die Aufstellung seines Kampfverbandes bzw. der Lw.Gruppe Meindl, zugeführt, um im LVII. AK (mot.) an der Ugra bei Juchnow eingesetzt zu werden. (siehe Teil X)

      Mit dem Überschreiten des Wolchows nach Westen wurde das XXXIX. AK (mot.) zunächst Reserve der 18. Armee. Als erste wurde die 18. Inf.Div. (mot.) beschleunigt zum X. AK südlich des Ilmen-Sees in Marsch gesetzt, um mit der 81. Inf.Div. gemeinsam Staraja Russa vor dem Zugriff der durchgebrochenen sowjet. 27. Armee zu schützen. Das Gen.Kdo. folgte alsbald mit der 8. Pz.Div., um infolge der Einschließung des II. AK im Raum Demjansk im Anschluss an das X. AK am rechten Flügel der 16. Armee und HGr. Nord bei offener Flanke mit zugeführter 218. Inf.Div. den vom Feind eingeschlossenen "Festen Platz Cholm", unter dem Kdr. der 281. Sich.Div., Gen.Maj. Scherer, verteidigt wurde, zu entsetzen und Anschluss an die von Witebsk aus in die breite Frontlücke eingeschobene Operationsgruppe v.d. Chevallerie zur Schließung dieser zwischen den HGr. Mitte und Nord zu suchen. (siehe Teil X)

      Indessen waren von der 12. Pz.Div. und 20. Inf.Div. (mot.) bereits eigens aufgestellte Kampfgruppen an Brennpunkten der Front nördlich des Ilmen-Sees im Einsatz, so ein Regiment unter Oberstlt. Hendrischke der 12. Pz.Div. mit Stab des Schtz.Rgt. 25 und dem gemischten Schtz.Btl. des Maj. Neumeister mit Stab des I. Btl. des Schtz.Rgt. 5 sowie II. Btl. des Inf.Rgt. 287 der 96. Inf.Div. und I. Btl. vom Pol.Schtz.Rgt. 2 der SS-Pol.Div., außerdem das aus Trossen und anderen rückwärtigen Diensten der 20. Inf.Div. (mot.) aufgestellte Regiment des Maj. Barner. Diese wurden dem XXXVIII. AK zur Verfügung gestellt; u.a. auch die im Tichwin-Feldzug bewährte Kampfeinheit Nehring des Führer-Begleitbataillons - dessen Kommandeur Oberstlt. Thomas, der spätere Kdr. der 999. leichten Afrika-Division (tmot.) [= Bewährungstruppe 999], über die an anderer Stelle berichtet wird - wurde dem Kommandeur der 126. Inf.Div. (Gen.Lt. Laux) unterstellt. Das Regiment Barner wurde zur Sicherung im Abschnitt Mjasno Bor, das Rgt. Hendrischke - als so genannte Pz.Kampfgruppe - nach Eintreffen in Mostki zur Bereinigung der Lage bei Jamno eingesetzt, zunächst mit dem Btl. Neumeister zur Unterstützung des Inf.Rgt. 426 (Oberstlt. Schmidt), da die beiden anderen Btle. Fischer der 96. Inf.Div. und Pannier der SS-Pol.Div. sich noch im Anmarsch befanden. Das I. Flieger-Korps griff den Feind in der Einbruchstelle bei Arefino an, aus der heraus er mit Panzern angriff. Da Jamno gegenüber der feindlichen Übermacht nicht standhalten konnte, ging das Btl. Neumeister der Pz.KGr. Hendrischke mit dem Btl. Holler des Inf.Rgt. 426 auf Borrizowo zurück. In der Nacht zum 22.01.1942 gaben die Inf.Rgter. 422 und 426 den Wolchowabschnitt auf und setzten sich auf Kopzy ab, wo Major Neumeister meldete, "dass sein Bataillon ohne den Reststab noch aus 1 Offizier, 4 Unteroffizieren und 12 Mannschaften besteht", schreibt Gerhard Lubs in der Regimentsgeschichte (Inf.Rgt. bzw. Schtz.Rgt. 5). 8 km westlich des Wolchow stand der Feind an der Heerstraße Nowgorod-Tschudowo in 9 km Breite vor Mjasno Bor, Ljubino Pole und Mostki, von denen die beiden letzteren "Rollbahndörfer" als "Fester Platz" mit Rundum-verteidigung vom I./Pol.Schtz.Rgt. 2 (Major der Schutzpolizei Pannier) und vom II./Inf.Rgt. 287 (Hauptmann Fischer) inzwischen besetzt waren. Der Rest des Btl. Neumeister und andere Restteile der Pz.KGr. Hendrischke sammelten in Dolgowo am Gef.Stand der 126. Inf.Div., wo der inzwischen eingetroffene Oberstlt. Bayer die Führung übernahm.
      Der Feste Platz Mostki - Ljubino Pole wurde im Süden und Norden von starken Feindkräften umstellt. Nur einmal gelang es mit Panzern und Kfz. auf der Rollbahn von Spasskaja aus, Versorgungsgüter zuzuführen, danach mussten Transportflieger die Versorgung aus der Luft übernehmen. Das Alarm-Rgt. Barner der 20. Inf.Div. (mot.) versuchte von Mjasno Bor aus die Verbindung aufzunehmen, was nicht gelang, da es selbst angegriffen wurde und der Übermacht nicht standhielt - Mjasno Bor ging verloren und der westlich der Rollbahn gelegene Ortsstützpunkt Semtizy, der vom III./Inf.Rgt. 422 verteidigt wurde, mit Ljubzy beim XXXVIII. AK der südliche Eckpfeiler am Wolchow-Einbruchsraum war. Die beiden Bataillone des Alarm-Rgt. Barner wurden der Pz.Kampfgruppe Bayer (ehem. Hendrischke) zugeführt. Von dieser war die 5./Schtz.Rgt. 5 und die 1./Pz.Art.Rgt. 2 in Mostki zurückgeblieben und dem Kommandeur des II./Inf.Rgt. 287 unterstellt worden.
      Gen.Oberst v. Küchler befahl die Unterstellung aller nördlich des Wolchow-Einbruchs haltenden Divisionen (215. und 61. Inf.Div.) unter das Gen.Kdo. I. AK und mithin der 18. Armee. Der 215. Inf.Div. (Gen.Lt. Knieß) wurde die Führung im Festen Platz Mostki - Ljubino Pole übertragen; der Versuch, die Lücke durch Angriff der KGr. Anders zu schließen, scheiterte. Lediglich das III./Inf.Rgt. 380 gelangte nach Mostki, wurde abgeschnitten und verblieb dort. Sein verwundeter Kommandeur, Hauptmann Herb, musste die Stelle des gefallenen Kdr. des II./Inf.Rgt. 286, Hptm. Fischer, als Kampfkommandant in Mostki übernehmen. Die Seele des Widerstandes war Major d. Sch.Pol. Pannier, Kdr. des I./Pol.Schtz.Rgt. 2 in Ljubino Pole, der später dafür mit dem RK des EK ausgezeichnet wurde.

