Kampfsteigernde Mittel

  • Hallo zusammen,


    ich habe irgendwo einmal gelesen oder in einem Bericht gehört, dass die Wehrmacht allgemein kampfsteigernde Mittel (Spritzen, Tabletten, etc.) eingesetzt haben sollen.
    Wisst ihr da vielleicht mehr zu dem Thema? Welche Art, oder Wirkstoff das war und wo und wie das ganze eingesetzt wurde.


    Gruß


    Peter

  • Hallo Peter!


    Da gab es z.b. Pervitin oder auch "Panzerschokolade" genannt.


    Wurde eingesetzt gegen Müdigkeit bei längeren Kämpfen wie z.b. bei der deutschen Panzertruppe im Frankreichfeldzug. Die Einheiten die zum Sichelschnitt bis nach Dünkirchen angetreten sind, mußten zuvor ein bis zwei Tage in Ihren Fahrzeugen durch sehr unwegiges Waldgelände mit engen verstopften Straßen durch die Ardennen geschleußt werden um dann erst in den Kampf gehen zu können. Um die Besatzungen der Fahrzeuge Kämpffähig zu halten wurde "Panzerschokolade" verteilt. Soweit ich weiß war es der Wirkstoff nicht in echter Schokolade gebunden sondern in Tablettenform.


    Bei Panzerfahrern waren diese Tabletten jedoch so beliebt das daher der Name "Panzerschokolade" entstanden ist.



    http://de.wikipedia.org/wiki/Panzerschokolade

  • Hallo,

    ja der Andreas hat recht, das gab es wirklich. Pervitin waren Koffeintabletten, Koffeintabletten gibt es auch heute noch. Dann gab es da Schoka-Kola, das ist mit Koffein versetzte Schokolade. Genau diese Schoka-Kola Schokolade gibt es auch heute noch im Handel. Das sind so ne rot-weißen, runden Blechdosen mit dreieckigen Schokoladenstückchen drin, esse ich auch manchmal. Damals waren diese Dosen glaube blau-weiß. Amphetamine soll es angeblich auch gegeben haben, aber da weiß ich jetzt nix genaues drüber.

    Gruß KaLeun

  • Hi Leute,


    ich habe mal, die von KaLeun besagte Schokolade rausgesucht.


    http://www.zib-militaria.de/ep…/61431412/Products/190250


    Außerdem fällt mir gerade ein das mal in dem Film "Die Purpurnen Flüsse 2" auch von solchen "Kampfsteigernden Mitteln" der "Nazis" die Rede war...


    Sicher ist da ein bisschen Hollywood mit drin aber ein Funken Wahrheit ist sicherlich auch dabei... ich versuch' mal näheres über diese Stelle im Film herauszufinden.



    Gruß Mathis

  • Hallo Allerseits,


    Abschrift und Bearbeitung!


    239. Dolantin- und Pervitinmissbrauch


    Es besteht Veranlassung, nochmals auf die Gefährlichkeit des Dolantin und des Pervitin hinzuweisen. Beide Präparate sind nur in Ausnahmefällen und unter strengster ärztlicher Kontrolle anzuwenden.


    SS-FHA / VIII


    V.Bl.d.W-SS 1942


    Gruß

    Antje


    P.S. Tja das hat niemanden davon abgehalten auf Pervitin zu verzichten. Ich hätte gerne eine Statistik bzw. Information wie die Entgiftung seinerzeit ausgesehen hat. Aber die wird es so wohl nicht geben. ||

    Ich suche Informationen über das:
    Kriegslazarett in Bromberg Zeitraum Januar - Ende Februar 1942 und das
    Kriegslazarett Königsberg Januar 1943. :whistling:

  • P.S. Tja das hat niemanden davon abgehalten auf Pervitin zu verzichten. Ich hätte gerne eine Statistik bzw. Information wie die Entgiftung seinerzeit ausgesehen hat. Aber die wird es so wohl nicht geben. ||

    Hallo Antje,


    ich werde mir demnächst die einschlägigen Akten des SS-Sanitätsamts und der Sanitätseinheiten der Waffen-SS anschauen ... und dabei gerne diesen Aspekt berücksichtigen. Vielleicht werde ich ja fündig. Ich stelle dir hier dann die Infos bereit. :)


    Gruß,


    KH22

  • Hallo Kit,


    das wäre super, großartig! Danke


    Gruß

    Antje

    Ich suche Informationen über das:
    Kriegslazarett in Bromberg Zeitraum Januar - Ende Februar 1942 und das
    Kriegslazarett Königsberg Januar 1943. :whistling:

  • Hallo zusammen,


    zu dem Thema kann ich das Buch "Der totale Rausch" von Norman Ohler empfehlen. Dort wird exakt geschildert wann, wie, wo welches Mittel getestet, produziert, eingesetzt wurde. Darüber hinaus auch die Mittel die Dr. Morell für die Wehrmacht entwickelt hat und ebenfalls an Adolf Hitler appliziert hat.


    https://www.amazon.de/totale-R…itten-Reich/dp/3462047337


    Horrido


    Daniel

    Suche Infos über die Eisenbahnpioniere und die Eisenbahnentseuchungszüge.

