Gefallen bei Demjansk? - Xaver Lang. Suche Informationen über den eines meiner Großonkel.

    Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weitere Informationen

    • Gefallen bei Demjansk? - Xaver Lang. Suche Informationen über den eines meiner Großonkel.

      Hallo Zusammen,

      ich suche Informationen über meinen Großonkel und habe bereits schon einige Anhaltspunkte nach relativ kurzer Recherche im Internet gefunden. Hiermit möchte ich nun versuchen, meine Ergebnisse durch eure Hilfe zu verfeinern. Es wäre großartig, wenn ich mehr Details erfahren könnte. Vorab, weil das länge Texte sind, danke fürs Durchlesen. Hoffentlich habe ich die Sätze nicht zu anstrengend oder zu langweilig gestaltet. Wenn ja, bitte entsprechend antworten, damit ich in Zukunft das Ganze anders mache.

      Als Erstes weiss ich natürlich, dass es die WAST gibt, was mir wohlmöglich die genauesten Informationen liefern könnte. Da ich allerdings bereits schon eine Anfrage über meinen Opa gestellt habe, möchte ich jetzt nicht gleich wieder eine Anfrage starten. Der Bruder des gefallenen Großonkels ist ebenfalls ca. 2 Jahre später gefallen. Aber ich möchte zuerst mit dieser Person anfangen zu suchen.

      Hier erst mal die Personendaten:

      Nachname:
      Lang
      Vorname:
      Xaver
      Dienstgrad:
      Obergefreiter
      Geburtsdatum:
      17.01.1919
      Geburtsort:
      Aalen
      Todes-/Vermisstendatum:
      27.09.1942
      Todes-/Vermisstenort:
      F.L. 122 Bol-Sassowo mot.

      link hierzu: Volksbund deutsche Kriegsgräberfürsorge (hoffentlich funktioniert der link, ansonsten bitte das PDF als Anhang beachten - ist ein Auszug davon).temppdf17754b6fabeb4d3304dd0da9de10f3120668.pdf.

      Gezogene Schlüsse aus meiner bisherigen Recherche, welche ich bitte zu ergänzen/ verfeinern:
      1. F.L. 122 Bol-Sassowo mot. war eine mobile Sanitätseinheit der 122. ID, was zum Todeszeitpunkt in der Nähe von Demjansk eingesetzt war (darum komme ich auch auf Demjansk). Siehe Link.lexikon-der-wehrmacht.de/Glied…teriedivisionen/122ID.htm
      2. Nach den unter Punkt 1 genannten Tatsache, ist der erste Gedanke, dass er wohl in der 122 ID gedient hat. Wenn ja, dann wäre laut Lagekarte (Siehe Link. Karte ist von September 42) sein Todesort etwa 20 KM nordwestlich von Demjansk (schaut aus wie ein dünner Schlauch), richtig? Der zweite Gedanke allerdings teilt mir mit, da ja Demjansk ein Kessel war und wie man auf der Karte erkennen kann es nahe umliegende andere Divisionen gab, vielleicht er doch in einer anderen Einheit außerhalb der 122. ID. gedient hat. Für wie wahrscheinlich ist es, dass er in der 122. ID. gedient hat?
      3. Unabhängig von der 122. ID. gab es vor Ort an seinem Todestag einen Angriff/ ein Unternehmen mit dem Decknamen Unternehmen "Michael" (auch Winkelried) mit nun leider zwei unterschiedlich im Internet stehenden Ziele. 1. Ziel:"Angriff der eingeschlossenen Truppen von Demjansk/Rußland zur eigenen Befreiung" Link hierzu. Bitte nach unten scrollen zum W. oder 2. Ziel "Erweiterung des Flaschenhalses zum Kessel von Demjansk 1942" 1. Link von Wikipedia und/ oder 2. Link - etwas ausführlicher beschrieben. Ich persönlich halte das 2. Ziel für wahrscheinlicher, da die eigentliche Keesselgefechte von Demjansk ja ein viertel Jahr früher getobt haben Link Wikipedia. Welches Ziel ist für wahrscheinlicher aus eurer Sicht? Sollte das der entscheidende Grund seines Todes gewesen sein, so kann man davon ausgehen, dass er nicht leiden musste, oder? -Im Gegensatz zu einem qualvollen tagelangen Leiden....
      4. Der Wikipediaeintrag (letzter Link unter Punkt 3) stimmt generell nicht ganz. Grund: Dort steht unter Entsatzangriff folgendes: "Die Stoßgruppe (zum Entsatz) Seydlitz setzte sich wie folgt zusammen:



      Vielen Dank für die Geduld zum durchlesen.

      Über interessante Antworten würde ich mich freuen und verbleibe mit freundlichen Grüßen,


      Uwe
    • Keiler87 schrieb:

      Todes-/Vermisstendatum:
      27.09.1942
      Todes-/Vermisstenort:
      F.L. 122 Bol-Sassowo mot.

      link hierzu: Volksbund deutsche Kriegsgräberfürsorge (hoffentlich funktioniert der link, ansonsten bitte das PDF als Anhang beachten - ist ein Auszug davon).temppdf17754b6fabeb4d3304dd0da9de10f3120668.pdf.