      "Von Stützpunkten wie Ljubino Pole und Mostki spricht in diesen Tagen die ganze Armee", berichtet Gerhard Lubs in seiner Geschichte eines pommerschen Regiments. Da sich der Plan, mit der 254. Inf.Div. entlang der Rollbahn von Norden nach Süden anzugreifen, um die Lage zwischen Nowgorod und Tschudowo zu bereinigen, aus unbekannten Gründen nicht verwirklichen ließ, gab das AOK 18 der an der Newa-Front eingesetzten 96. Inf.Div. den Befehl, unter Oberst Köchling mit seinem Rgts.Stab (Inf.Rgt. 287) und dem Nachr.Zug des Inf.Rgt. 284 einen Brigade-Stab zu bilden, um unter dem Gen.Kdo. des I. AK mit unterstellten Kampfgruppen die Verbindung mit dem Festen Platz Mostki - Ljubino Pole herzustellen. Der Feste Platz wurde ihm unterstellt, ebenso die Kampfgruppe Becker unter dem Kdr. der Pz.Jg.Abt. 215.
      Zugeführt wurde von der aus Frankreich eingetroffenen 225. Inf.Div. das Inf.Rgt. 377 unter Oberst Schoepffer, das den Auftrag erhielt, den Feind über die "Kleine Rollbahn" nach Süden anzugreifen, um sich in den Besitz des Flugplatzes Spasskaja zu setzen, während Oberstlt. Becker mit seiner KGr. das Bahnwärterhaus nehmen konnte, aber die Verbindung mit den Verteidigern von Mostki herzustellen gelang nicht; die "Fingerstellung" zwischen Bahndamm und Straße südlich Spasskaja verteidigte die Kampfgruppe "Feldherrnhalle" unter dem Stab des III. Btl. des Inf.Rgt. 271 der 93. Inf.Div.
      Außerdem verstärkten Art.Rgt. 215 mit Heeres-Artillerie unterstützte eine Abteilung (8,8-cm) der 2. Flak-Div. des Gen.Maj. v. Rantzau sowie eine Einheit der II./Pz.Rgt. 203 die Brigade.
      Oberst Eberhard Schoepffer wurde zum Kampfkommandant von Spasskaja Polist ernannt; die Bedeutung seines Auftrages erkannte er am fernmündlichen Anruf des Obersten Befehlshabers, der ihn auf die Wichtigkeit des Haltens seiner Stellung ausdrücklich hinwies. Oberst Köchling entschloss sich zur Wiederholung des Angriffs durch den dichten Sumpfwald ca. 3 km westlich des Bahndammes und bildete dazu die Kampfgruppe Köppel mit dem Stab des Inf.Rgt. 423 der 212. Inf.Div., dem III./Inf.Rgt. 284 der 96. Inf.Div., I./Inf.Rgt. 377 der 255. Inf.Div. und dem III. Btl. des Pol.Schtz.Rgt. 3 der SS-Pol.Div. Bei der Einweisung des Kommandeurs des III./284, Hptm. Hirthe, durch Oberst Köchling war der Chefadjutant der Wehrmacht beim Führer und Obersten Befehlshaber, Gen.Maj. Schmundt, zugegen. Der KGr. wurden die Einheit des Pz.Rgt. 203 mitgegeben, die sich nunmehr auf zwei Schneisen durch meterhohen Schnee ihre Wege bahnen musste.
      Auf dem Flugplatz Spasskaja Polist wurden in diesen Tagen -57° C gemessen. Unterwegs war die 11./Pol.Schtz.Rgt. 3 an der Marschstrecke des Pol.Scht.Btl. zur Bildung des Stützpunktes Erbe ausgeschieden, während auf auf der Marschstrecke der zwei Heeres-Bataillone der verstärkte Zug Voigt der 10. (Ski)/Inf.Rgt. 284 am Punkt 37,8 ca. 2 km westlich Spasskaja Polist, den Stützpunkt "Spinne" bildete, der noch eine wichtige operative Bedeutung erlangte.
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      Fortsetzung folgt.
      MfG Uwe
    • Die Besatzungen von Mostki und Ljubino Pole wurden am 3. und 4. Februar abgelöst. Nur einmal gelang es einer Schlitten-Kolonne, auf dem Marschweg die Versorgung zuzuführen, dann standen der Feste Platz und die beiden Waldstützpunkte als "Inseln im Roten Meer". Die Kämpfe sind von Hartwig Pohlmann in der Geschichte der 96. Inf.Div. und von Friedrich Husemann in der Geschichte der 4. SS-Pol.Pz.Gren.Div. (Die guten Glaubens waren, Bd. I) niedergeschrieben und daraus ist ersichtlich, warum der "Feste Platz" Mostki - Ljubino Pole am 12.02.1942 auf eigenmächtigen Entschluss des Oberst Köppel geräumt wurde; er wurde dreimal deswegen vor ein Kriegsgericht gestellt und fiel trotz Freispruchs in Ungnade (Pohlmann). Die Kampfgruppe musste sich auf ihrem Rückmarsch durch das ausgedehnte Waldlager der aus Fernost stammenden sowjet. 374. Schützen-Division durchkämpfen, bis sie im Stützpunkt "Spinne" Aufnahme fand.
      Nunmehr als Kampfgruppe Böhme - "Feldherrnhalle" - waren "Spinne" und Spasskaja Polist nördliche Eckpfeiler am Wolchow-Einbruchsraum. Die Brigade Köchling, die nach Verwundung des Kommandeurs Oberst Hippler (Inf.Rgt. 504 von der 291. Inf.Div.) übernahm, deren Nachbar die Brigade Scheidies wurde, gehörte ab dem 12. Februar 1942 zur Gruppe Haenicke (Kdo. 61. Inf.Div.). Zur gleichen Zeit, da die KGr. an der "Spinne" eintraf, die bisher "unter Fahnenjunker-Uffz. Voigt" [der Verfasser] verteidigt worden war (Husemann), hatten ca. 80 km weiter nordwestlich die Spitzen des russ. XIII. Kavallerie-Korps (Gussev) Nowinka erreicht. Das heißt, bereits durch die Lücken beiderseits des Riegels Ljubino Pole - Mostki hatten die Reiter-Schwadronen mit einer Ski-Brigade die von deutscher Seite für unzugänglich gehaltenen Sümpfe überwunden und drangen gegen den Orodesh, einem Nebenfluss der Luga, vor, wo sie auf die Alarm-Einheiten aus Trossen, Bau-Truppen, Polizei-Verbänden u.a.m. trafen, die der Befehlshaber rückw. Heeresgebiet 101 (Gen.d.Inf. z.V. v. Roques) aufgeboten hatte, darunter das Ski-(Schützen-)Bataillon der Luftflotte 1 ("Lw.Ski-Btl.").
      Der Lfl.Chef, Gen.Oberst Keller, hatte in seiner Beurteilung der Tichwin-Offensive die Notwendigkeit der Winterbeweglichmachung der Infanterie richtig erkannt. Um dem Heer wirksam zu helfen, hatte er in den ihm unterstellten Lw.Truppen die Ski-Sportler aufgefordert, sich für die Aufstellung eines Verbandes der Luftwaffen-Infanterie zu melden; so fanden sich genügend Freiwillige, überwiegend Club- bzw. Vereinsmitglieder des Deutschen Ski-Verbandes aus allen deutschen Landesteilen zusammen. Das Ski-(Schtz.)Bataillon der Luftflotte 1 war einer der ersten Alarm-Verbände der Luftwaffe. Es wurde außer zu Sicherungsaufgaben besonders zur Feindaufklärung und Geländeerkundung verwandt. Sein Einsatz erfolgte in der 285. Sich.Div. des Gen.Lt. z.V. Edler Herr und Freiherr von Plotho mit dem Landesschützen-Bataillon 638, unterstützt vom Stab der I. Abt. des Art.Rgt. 225 mit 2. und 3. Bttr. am Oredesh, ca. 50 km ostwärts Luga in der KGr."Luga", um Teile der sowjet. 23. Schützen-Brigade des XIII. Kav.Korps des russ. Gen.Maj. Gussev aus den Dörfern im Raum Sagorodzy - Sapolje - Petschkowa zu vertreiben. Bis dahin - 100 km tief - waren die Angriffsspitzen des Kav.Korps Gussev vorgestoßen. In der vom Kdr. der 285. Sich.Div. zusammengerafften Gefechtsgruppe Brückner unter dem Kdr. der Pz.Jg.Abt. 126 kämpften die Lw.Ski-Schützen später außer den Lds.Schtz. mit der Entgiftungs-Abteilung 101 und Tross-Alarmeinheiten der 126. Inf.Div. Bereits vor dem erfolgreichen Angriff bei Petschkowa am 07. Februar hatte das Lw.Ski-Btl. eine Kompanie an die 18. Inf.Div. (mot.) nach Staraja Russa abgeben müssen. Der Luftflotte 1 wurde deshalb das ab 18.01.1942 in Tarnowitz aufgestellte Feldbataillon d. Lw. Neudörffer zugeführt und der 16. Armee (HGr. Nord) zur Verfügung gestellt.
      Nach Eingliederung der Schützen-Kompanie z.b.V./Lfl. 1 bei der 81. Inf.Div. nordwestlich Staraja Russa (s.Teil X) wurde das Schützen-Bataillon z.b.V. der Lfl. 1 unter Major Neudörffer mit seinen 4 Kpn. zur 18. Armee beordert und dem Kom.Gen. des XXXVIII. AK unterstellt. Als eine Neuaufstellung wurde das Schützen-Bataillon III der Lfl. 1 zur Ablösung des Lw.Ski-Btl. im Abschnitt Sagorje - Wolkowo bei der Gef.Gr. Brückner eingesetzt, da das gesamte Ski-(Schtz.)Btl. d. Lfl. 1 beim X. AK Verwendung finden sollte. Das Schtz.Btl. z.b.V. d. Lfl. 1 war am 20. März 1942 in Podberesje eingetroffen. Vorher hatte sich dort das II./Inf.Rgt. 220 der 58. Inf.Div., das spanische II./Inf.Rgt. 269 der "Blauen Division" (250. Inf.Div.) und die 14. Kp. des Inf.Rgt. 376 der 225. Inf.Div. sowie die Kampfverbände des Führer-Begleitbataillon und Masse des Begleitbataillon "RFSS", die Legion "Flandern" und die verstärkte SS-Flak-Abteilung "Ost" der 2. SS-Infanterie-Brigade (mot.) versammelt, um der 58. Inf.Div. (Gen.Maj. Altrichter) zur Verfügung gestellt zu werden, die mit Teilen der 126. Inf.Div. (Gen.Lt. Laux) und der 250. "Blauen Division", die unter Gen.Maj. Muñoz-Grandes Nowgorod verteidigte sowie weiteren Teilen der 20. Inf.Div. (mot.) des Gen.Maj. Jaschke u.v.a. als Gruppe Altrichter den Großangriff des XXXVIII. AK mit dem I. AK zur Schließung der Lücke zwischen den Eckpfeilern Krutik und Semtizy im Süden und dem Stützpunkt "Spinne" und Spasskaja Polist im Norden führte, um die sowjet. 2. Stoßarmee mit Teilen der 52. und 59. Armee und das XIII. Kav.Korps des russ. Gen.Maj. Gussev einzuschließen und zu vernichten.
      Gen.Oberst Küchler hatte alle Kräfte der 16. Armee nördlich des Ilmen-Sees dem AOK 18 unterstellt gehabt, so dass die Gegenoffensive am Wolchow einheitlich von Gen.d.Kav. Lindemann durchgeführt werden konnte. Schwerpunkt im Norden war Stützpunkt "Spinne", dessen Sicherung außer dem III./Inf.Rgt. 284 (Hptm. Hirthe) von zwei weiteren Bataillonen der 96. Inf.Div. und zwei zugeführten Btlen. der 81. Inf.Div. sowie einem Btl. der SS-Pol.Div. von Oberstlt. Arning (mit Stab Inf.Rgt. 24 der 21. Inf.Div.) gesichert wurde. Die Regiments-Gruppe Arning hatte die Bereitstellung der Gruppe Wünnenberg aus Masse der SS-Pol.Div. und der KGr. v. Holwede der 20. Inf.Div. (mot.) gedeckt. Der Verfasser [H. Voigt] hatte als Zugführer der 10.(Ski)/Inf.Rgt. 284 mit Spähunternehmungen an der "Spinne" dazu beigetragen.
      Die Wolchow-Offensive der 18. Armee mit beiden AK's hatte am 16. März mit Unterstützung des I. Flieger-Korps (Gen.d.Flg. Förster) bei Temperaturen von -52° C begonnen. Das Schtz.Btl. z.b.V. d. Lfl. 1 traf also auf dem Schauplatz ein, als der Großangriff begonnen hatte, und griff sogleich in die Kämpfe der Gr. Altrichter ein.
      Die Gruppe Altrichter hatte im Anschluss an das verst. Inf.Rgt. 424 bei Krutik das Inf.Rgt. 209 und an der Rollbahn das Inf.Rgt. 220, westlich - bei Semtizy - das Inf.Rgt. 154 in vorderster Linie eingesetzt, während ihre beide Flanken von den dem Kdo. der verst. 58. Inf.Div. unterstellten Inf.Rgtern. 424 und 422 der 126. Inf.Div. gedeckt wurden. Auch die 126. Inf.Div. war mit ihrem verbliebenen Inf.Rgt. 426 und weiteren unterstellten Truppenteilen im Abschnitt Bol. und Mal. Samoschje [Groß u. Klein Samoschje] beteiligt; sie hatte zuvor die KGr. Burk an die Gr. Altrichter für den Einsatz an der Rollbahn abgegeben, um das Inf.Rgt. 209 (Oberst Kreipe) herauszulösen, das seinem beim Inf.Rgt. 154 eingesetzten II. Btl. unter Hptm. Materne folgen sollte, das schon am 19. März 1942 um 16.45 Uhr an der "Dora"-Schneise westlich Ljubino Pole einen Stoßtrupp der 5. Kp. des Pol.Schtz.Rgt. 2 die Hände gereicht hatte.
      Mit dem Pol.Schtz.Rgt. 3 und dem Inf.Rgt. 209 an ihren inneren Flügeln hatten die taktischen Gruppen Wünnenberg und Altrichter die Westfront des 3 bis 4 km breiten Schlauches zwischen den Armee-Korps gebildet, deren Trennungs-linie zwischen den Gen.St.Offz. (Ia) der SS-Pol-Div. und 58. Inf.Div. an der "Friedrich"-Schneise festgelegt wurde. Die Kampfgruppe Burk war an der Ostfront des "Schlauchs" zwischen dem verst. Inf.Rgt. 424 und der links benachbarten KGr. "Ost" unter dem Oberstlt. d. SchP. Freitag mit Stab des Pol.Schtz.Rgt. 2 in Stellung gegangen. SS-Ostubaf. Burk hatte den Auftrag, westlich Mjasno Bor, bei Teremez Kurljansk, eine tief gestaffelte Abwehrfront aufzubauen. Es ist anzunehmen(?), dass das Schtz.Btl. z.b.V. d. Lfl. 1 zunächst daran beteiligt war.
      Der russische Oberbefehlshaber im Kessel. Gen.Lt. Klykov, zog Eliteverbände der 3. Stoßarmee und die 7. Garde-Tankbrigade an der Gluschiza westlich des Punktes 40,5 zusammen, um den tödlichen Riegel der Deutschen auf seinem lebenswichtigen Versorgungsweg auf der "Erika"-Schneise aufzubrechen.
      Die sowjetische Wolchow-Front zog ebenfalls starke Infanterie- und Panzerkräfte vor der Ostfront des "Schlauches" zwischen Mjasno Bor und Mostki - dort Schwerpunkt - für den gleichzeitigen Entsatzangriff zusammen. Mit zusammengefassten Kräften griffen die Rotarmisten am 25. März mit starker Artillerieunterstützung die Naht zwischen beiden Korps an. Die Verteidiger, durch vorangegangene Kämpfe sehr geschwächt, waren auch zahlenmäßig dieser Übermacht nicht gewachsen. "In den Morgenstunden des 27.03. brach der Feind mit Panzern erneut von Westen her längs des nördlichen Versorgungsweges ("Erika"-Schneise) durch.
      Nach heftiger Artillerievorbereitung griff der Russe gleichzeitig auf der gesamten Ost- und Westflanke der Gruppe Wünnenberg an", berichtet Husemann im I. Bd. seines Buches (Die guten Glaubens waren). Doch das gilt mehr noch auch für das Inf.Rgt. 209 (Oberst Kreipe), das bei diesen schweren Kämpfen zersprengt worden ist.
      Da dieser Tag dem Schtz.Btl. z.b.V. d. Lfl. 1 als Nahkampftag angerechnet worden ist, ist bestätigt, dass es an den Kämpfen zwischen "Dora"- und "Friedrich"-Schneise unter dem Befehl des Kdr. des Inf.Rgt. 154, Oberst Erdmann, beteiligt war. Bei den Kämpfen zwischen den 27. und 29.03.1942 verlor es 50% seines Bestandes an Toten und Verwundeten, darunter 8 Offiziere, von denen die Kp.Chefs Oblt. Vogel (1.) und Oblt. Kempf (3.) - gefallen sind.
      Der weitere Einsatz des Bataillons erfolgte an der Westfont des "Schlauchs" im Abschnitt des zerschlagenen Inf.Rgt. 209, von dem ca. 200 Mann, darunter Offiziere und Unteroffiziere, nach Norden in den Abschnitt der Kampfgruppe "West" (Stab Pol.Schtz.Rgt. 3) des Oberst d. SchP. Borchert zusammen mit den Resten von drei Pol.Schtz.Btlen. abgedrängt und damit von der 58. Inf.Div. abgeschnitten worden sind. Den schwachen Kräften der Divisionen gelang es auch in den folgenden Tagen nicht, die über 2 km breite Lücke beiderseits der "Erika"-Schneise zu schließen.
      Die Gruppe Altrichter baute u.a. mit den Lw.Schützen "z.b.V." eine neue Sperrfront südlich der "Dora"-Schneise auf. Von der Truppe unverstanden waren die Ablösungen des Kom.Gen. des XXXVIII. AK und des Kommandeurs der verstärkten 58. Inf.Div., die ihr Bestes gegeben hatten; General v. Chappuis nahm sich wegen dieser Kränkung in Magdeburg das Leben.
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      Fortsetzung folgt.
      MfG Uwe
    • Gen.Lt. Haenicke, Kdr. der 61. Inf.Div. und Fhr. der nach ihm benannten takt. Gruppe, wurde neuer Kom.Gen. Oberst v. Graffen (Arko 18) übernahm die Führung der verst. 58. Inf.Div., bislang Fhr. der nach ihm benannten Untergruppe mit einem Sich.Rgt., Pi.Btlen. und dem aus den selbständigen Bewährungs-Kompanien 510, 520, 530 und 540 entstandenen Infanterie-Bataillon 540 z.b.V. der Bew.Tr. 500 (siehe Teil III) unter Oberstlt. Schaffranek (?) als Teil der Polizei-(Korps-)Gruppe "General Jeckeln" des HSSPF Ostland und Russland-Nord (siehe Teil VIII) - beim L. AK an der Kronstädter Bucht. Das Inf.Btl. 540 z.b.V. war von General Lindemann dem I. AK zugeführt worden, das nun von Gen.d.Kav. Kleffel befehligt wurde, des es dem Kommandeur der SS-Pol.Div., Gen.Maj. d.Pol. Wünnenberg, unterstellte.
      Das Inf.Btl. 540 z.b.V., das noch im März der Gruppe Wünnenberg, zunächst als Div.Reserve, zugeführt worden war, wurde zur Ablösung der bislang an der "Friedrich"-Schneise eingesetzten Restteile der SS-Pol.Div. (I./3, II./3 und II./2) sowie der abgedrängten Reste des Inf.Rgt. 209 bzw. 58. Inf.Div. am Ostersonntag, 05.04.1942, dem Kdr. des Pol.Rgt. 3 über den Punkt 37,8 "Spinne" vorgeführt. "Als wenn der Russe die Ablösung gemerkt hätte, greift er das neue Bataillon am Ostermontag von Südwesten an, reißt ein Loch in die Front und stößt bis zu unserem Versorgungsweg durch. Im Gegenangriff durch herausgelöste Kräfte desselben Bataillons wird der Feind noch am selben Tage wieder vollständig zurückgeschlagen. Eine große Leistung des Bataillons."(Husemann). In den folgenden Kämpfen mit Teilen der 1. Inf.Div. unter Befehl des Kdr. der 20. Inf.Div. (mot.), Gen.Maj. Jaschke, in der Gruppe Wandel (Div.Kdo. 121) nach Ablösung der SS-Pol.Div. wurde das Inf.Btl. 540 z.b.V. nahezu vollständig aufgerieben und musste nach der Schlacht von Major Kretzschmar wieder aufgestellt werden, um nach einem gelungenen Unternehmen an der Ostfront des Wolchow-Einbruchsraumes, wahrscheinlich(?) bei der 1. Inf.Div. des Gen.Maj. Graeser, den Wolchow-Brückenkopf Grusino unter dem Kdo. der 61. Inf.Div. zu übernehmen.