  • Hallo Allerseits,


    Abschrift und Bearbeitung!!


    Unterstellung von Arzneimitteln unter das Opiumgesetz


    Durch die Verordnung des R.M.d.I. vom 12.06.1941 Rg.Bl. I Nr. 67 Seite 328 sind im Gesetz über den Verkehr mit Betäubungsmitteln (Opiumgesetz) in der Fassung des zweiten Gesetzes vom 09.01.1934 im §1 Absatz 1 unter Nr. 4 Buchstabe b folgende Arzneimittel hinzugefügt worden:

    • Methylphenylpiperidinearonsäureäthylester Dolantin)
    • Phenylаminoргораn (Aktedron, Benzedrin, Elastonon)
    • Pheпylmethylaminopгорап (Регvitin, Isophen)

    In der Verordnung über das Verschreiben Betäubungsmittel enthaltender Arzneien in der Fassung vom 20.05.1933 sind die gleichen Präparate im Abschnitt II B §8 eingefügt.


    Der §9, der die Mengen, die ein Arzt oder Zahnarzt für einen Kranken an einem Tage vеrschreiben kann, abgibt, ist durch folgende Angaben zu erweitern:

    • bis 1 g Methylphenylpiperidinearonsäureäthylester (Dolantin) oder
    • bis 0,2 g Phenylаminoргораn (Aktedron, Benzedrin, Elastonon) oder
    • bis 0,1 g Pheпylmethylaminopгорап (Регvitin, Isophen)".

    SS-Führungshauptamt / SS-Sanitätsdienst


    V.-Bl.d. W-SS Nr 20 vom 01.11.1941


    Quelle: germandocsinrussia


    Gruß

    Antje

    Ich suche Informationen über das:
    Kriegslazarett in Bromberg Zeitraum Januar - Ende Februar 1942 und das
    Kriegslazarett Königsberg Januar 1943. :whistling:

  • Hallo Allerseits,


    ich wollte euch die Podcastfolge einer Spielgemeinschaft zu diesem Thema nicht vorenthalten.


    https://podcasts.apple.com/de/…496196321?i=1000537935342


    oder suchen unter 86. Podcast Moronia.FM - History


    Gruß

    Antje

    Ich suche Informationen über das:
    Kriegslazarett in Bromberg Zeitraum Januar - Ende Februar 1942 und das
    Kriegslazarett Königsberg Januar 1943. :whistling:

  • Hallo,

    ja der Andreas hat recht, das gab es wirklich. Pervitin waren Koffeintabletten, Koffeintabletten gibt es auch heute noch. Dann gab es da Schoka-Kola, das ist mit Koffein versetzte Schokolade. Genau diese Schoka-Kola Schokolade gibt es auch heute noch im Handel. Das sind so ne rot-weißen, runden Blechdosen mit dreieckigen Schokoladenstückchen drin, esse ich auch manchmal. Damals waren diese Dosen glaube blau-weiß. Amphetamine soll es angeblich auch gegeben haben, aber da weiß ich jetzt nix genaues drüber.

    Gruß KaLeun

    Hallo,


    Ein kleiner korrektion: Pervitin ist "Pheпylmethylaminopгорап ", und im allgemeiner sprache heute ist das Amphetamin und nicht koffein. Es gibt einen großen Unterschied zwischen den 2 Substanzen, ein echter Missbrauch wird nur bei Amphetamin gesehen, bei koffein ist das nicht so problematisch.


    Besten grüsse,

    Hans Kristian

    besten grüsse,


    Hans Kristian

  • Hallo Allerseits,


    Abschrift und Bearbeitung!


    451. Bekämpfung des Mißbrauchs von Betäubungsmitteln


    Durch Fürsorge- und Versorgungs-Bestimmung 1941 Seite 125 Nr. 245 und 1942 Seite 10 Nr. 22 ist, um eine Ausbreitung des Mißbrauchs von Betäubungsmitteln zu verhindern, angeordnet worden, dass die Truppenärzte bei den Wehrmachtfürsorge- und -Versorgungsämtern die Suchtgiftkranken und -gefährdeten der Reichsmeldestelle für Suchtgiftbekämpfung in Berlin-Dahlem, Habelschwerdter Allee 16, unter Verwendung des hierfür vorgesehenen Vordrucks mitzuteilen haben.


