Erst-Ausrüstung Russland Feldzug 1941/42

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    • Erst-Ausrüstung Russland Feldzug 1941/42

      Schönen guten Abend,

      anlässlich aktueller Temperaturen im zweistelligen Minus-Bereich und der Wechselung eines Zahnriemens im Freien ging mir wieder einmal das Schicksal der Landser im Winter 41/42 durch den Kopf, die an "warmen Tagen" wahrscheinlich unter ähnlichen Bedingungen agierten.Was ich immer noch nicht herausgefunden habe:

      -bei Beginn des Feldzuges, hatten sie wirklich nur die Bluse als oberstes Bekleidungsstück (weil ja alle glaubten der Feldzug ist bis Oktober beendet) und darüber eventuell den Regenschutz,oder war noch was beim Tross? So wie ich das bis jetzt recherchiert habe, wurde die Winterausrüstung bestehend aus Mantel,Wollhandschuhe, Schal,Kopfschlauch,Wollweste erst bei Wintereinbruch November nachgeschickt, aber kaum angekommen ( als jemand mit infantristischer Winterkampfausbildung kann ich mir wahrhaft nicht vorstellen, daß sie bei minus 30 Grad (wie es immer in den Medien dargestellt wird), nur mit der Feldbluse bekleidet ware, Kampfaufträge ausführten und im Freien übernachteten-das ist biologisch gesehen unmöglich.

      -gab es zumindest so etwas ähnliches wie einen Schlafsack oder Decke pro Soldat?

      -während des Anmarsches (feindfrei), wo übernachteten sie? (eben bei so extremen Bedingungen,Sturm,Schneefall,Kälte usw.) Wurde aus dem Regenschutz (4 Stück zusammen) ein Zelt gebaut oder gab es (wie bei uns) Mannschaftszelte für 8 Mann ?

      -gab es Öfen oder ähnliches?

      Davon sieht man leider nie was in den zeitgenössischen Berichten,

      Danke im voraus,
      Gruß Karl
    • Hallo Karl,

      erstmal ein herzliches Willkommen hier im Forum. Da du relativ viele unterschiedliche Fragen hast, werde ich erstmal mit dem Thema Mäntel beginnen und den Schwerpunkt im Heer belassen.

      Mäntel gab es selbstverständlich schon lange vor dem Krieg aber diese waren für eine Verwendung im Winter an der Ostfront viel zu dünn bzw. einfach ungeeignet.

      Für das Lexikon haben wir bereits damit angefangen die unterschiedlichen Modelle im folgenden Link zusammen zu tragen:

      wehrmachtlexikon.de/heer/bekleidung/feldgrau/mantel.php

      1.) das erste Bild zeigt eine relativ frühe Form das truppenseitig ausgegebenen Mantels

      2.) das zweite Bild zeigt das Gegenstück für Offiziere

      3.) das dritte Bild zeigt einen sogenannten Übermantel der auch schon mit einer Verfügung vom 12.11.1934 im Heer eingeführt wurde. Der war so weit geschnitten, dass er über dem normalen Mantel getragen werden konnte.

      Die anderen drei habe ich jetzt mal aus dieser Betrachtung rausgelassen.

      Als nächstes hätten wir dann die sogenannte reine Winterbekleidung:

      wehrmachtlexikon.de/heer/bekle…interbekleidung/index.php

      Einleitend dazu steht im Angolia/Schlicht des Heeres folgendes:

      Die friedensmäßige und auch für den Kriegsfall vorgesehene Winterbekleidung bestand aus:

      - Kopfschützern
      - Schlupfjacken
      - Übermänteln
      - Überstrümpfen
      - Strickfingerhandschuhen
      - Überhandschuhen
      - Filzschuhen

      Manche dieser Stücke waren nur für Soldaten in bestimmten Verwendungen vorgesehen.

      Handschuhe:
      wehrmachtlexikon.de/heer/bekle…e/sonstige/handschuhe.php

      Kopfschützer:
      wehrmachtlexikon.de/heer/kopfb…onstige/kopfschuetzer.php

      Schlupfjacken:
      wehrmachtlexikon.de/heer/bekle…/sonstige/unterjacken.php

      weiteres folgt........

      Gruß
      Michael
      Ein Projekt von wehrmachtlexikon.de
    • Danke für die rasche Antwort,

      in der Zwischenzeit habe ich weiter recherchiert-so wie ich das verstanden habe hatte jeder Soldat auch im "Klammeraffen" unter anderem eine Decke und eine Zeltplane drinnen -Schlafsäcke gab es in der Wehrmacht prinzipiell auch, nur wurden die nicht an alle Einheiten ausgegeben.