      Die Öffentlichkeit hat vom Bestehen der Lw.Feldverbände erst durch die Rede Adolf Hitlers vor dem Reichstag am 30.01.1942 in der Berliner Kroll-Oper erfahren, in der durch den Obersten Befehlshaber die Leistungen der Luftwaffen-Bataillone gewürdigt wurden. Die Folge war ein in diesem Ausmaß nicht erwarteter Zustrom von Freiwilligen aus allen Waffengattungen der Luftwaffe einschließlich der Luftschutztruppe der Lg.Kdos. Die (Ersatz-)Luftflotte 10 stellte Lw.Feldverbände bzw. Lw.Einheiten in Ahlhorn, Paderborn, Gütersloh und anderen Standorten auf, um sie dem Lw.Befh. Ost und Chef d. Lfl. 1, Gen.Oberst Keller, in Riga für die HGr. Nord zum Einsatz beiderseits des Ilmen-Sees zur Verfügung zu stellen.
      Der RM Göring beabsichtigte, dem schwer kämpfenden Heer über den bisherigen Einsatz der Lw.Kampfgruppen bzw. Lw.Gefechtsverbänden und das Lw.Infanterie-Lehrregiment "Moskau" hinaus durch Aufstellung von Feldregimentsstäben und Feldbataillonen d. Lw. schnell zu helfen. Da der Infanterie-Einsatz nicht in die Zuständigkeit des Inspekteurs der Fallschirm- und Luftlande-Truppen [Fsch.- u. LL-Tr.], Gen.Lt. Student, Kom.Gen. des XI. Flieger-Korps, fiel, ernannte Göring den Gen.Maj. Ramcke zum Inspekteur der Lw.Feldverbände. Für die Aufstellung in Zusammenarbeit mit dem Befehlshaber des Ersatzheeres war die (Ersatz-)Luftflotte 10 zuständig und verantwortlich. Es waren nicht nur Freiwillige aus allen Waffengattungen der Luftwaffe - außer Fliegertruppe und Flak-Artillerie - die auf verschiedenen Tr.Üb.Pl. versammelt wurden. Die Luftwaffe nahm die Gelegenheit wahr, alle kriegsgerichtlich verurteilten Soldaten, die wegen der Höhe des Strafmaßes nicht zur Bewährungstruppe 500 versetzt werden musste, in einige dieser Feldbataillone zu versetzen, sehr zum Missfallen der Kommandeure, die sich z.T. energisch, aber ergebnislos beschwerten. Auf diese Weise entstanden, ohne dass die Luftwaffe offiziell eine eigene Bewährungstruppe hatte, einige Feldbataillone d. Lw."mit Bewährungscharakter", wie ein solches in dem Schtz.Btl. z.b.V. der Lfl. 1 bereits im Truppenversuch bestand und als Modell diente. Erst am Ende dieser Entwicklung sollte ein selbständiger Bewährungsverband der Luftwaffe stehen, welcher in Stalingrad unterging.
      Inzwischen war auf Befehl des Gen.Maj. Meindl als Kdr. der Gruppe der Lw.Feldregimenter Oberst Leesemann beim XXXVIII. AK eingetroffen, um die Führung der beim Korps eingesetzten Lw.Erdkampfverbände als das Feldregiment d. Lw. 4 zu übernehmen. Das Schützen-Bataillon z.b.V. der Luftflotte 1 (= Schtz.Btl. II d. Lfl. 1) wurde I. Btl. Feld-Rgt. d.Lw. 4 das an das X. AK für das Unternehmen "Brückenschlag" zur Befreiung des II. AK bei Demjansk abgegebene Lw.Ski-Btl. (= Schtz.Btl. I d. Lfl. 1) des Hptm. Matz wurde II. Btl. Feld-Rgt. d.Lw. 4. Oberst Leesemann brachte 2 Feldbataillone mit, die er als III. und V./4 d. Lw. in sein Regiment eingliederte. Das IV./4 d. Lw. wurde beim X. AK dem Kdo. der 18. Inf.Div. (mot.) unter Oberst v. Erdmannsdorf zugeführt und bei der ihm unterstehenden Kampfgruppe unter dem Stab des SS-"T"-Inf.Rgt. (mot.) 3 des SS-Ostubaf. Becker zusammen mit einer Ski-Kp. des II./4 und dem aus der Heimat eingetroffenen III. Btl. Feld-Rgt. d. Lw. 5 (III./5) eingesetzt. Die KGr. Becker hatte mit anderen Teilen der SS-"Totenkopf"-Division des SS-Gruf. Eicke die von Tichwin angekommene 18. Inf.Div. (mot.) gegen Angriffe der sowjet. 27. Armee nordwestlich Staraja Russa verstärkt, aber nun im Raum Derewkowa an der Cholmer Chaussee südlich der Stadt zum Angriff gegen vorgedrungene Kräfte der sowjet. 11. Armee bzw. des II. Garde-Schützenkorps im Penna-Wald außer Teilen der Rgts.Einheiten und je einer Einheit der A.A. und des Art.Rgt. der SS-"T"-Div. mit den 2 Feldbataillonen d. Lw., Kradschtz.Btl. 38 der 18. Inf.Div. (mot.), FEB 5 (5. Lei. Div.) und der von Teilen der SS-"T"-Ski-Kp. verstärkten Ski-Kp. der Lfl. 1 Bereitstellung eingenommen. Sie griff am 26.01. an, stürmte die feindbesetzte Kolchose Penna und stieß beiderseits der freigekämpften Rollbahn nach Süden auf Ssokolowa vor, wo die SS-"T"-KGr. Becker dem Kdo der 5. Leichten Division des Gen.Maj. Allmendinger unterstellt wurde.
      Gleichzeitig war die dem Kdo. der 5. Lei. Div. unterstellte Kampfgruppe v. Rohr - Stab des Inf.Rgt. 174 der 81. Inf.Div. - mit I. und II. Btl., verstärkt durch die 6./Inf.Rgt. (mot.) 51 sowie einer SS-"T"-Einheit und dem Stab "Lfl.Ski-Btl." - II./4 - des Hauptmann Matz mit nur einer Ski-Kp. das Polist-Flußtal aufwärts nach Südwesten in den Raum Dretino vorgestoßen, wo die Lw.Ski-Kp. Kropfgans nach Kobjakina vorgeschoben wurde. Zum Schutze des Flugplatzes im Süden der Stadt Staraja Russa hatte sich unter dem tatkräftigen Fliegerhorst-Kdt. das Bodenpersonal zur Verteidigung eingerichtet und wehrte Vorstöße der schnellen sibirischen Ski-Jäger ab, während auf der verschneiten Piste "Ju 52" im An- und Abflug waren. Sie wurden von den zuerst eintreffenden Teilen der SS-"T"-A.A. (mot.) verstärkt, bis das Lw.Bau-Btl. 6/I von der 81. Inf.Div. herangekommen war (siehe Teil X).
      Auf Antrag der Luftflotte 1 wurde vom AOK 16 aus der Gruppe der Lw.Feldregimenter der Lw.Feld-Rgt.Stab 2 (Oberst Kleesmann) mit dem Feldbataillon d. Lw. 2zum X. AK beordert und dort dem Kdo. der 18. Inf.Div. (mot.) des Oberst v. Erdmannsdorff unterstellt. Oberst Kleesmann, der das Feld-Btl. d. Lw. 2 als I. Btl. - I./2 - in sein Regiment eingliederte, verfügte außer dieses zunächst nur über das Lw.Bau-Btl. 6/I und den Fliegerhorst-Kampfverband "Staraja Russa", die am Südrand des Flugplatzes bei Bol. Kosanka - Kolchose Porussje eingesetzt wurden. Zwei ihm zugeführte Ski-Kpn. des II./4 wurden von ihm dem benachbarten SS-Pol.Rgt.Stab "Nord" und dem Kdr. der SS-"T"-A.A. (mot.) an der Ostfront des "Festen Platzes" unterstellt. Weitere zugeführte Verbände, die für die Feldregimenter der Luftwaffe 1 bis 5 bestimmt, waren das IV./1 und - kurzfristig - das I./5 (sp. zum Sich.Rgt./X. AK). Das von Mal. Kosanka nach Süden entlang dem Porussja-Ufer eingesetzte I./2 wurde zunächst dem Stab des Jg.Rgt. 56 (5. Lei. Div.), danach dem Stab des Inf.Rgt. 368 (281. Sich.Div.) in der verstärkten 18. Inf.Div. (mot.) unterstellt.
      Dem Verfasser [Voigt] unerklärlich sind die auf den erhaltenen Lagekarten der 18. Inf.Div. (mot.) gemachten Einzeichnungen des Gef.Standes der Lw.Kampfgruppe Kleesmann (Stab Feld-Rgt. d.Lw. 2) als "Lw. 14",
      wofür sich kein Beleg finden ließ.
      Erneut versuchte der Feind mit dem Angriff der 59. Armee nördlich Mostki am 14.04.1942 durch seine 376. Schützendivision und 7. Garde-Tankbrigade, koordiniert mit Angriffen von 4 Schützendivisionen aus dem Kessel her,
      den nördlichen Keil - das I. AK - abzuschneiden, was zu gefährlichen Krisen führte und das am 27.03. mit lediglich noch 52 Mann von der "Spinne" abgelöste III./Inf.Rgt. 284 des Hptm. Hirthe aus dem "General-Haenicke-Lager" herausgerissen und in vertrautem Gelände wieder eingesetzt wurde, um den Feindvorstoß abzufangen.
      Während dieser Kämpfe stand das Feld-Rgt. d. Lw. 4 mit Front nach Westen und sicherte auch die Westflanke der verst. 58. Inf.Div., als diese am 30.05.1942 zum Angriff nach Norden antrat, um am 31.05. der nach Süden
      mit Teilen der 1. Inf.Div. und dem Inf.Btl. 540 z.b.V. angreifenden 20. Inf.Div. (mot.) an der "Erika"-Schneise die Hand zu reichen. Damit war der Wolchow-Kessel endgültig geschlossen. An dieser Angriffshandlungen war das Feld-Rgt. d. Lw. 4 nicht beteiligt.
      Das an der Westfront des "Schlauches" eingesetzte I./Feld-Rgt. d. Lw. 4 (= bisheriges Schtz.Btl. z.b.V. der Lfl. 1) war ebensowenig "Bewährungs-Truppe" wie die le.Flak-Ausb.Abt. 699 in Aßling oder die Frontflieger-Sammelgruppe in Quedlinburg/Harz. In ihm konnten jene Delinquenten sich rehabilitieren, die den Bestimmungen nach nicht Frontbewährung "in einem Bewährungs-Bataillon", d.h., bei der Bewährungstruppe 500, leisten mussten, um sich eines Gnadenerweises würdig zu erweisen. Es handelte sich also um eine normale fechtende Truppe mit "Bewährungstruppenchartakter". Dieser Status ist bis Sommer 1942 beibehalten worden. Die Besonderheit dieses Verbandes bestand darin, dass der Bataillons-Kdr. die Befugnisse eines Regiments-Kdr. hatte, wie dieses in der Bewährungstruppe üblich war.
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      Fortsetzung folgt.
      MfG Uwe
    • Teil XII