    Von den Wehrmachtfürsorge- und -Versorgungsämtern werden nur die ehemaligen Wehrmachtangehörigen betreut, die Fürsorge und Versorgung nach dem Wehrmachtfürsorge- und -Versorgungsgesetz erhalten.


    Da jedoch die restlose Erfassung vieler Süchtigen und Suchtgefährdeten durch die Reichsmeldestelle dringend notwendig ist, teilen die Sanitätsoffiziere bei den Entlassungsstellen der Wehrmacht und den Truppenteilen (auch Marineteilen) künftig die in Betracht kommenden Wehrmachtangehörigen, soweit sie nicht in die Betreuung der Wehrmachtfürsorge und -Versorgungsämter übergehen, bei der Entlassung aus dem Wehrdienst der Reichsmeldestelle mit.


    Vordrucke für Mitteilungen werden von der Reichsmeldestelle kostenlos abgegeben.


    Oberkommando der Wehrmacht, 13.05.1942


    49a 24/25 1484/42 S In/WFV/Wi G.


    Quelle: germandocsinrussia


    Gruß

    Antje

    Ich suche Informationen über das:
    Kriegslazarett in Bromberg Zeitraum Januar - Ende Februar 1942 und das
    Kriegslazarett Königsberg Januar 1943. :whistling:

  • Hallo zusammen,


    ich bin auf einen interessanten Artikel über den finnischen Soldaten Aimo Koivunen gestoßen. Dieser hatte wärend eines Spähtrupps letztlich alle mitgeführen 30 Tabletten Pervitin auf einmal genommen und daraufhin eine wahre Odysee hinter sich gebracht.

    Ich finde es echt erstaunlich, wie dieses Teufelszeug auf Kröper, Leistung und den Organismus wirkt.

    Ich kann aus dem eigenen Berufsleben (leider zu oft) berichten, das diese Droge der pure Horror ist!

    Aber lest selbst:


    https://www.t-online.de/nachri…ebte-wochen-auf-meth.html


    https://de.wikipedia.org/wiki/Aimo_Koivunen


    Horrido


    Daniel

    Suche Infos über die Eisenbahnpioniere und die Eisenbahnentseuchungszüge.

  • Hallo Daniel,


    das ist ein heftiger Bericht und ich Frage mich immer wieder, wie haben die Landser die Entgiftung von Pervitin geschafft ohne Rückfällig zu werden, die heutigen Süchtigen kommen doch kaum davon los.


    Gruß

    Antje

    Ich suche Informationen über das:
    Kriegslazarett in Bromberg Zeitraum Januar - Ende Februar 1942 und das
    Kriegslazarett Königsberg Januar 1943. :whistling:

  • Hallo,

    da hat der gute Mann aber auch verdammt viel Glück gehabt, nochmals auf eigene Leute/Wehrmachtsangehörige zu stoßen. Was mich allerdings ein wenig wundert, warum er alle 30 Pervitin-Pillen seiner Einheit schluckte. Ein paar hätte er doch auch auf den Boden/in den Schnee fallen lassen bzw. ausspucken können. Wie die Verhältnisse damals genau waren, kennt nur A. Koivunen selbst.

    Mich würde mal interessieren, ob Scharfschützen ebenfalls Pervitin zu sich nahmen. Gerade auch, wenn sie sehr lange auf Ziele lauern mussten. Da war u. a. Ausdauer gefragt. Nur durften die Betreffenden nicht leichtsinnig handeln, sonst gaben sie selbst ein Ziel ab. Inwieweit da etwas mit entsprechender Dosierung zu machen war, ist mir nicht bekannt.

    MfG Wirbelwind

  • hallo zusammen,

    ob Pervitin für Scharfschützen einen Vorteil bringt bezweifele ich.

    Zwar wird der Körper zb wach und leistungsfähig, aber das Zeug würde man heute als Crystal Meeth bezeichnen.

    Daher gehören zu den Nebenwirkungen auch Halluzinationen und Wahnvorstellungen. Jetzt stellt euch einmal vor, der wertvolle Scharfschütze schießt auf nicht vorhandene Ziele, fühlt sich unschlagbar usw.

    gruß aus der Eifel
    Heinz

  • Hallo zusammen,

    Ich erinnere mich daran einmal gelesen zu haben dass die Luftwaffe und die Wehrmacht alleine in den Monaten April bis Juni 1940 mehr 35 Millionen Pillen bezogen haben.

    Ab Mitte 1941 gab es Pervitin nur noch auf Rezept und der Konsum ging merklich zurück.

    Gruß André