      Offen bleibt die Frage mit den Mannschaftszelten und der Beheizung,

      Grüße Karl
    • Hallo Karl,

      schön zu lesen, dass du bereits mit deinen Nachforschungen weitergekommen bist. Dann werde ich das Thema Mäntel, jetzt mal als erledigt betrachten.

      Zum Thema Zelte kann ich auf jeden Fall auch etwas beisteuern. Wie du der Anlage entnehmen kannst, gab es auf jeden Fall auch größere Zelte. Zum beheizen dieses 16 Mann Zeltes wurde ein Feuerkorb auch auch ein entsprechender Ofen empfohlen.

      Zu diesem Thema gibt es auch ein entsprechendes Nachschlagewerk was mir derzeitig aber noch nicht vorliegt:

      Zelte und Zeltersatzausrüstungen der Wehrmacht

      ebay.de/itm/Zelte-und-Zeltersa…c3ece0:g:aW0AAOSwUkdZnXHT

      Das Thema Ofen hatten wir auch schon mal an andere Stelle behandelt:

      Feldofen oranier

      Es gab es viele Vorschläge und Empfehlungen vom OKH um sich - insbesondere an der Ostfront in den Wintermonaten - gegen die eisige Kälte schützen zu können.

      Eigens dafür wurde im November 1942 das sogenannte Taschenbuch für den Winterkrieg veröffentlicht:

      ebay.de/itm/Taschenbuch-fur-de…1b9a63:g:ZiwAAOSwusdadCc-

      Anbei ein Auszug dazu:
      Die Kapitel A bis D dieses Buches geben einen allgemeinen Überblick über die winterlichen Verhältnisse und die daraus abzuleitenden Folgerungen für das richtige Verhalten unter diesen Witterungsbedingungen. Dieses Kapitel sind für die Führer aller Ebenen bestimmt. Die übrigen Kapitel vertiefen die Gefechtsausbildung aller Soldaten, und deren Kenntnis ist deshalb für Führer und Soldaten bei der Vorbereitung auf den Kampf im Winter notwendig.

      Quelle: ebay.de/itm/Taschenbuch-fur-de…1b9a63:g:ZiwAAOSwusdadCc-

      Gruß
      Michael

      Quelle Anhang Nara
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    • Sehr gute Infos- jetzt wird natürlich einiges klarer.Trotzdem verstehe ich, warum mein Großvater (Panzerzugskommandant) bei seinen Erzählungen immer bemerkte wie leid ihm die Infanteristen taten.... Das Handbuch für den Winterkrieg muss ich mir zulegen,

      Grüße Karl
    • Hallo,
      besonders kraß haben das wohl die Landser kurz vor Moskau bzw. in Stalingrader Kessel zu spüren bekommen. Luftwaffe und Waffen-SS scheinen da besser weg gekommen zu sein. Der große Teil der Winterausrüstung lag in der Etappe bzw. in Warschau fest. So schnell konnte die Reichsbahn die Anforderungen an sie garnicht mehr bewältigen, um die notwendigen Transporte zu realisieren.(Fehlende Lokomotiven, geringe Streckendurchlässigkeit, zu langsame Umspurung etc.) Mit ein paar Lagen Zeitungspapier in den genagelten stiefeln war Väterchen ,,Frost" bei bis zu -50 Grad schlecht beizukommen. Die russischen Soldaten waren da mit Watte-/Pelzjaken, gefütterter Unterwäsche, Pelzmützen und-handschuhen sowie Filzstiefeln besser dran. Dazu die schlechte Ernährungslage und das Ungeziefer. Kurzum, für mich nach wie vor erstaunlich, was die Landser alles aushalten mußten.
      MfG Wirbelwind
    • Moin,

      etwas zum Nachlesen. Was *Wirbelwind* schreibt, ist mehr Allgemeines und auch teilweise spekulativ.
      Bspw. die Luftwaffe bestand nämlich nicht nur aus Flugzeugführern ...