      Im Stützpunkt "Spinne" las der Verfasser [Horst Voigt] in der Feldzeitung der 18. Armee "Die Front" den Bericht der Propaganda-Kompanie 621 über das Lw.Ski-Bataillon - (Ski)Schtz.Btl. I der Lfl. 1 - das in Solzy von finn. Instruktions-Offizieren und -Unteroffizieren unter der Aufsicht des Lfl.Chefs Gen.Oberst Keller (Träger des "Pour le Mérite"), der von Riga des öfteren mit seinem "Fiseler Storch" herübergeflogen kam, ausgebildet worden ist. Die finnischen "Motti"-Taktik befähigte die Lw.Ski-Schützen für ihre Jagdkommandoaufgaben. Wie erinnerlich fanden auch die Schützen-Bataillone II ("z.b.V.") und III der Luftflotte 1 Erwähnung in dem Kriegsbericht. Im Gedächtnis haften blieb der Satz des Kriegsberichters: "Die Winterschlacht ist die Geburtsstunden der Schützen-Bataillone der Luftflotte 1". Bei der Umgliederung der "Gruppe der Luftwaffen-Feldregimenter" sind die Schtz.Btle. I (Ski) und II ("z.b.V.") der Lfl. 1 in II. bzw. I. Feld-Bataillon im Feld-Regiment d. Lw. 4, das Schtz.Btl. III. der Lfl. 1 wahrscheinlich (?) in V. Feld-Btl. im Feld-Regiment d. Lw. 5 umbenannt worden.
      Aber die Ausbildung der Ski-Schützen kam nicht zum Abschluss, da aufgrund des Vorstoßes des sowjetischen XIII. Kavallerie-Korps mit einer Ski-Brigade in Richtung Luga - Jamburg das Schtz.Btl. I der Luftflotte 1 - o. 1 Kp. - an die 285. Sich.Div. abgegeben werden musste. Es traf um den 27.01.1942 in Luga, beim Feldkommandanten, Oberst d.R. Landfried, ein. Das Kdo. der 285. Sich.Div. hatte die Masse seiner Landes-Schützen wie auch sein Inf.Rgt. 322 mit der III./Art.Rgt. 207 an besonders gefährdete Frontabschnitte abgeben müssen und verfügte selbst nur noch über drei Lds.Schtz.Btle. Ostmärker und Sachsen älterer Jahrgänge sowie das ihm unterstellte Feld-Sonderbataillon (siehe Teil I). Mit den Luftwaffen-Skischützen trafen eine Pz.Kp. mit Beute-Panzern und eine Reiter-Hundertschaft Volksdeutscher und antibolschwistischer Angehöriger aus Ostvölkern ein, die als Sowjetsoldaten aus der Kriegsgefangenschaft sich gemeldet hatten. Der Kommandeur des Lw.Ski-Btl., Hptm. Schiweck, erhielt am 01. Februar den Befehl, über Oredesh in Richtung Jam Tessowo auf Ski vorzugehen, um den anrückenden Feind aufzuhalten. Die besondere Schlagkraft des Lw.Ski-Btl. lag bei den Fla.Geschützen seiner schweren Kompanien.
      Das Lw.Ski-Btl. bildete mit den genannten Einheiten und den in Teil XI erwähnten Kräften, Lds.Schtz.Btl. 638 unter Major Schäfer und 2 Bttrn. der I./Art.Rgt. 225 unter dem Abteilungskommandeur, Hauptmann Prieß, die Kampfgruppe "Luga" der 285. Sich.Div.
      Die KGr. "Luga" erhielt zunächst den Auftrag, die dem Div.Kdo. 285 unterstellte Troß-Gefechtsgruppe unter dem Kdr. der Pz.Jg.Abt. 126, Major Brückner, zu unterstützen. Ihr wurde ein Kommando der Geheimen Feldpolizei [GFP] unterstellt.
      Zur Troß-Gef.Gr. Brückner gehörte u.a. die Entgiftungs-Abt. 101 der Nebel-Truppe unter Major Chukracky, die im Raum Sagorodizy stand (siehe Teil XI): Generalleutnant z.V. Edler Herr u. Frhr. v. Plotho verlegte den Div.Gef.Stand nach Oredesh, ein vorgeschobener Gef.Stand wurde vom 1. Gen.St.Offz., Oberstleutnant i.G. Arntzen, in Pristan eingerichtet. Das Div.Kdo. 285 wurde dem Gen.Kdo. das XXXVIII. AK in Raglitzy unterstellt.Oberst d.R. Landfried, Feldkommandant, wurde als Kampfkommandant in Luga bestimmt. Nach Herauslösung des Stabes der Pz.Jg.Abt. 126 zu anderer Verwendung wurden die Troß-Alarmformationen der 126. Inf.Div. der 285. Sich.Div. zugeteilt, die Entgiftungs-Abt. 101, mit deren Führung wegen Versagens ihres Kommandeurs ein junger Leutnant vorübergehend beauftragt werden musste, in die KGr. "Luga" eingegliedert.
      Nachdem eine Kompanie an das Kampfgeschwader 1 "Hindenburg" beim X. AK in Staraja Russa hatte abgegeben werden müssen, verfügte der Btl.Kdr., Hauptmann Schiweck, außer der schweren nur noch über 2 leichte Ski-Kompanien, mit denen das Lw.Ski-Btl. am 07. Februar den Angriff zur Rückeroberung von Sagorje und Filippowitschi durchführte. Die feindlichen Reiter stoben in Richtung Nordosten davon, an ihrer Stelle aber setzte der Feind Schützen ein. Die beiden Lw.Ski-Schtz.Kpn. wurden vom Div.Kdr. zum weiteren Angriff auf Wolkino angesetzt, das am 13.02.1942 nach zwei-stündigen Kampf genommen wurde. Doch gelang es dem Feind, wieder in den Ort einzudringen und die Lw.Ski-Schtz. zum Ausweichen auf Ljutka zu zwingen, wobei sie schwere Verluste erlitten. Der Div.Kdr. nahm die Lw.Ski-Schtz. und die Lds.Schtz. auf die Ausgangsstellungen zurück. Vom Lw.Ski-Btl. wurde Hauptmann Fritsch zum Kommandanten des "Fünfdörfer"-Stützpunktes ernannt, der von der Entgiftungs-Abteilung 101 gehalten wurde.

      Die 285. Sich.Div. hatte mit der links von ihr eingesetzten Gruppe v. Basse (Kdo. 225. Inf.Div.) nördlich Kremeno nur Spähtruppverbindung in einem schier ungangbaren Sumpfgelände unter Tiefschnee. Die KGr. "Luga" hatte am 17.02. einen besonders schweren Angriff abzuwehren. Wegen anderweitiger Verwendung südlich des Ilmen-Sees wurde das Lw.Ski-Btl., nunmehr unter Hptm. Matz (siehe Teil XI), vom Schtz.Btl. III der Luftflotte 1 (ca. 1.000 Mann) abgelöst. Dieses war ein winterbeweglicher Verband mit Skiläuferteilen und Schlittengespannen. Mit diesen Lw.Schützen trafen weitere Verstärkungen ein, neben Pionieren u.a. auch die übrige nachgeführte Batterie der I. Abt. des Art.Rgt. 225. Die Entgiftungs-Abt. 101 wurde am 21.03.1942 vom Schützen-Btl. Neumeister der 12. Pz.Division abgelöst und letzteres damit Nachbar der Lw.-Schützen.
      Die bei der Luftflotte 1 zur Unterstützung der HGr. Nord bis Dezember 1941 am Ladoga-See und an der Newa zunächst unter dem Kommando der 96. Inf.Div. (Gen.Lt. Schede) eingesetzt gewesenen Fallschirmjäger der 7. Flieger-Division, ohne Fsch.Jg.Rgt. 2 und das II./Fsch.Jg.Rgt. 1 und das II./LL-Sturm-Rgt. des XI. Flieger-Korps waren erst am 25. Oktober 1941 dem vom Heer übergetretenen Gen.Maj. Petersen unterstellt worden, so dass eine Teilung des Newa-Abschnitts möglich geworden war, aus dem letzte Teile der 20. Inf.Div. (mot.), die dem Div.Kdo. 96 unterstanden, herausgelöst werden konnten.
      Die verstärkte 96. Inf.Div. gehörte noch zur Operativen Gruppe Schmidt aus XXXIX. AK (mot.) und XXVIII. AK. Den bisherigen Abschnitt des XXXIX. AK (mot.), das für den Vorstoß zur Vereinigung mit der finnischen Karelien-Armee am Swir bestimmt war, hatte das Gen.Kdo. des I. AK übernommen. Auch nach der Befehlsübernahme durch das Div.Kdo. der 7. Flieger-Div. wurden die Fallschirmjäger weiterhin von starken Kräften des Art.Rgt. 196 (Oberst Holzhausen) unterstützt, auch wurde ihm das Werfer-Regiment 70 unterstellt.
      Das durch die 2./Fsch.Fla-MG-Btl. 7 verstärkte II./LL-Sturm-Rgt. des XI. Flieger-Korps, das bei der Zerschlagung des feindlichen Newa-Brückenkopfes Petruschino, zuletzt unterstützt vom III./Inf.Rgt. 424 der 126. Inf.Div., 50% seiner Gefechtsstärke eingebüßt hatte, darunter 21 von 24 Offizieren mit ihrem tödlich verwundeten Kdr. Major Stentzler, und nach Oberleutnant Reinhardt von Hauptmann Frhr. v.d. Heydte geführt wurde, war unter dem Befehl des Kommandeurs Inf.Rgt. 284 (Oberst v. Chappuis), danach am Newa-Brückenkopf Wyborgskaja eingesetzt, von dort am 12. November unter Hauptmann Gröschke nach Schlüsselburg zur Verteidigung am Ausfluss des Ladoga-See in die Newa verlegt und nach blutiger Abwehr eines feindlichen Übersetzversuches aufgrund hoher Verluste am 19.11. aus der Front gezogen und im Raum Ssinjawino in Divisionsreserve genommen worden. Von den letzten im Oktober eingetroffenen Einheiten der 7. Flieger-Division hatte sich die 3./Fsch.Pi.Btl. 7 unter Oberstleutnant Steiner gegen durchgebrochene Feindkräfte am 19. November besonders ausgezeichnet.
      Seit 01. Dezember unterstand die 7. Flieger-Div. zwischen der 227. und 96. Inf.Div. dem Gen.Kdo. XXVIII. AK des Gen.d.Inf. v. Wiktorin. Bei den schweren Kämpfen gegen einen anders gearteten Feind, als ihn die Fallschirmjäger vorher kannten, hatten sie bis zur Ablösung durch die ostpreußische 1. Inf.Div. im Laufe des Dezember über 3.000 Mann an Toten und Verwundete zu verzeichnen.

      Wie schon erwähnt (s.o. Teil IX), befand sich das Fsch.Jg.Rgt. 2 (Oberst Sturm) ohne III. Btl. mit unterstellten Teilen der Fsch.Pz.Jg.Abt. 7 und dem IV./LL-Sturm-Rgt. des XI. Flieger-Korps unter Hauptmann Gericke sowie Teilen der Fsch.San.Abt. 7 bei der Luftflotte 4 zur Unterstützung der HGr. Süd unter dem Gen.Kdo. XXXXIX. Geb.Korps des Gen.Lt. Konrad in der 1. Pz.Armee des Gen.Oberst v. Kleist am Mius. Nach schweren Abwehrkämpfen im Raum Donezk ("Stalino") führte Gen.Maj. Sturm seinen Verband auf dem Heimtransport aus der Ukraine, als unterwegs der Befehl zum Abdrehen zur Luftflotte 1 für einen neuen Einsatz in Ingermanland eintraf. Die schematische Kriegsgliederung des OKH vom 22.04.1942 vermerkt zweimal "½ Fsch.Jg.Rgt. 2" beim I. AK der 18. Armee und mit dem Zusatz "im Antransport" zum XXXIX. AK (mot.) der 16. Armee. Es war beabsichtigt, die Hälfte dieser Fallschirm-Truppe in den Festen Platz Cholm zu überfliegen, doch dazu kam es nicht, da Teile eines Feldbataillons aus der Gruppe der Lw.Feldregimenter des Gen.Maj. Meindl bereits dort eingesetzt worden waren (siehe a.a.O.). Tatsächlich wurde das verstärkte Fsch.Jg.Rgt. 2 (o. III. Btl.) im Höhepunkt der Wolchow-Schlacht bei der 18. Armee der HGr. Nord als (Lw.)Kampfgruppe Sturm mit eigenen und unterstellten Bataillonen in der Gruppe Sponheimer unter dem Kdo. der 21. Inf.Div. des Gen.Lt. Sponheimer, der auch zeitweise die 11., 269. und 93. Inf.Div. angehörten, im westlichen Frontabschnitt am Tigoda-Moor unter dem Gen.Kdo. I. AK unter Gen.d.Kav. Kleffel (i.V.), ab 10. Mai dem Gen.Kdo. XXVIII. AK des Gen.d.Art. Loch, bei Lipowik verwendet. Christoph Allmayer-Beck berichtet in der Geschichte der 21. Inf.Div. ausführlicher. In schweren Kämpfen gelang es der (Lw)KGr. Loch, den Durchbruch der sowjet. 54. Armee mit IV. Garde-Schtz.Korps und ihre Verbindung mit der im Wolchow-Kessel eingeschlossenen 2. Stoßarmee zu verhindern, wie a.a.O. zu berichten ist.
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      MfG Uwe
    • Der all diesem sehr nahe gewesene Verfasser [Horst Voigt] als Stützpunkt-Kdt. bzw. Zugführer an der "Spinne" in einer KGr. der Brigade Köchling des I. AK, bevor er auf den Wolchow-Kessel zurückkommt, die Aufmerksamkeit des Lesers zunächst auf das Geschehen südlich des Ilmen-Sees bzw. auf die Ski-Schützen der Luftflotte 1 - auch "Luftflotten-Ski-Bataillon" - und andere 2 Bataillone, die das Stammpersonal für 3 Feldbataillone "z.b.V." der Lw.Bewährungstruppenoch bilden werden und vermittelt einen Eindruck über die Praxis des Bewährungswesens der Luftwaffe in derLw.Infanterie"zur Frontbewährung in der eigenen Truppe". Die an das Kampfgeschwader "Hindenburg"abgegebene Ski-Kompanie des (Ski)Schützen-Bataillons I der Luftflotte 1 war von Gen.Oberst Keller dem Kommodore, Gen.Maj. Angerstein, für die Verteidigung des von starken Feindkräften angegriffenen Flugplatzes Staraja Russa zugeführt worden. Der Kommodore bildete aus der Masse seines Geschwaders, der Fliegerhorst-Kp., der Flugtechnischen-Kp., Luftnachrichten- und Bau-Einheiten, sowie der I./Flak-Rgt. 13 (mot.), verstärkt durch weitere Kräfte der Luftwaffe nach Räumung des Flugplatzes Tuleblja sowie durch das Lw.Bau-Btl. 6/I. den Lw.Gefechtsverband Angerstein - auch "Hindenburg" genannt - unter dem Gen.Kdo. des X. AK des Gen.d.Art. Hansen. Zur Unterstützung für fehlende Artillerie setzte Gen.Maj. Angerstein seine II. und III. Gruppe "Ju 88" ein. Die 18. Inf.Div. (mot.) befand sich noch im Anmarsch.
      Aus den vorherigen Teilen dieses Beitrages (IX, X) findet der Leser die Entsprechung in den aus Alarm-Formationen entstandenen Lw.Gefechtsabteilungender Heeresgruppe Mitte. Vorläufer hatten diese bereits während der "Taifun"-Offensive, als in kritischen Lagen zur Bildung von ersten Kampfgruppen der Luftwaffezur Unterstützung des Heeres gekommen war. Schon am 10.11.1941 war der Führer einer solchen Lw.Kampfgruppe, Major Schellmann, mit dem Deutschen Kreuz in Gold (DKiG) ausgezeichnet worden.

