Kriegserinnerungen eines Oberbauführers der OT

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    • Kriegserinnerungen eines Oberbauführers der OT

      Hallo zusammen,

      ich möchte euch hier gerne einen Auszug aus den Kriegserinnerungen eines Oberbauführers der Organisation Todt zeigen.
      Seine Einheit war ursprünglich für die Ölfelder im Kaukasus vorgesehen, aber es kam anders.

      Dieser Teil erzählt eine interessante Begebenheit die er beim Rückzug in Ungarn erlebte, aber lest selbst.

      Gruß Ulf

      Quelle: Eigene Sammlung

      Nachhut

      Tordus

      Bei allen Rückzugsaktionen bekam ich immer wieder die unangenehme Aufgabe den Schlussmann, d.h. die Nachhut zu machen. Ich sollte dafür Sorge tragen, dass alle Trupps und Fahrzeuge zum Abrücken kommen. Da meldete nur einmal ein Bataillonsführer, dass vier Mann zurückgeblieben sind. Sofort fuhren wir beide nochmals zurück und versuchten in dem Ort der von den Russen noch nicht besetzt war, obwohl ständige Einschläge von der Stalinorgel es uns schwer machten, rein zu kommen. Da plötzlich hörten wir Panzer als wir gerade in einem Haus unsere Suche aufnehmen wollten. Es blieb uns nichts anderes übrig an einer Böschung in Deckung zu gehen.

      Da kommen sie auch schon herangedonnert und ausgerechnet blieb einer der Kolosse direkt oben an der Straße stehen. Im Nebel erkannten wir nicht gleich ob Freund oder Feind, erst wie der Turmdeckel aufging und eine Panzermütze zum Vorschein kam, wussten wir es sind Deutsche.

      Gott sei Dank wir fanden auch gleich die OT- Männer die sich mit Zivilisten in einem Keller verkrochen hatten. So konnten wir sie schnell aus der verzweifelten Lage befreien. Zum Glück konnte unser PKW uns alle mitnehmen. Die Kameraden waren heilfroh, sie haben schon damit gerechnet, das der Russe sie kassieren würde, da sie kein Fahrzeug hatten. Auf einer Anhöhe mussten wir nochmals in Deckung gehen. Da bot sich uns ein merkwürdiges Bild. In der weiten Talebene standen sich russische und deutsche Panzer gegenüber. Beide Seiten hatten keinen Sprit mehr, sie schossen zwar noch aus allen Rohren, doch auch da wurde es bald still. Sie hatten sich verschossen – keine Munition mehr.

      Infanteristisch wollte oder konnte man nicht eingreifen. Auf deutscher Seite tat sich gar nichts, wo blieb der Nachschub? Wir beobachteten nach einer Halben stunde , das bei den Russen ein Mords Betrieb entstand. Zivilisten rollten unzählig viele Benzinfässer und Karren mit Munition durchs Gelände. Jetzt mussten wir verschwinden sonst wären wir nicht mehr heil zurückgekommen.

      Inzwischen haben auch die Deutschen Nachschub bekommen. Der Kampf ging weiter. Auf beiden Seiten entstanden große Verluste. Ja, ja Strategen sagen eine Schlacht kann mir genommen werden, wenn der Nachschub funktioniert. Was mich bei dieser Fahrt am stärksten beeindruckt hat, der Panzerschreck, die Feuerkraft der russischen und deutschen Panzer mit ihrer verheerende Wirkung, das pausenlose Zischen aus den 64 Rohren der Stalinorgel. Jedenfalls sehr demoralisierend.
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      Ich suche Bildmaterial, Dokumente und sonstige Informationen über ausländische Orden und Ehrenzeichen die an Deutsche verliehen wurden. Zum Zweck der Aufarbeitung und der Dokumentation.
      Vielen Dank