      Hier ein bemerkenswerter Bericht:

      Statt »Seelöwe« kam »General Winter«

      Einsatz und Untergang des Infanterie-Regiments 189 im Mittelabschnitt der Ostfront – Januar 1942 Autor: Erich Schlösser in DSJB 1972, S. 106f
      (Abschrift & Bearbeitung UHF51)

      Das Infanterie-Regiment 189 wurde im Dezember 1939 in Frankenstein/Schlesien aufgestellt. Sein Kommandeur war Oberst Heinrich Hohmeyer (*05.12.1888 Nessen • vermisst 16.01.1942 Dubno/Lugi/Toropez), Regimentsadjutant Oberleutnant Dietrich Karsten (*03.07.1911 Kolmar • vermisst 15.01.1942). Kommandeur unseres I. Bataillons war Oberstleutnant Reinhold Proske (13.01.1889 Wanowitz • †10.05.1942 Marduk in Kgfsch.). Ich gehörte zur 3. Kompanie, die Hauptmann Lindenthal zum Chef hatte. Nach dem Feldzug im Westen blieb unser Regiment in Frankreich und war für die geplante Landung deutscher Streitkräfte in England vorgesehen. In Les Sables d'Olonne an der französischen Atlantikküste wurde eine gründliche Ausbildung durchgeführt, zusammen mit der 42. Minensuchflottille der Kriegsmarine. Mehrere Wochen lang bestiegen die Kompanien des Regiments täglich die Minensuchboote. Diese fuhren auf die bewegte See hinaus, um dann in einem zerklüfteten Strandgebiet das Lande- und Ausbootemanöver zu üben. Nach dem Ausbooten griffen wir sofort an und bezogen Stellung.
      Aus dem geplanten Unternehmen »Seelöwe« aber wurde nichts. Mitten in unseren Vorbereitungen zum Weihnachtsfest 1941 kam der Befehl: Abmarschbereit halten! Am 23. Dezember kletterten die Kompanien in die Eisenbahnwaggons und ab ging die Fahrt mit unbekanntem Ziel. Keiner wusste es. Weit schien es wohl nicht zu gehen, denn wir hatten keine Sonderverpflegung bekommen, keine Wintersachen, keine neuen Waffen und keine technischen Ausrüstungen empfangen. Niemand glaubte an die Parole, die sich vom Regimentsstab her durch die Wagen ausbreitete: Es gehe an die Ostfront nach Russland. Die Räder rumpelten über die Schienen quer durch Frankreich. Der Heilige Abend wurde im Heu und Stroh in den Waggons gefeiert. In unseren leichten Mänteln begannen wir langsam zu frieren. Wir fuhren durch Deutschland, über den Rhein bei Mainz, dann später durch Polen. In Warschau wurde Verpflegung empfangen, das nächste mal schon in Minsk, mitten in Weißrussland. 25° Kälte krochen durch die Wagenwände. Unsere Kanonenöfen glühten, aber trotzdem froren wir erbärmlich.
      Nach 13 Tagen Fahrt in ununterbrochener Folge kletterten wir am 05. Januar 1942 aus dem Zug. Wir standen auf dem Bahnhof Andreapol. Meterhoher Schnee und schon 30° Kälte! Das kann ja heiter werden, so dachte jeder Landser im Regiment. Viele Männer hatten schon angefrorenen Zehen und Ohren. Die Sanitäter bekamen viel zu tun. Erste Ausfälle wegen Erfrierungen gab es schon bei der Ausladung. Mit ihr begann nun der Leidensweg des Infanterie-Regiments 189.
      Im Schneckentempo wühlten wir uns durch die meterhohen Schneemassen zur Front.
      Mitten im Anmarsch erreichte uns der Einsatzbefehl. Russische Garde-Regimenter stürmten durch die bei Peno geschlagene Frontlücke gegen Andreapol. Rote Ski-Bataillone jagten schon über den Ochwat-See. Das Infanterie-Regiment 189, verstärkt durch eine Batterie des Artillerie-Regiments 181 traf gleichzeitig mit den russischen Voraus-abteilungen im Dorf und Bahnstation Ochwat ein. Die Russen hielten den Ostrand, die 3. Kompanie unter Hauptmann Lindenthalklammerte sich am Westrand fest. Sibirier stürmten mit wildem »Urräh«-Geschrei über den zugefrorenen Ochwat-See.