      Ein klassisches Beispiel für den infanteristischen Einsatz der Lw.Schützen bot die wahrscheinlich (?) später in den bei Schaikowa eingesetzten Lw.Gefechtsverband Eibensteineingegliederte Lw.Gefechtsabteilung "Ssuchinitschi".Anlässlich des Durchbruchs der sowjet. 10. Armee und des I. Garde-Kavalleriekorps zwischen Belew und Kaluga bis tief in den Rücken der 2. Pz.Armee und der 4. Armee des Gen.d.Pz.Tr. Schmidt bzw. Gen.d.Geb.Tr. Kübler war jener aus Fliegerhorst-, Flugtechn.-, Ln.- und Bau-Kpn., Flak-Bttrn. sowie anderen Formationen der Luftwaffe gebildet worden, um den strategisch wichtigen Eisenbahnknotenpunkt Ssuchinitschi an der Hauptstrecke Moskau-Smolensk bzw. Roslawl-Brjansk gegen den Ansturm der Ski-Bataillone und Reiter-Regimenter des russischen Generalleutnant Below zu verteidigen.Gerade rechtzeitig traf aus Frankreich die niedersächsische 216. Inf.Div. des Generalmajors Frhr. von und zu Gilsa mit dem Inf.Rgt. unter Oberstleutnant Schaer als erster Teil im Eisenbahn-Transport ein. Dem Div.Kdr., der nur seinen Ia, Major i.G. Croßmann, bei sich hatte, fehlte der noch im Antransport befindliche Stab, als er mit den eingetroffenen Teilen seiner Division und der Lw.Gef.Abt. "Ssuchinitschi" sowie anderen Truppenteilen die Gruppe Gilsabildete, die vom AOK 4 dem Gen.Kdo. XXXX. (mot.) AK des Gen.d.Pz.Tr. Stumme unterstellt worden war, dem wie im Teil IX geschildert u.a. die Lw.Feldbrigade Schlemm mit der 10. Inf.Div. (mot.) und der 19. Pz.Div. angehörte, die den feindlichen Vorstoß vor Pessotschnaja ("Kirow") auffingen. Ssuchinitschi lag bereits 80 km hinter den russischen Angriffsspitzen in der Linie Ljudinow-Pessotschnaja-Juchnow. Das Pz.AOK 2 befahl dem XXIV. AK (mot.), im Zuge der Schließung der Lücke zur 4. Armee, die Gruppe Gilsa in Ssuchinitschi zu entsetzen. Der Kom.Gen., Gen.Lt. Frhr. v. Langermann und Erlencamp, setzte die ihm zugeführte 18. Pz.Div. und die aus Frankreich eintreffende 208. Inf.Div. sowie das verstärkte Schützen-Regiment 12 der 4. Pz.Div. dazu ein. Der Entsatzangriff mit Schwerpunkt bei der verstärkten 18. Pz.Div. des Gen.Maj. Nehring in Shisdra begann am 16. Januar 1942; am 24.01. traf die 6./Pz.Rgt. 18 der KGr. Kuzmany mit dem II./Inf.Rgt. 348 der 216. Inf.Div. zusammen.

      Walther K. Nehring berichtete im DSJB 1967, S. 52ff. darüber. In 410 Panje-Schlitten mit russischen Fahrern wurden die etwa 1.000 Verwundete und Kranke mit Erfrierungen abtransportiert, bevor am 28. Januar Ssuchinitschi geräumt werden durfte. Auch die von Nehring erwähnten "Flieger" konnten als Mitverteidiger stolz auf ihre Leistungen sein.

      Bei der 9. Armee - ähnlich wie bei der 4. Armee unter Generalmajor Schlemm - standen die beschriebenen Teile der Lw.Infanterie, als beim LVI. AK (mot.) aus dem Lw.Gefechtsverband Pirmannmit dem Rest des bei Cholminka verwundeten Hptm. Graf v. Korff gen. Schmising-Kerssenbrock verbliebene Bataillons mit Zuführung der aus Resten bestehenden 2 Einsatz-Kpn. des Schtz.Rgt. 114 Ende März ein gemischtes (Lw/Heer) Schützen-Bataillon Peineder 6.Pz.Division entstand. Unter Hptm. Peine (Heer) blieb es vorerst der 6. Pz.Div. unterstellt, das von dem als Brigade-Kdr. von der 330. Inf.Div. zurückgekehrten Oberst Frhr. v. Waldenfels vertretungsweise geführt wurde, da der Div.Kdr., Gen.Maj. Raus, infolge Herauslösung des Gen.Kdo. LVI. AK (mot.) der Gen.d.Pz.Tr. Schaal (der bei der 4. Armee den Befehl über die bei Schaikowka unterstellte Lw.Gruppe Schlemm übernahm) mit dem Rest der 6. Pz.Div. und der 328. Inf.Div. die nach ihm benannte taktische Gruppe bildete. Zur Entlastung der 9. Armee bei Rshew führte die Gruppe Raus einen Angriff, an dem mit der KGr. Unrein (Stab Schtz.Rgt. 4 der 6. Pz.Div.) das Schtz.Btl. Peine im Südabschnitt der 328. Inf.Div. beteiligt war. Schon am ersten Tag des 3-tägigen Unternehmens, am 2. Mai eroberte das Schtz.Btl. Peine Tichany, unterstützt von Sturmgeschützen und "Stukas". Mit Ablösung der 6. Pz.Div. zwecks Verlegung nach Frankreich wurde das gem. Schtz.Btl. Peine aufgelöst, die Reste der Lw.Schtz.Kpn. wurden in das vom Inspekteur derLw.Feldverbändevorläufig zur Verfügung gestellte Feldbataillon d.Lw. 5 eingegliedert, das im Abschnitt des Hauptmann Peine unter dem Kdo. der 328. Inf.Div. des Oberst Joachim v. Tresckow beim XXXXVI. AK (mot.) des Gen.d.Pz.Tr. v. Vietinghoff gen. Scheel übernahm. Wahrscheinlich (?) mit Heranziehung zur Gruppe der Luftwaffen-Feldregimenter der 16. Armee/HGr. Nord wurde dieses das II. Bataillon des Feld-Rgt. d. Lw. 5 (II./5).

      Um den "Wildwuchs" in diesem "Kampfgruppenwinter" zu steuern, hatte der RM Göring den Gen.Maj. Ramcke als Inspekteur beauftragt gehabt, auch angesichts der sich häufenden Freiwilligenmeldungen aus allen Waffengattungen der Luftwaffe mit der (Ersatz-)Luftflotte 10 und im Einvernehmen mit dem Chef der Heeresrüstung und Befehlshaber des Ersatzheeres (ChHRüst.u.BdE), Generaloberst Fromm, Feldregimentsstäbe und Feldbataillone der Luftwaffe in den Heimatstandorten (HStO) bzw. auf den Übungsplätzen (TrÜbPl) aufzustellen und infanteristisch auszubilden. Den Luftgau-Kdos. oblag die Personalbearbeitung und Auswahl.
      Erster Verband war das Feldbataillon d. Lw. 1 unter Oberstleutnant Bauer (?), ca. 800 Offiziere, Beamte, Unteroffiziere und Mannschaften aus den Ausbildungs-Regimentern, Kraftfahr-Abteilungen und technischem Personal der Luftwaffe. Die Gefechts- und Waffenausbildung führten Offiziere und Oberjäger der Fallschirmtruppe durch, die sich beim Sprungeinsatz auf Kreta bewährt und Osterfahrung in der 7. Flieger-Division an der Newa und dem Ladoga-See erworben hatten. Bei der Abschlussbesichtigung sparte Gen.Maj. Ramcke nicht mit scharfer Kritik, wünschte der Truppe vor allem Soldatenglück. Das Feld-Btl. d.Lw. 1 wurde um den 6./7. Februar 1942 verladen und gelangte im Eisenbahn-Transport nach Angerapp, von dort über Wilna nach Ostrow (Russland), wo die erste Begegnung mit Verwundeten vom Ilmen-See stattfand.
      Im Lkw-Trsp. in schneidender Winterkälte fuhr es in Richtung Cholm zur Gruppe Uckermann im XXXIX. AK (mot.) des Gen.d.Pz.Tr. v. Arnim. Gen.Maj. Frhr. v. Uckermann unterstellte das Bataillon dem mit der Führung seiner 218. Inf.Div. beauftragten Oberst Lang, der es am 19.02. erstmals für einen Nachtangriff zur Rückgewinnung von Masury, ein Dorf an der Cholmer Chaussee zwischen Cholm und Staraja Russa, gegen eine sibirische Eilitetruppe der Russen einsetzte, die besonders durch ihre Scharfschützen wirkte. Nach dem hin- und herwogenden Nachtgefecht wurde das Dorf unter hohen Verlusten genommen. Von etwa 150 Mann einer lei. Feldkompanie waren am nächsten Morgen noch 30 einsatzfähig. Aber der erste dieser Lw.Erdkampfverbände, die aus der Heimat zugeführt wurden, hatte seine Feuertaufe bestanden. Das Feld-Btl. d.Lw. 1 kam zunächst in ein Ruhequartier in Stepanowo am Lowat, wurde dort aber alarmiert und einer Kampfgruppe u.a. mit Panzern des Pz.Rgt. 10 der 8. Pz.Div. zugeteilt, um die vom Feind besetzte Rollbahn freizukämpfen. Es kämpfte gegen einen feindlichen Truppenverband, der aus Komsomolzen (Angehörige des Kommunistischen Jugendverbandes) bestand, was beweist, dass die Sowjets zu jener Zeit schon nicht mehr über unbegrenzte Reserven verfügten.
      Ein Oberjäger (Uffz.) des Bataillons hat später u.a. berichtet: "Jeden Abend zogen damals die 'He 111' und Lastensegler nach Cholm, um die (eingeschlossene) Truppe zu versorgen" (Heinz Hermann am 23.05.1952 an den Traditionsverband der "Adler"-Division).
      Da inzwischen auch die beiden ersten Feldregimentsstäbe d.Lw. 1 und 2 bei der Luftflotte 1 für den Einsatz bei der HGr. Nord bzw. 16. Armee eingetroffen waren, wurde das Feldbataillon d.Lw. 1 als I. Btl. in das Feld-Rgt. d.Lw. 1 (I./1) eingegliedert. Inzwischen trafen weitere Feldbataillone d. Lw. in Russland ein, von denen die Feldbataillone d. Lw. 2 und 3 dem X. AK des Gen.d.Art. Hansen zugeführt wurden.
      Von ihnen wurde das Feld-Btl. d.Lw. 2 dem Feld-Rgt.Stab d. Lw. 2 des Oberst Kleesmann unterstellt und von diesem als I. Btl. (I./2) eingegliedert. Feld-Btl. d.Lw. 3 wurde III. Btl. des Feld-Rgt. d. Lw. 1 (III./1).
      Der Feld-Rgt.Stab d.Lw. 2 wurde mit dem I./2 und IV./1 zunächst der 18. Inf.Div. (mot.) des Oberst v. Erdmannsdorff in Staraja Russa zugeführt. Das III./1 wurde nach Zuführung zur 81. Inf.Div. dem Oberst Schopper unterstellt.
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      Fortsetzung folgt.
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    • Teil XIII

      Die im Teil XII erwähnte "Praxis des Bewährungswesens der Luftwaffe" bei den in den Winterschlachten 1942 entstandenen Schützen-Bataillonen bzw. den der Ostfront zugeführten Feldbataillonen der Luftwaffen-Infanterie wird anschaulich am Beispiel des III./Feld-Rgt. d.Lw. 1 (vormals Feld-Btl. d.Lw. 3).
      Über die Aufstellung des Feld-Btl. d.Lw. 3 auf dem Flugplatz Okeczia bei Warschau im Januar 1942 berichtete später Major Thoms als Btl.Kdr. unter anderem: "Es stellte sich sehr schnell heraus, dass die Luftwaffe versuchte, ihre bestraften Soldaten zu den Neuaufstellungen abzugeben, weswegen ich sofort protestierte und das zuständige Luftgau-kommando in Posen unter Gen.d.Flg. Bieneck, der auch bislang in Smolensk mein Vorgesetzter gewesen und nun nach Posen zurückgekehrt war, anrief ... Nachdem sich General Bieneck energisch eingeschaltet hatte, gingen die von mir abgelehnten Soldaten an ihre Einheiten zurück ..." Thoms hat nicht alle Prüflinge fortschicken können, wohl aber diejenigen aussondern dürfen, die er für die Truppe als charakterlich nicht tragbar beurteilte.
      Denn aus einem erhalten gebliebenen Vorschlag zur Beförderung zum Kriegsoffizier vom 27. Dezember 1943 für den späteren Leutnant Mummenthey, kriegsversehrter Tapferkeitsoffizier in der Luftschutz-Abteilung (mot.) 24, ist zu entnehmen, dass das Feldbataillon d.Lw. 3 als III./Feld-Rgt. 1 zu ca. ⅔ aus Delinquenten bestand. Noch im Herbst 1942 leitete im Sammellager Groß Born der Hauptwachtmeister einer Stu.G.Bttr. seine Werbeansprache mit den Worten ein: " Kommt her zu mir, die ihr mühselig und disziplinar vorbestraft seid. Wenn ihr Euch ordentlich aufführt, wird Euch alles vergeben!" (Wolfgang Bach i. Archiv des Trad.Verb. der "Adler"-Div.)