      Auch das III./189 wurde nach Ochwat geworfen. Am Bahndamm versuchte Hauptmann Neumann mit seiner 11. Kp. Die sowjetischen Angriffe abzuwehren und damit das I./189 zu entlasten. Das Infanterie-Regiment 189 war in diesen Kämpfen ganz auf sich allein gestellt. Ohne jede Unterstützung hatte man es Hals über Kopf nach Andreapol geworfen. Es sollte eine unlösbare Aufgabe erfüllen: Einen russischen Durchbruch gegen den Verkehrsknotenpunkt Toropez, das deutsche Nachschubzentrum, diesen heißersehnten »Brotkorb« für Marschall Jeremenko sollte es vereiteln. Unser Regiment schlug sich in diesen Kämpfen mit 2 sowjetischen Elite-Divisionen im wörtlichsten Sinne bis zum letzten Mann. Von Tag zu Tag nahm die Kälte mit aller Grimmigkeit zu. D.h. -40°, -45° und es ging auf die -50° Celsius hinunter. Das knisterte und knackte nur so vor lauter Frost. Es gab schwerste Erfrierungen an Beinen und Füßen und damit in den Kompanien Ausfälle von 20 bis 30 Mann pro Tag. Ochwat musste geräumt werden. Im Kampfbereich I./189 gab es nur noch drei Bauernhäuser, in denen man sich aufwärmen konnte.
      Im Rücken des Inf.Rgts. 189 schlugen die Sowjets dann im Raum Lugi – Welitschkowo die Trosse zusammen, sperrten die Nachschubwege, überrollten die Hautverbandsplätze und machten die Falle zu. Das Inf.Rgt. 189 war mitten in einem riesigen Urwaldgebiet eingeschlossen. Die Munition ging aus und mit ihr die Verpflegung. Am 15. Januar 1942 existierte vom Inf.Rgt. 189 nur noch kämpfende Reste.Oberst Hohmeyer gab den Bataillonen freie Hand. Sie sollten sich durch die Wälder nach Toropez zurückkämpfen, das waren 50 km Marsch. Der Regimentskommandeur ritt selbst auf Erkundung, kehrte jedoch nicht mehr zurück. Irgendwo in der Schneewüste bei Andreapol ist er gestorben. Posthum wurde er zum Generalmajor befördert. AuchOberstleutnant Proske war mit mehreren Offizieren zur Erkundung losgeritten. Keiner kam zurück, auch sie blieben in der Schneewüste verschollen.
      Mit kleinen Kampfgruppen versuchten Offiziere, Unteroffiziere und Mannschaften durch die dick verschneiten Wälder zu dringen. Aber nur einer Gruppe aus den Einheiten des I./189 gelang der schreckliche Marsch nach Toropez. Mit 160 Mann brachen wir auf. Mit 40 Mann erreichten wir am 18. Januar 1942 das Ziel: Toropez. Auch diese Stadt konnte nicht mehr gehalten werden. Die Russen bekamen riesige deutsche Versorgungslager in die Hand. Wir versprengten 189er konnten den letzten abgehenden deutschen Eisenbahnzug in Richtung Welikije Luki besteigen. Auf dem Bahnhof Toropez standen 2 Waggons beladen mit »Wollspenden« aus dem Reich. Für das Infanterie-Regiment 189 kam diese Wollspende zu spät, wäre sie früher gekommen, mancher Landser wäre nicht erfroren. Von den 40 Männern, die Toropez erreicht hatten, waren lediglich ganze 10 Soldaten ohne jede Erfrierung, darunter war ich auch, sowie mein Zugführer Oberfeldwebel Robert Maziol (*11.05.1915 Guttentag • †28.02.1942 Wlaskowo b. Toropez). In Welikije Luki war gerade die Ausladung der 218. Infanterie-Division im Gange. Sie kam aus Dänemark. Wir trauten unseren Augen nicht. Diese Männer waren auf das Beste ausgestattet, vor allem mit Winterausrüstung. Sie hatten richtige Filzstiefel, wattierte Winterjacken und -hosen, Pelzmützen und dicke Handschuhe an. Wir letzten 189er wurden nun ebenfalls mit solchen warmen Sachen versehen. Endlich waren wir dem »General Winter« gewachsen. Mit unseren Geländekenntnissen von Toropez und Andreapol waren wir 189er richtige Spezialisten für die neue Division geworden. Sie musste sich ja mit ihren Einheiten erst einmal einleben. Dabei konnten wir wertvolle Hinweise und Ratschläge geben. Zahlreiche Gefechte waren auch für die kleine Restgruppe des Regiments noch zu bestehen, aber das Gelände, in dem das Infanterie-Regiment 189 aufgerieben wurde, konnte nicht mehr zurückgekämpft werden. Welikije Luki jedoch blieb lange Zeit ein Bollwerk in der deutschen Ostfront.
      »General Winter« hatte dem Inf.Rgt. 189 den Todesstoß gegeben, weil es unter völlig unmöglichen Voraussetzungen, v.a. ohne auf Russland vorbereitet gewesen zu sein, eingesetzt wurde. Dennoch erfüllte es, Übermenschliches leistend, seine Pflicht. Zwei Jahre nach seinem Untergang wurde ein neues Infanterie-Regiment 189 im Rahmen der 81. Infanterie-Division aufgestellt.

      __________
      MfG Uwe
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    • Hallo Uwe,

      vielen Dank für diesen äußerst interessanten Bericht. Ich habe auch noch etwas passendes zu diesem Thema gefunden. Hier geht es um die Beschaffung von Filzstiefeln im Februar 1942 bei der 291. Infanterie-Division.

      Quelle: Nara

      Gruß
      Michael
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      Ein Projekt von wehrmachtlexikon.de
    • Hallo Uwe,

      ich würde spontan sagen, dass die Infos vom LdW größtenteils dem Tessin entsprechen: ?(

      Infanterie-Rgt. 189 * 1. 12. 1939 (6. Welle) auf dem Tr.Üb.PIatz Neuhammer, WK VIII, aus Personalabgaben des WK VIII Breslau (Rgts.Stab aus Stab/Inf.Ers.Rgt. 8 Troppau); tschechisches Gerät; die 13. Kp. zunächst schw. Granatw.Kp. (31. 1. 1941 aufgelöst); das Regiment war Aug. 1940 bis Febr. 1941 im WK VIII beurlaubt; die 13. als IGK am 12. 12. 1941 aus der 13./377 (225. ID) vor Osteinsatz neu gebildet. Nach Vernichtung Jan. 1942 im Raum Dubno-Toropez (ostw. Welikije-Luki) (detachiert bei 9. Armee, XX1IL AK) aufgelöst (Vfg. vom 28. 4.).

      Quelle: Tessin

      Gruß
      Michael
      Ein Projekt von wehrmachtlexikon.de
    • Hallo Uwe,
      mir ist schon klar, dass die Luftwaffe nicht nur aus fliegendem Personal bestand. Inwieweit bereits 1941/42 Luftwaffenfelddivisionen in Rußland zum Einsatz kamen, entzieht sich meiner Kenntnis. Sicherlich sind meine Ausführungen zur Winterbekleidung mehr allgemeiner Natur, deswegen doch nicht falsch. Um so schöner ist es daher, wenn Du und andere Forumsmitglieder dies mit Erlebnisberichten untermauern.

      MfG Wirbelwind
    • wirbelwind schrieb:

      Hallo Uwe,
      mir ist schon klar, dass die Luftwaffe nicht nur aus fliegendem Personal bestand. Inwieweit bereits 1941/42 Luftwaffenfelddivisionen in Rußland zum Einsatz kamen, entzieht sich meiner Kenntnis. Sicherlich sind meine Ausführungen zur Winterbekleidung mehr allgemeiner Natur, deswegen doch nicht falsch. Um so schöner ist es daher, wenn Du und andere Forumsmitglieder dies mit Erlebnisberichten untermauern.

      MfG Wirbelwind
      Moin, hier ein Hinweis für die Allgemeinheit.


      Die Problematik der Luftwaffen-Felddivisionen, dargestellt am Beispiel der

      20. Luftwaffen-Felddivision

      Autor: Dr. Walter Dann, Gymnasialprofessor a. D. (†)

      ©Abschrift, Zusammenstellung und Bearbeitung: UHF51 • Berlin

      Quelle: Deutsche Soldatenjahrbücher 1990 – 1997, Hrsg. H. Damerau, Schild-Verlag München