      Das III./1 traf mit ersten Teilen (2 Feld-Kpn.) am 20.02.1942 im Eisenbahn-Trsp. in Staraja Russa ein und lud auf dem Bahnhof unter Artilleriebeschuss aus. Es wurde zunächst nicht geschlossen eingesetzt; die beiden "Lw.Feldkompanien", wie Werner Haupt in der Geschichte der 81. Inf.Div. bestätigt, folgten am 21. Februar dem durch die 11./Art.Rgt. 5 verstärkten II./Jg.Rgt. 56 der kurz zuvor aus Frankreich eingetroffenen 5. Lei. Division zum verstärkten SS-Polizei-Regiment "Nord" (mot.) in Nagowo, 10 km nordwestlich Staraja Russa, wo sie noch in derselben Nacht zur Verstärkung der Polizeiverbände eingesetzt wurden. Dort zeichnete sich der in einem Iglu mit 2 Männern als Feld-vorposten eingesetzte Oberjäger Mummenthey in der 11. Kp. durch Vernichtung einer sich im Schnee vorarbeitenden MG-Kompanie lettischer "Rote Schützen", die als Kommunisten auf der Gegenseite standen und von 3 Politruks als "hintere Sicherung" vorangetrieben wurden, besonders aus. Die Masse des Bataillons folgte unter Major Thoms und wurde dem Stab des SS-Pol.Rgt. "Nord" (mot.) unter dem Div.Kdo. 81 unterstellt. Bei durchschnittlich 30° Kälte wurden die feindlichen Angriffe abgeschlagen.
      Gen.Maj. Ramke hatte im Febr. 1942 die Feldregimentsstäbe der Luftwaffe 3 und4 mit einigen Bataillonen in Luft-transporten nach Dno (3) usw. Solzy (4) geschickt. Darüber hinaus war aufgrund des unerwarteten Zulaufs von Freiwilligen auch aus der Fliegertruppe von den Fliegerhorsten im Reich und in den besetzten Gebieten usw. die Aufstellung eines entsprechenden Verbandes auf den Tr.Üb.Pl. Wandern und Senne zwischen dem 09. und 16. Januar 1942 befohlen worden, zunächst unter der Tarnbezeichnung Feldregiment der Luftwaffe "Wandern".
      Nach Beendigung der Aufstellung und der infanteristischen Ausbildung durch Oberjäger der Fallschirmtruppe erhielt das Feld-Rgt. d.Lw. "Wandern" die Bezeichnung (Ersatz-)Feldregiment der Luftwaffe 21.
      Das Regiment bestand aus 4 Feldbataillonen (I. - IV.) zu je 3 leichten und 1 schweren Kompanie (für Flieger- und Pz.Abwehr) - diese Gliederung hatten auch die bisher und später aufgestellten Feld-Btle.
      Das (Ersatz)Feld-Rgt. d.Lw. 21 wurde der Luftflotte 1 von Oberstleutnant Hencke zugeführt.
      Drei Feld-Btle., das II. und III./(E)Feld-Rgt. d.Lw. 21 und das Lw.Ski-Btl. als II./4, stellten im Zuge der später erweiterten Luftwaffen-Bewährungstruppe den organisatorischen Rahmen und das Stammpersonal für die 1942/43 befohlene Aufstellung der Luftwaffen-Feldbataillone z.b.V.
      Wie im Teil XI erwähnt, war der Bataillonsstab des II./4 des Hptm. Matz mit 1 Kompanie des "Luftflotten-Ski-Bataillons" in der Polist-Stellung bei Dretino mit der KGr. des Oberst v. Rohr (Inf.Rgt. 174 der 81. Inf.Div.) eingesetzt, die unter dem Kdo. der 5. Lei. Division (Gen.Maj. Allmendinger) vom Jäger-Rgt. 56 des Oberst Thumm abgelöst wurde.

      Die dem Kommando der 18. Inf.Div. (mot.) des Oberst v. Erdmannsdorff unterstellte KGr. Becker unter dem Stab des SS-"Totenkopf"-Inf.Rgt. (mot.) 3 mit IV./3, III./5 und 1 Kp. des II./4, letztere verstärkt durch Teile der SS-"T"-Ski-Kp., und anderen unterstellten Truppenteilen des Heeres trat am 02. Februar 1942 von Sokolowa zu einem weiteren Angriff nach Osten an, um bei Onufrijewo abgeschnittene Teile des SS-"T"-Kampfverbandes Säumenicht (v.a. Teile des SS-"T"-Kradschtz.Btl.) aufzunehmen.
      Dieser Verband hatte beim II. AK ein im Raum Subakina eingesetztes (vom Verfasser Horst Voigt nicht näher identifiziertes) Lw.Baubataillon abgelöst und war bei den schweren Kämpfen gegen die von Süden im Lowat-Tal und vom Westen angreifenden sibirischen Elitetruppen der 1. sowjet. Stoßarmee, die das II. AK einkreisten, in der KGr. Leopold unter dem Stab des Inf.Rgt. 368 der 207. Sich.Div. zersprengt worden.
      Die KGr. Becker stand mit den Feld-Btlen. der Lw. und der verstärkten Ski-Kp. des II./4 in heftigen Gefechten mit den sibirischen 203. Ski-Bataillon. In beweglicher Kampfführung setzte sie sich bis auf die Höhen bei Sokolowa ab und wurde eingeschlossen. Am 10. Februar brach die KGr. Becker nach Süden entlang der Cholmer Chaussee aus. Bei Metwedowo musste sie ihre Fahrzeuge sprengen. Mit Panje-Schlitten und ca. 300 Verwundeten, unterstützt von den zwei Panzer IV der 2./Pz.Rgt. 203 und zwei 2-cm-Flak der Lw.Schützen, schlug sie sich durch die tief verschneiten Wälder nach Westen durch und traf im Raum Dretino, wo der Stab des II./4 führte, auf eine Bau-Kompanie.
      SS-Ostubaf. Becker nahm vorerst die Kamienka-Stellung ein. Der Rest des Inf.Rgt. 368 wurde als Abteilung Leopold dem Kdo. der 18. Inf.Div. (mot.) unterstellt und bezog Stellung an der Porussja. Dazu gehörte die bisher in der KGr. Becker verwendete "Luftflotten-Ski-Kompanie" des II./4. Von den beiden Feld-Btlen. der Luftwaffe trat das IV./3 mit dem I./5 zum Sich.Rgt. des X. AK, das III./5 wahrscheinlich (?) vorläufig zur 18. Inf.Div. (mot.) zurück. Der Abschnitt Leopold wurde vom verstärkten II./Jg.Rgt. 75 der 5. Lei. Division mit unterstellter 3./2 und dem I./2 übernommen, die unter Oberstleutnant Leopold (Stab Inf.Rgt. 368) dem Kdo. der 18. Inf.Div. (mot.) unterstanden.
      Inzwischen war der Lw.Ski-Btl.Stab des Hptm. Matz in der Polist-Stellung bei Dretino dem Stab der KGr. Leyser [Inf.Rgt. (mot.) 51 der 18. Inf.Div. (mot.)] unter dem Kdo. der 5. Lei. Div. unterstellt worden.
      Bei der vorgeschobenen Ski-Kp. Kropfgans in Kopjakina bezog die 4./SS-"T"-Art.Rgt. Stellung.
      Die benachbarte Kampfgruppe des SS-Staf. Becker mit nur noch einer nach Turowa zugeführten Feld-Kp. der Luftwaffe (Nr.?) unterstand dem Kdo. der 8. Leichten Division des Gen.Maj. Hoehne. Während ihres Einsatzes in der Kamienka-Stellung gelang es einem sibirischen Ski-Bataillon wegen seiner täuschend ähnlichen Schneehemden unerkannt in Reihe durch die Stellungen der KGr. Becker mehrere Kilometer tief hinter die Linien der 8. Lei. Division einzusickern, was zum Eingreifen auch der Artillerie der 5. Lei. Division zwang. Bei den schweren Abwehrkämpfen wich die KGr. Becker auf das Westufer des Polist aus und wurde in Podze-Potschje eingeschlossen. Im zähen Ringen behaupteten sich Beckers Männer aus Heer, Luftwaffe und Waffen-SS, bis sie beim Unternehmen "Brückenschlag" von Teilen der 329. Inf.Div. und 5. Lei. Div. herausgehauen wurden.
      Zu einem nicht mehr feststellbaren Zeitpunkt wurde Hptm. Matz mit dem Stab des II./4 dem Kommandeur des Jg.Rgt. 56, Oberst Thumm, wieder unterstellt, um mit seinem Bataillon geschlossen verwendet zu werden. Dazu haben sich die Lw.Ski-Kpn., die einzeln bei verschiedenen fremden Verbänden eingesetzt waren, versammelt, um den Abschnitt des III./Jg.Rgt. 56 im Südzipfel des Kosanka-Waldes zu übernehmen, wie Helmut Thumm im Bildband der 5. Jäger-Division zeigt.
      Vom(Ersatz)-Feldregiment d.Lw 21war das erwähnte III. Btl., das u.a. von Oberstlt. v. Borstell aufgestellt worden war, unter seinem Kdr., Major Schultz, in Omnibussen über Königsberg, Kauen (Kowno/Kaunas) und Dünaburg nach Russland gebracht worden. Es wurde vor Ostrow nach Stara Sobolsko zur Verwendung bei der 81. Inf.Div. gefahren, wo sich nach der Herauslösung der Schtz.Kp. z.b.V. der Luftflotte 1 zwecks Bildung desSchützen-Bataillon z.b.V. der Luftflotte 1 (späteres I./4) - siehe Teil Teil X und XI - bereits das III./1 befand.
      Das III. (Ersatz-)Feldregiment d.Lw. 21 wurde mit Polizeiverbänden vorübergehend dem Stab des Inf.Rgt. 174 des Oberst v. Rohr unterstellt; die KGr. v. Rohr der 81. Inf.Div., der inzwischen das Lw.Bau-Btl. 6/I bei Nagowo angehörte, stand im Kampf gegen sibirische Truppen der sowjet. 27. Armee, die entlang dem südlichen Ufer des Ilmen-See mit Angriffsrichtung Schimsk vorgestoßen waren. Für einen Gegenangriff wurde dem Div.Kdo. 81 der Feld-Rgts.Stab d.Lw. 2 am 18. März unterstellt, der mit den Feld-Btlen. III/1 und III/21 die Luftwaffen-Kampfgruppe Kleesmann bildete, der je 2 Panzer und Sturmgeschütze des Pz.Rgt. 203 und der Stu.G.Bttr. 666 zugewiesen wurden.
      Am 20. März 1942 traten die Lw.KGr. Kleesmann und die Ski-Abteilung Bartholomyczik der 81. Inf.Div. mit Panzern und Sturmgeschützen an und nahmen zuerst Malewo; nach einem eigenen Stuka-Angriff stürmte die 11./21 das Dorf Schischimorowo, das bis 21. März zweimal den Besitzer wechselte, bevor es nach Verstärkung durch Einheiten des I. und II./Inf.Rgt.174 unter Major Modrow von der Lw.KGr. Kleesmann endgültig in Besitz genommen werden konnte.
      Oberst Kleesmann stieß sodann mit dem III./1 und dem III./21 weiter auf Lugino (Lukino) vor. Hohe Ausfälle traten durch Erfrierungen ein. Dieser Angriff galt hauptsächlich der Fesselung feindlicher Kräfte zur Entlastung der Korpsgruppe Seydlitz für das gut vorbereitete Entsatzunternehmen "Brückenschlag" zur Wiederherstellung der Landverbindung nach dem im Raum Demjansk eingeschlossene II. AK mit ca. 96.000 deutschen Soldaten.
      Oberst Kleesmann stand mit seiner Lw.Kampfgruppe am 26. März nunmehr am nördlichen Stadtrand von Staraja Russa, er gliederte das III./(E)Feld-Rgt. d.Lw. 21 des Major Schultz als III. Btl. (III./2)in sein Regiment ein. Nach Bereinigung der Lage nordwestlich der altehrwürdigen Residenz der Warägerfürsten schied das verstärkte Feld-Rgt. d. Lw. 2 aus der Unterstellung bei der 81. Inf.Div. aus und wurde wieder dem Kdo. der 18. Inf.Div. (mot.)
      der taktischen Gruppe v. Erdmannsdorff unterstellt. Es wurde für die Flankendeckung der Korpsgruppe Seydlitz im Penna-Bogen eingesetzt,
      da diese Division für den "Brückenschlag" die Masse ihrer Infanterie an die beiden Leichten Divisionen (5. u. 8.) der mit diesen und der 329. Inf.Div. bereitgestellten Korpsgruppe des Gen.Lt. v. Seydlitz-Kurzbach,
      bisher Kommandeur der im "Kessel" eingeschlossenen 12. Inf.Div., als Verstärkung abgegeben hatte.
      (…)
      __________
      Fortsetzung folgt.
      MfG Uwe