      Um folgende Ausführungen verständlicher zu machen, soll zu Anfang das Rekrutierungssystem der Luftwaffe beschrieben werden. Zur Flak, zur Luftnachrichtentruppe (Ausnahme: Meldung zum Bordfunker), zum Sanitätspersonal, zu den Bau-Bataillonen sowie zum technischen und allgemeinen Personal der Fliegertruppe wurden Wehrpflichtige normal eingezogen, auch wenn nachträgliche Meldungen zum fliegenden Personal möglich waren. Wer jedoch zum fliegenden Personal und zu den Fallschirmjägern wollte, musste sich freiwillig melden und eine über die allgemeine Friedensdienstzeit von 2 Jahren hinausgehende Verpflichtung unterschreiben – 5 Jahre bei Flugzeugführern. Umgekehrt brauchten Offiziere des allgemeinen und technischen Personals der Fliegertruppe keine fliegerische Ausbildung haben und hatten höchstens Fronterfahrungen aus dem Ersten Weltkrieg. Auch die Fallschirmjäger gehörten zur Fliegertruppe (1941: 7. Flieger-Division im XI. Flieger-Korps). Die infanteristische Flugplatzsicherung und die Verteidigung von Frontflugplätzen gegen einen durchgebrochenen Feind war schon immer die Aufgabe des allgemeinen Personals – den Fliegerhorst-Kompanien – gewesen. In der vorliegenden Arbeit geht es jedoch darum, den Zeitpunkt festzuhalten, zu dem erstmalig Luftwaffensoldaten in geschlossenem Verband an der Front bzw. in der HKL (Hauptkampflinie) eingesetzt wurden. Beim Scheitern der deutschen Offensive auf Moskau und dem Gegenangriff ausgeruhter und bestens ausgerüsteter sibirischer Elitetruppen im Dezember 1941 hatte das deutsche Ostheer schwere Verluste an Mensch und Material erlitten. Vor allem im Nord- und Mittelabschnitt waren Frontlücken entstanden, zu deren Schließung die Reserven des Heeres nicht ausreichten. Da kamen schon im Herbst 1941 Luftwaffensoldaten zum Erdeinsatz. Hier muss aber klar getrennt werden zwischen Fallschirmjägern, die sich nach dem verlustreichen Kreta-Unternehmen im Frühsommer 1941 in Auffrischung befanden und ab September 1941 in Regiments- und Bataillonsstärke zunächst der HGr. (Heeresgruppe) Nord zur Verfügung gestellt wurden, und den eigentlichen Luftwaffen-Feldeinheiten, auch wenn diese zunächst durch Fallschirmjäger (Fsch.Jg.) verstärkt wurden. Als Adolf Hitler am 19.12.1941 selbst den Oberbefehl über das Heer übernommen hatte, war er nur zu leicht geneigt, den Wünschen der Heeresführung nachzukommen, die eine Verstärkung der Ostfront durch neu aufzustellende Erdkampfverbände der Luftwaffe forderte. Der erste Luftwaffen-Erdkampfverband, der zum Einsatz kam, war der Luftwaffen-Kampfverband Schlemm (mot. Brigade) in den Kriegsgliederungen des Oberkommandos der Wehrmacht (OKW) kurz als »Gr. Schlemm« (Gruppe Schlemm) bezeichnet. Kommandeur war Generalmajor (sp. General der Flieger/Gen.d.Fl.) Alfred Schlemm, auf Kreta Chef des Stabes des XI. Flieger-Korps. Sein Verband wurde schon 1941 auf dem Truppenübungsplatz (Tr.Üb.Pl.) Hammerstein zusammengestellt und kam denn bei der HGr. Mitte zum Einsatz. Personell war die »Gr. Schlemm« dem VIII. Flieger-Korps unterstellt, taktisch jedoch dem Heer: 4. Armee, LVI. A.K. (mot.), dazwischen aber auch dem XXXX. A.K. (mot.). Im Juni 1942 wurde der Verband aus der Front herausgezogen und aufgelöst, weil – so General Schlemm in einem Schreiben an den Verfasser [W. Dann] – die Luftwaffe ihr hoch qualifiziertes Spezialpersonal nicht länger entbehren konnte. Bei der HGr. Mitte erscheint nach der Schematischen Kriegsgliederung des OKW für den 22.04.1942 und für den 11.05.1942 bei der HGr. Mitte beim LVI. A.K. neben der »Gr. Schlemm« (Lw.Verband) beim XXXX. A.K. (mot.) beim Stab der 331. Infanterie-Division (Inf.Div.) der Lw.Gefechts-Verband »Gr. Ramm« und »Reichelt«. Ein weiterer »Lw.Verband« der nicht näher bezeichnet ist taucht in dieser Kriegsgliederung beim XII. A.K. auf. Da die beiden letztgenannten Luftwaffenverbände in der Schematischen Kriegsgliederung vom 24.06.1942 nicht mehr erscheinen, in welcher die »Gr. Schlemm« noch aufgeführt ist, sind diese mit Sicherheit schon vorher herausgezogen und aufgelöst worden. Durch die vielen Arbeiten von Egon Denzel liegen genauere Auskünfte vor über die bei der HGr. Nord eingesetzten Luftwaffen-Feldeinheiten. Ab Januar 1942 wurden auf verschiedenen Tr.Üb.Pl. im Reich und in den besetzten Gebieten die Luftwaffen-Feldbataillone 1 – 5 [I – V] aufgestellt und in den Nordabschnitt der Ostfront verlegt, wo sie zu Luftwaffen-Feldregimenter (Lw.Feld-Rgter.) aufgefüllt wurden.
      Generalmajor Meindl, auf Kreta Kommandeur des Fsch.Jg.Sturm-Rgt. hatte mit dem Stab seines Regiments im Januar 1942 einen aus Einheiten der Luftwaffe, des Heeres und der Waffen-SS gemischten Verband bei der HGr. Mitte geführt. Im Februar 1942 wurde er mit der »Fallschirmjäger-Brigade Meindl« in den Bereich der HGr. Nord, 16. Armee, X. A.K. verlegt und übernahm auch den Befehl über die Lw.Feld-Rgter. 1 – 5. Dieser Verband wurde bei den schweren Kämpfen bei Staraja Russa, bei Demjansk sowie in und um Cholm eingesetzt. Im April 1942 wurden – wie übrigens auch bei der »Gr. Schlemm« – die Fallschirmjäger herausgezogen. Gen.Maj. Meindl blieb jedoch auf seinem Posten als Kommandeur (Kdr.) der Luftwaffen-Feldregimenter 1 – 5. In den Schematischen Kriegsgliederungen des OKW wird der Verband ab 22.04.1942 als »Gr. Meindl (Lw.Feld-Rgter.)« bezeichnet. Der Verband selbst nannte sich »Division Meindl«, wurde von Göring am 30.10.1943 als »Luftwaffen-Felddivision Meindl« bezeichnet. Die »Gr. Meindl« wird 1942 öfters im KTB des OKW erwähnt und bestand weiter, auch als Generalmajor Meindl im Oktober 1942 zum Kommandierenden General (Kom.Gen.) des XIII. Flieger-Korps ernannt wurde, welches die eigentlichen Luftwaffen-Felddivisionen aufstellte. Seine alte Division wurde zur 21. Luftwaffen-Felddivision, obwohl sie die erste Division dieser Art überhaupt war, und verblieb bis zum bitteren Ende 1945 bei der HGr. Nord. Es wurden hier nur solche Lw.Feldeinheiten genannt, die sich aus den Kriegsgliederungen des OKW nachweisen lassen. Sie bestanden zum großen Teil aus Freiwilligen. Jedoch ist bekannt, dass im Bereich der HGr. Mitte auch Angehörige des fliegenden Personals nach Verlust ihrer Flugzeuge infanteristisch an der Front eingesetzt wurden.
      Für den infanteristischen Einsatz von Luftwaffensoldaten an der Front wurde laut Luftwaffen-Verordnungsblatt (LVBl.) vom 13.04.1942 das »Erdkampfabzeichen der Luftwaffe« gestiftet »für ausgezeichnete Kampfleistungen im Erdkampf«. Im Bericht des OKW vom 23.06.1942 wurde zum ersten Mal offiziell die Existenz von Luftwaffen-Feldeinheiten erwähnt. Hervorgehoben wird der Einsatz der »Division Meindl« – wohl deshalb, weil sie als einzige weiter bestehen sollte. Dem LVBl. vom 29.06.1942 ist zu entnehmen, dass zu Luftwaffen-Feldeinheiten (genannt werden Luftwaffen-Feldregimenter und Luftwaffen-Schützenregimenter z. b. V.) auch Angehörige des fliegenden Personals »versetzt-kommandiert« worden waren. Sie sollten aber weiter zum fliegenden Personal gezählt werden und weiter ihre Fliegerzulage erhalten, weil »mit ihrer Wiederverwendung im fliegenden Einsatz zu rechnen sei«. Aus zuletzt Gesagtem kann gefolgert werden, dass das OKL (Oberkommando der Luftwaffe) im Juni 1942 beabsichtigte, diese Lw.Feldeinheiten weiter bestehen zu lassen, wobei jedoch eine Rückkehr zum fliegenden Personal jederzeit möglich sein sollte. Innerhalb der Luftwaffe wurde davon gesprochen, dass jetzt Kriegsfreiwillige zum fliegenden Personal nach ihrer infanteristischen Grundausbildung vor ihrer fliegerischen Ausbildung bei einer Luftwaffen-Feldeinheit eine infanteristische Frontbewährung mitmachen sollten. In diesem Zusammenhang ist auch Hitlers Weisung Nr. 46 vom 18.08.1942 zu sehen, mit der die Verlegung von Ersatzeinheiten der Luftwaffe in die »Bandengebiete« hinter der Ostfront befohlen wurde. Am 05. September 1942 meldete daraufhin der Generalstabschef der Luftwaffe, Generaloberst Jeschonnek, die bevorstehende Verlegung von 10.000 Mann in das rückwärtige Gebiet der Ostfront.
      Im Zusammenhang mit der Aufstellung der 20. Luftwaffen-Felddivision sind 3 Einheiten bekannt, die im Winter 1942/43 im rückwärtigen Gebiet der HGr. Mitte gegen Partisanen eingesetzt wurden: das Flieger-Regiment 23 (welches von Kaufbeuren zuerst nach Belfort, von dort im November 1942 nach Gorodok bei Witebsk und schließlich nach dem Raum um den Flugplatz Sheshtshinskaja zwischen Roslawl und Brjansk), das Flieger-Regiment 24 (von Olmütz nach Ossipowitschi nw. Bobruisk) und ein Bordschützen-Anwärterbataillon (bei Lepel no. Minsk), von dem zumindest Teile in Russland zum Flieger-Regiment 23 kamen. Laut LVBl. vom 14.09.1942 und vom 26. Oktober 1942 waren solche Fluganwärter-Bataillone Teile des Feldheeres.
      (...)
      __________
      MfG Uwe
    • Hallo Uwe,
      wieder was dazu gelernt dank Deiner hier ins Forum gestellter Ausführungen. Bis dato nahm ich an, dass erst 1943 Luftwaffenfelddivisionen aufgestellt wurden. Inwieweit sie trotzdem noch einen,,Vorteil" hatten, wenn es um die Ausrüstung, speziell die Winterbekleidung ging, ist mir nicht bekannt.
      MfG Wirbelwind
    • Zum Thema Luftwaffe im Erdeinsatz-