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    • Für das Unternehmen "Brückenschlag" war das II.(Ski)/4, das im Kosanka-Wald westlich der Porussja bei Gluschitzy lag, wie erwähnt, in dieser Stellung dem Kdr. des Inf.Rgt. (mot.) 51 der 18. Inf.Div. (mot.), Oberst Leyser, zugeteilt worden, der mit seinem Stab und Regimentseinheiten sowie seinem I. Btl. und unterstellten II./4 als KGr. dem Kdo. der 5. Lei. Div. unterstand. In dieser Division stand die KGr. Leyser mit ihrem Lw.Ski-Btl. Matz am äußersten linken Flügel der Korpsgruppe Seydlitz. Die Angriffsziele der Kampfgruppe Leyser waren am ersten Tag Liisji Gorki (für I./51) und Arinino (für II./4) an der Porussja. Das Angriffsziel an der Straße Staraja Russa - Demjansk war für die verstärkte 5. Lei. Division Ramuschewo. Nach Gewinnung seiner Angriffsziele westlich der Porussja wurde das Lw.Ski.Btl. für den Vorstoß auf die Redja beim Jg.Rgt. 75 des Oberst Jost eingesetzt und erlitt bei Bol.Gorby empfindliche Verluste. Das Jg.Rgt. 56 stieß nach der Einnahme von Kotschlanowo mit Teilen entlang der Redja nach Nordosten auf Ssytschewo vor, um der infanterieschwachen 122. Inf.Div. mit Lw.Kampfgruppe der Feld-Rgts.Stäbe der Lw. 3 und 2 voranzuhelfen. Nach dorthin wurde das Lw.Ski-Btl. in Marsch gesetzt, um in dem Abwehrriegel des Jg.Rgt. 56 zusammen mit dem Pi.Btl. 122 der 122. Inf.Div. und dem III./Inf.Rgt. (mot.) 30 der 18. Inf.Div. (mot.) eingesetzt zu werden. Diese Stellung übernahm die Lw.KGr. Kleesmann (Feld-Rgts.Stab d.Lw. 2) unter dem Kommando der 122. Inf.Div. des Gen.Maj. Macholz, dem auch die Lw.Kampfgruppe Voelk (Feld-Rgts.Stab d.Lw. 3) unterstellt worden war. Der Feind war Moskauer Garde und führte als Ersatz Disziplinar-Bataillone von Häftlingen aus bolschewistischen "Arbeitslagern" zu.
      Das in der Armee begehrte Lw.Ski-Btl. II./4 - das bei Ssytschewo unter dem Kdo. der 122. Inf.Div. Nachbar des III./2 war (beide wurden später "z.b.V." Btle. der Lw.Bewährungstruppe), wurde nach Erfüllung seiner Aufgaben als winterbeweglicher Verband herausgezogen und nach Auffrischung als normales Feldbataillon dem Kdo. der 32. Inf.Div. zugeführt und bei der Lw.Kampfgruppe des Oberst (Heer) Hermann Aue im Waldai-Gebirge eingesetzt.
      Der aufmerksame Leser wird erkennen, dass in einigen der erwähnten Feld-Btle. der Luftwaffe die Kader der künftigen Lw.Bewährungstruppe enthalten sind, deren Stammpersonal bei der endgültigen Aufstellung um die Jahreswende 1942/43 bereits über Ost- und Winterkampferfahrung verfügte; bei den später entstandenen Lw.Jg.Btlen. z.b.V. (4 bis 10) handelte es sich dann um Neuaufstellungen.
      Hingegen ist zu bedenken, dass bei den erwähnten Verbänden, denen der Verfasser [Horst Voigt] "Bewährungstruppencharakter" zumisst, es darum gegangen ist, dass entsprechend der Strafmaße der Delinquenten die Bewährungsfristen bis zu Gnadenerweisen kürzer waren, es sich also um "Prüflinge" gehandelt hat, die ihre Frontbewährung "bei der eigenen Truppe" erlangen konnten, was nur im Infanterieeinsatz möglich war.
      Das heißt aber auch, dass je nach Erteilung der Gnadenerweise durch die zuständigen Gerichtsherren, falls ein Prüfling nicht versagt hat, das bedeutete, der Delinquent sich "in der eigenen Truppe" rehabilitierte.
      Es kann aber nicht übersehen werden, dass außer diesen Delinquenten, die mit Gerichtsbeschluss verurteilte Soldaten waren, auch solche Männer mehr oder weniger auf eigenen Wunsch sich freiwillig gemeldet haben, die mehrfach disziplinarisch bestraft waren und entweder aus eigenem Antrieb bei ihrer Truppe nicht bleiben wollten, oder denen man in der eigenen Einheit eine "Freiwilligenmeldung" nahegelegt hat.
      Wie Oberleutnant a.D. Bach als ehem. Chef einer StuG.Bttr. mitteilt (im Archiv des Trad.Verb. der "Adler"-Div.), waren sogar Männer mit einer beachtlichen "Strafbuchlatte" (bis zu 12 Disziplinarstrafen), die sich unter diesen "Freiwilligen" befunden haben. Es verdienen die bis über 220.000 Soldaten der Lw.Feldverbände jedoch die Feststellung, dass es sich hierbei um verhältnismäßig geringe Ausnahmen gehandelt hat.

      Das Feld-Rgt. d.Lw. 1 unter Oberst Hermann Fricke (Träger des Pour le mérite), der Oberst Wilhelm Voelk (später Gen.Maj. und Kdt. im Flughafenbereich Prag) abgelöst hatte, welcher das Feld-Rgt. d.Lw. 3 übernahm, wurde zunächst dem Kommando der 8. Pz.Div. des Gen.Maj. Brandenberger unterstellt. Die nach dem Rückzug von Tichwin nur infanteristisch einsetzbare 8. Pz.Div. (siehe Teil XI) bestand nur aus der eigenen Kampfgruppe unter Oberst Frhr. v. Bodenhausen - Stab des Schtz.Rgt. 8 - und unterstellten Inf.Rgt. 271 "Feldherrnhalle" der 93. Inf.Div. unter Oberstlt. Feuring, zunächst ohne III. Btl. in der KGr. Böhme der Brigade Köchling des I. AK das bei Spasskaja Polist und im Stützpunkt "Spinne" (siehe Teil XI), und dem Landesschützen-Btl. 868 des Major Kontek, sowie estnischen, lettischen und littauischen Schutzmannschaften.
      Die 8. Panzer-Division bildeten den rechten Flügel des XXXIX. AK (mot.) des Gen.d.Pz.Tr. v. Arnim in der offenen rechten Flanke der 16. Armee (HGr. Nord) im Lowat-Einbruchsraum der sowjet. 3. Stoßarmee und stand mit dem Sperrverband Sperling der 18. Inf.Div. (mot.) - Stab Aufkl.Abt. (mot.) 18 - bei Aparino im Kampf um die Versorgungs-linien nach Cholm zwischen Loknja und Petrowo gegen Teile der 8. Garde-, 33. und 257. Schützendivision, die 54. Schützenbrigade und weiteren sowjetischen Truppen, die zeitweilig in unmittelbarer Verbindung mit den Partisanen-Abteilungen im Rücken der 16. Armee standen.
      Mit dem Stab des Feld-Rgt. d.Lw. 1 traf wahrscheinlich u.a. das Feldbataillon d.Lw. 4in diesem Abschnitt ein und wurde als II. Btl. in das Regiment eingegliedert - II./1.
      Loknja musste erst vom Lds.Schtz.Btl. 868 zu einem Stützpunkt ausgebaut werden. Kurz danach wurde das Feldregiment d. Lw. 1 mit dem Einsatzbataillon Gaedtke der 8. Schützen-Brigade (mot.) dem Kdo. der 218. Inf.Div.
      des Gen.Maj. Frhr. v. Uckermann, ab 20.03. i.V. Oberst Lang (späterer Gen.Maj.) unterstellt.
      Der Rgts.Gef.Stand wurde in Szopky, ca. 5 km westlich von Cholm, eingerichtet, wohin auch das oben erwähnte Feld-Btl. d.Lw. 1 (= I./1) zugeführt wurde. Die Kämpfe nördlich der Lowat-Schleife bei Ssavina, wohin der Rgts.Gef.Stand verlegt wurde, waren im April in eine Krise geraten, zu deren Bereinigung das II./Inf.Rgt. 411 unterstellt worden ist. Im Zuge des Entsatzes von Cholm wurde vom Div.Kdo. mit dem verstärkten Feld-Rgt. d.Lw. 1 und dem verst. Inf.Rgt. 411 der 122. Inf.Div. (Oberstlt. Tomm) sowie weiteren Teilen der 8. Pz.Div. eine Angriffsgruppe gebildet, um mit dem linken Flügel (Lw.) die Verbindung mit dem X. AK herzustellen; dabei zeichneten sich Teile unter Major d.R. Dr. Ostertag und Oberleutnant d.R. Dr. Johann besonders aus.
      Die Lw.Kampfgruppe Fricke erhielt den Auftrag, eine Verbindunglinie im Zuge der Straße Cholm - Staraja Russa zu schaffen, da die Rollbahn von Kamienka in nördlicher Richtung auf mehr als 30 km unbesetzt war.
      Das riesige Sumpfgebiet schloss ein Herankommen von rückwärts aus, daher musste diese Lücke aus beiden Richtungen seitwärts angriffsweise geschlossen werden.
      Das war der Kampfauftrag für die Gruppe der Lw.Feldregimenter des Gen.Maj. Meindl, der zu diesem Zweck die Feld-Rgter. d.Lw. 1 und 2 als die Lw.Feldbrigade Meindl einsetzte, die dem Gen.Kdo. des X. AK direkt unterstellt wurde.
      Anerkannt sind die Leistungen der Lw.Schützen: Die Lw.KGr. Fricke hatte vor Cholm bis dahin 500 Späh- und Stoßtruppunternehmen zu verzeichnen; sie hatte wesentlich zu den Voraussetzungen für den Entsatz der Gruppe Scherer beigetragen.
      Zur Überwachung der großen Lücke zwischen dem XXXIX. AK (mot.) und dem X. AK mit der am rechten Flügel der Korps-Gruppe Seydlitz eingesetzten 329. Inf.Div. - eine "Walküre"-Aufstellung mit Ruhrkumpeln unter Gen.Maj. Castorf - war zunächst das Sicherungs-Regiment. des X. AK unter Oberst Dr. Dr. Ing. Mayer, bisher Kommandeur des Inf.Rgt. 501 der 290. Inf.Div. "im Kessel", eingeschoben worden. Sein Vorläufer war der Sicherungsverband Pröhl aus dem Stab und Nachr.Zug der Pz.Jg.Abt. 290 mit 3. Kp. und Aufkl.Schwadron 290. Er wurde von Major d.R. Pröhl, dem Verteidiger von Wswad, geführt und hatte dem IIa im Gen.Kdo. X. AK, Oberstleutnant v. Beaulieu, unterstanden. Der Sich.Verband Pröhl hatte am 22. Februar einen missglückten Angriff unternommen, aber den Anschluss an den linken Flügel der Lw.Feldverbände bei Kortschenka wegen meterhoher Schneeverwehungen nicht gefunden.
      Auch nach Verstärkung durch die Radfahr-Abt. 5 konnte den Partisanenabteilungen kein Boden abgewonnen werden. Der am 24.02. eingetroffene Oberst Dr. Dr. Ing. Mayer hatte von Generaloberst Busch den Auftrag erhalten, mit diesem Sich.Verband und weiteren zuzuführenden Kräften die Südflanke des X. Armee-Korps in Linie Welikaja-Niwka - Menjkow zu decken. Mayer führte das Sich.Rgt. des X. AK mit dem übernommenen Stab der Pz.Jg.Abt. 290. Außer den Sich.Verband Pröhl übernahm er das zugeführte I./Feld-Rgt. d.Lw. 5 und das ihm nachgeführte IV./Feld-Rgt. d. Lw. 3 (vormals in der SS-"T"-KGr. Becker) als winterbewegliche Schneeschuhverbände. Gefechtsstand des Sich.Rgt. des X. AK war in Ssneska. Nach Unterstellung weiterer Verbände und Einheiten entstand daraus als winterbeweglicher Großverband die Schneeschuhbrigade Mayer, die taktisch und logistisch dem Kdo. der 329. Inf.Div. unterstellt und aus der Luft versorgt wurde. Sie operierte im Flussgebiet des Polist nach Süden in der Linie bis Belebelka - Perishody - Bystrji-Bereg gegen Partisanenabteilungen bzw. Partisanenbrigaden südlich Dno.
      Die Scheeschuh-Brig. Mayer gehörte mit der 329. Inf.Div. zur Korps-Gr. des Gen.Lt. v. Seydlitz-Kurzbach. Da der Kdr. der 329. Inf.Div. erkrankte, wurde die Führung der 329. "Hammer-Division" vom benachbarten AOK 18 der beim I. AK als Führer der Brigade Köchling bewährte Oberst Hippler freigegeben, der als vormaliger Kdr. des Inf.Rgt. 504 (291. Inf.Div.) am 15. Februar Oberst Köchling ablösen musste, als dieser bei der Rückfahrt vom Stützpunkt "Spinne" in seinem Panzer durch Minenexplosion verwundet worden war (siehe Teil XI).
      Oberst Hippler war gerade zu Angriffsbeginn "Brückenschlag" zurechtgekommen. Ihm wurde zur Verstärkung der 329. Inf.Div. das III./Feld-Rgt. d.Lw. 1 des Major Thoms unterstellt, welches im Angriff eine Stellung vor Bralowizy einnahm.
      Dort lag es mit offener linker Flanke, das das II./Inf.Rgt. 552 nicht den Anschluss gefunden hatte.
      Oberst Hippler war daher mit seinem Ordonnanz-Offz. in einem Panzer zur Erkundung nach vorn gefahren und in Unkenntnis des Frontverlaufs in diese Lücke geraten, die Major Thoms durch kampfstarke Spähtrupps überwachen ließ.
      Der Panzer verfuhr sich im Niemandsland und geriet auf eine Mine; beim Ausbooten ist die gesamte Besatzung im Nahkampf gefallen.
      Die verst. 6./Inf.Rgt. 552 des Leutnant Schulz-Lepel fand die Leichen 2 Tage später. Hippler wurde posthum zum Generalmajor befördert. Seine Nachfolge trat Oberst Dr. Dr. Ing. Mayer an, die Führung der Schneeschuh-Brigade übergab er an SS-Staf. Becker, dessen Stab [SS-"T"-Inf.Rgt. (mot.) 3] das Brigadekommando bildete. Major Thoms übergab das III./1 an Oberstlt. Hencke (siehe DSJB 91/92, S. 357), das herausgezogen wurde, um unter dem Stab Feld-Rgt. d.Lw. 1 des Oberst Fricke das I./1 zu übernehmen. Teile des III./1 wurden mit Lastenseglern anstelle von Teilen des der HGr. Nord zugeführten Fsch.Jg.Rgt. 2 in den eingeschlossenen "Festen Platz" Cholm überflogen, die Oblt. Fellmer führte. Für die Lw.Kampfabteilung Fellmer ergaben sich optimale Bewährungsmöglichkeiten. Allen Überlebenden wurde später der Cholmschild verliehen.
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      Fortsetzung folgt.
      MfG Uwe
    • Statt der Luftwaffenschützen wurde das I./Fsch.Jg.Rgt. 2 unter Major Kroh der Gruppe Brandenberger (Kdo. 8. Pz.Div.) zugeführt, um am rechten Flügel der 16. Armee, die Verbindung zur Operationsgruppe v.d. Chevallerie der HGr. Mitte,
      bei der sich das Inf.Btl. 550 der Bew.Tr. 500 befand, herzustellen. Der Anschluss wurde bei der 83. Inf.Div. nördlich Welikije Luki gefunden.

      Beim II./1 gelang es Feindteilen durch die Stellung zu sickern und im Rücken des benachbarten Einsatz-Btl. Gaedtke der 8. Schtz.Brig. dessen Btl.Gef.Stand mit geballter Ladung zu zerstören.
      Das III./2 von Major Schultz war nach seinem Einsatz im Penna-Wald wahrscheinlich (?) mit der Gebirgs-Skijäger-Brig. Hoffmeister (Stab Geb.Jg.Rgt. 206) der 7. Geb.Div. (Kärntner und Steiermärker), die unlängst zur HGr. Nord gekommen war, und dem IV./4 bei der verstärkten 5. Leichten Division am Grindino-Weg nahe der späteren "Himmel-Arsch-und-Wolkenbruch"-Brücke eingesetzt.

      Im letzten Drittel des Februar war das (E)Feld-Rgt. d.Lw. 21 unter Oberstlt. Fritz Hencke ohne das inzwischen nordwestlich Staraja Russa eingesetzte III. Bataillon in Eisenbahntransport von den Tr.Üb.Pl. Senne und Wandern nach Warschau-Okeczia gefahren und von dort im Lufttransport zur Luftflotte 1 nach Dno gebracht worden. Die Trosse folgten per Eisenbahn. Es war zunächst unter dem Stab des Feld-Rgt. d.Lw. 3 (Oberst Voelk) vom Kommandanten des rückw. Armeegebietes 584, Gen.Lt. z.V. Spemann, in den Sümpfen südlich Dno gegen die aus Mitgliedern der Allunions-Kommunistischen Partei der Bolschewiki und Angehörigen des Komsomol von der Organisationsabteilung des Leningrader Gebietskommitees aufgestellten Partisanenabteilungen unter dem Oberkommando der sowjetischen Nordwest-Front eingesetzt.
      Dabei haben die Feld-Btle. d.Lw. mit estnischen und Lettischen Schutzmannschafts-Bataillone [Schuma-Btle.] sowie den dem General der Osttruppen unterstellten Freijäger-Btle. zusammengearbeitet.
      Mit diesen Einsätzen löste sich das (E)Feld-Rgt. d.Lw. auf.
      Oberst Voelk hatte bei der Ankunft in Dno das hier als ein weiteres späteres "z.b.V.-Btl." der Lw.Bew.Tr. erwähnte I./(E)Feld-Rgt. d.Lw. 21 als I. Bataillon in sein Feld-Rgt. d.Lw. 3 eingegliedert - I./3.
      Nach Beendigung des Partisanenjagdunternehmens verblieb das um die schwere 8. Kp. verstärkte I./3 des im 1. Weltkrieg schwer versehrten Major Schütze weiterhin unter dem Korück 584 mit anderen seinem Bataillons-Kdr. unterstellten Verbänden als selbständige Lw.Kampfgruppe Schütze im Jagdkampf gegen die Partisanenbrigaden südlich von Dno.
      DieFeldregimentsstäbe der Luftwaffe 4und 5waren nacheinander nach Solzy überflogen worden. Den Feld-Rgts.Stab d.Lw. 5 übernahm dort Oberst Anton Schub als Kommandeur. Er war ursprünglich, wie der Feld-Rgts.Stab d.Lw. 4 unter dem AOK 16 für eine Verwendung nördlich des Ilmen-Sees beim XXXVIII. AK vorgesehen. Das am Orodesh stehende Schützen-Btl. III der Luftflotte 1 wurde wahrscheinlich (?) in V./Feld-Rgt. d.Lw. 5 - V./5 - umbenannt.
      Die Lw.Schützen finden sich auch in der "Geschichte eines Pommerschen Regiments" ("IR 5") von Gerhard Lubs - im Landserjargon auch "Luwa-Bataillon" genannt - als Nachbar vom gemischten Schützen-Bataillon des Major Neumeister
      (Stab I./Schtz.Rgt. 5 der 12. Pz.Div.) Erwähnung. Nach kurzfristiger Verwendung des Kdrs. des Inf.Rgt. 322, Oberst z.V. Neidholdt, wurde die Gefechtsgruppe der 285. Sich.Div. von Oberst d.R. Landfried (i.V.) geführt. Gegen die Umtriebe der Partisanenabteilungen wurden von der Geheimen Feldpolizei ingermanländische Einwohner-Kampfverbände ("Antipartisanen") gebildet. Gegen den Partisanen-Hauptstützpunkt Nikulkino setzte Gen.Lt. z.V. Edler Herr u. Freiherr v. Plotho für den 04.04. einen Tag vor Ostern, ein Angriffsunternehmen an. Von Bor aus lief ein Ski-Zug des Schtz.Btl. III. d. Luftfl. 1 über den Oredesh und ging nach einem Feuerschlag der Artillerie der I./Art.Rgt. 225 von Osten gegen das Dorf, welches in Flammen aufging, vor; er beklagte bei der Rückkehr nach Bor 1 Toten und 5 Verwundete. In der Dunkelheit trat die Angriffsgruppe an. Ein herrliches Nordlicht um Mitternacht belohnte die Männer. Um Nikulkino wurde später schwerer gekämpft. Der Korpsbefehl vom 28. Mai 1942 bestätigte die Annahme, dass der Feind im Wolchow-Kessel abbaute.

      Den Divisionen wurde befohlen, sich für die Ausräumung des Kessels marschbereit zu machen. Die Gef.Gr. der 285. Sich.Div., jetzt unter Oberst d.R. Kraut (i.V.), sollte je Bataillon einen Zug als Sicherheitsbesatzung in den Stellungen belassen, um ein Durchsickern von Partisanen oder versprengten regulären Truppenteilen zu verhindern. Alle schweren Feldwagen sollten zurückgelassen und lediglich landesübliche Panje-Wagen mitgeführt, sowie die Panje-Pferde ggf. als Tragtiere verwendet werden. Dem Schtz.Btl. III d. Luftfl. 1 wurden 3 Panzer für die Sicherung der rückwärtigen Verbindung beim Durchschreiten der urwaldartigen Wildnis zwischen den Sümpfen und Torfmooren am Tigoda-See zugewiesen. Die Masse des Schtz.Btl. III d. Luftfl. 1 wollte über die Dörfer Fralewo und Saruschtje auf Poddubje, mit einer mit einer Kompanie als Sicherung der Flanke rechts und zur Verbindung mit dem Schtz.Btl. Neumeister über Wolkino - Bol. Beresnizyj vorstoßen, das rechts anschließende Schtz.Btl. des Major Neumeister auf Tschaschtscha, das links benachbarte Lds.Schtz.Btl. 368 auf Saperedolje am Ostrand der Wälder entlang, um einen feindlichen Flankenstoß zu verhindern. Am 29. Mai morgens 05.00 Uhr traten die Lw.Schützen mit drei Panzern voraus nach Filippowitschi an, wobei ein Panzer durch eine Mine in die Luft flog. Mit Pionieren an der Spitze gewann das Schtz.Btl. III d. Luftfl. 1 rasch Boden und hatte ersten Feindkontakt mit Infanterie bei Samoschje; eine Kp. wurde zur Unterstützung des Schtz.Btl. Neumeister eingesetzt.
      In Paddubje traf die Gef.Gr. 285. Sich.Div. auf die KGr. Gurran der 291. Inf.Div., die mit der von Norden angreifenden 254. Inf.Div. des Gen.Maj. Köchling und unterstellter Rgts.Gruppe des Oberst der Schutzpolizei Giesecke (Stab Pol.Schtz.Rgt. 1 der SS-Pol.Div.) unter dem Kommandeur der 291. Inf.Div. ("Elchdivision") die Gruppe Herzog bildete. Nach erfolgreichem Abschluss des Kampfes um Tschaschtscha durch das von Lw.Schützen verst. Schützen-Btl. Neumeister unter Einsatz der I./Art.Rgt. 225 war das nächste Angriffsziel Finew Lug; am Abend des 31. Mai nahm das Schtz.Btl. Neumeister die Pumpstation am Nordostufer des Tigoda-See. Die Panzer wurden wegen Unbefahrbarkeit der Sümpfe zurückgeschickt, die Panje-Fahrzeuge blieben in Podulje zurück, der weitere Nachschub wurde mit Russen als Träger und Tragtieren bewältigt. Bei dem vom Korps befohlenen Angriff beiderseits der Bahnlinie Leningrad - Nowgorod auf den Rawani-Bach durch Sumpf-Urwald, in dem die Männer bis zum Bauch im Morast wateten, verliefen sich das Schtz.Btl. III der Luftflotte 1 rechts und das Lds.Schtz.Btl. 368 links der Bahnlinie, stießen auf stark ausgebaute Bunkerlinien und wurden zurückbeordert, was nur unter starken Verlusten gelang. Auch mit auf Loren montierte Flak auf dem Eisenbahndamm brach der erneut befohlene Angriff zusammen. Alle Männer litten unter einer unvorstellbaren Mückenplage, die jeglichen Schlaf unmöglich machte. Am 03.06.1942 gelang es den Bataillonen, in Reihe auf einen erkundeten Pfad durch den Moch Tessowskoje die Verbindung mit dem Schtz.Btl. Neumeister herzustellen. Die Gefechtsgruppe der 285. Sich.Div. - ohne das beiderseits der Ro[a]wani-Brücke zurückgelassenen Lds.Schtz.Btl. 236 - stellte sich am 05. Juni zum Angriff auf Tessowostroy bereit, die Art.Abt. nahm das Feuer aus der Gegend Wduzko auf. Im Sturmangriff wurden die feindlichen Bunker geknackt, zahlreiche Gefangene und Beute gemacht. Gen.Lt. Herzog, der beauftragt war, die Verbindung zu den Angriffstruppen das I. und XXXVIII. AK herzustellen, beobachtete den Stunden währenden Kampf und sagte begeistert, so ein Schlachtfeld zum ersten Mal gesehen zu haben. Dieser Erfolg war ein Ruhmestag der 285. Sicherungs-Division. In Tessowstroy an der Bahnlinie südlich Finew Lug, kaum über 20 km westlich der "Spinne" bei Spasskaja Polist, bezogen die Lw.Schützen Unterkunft. In der Nacht zum 06.06.1942 gab es Verluste durch feindliche Bombenangriffe. Der Div.Gef.Stand befand sich in Klepzy.

      Nachdem die 254. Inf.Div. an Finew Lug herangefunden hatte und sich von Süden die 2. SS-Infanterie-Brigade (mot.) des SS-Oberführer Klingemann mit der Legion "Nederland" entlang der Bahnlinie genähert hatte, war die Gef.Gr. der 285. Sich.Div. beiderseits angelehnt.
      Bei den Kämpfen um Finew Lug und die Bahnstrecke Finew Lug - Gluchaja-Kerestj hatte sich das aus dem Lehr-Bataillon für Feindabwehr und Nachrichtendienst unter Major i.G. Graf Chol'mston-Smylowskij in Pleskau hervorgegangene russische I. Nachrichten-Bataillon mit zahlreichen ehemaligen zaristischen Offizieren infanteristisch durch besondere Tapferkeit ausgezeichnet. Als Sonderverband des Amtes Ausland/Abwehr im OKW wurde es als Garde-Bataillon Kader für die "Grüne Divsion" (Erste Russische Nationalarmee der Deutschen Wehrmacht). Es mag Zufall sein, dass sich in der Nähe Gen.Lt. Andrej Andrejewitsch Wlassow [Vlasov] noch als Oberkommandierender der sowjet. 2. Stoßarmee in einer Jagdhütte verborgen hielt, ehe er als Gegner des Stalinismus sich nach der Schlacht der 18. Armee stellte (später OB der russischen Befreiungsarmee = ROA/RONA).
      Für die Verbände, mit denen die Lw.Schützen Schulter an Schulter gekämpft hatten, sollte es in den folgenden Wochen noch schwere Kämpfe bei Kretschno und Mal. Samoschje, wo die Spanier der 250. Inf.Div./"Blaue Division" sie erwarteten, geben. Das V./5 (Schtz.Btl. III d. Luftfl. 1) schied in Tessowostroy ohne zwei Flak, die sich wiederholt bewährten, aus der Unterstellung aus und marschierte wahrscheinlich (?) zur Lw.Gruppe Meindl südlich des Ilmen-See. An den Ausräumungsunternehmen im Kessels beteiligte sich dieLw.Kampgfgruppe Leesemann(Feld-Rgt. d.Lw. 4) an der Westfront des "Schlauchs", nach Norden im Anschluss an 2 Verbände der 126. Inf.Div. - Pz.Jg.Abt. 126 und Aufkl.Abt. 126 - und das Inf.Rgt. 154 des Oberst v. Pfuhlstein (58. Inf.Div.) des XXXVIII. AK sowie das Inf.Btl. 540 z.b.V. der Bew.Tr. 500 in der Gruppe Wandel (Div.Kdo. 121) des I. AK.
      Die Wolchow-Schlacht ging offiziell am 26.06.1942 zu Ende - vgl. Hartwig Pohlmann, Wolchow - 900 Tage Kampf um Leningrad - danach fanden nur noch örtliche Gefechte mit versprengten Resten und Stoßtruppunternehmen statt. Von Letzteren wurden noch zwei des I./4 (ehem. Schtz.Btl.II d. Luftfl. 1) als Nahkampftage anerkannt. Der Kom.Gen. des XXXVIII. AK, Gen.d.Inf. Haenicke, entließ das Feld-Rgt. d.Lw. 4 zur 16. Armee. Für den nach der Schlacht zu anderer Verwendung abberufenen Kom.Gen. erließ am 11. Juni 1942 der mit der Führung beauftragte Gen.Lt. Herzog an die ausscheidende 285. Sich.Div. einen Tagesbefehl mit voller Anerkennung im Bewusstsein "dass die Aufgaben, die den tapferen Landesschützen-, Luftwaffen- und Tross-Verbänden gestellt wurden, im Vergleich zur Ausbildung, Bewaffnung und körperlichen Leistungsfähigkeit besonders schwer waren".
      Vor allem gemeint waren damit die unterstellt gewesenen Schützen-Bataillone der Luftflotte 1.
      (…)
      [Anmerkung: Gen.Maj. Arturo Holmston-Smylowsky, wirklicher Name: Boris Alexejewitsch Graf Smylowsky; siehe: Vogelsang, Die Armee die es nicht geben durfte / Russen in deutscher Uniform und ihre Rettung in Liechtenstein]
      __________
      Fortsetzung folgt.
      MfG Uwe