      im Buch "Letzte Kämpfe im Semmeringgebiet" von Brettner wird sehr gut beschrieben,wie im Frontabschnitt "Semmering" in den letzten Kriegstagen unter anderem Kampfpiloten und Geschwaderkommandanten zu MG1 und MG2 Schützen ausgebildet und eingesetzt wurden.....
    • Hallo zusammen,

      ich habe zu diesem Thema auch noch etwas interessantes bei der 6. SS-Gebirgs-Division aus dem Jahr 1942 gefunden.

      Quelle: Nara

      Gruß
      Michael

      PS: Es wäre schön Karl, wenn du bei kommenden Beiträgen immer eine Anrede bzw. eine abschließende Grußformel verwenden würdest, danke.
      Dateien
      Ein Projekt von wehrmachtlexikon.de
    • Hallo zusammen,

      Interessant, aber kann mir einer sagen was ich mir unter Skiminen vorstellen kann ?( .
      Gruß Ulf
      --------------------------------------------------------------
      Ich suche Bildmaterial, Dokumente und sonstige Informationen über ausländische Orden und Ehrenzeichen die an Deutsche verliehen wurden. Zum Zweck der Aufarbeitung und der Dokumentation.
      Vielen Dank
    • Moin zusammen,

      dass ist wirklich sehr interessant, vielen Dank fürs einstellen.

      PzPiKp420 schrieb:

      kann mir einer sagen was ich mir unter Skiminen vorstellen kann
      Was deine Frage angeht Ulf, ich glaube es müßte sich um diesen Minentyp handeln.

      michaelhiske.de/Wehrmacht/Heer…9/29_05/1943/Kap_IIIB.HTM

      Das war mir bisher auch noch nicht bekannt. Echt der Hammer was die sich alles haben einfallen lassen.

      Beste Grüße
      Robert
    • Hallo Robert,

      Danke für die Aufklärung, ja echt fiese Teile.

      Gruß Ulf
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      Ich suche Bildmaterial, Dokumente und sonstige Informationen über ausländische Orden und Ehrenzeichen die an Deutsche verliehen wurden. Zum Zweck der Aufarbeitung und der Dokumentation.
      Vielen Dank