      Gezogene Schlüsse aus meiner bisherigen Recherche, welche ich bitte zu ergänzen/ verfeinern:
      1. F.L. 122 Bol-Sassowo mot. war eine mobile Sanitätseinheit der 122. ID, was zum Todeszeitpunkt in der Nähe von Demjansk eingesetzt war (darum komme ich auch auf Demjansk). Siehe Link.http://www.lexikon-der-wehrmacht.de/Gliederungen/Infanteriedivisionen/122ID.htm

      Moin Uwe,

      Die 122. Inf.Div. hatte, wie alle Divisionen, ausschließlich mobile Sanitätsdienste ... ;)

      Es handelt sich hier um das Feldlazarett (mot) 122., das in dem angegebenen Ort "Bol-Sassowo" zur Verwundetenversorgung im Einsatz war.

      Bol-Sassowo, ausgeschrieben: Bolschoje Sasowo (dt.: Groß Sasowo) = Bol'shoye Zasovo (internat. Transskription aus der kyrillischen Schrift) liegt am Flüßchen Rob'ya, unmittelbar nordöstlich von Zaluch'ye, d. h. zwischen Zaluch'ye und dem Fluß Pola. Koordinaten von Bol’shoye Zasovo: 57°43' 17" N 31°53' 10" E. Einfach in Google Maps eingeben.
      Auf der Lagekarte vom 02.09.1942 liegt Zaluch'ye als "Salutschje" westlich der 122. Inf.Div.. direkt auf dem südlichen, doppelt linierten Kesselrand. Immerhin hatte sich ja die Kessellage am 27. Sept. bereits 25 Tage weiter entwickelt als die Lagekarte vom 02.09.1942 zeigt!

      Keiler87 schrieb:

      link hierzu: Volksbund deutsche Kriegsgräberfürsorge (hoffentlich funktioniert der link, ansonsten bitte das PDF als Anhang beachten - ist ein Auszug davon).temppdf17754b6fabeb4d3304dd0da9de10f3120668.pdf.
      Xaver Lang ruht auf der Kriegsgräberstätte in Korpowo. Endgrablage: Block 25 Reihe 20 Grab 1674
      Unmittelbar neben ihm ruht dort übrigens
      Hans (Johann) Linhart, gef. 27.09.1942 Feld-Lazarett (mot) 122 Bol-Sassowo, ruht auf der Kriegsgräberstätte in Korpowo. Endgrablage: Block 25 Reihe 20 Grab 1673

      Keiler87 schrieb:

      2. Nach den unter Punkt 1 genannten Tatsache, ist der erste Gedanke, dass er wohl in der 122 ID gedient hat. Wenn ja, dann wäre laut Lagekarte (Siehe Link. Karte ist von September 42) sein Todesort etwa 20 KM nordwestlich von Demjansk (schaut aus wie ein dünner Schlauch), richtig? Der zweite Gedanke allerdings teilt mir mit, da ja Demjansk ein Kessel war und wie man auf der Karte erkennen kann es nahe umliegende andere Divisionen gab, vielleicht er doch in einer anderen Einheit außerhalb der 122. ID. gedient hat. Für wie wahrscheinlich ist es, dass er in der 122. ID. gedient hat?
      Diese Frage kann nur die WASt bzw. durch deren Datenweitergabe der VDK sicher beantworten. Alles andere wäre reine Mutmaßung.
      Sanitätseinheiten versorgten grundsätzlich alle Verwundeten, die ihnen zugingen, egal, welcher Einheit / Verband / Großverband sie angehörten.
      Feldlazarette erhielten - in der üblichen Kette der Verwundetenversorgung - die Verwundeten von den Sanitätskompanien, die sie zuvor von den Truppenverbandplätzen der Bataillone nach dortiger Erstversorgung und Herstellung der Transportfähigkeit angeliefert bekamen und sie bis zur Abgabe ans Feldlaz. weiter versorgten. Natürlich konnten sowohl San.Kp. wie Feldlaz. Verwundete auch direkt zugeliefert bekommen. Der kürzeste Weg zur nächsten Sanitätseinheit war immer der beste - wo sie arbeitete, war der Truppe immer bekannt. Insofern ist seine Truppenzugehörigkeit so nicht zu ermitteln.

      Keiler87 schrieb:

      4. Der Wikipediaeintrag (letzter Link unter Punkt 3) stimmt generell nicht ganz. Grund: Dort steht unter Entsatzangriff folgendes: "Die Stoßgruppe (zum Entsatz) Seydlitz setzte sich wie folgt zusammen:
      [...]
      Das kann allerdings nicht sein, da ja sein Todesort bei der F.L. 122 Bol-Sassowo mot. im September 1942 war. D.h. also müsste auch bis zur Räumung die 122. ID. answesend gewesen sein, oder?
      Das ist allerdings am 27.09.1942 so gewesen, wie die von Dir eingestellte Lagekarte vom 02.09.1942 und "gefallen im Feldlaz. 122" ja belegen ...
      Auch noch am 01.12.1942 war lt. Lagekarte die 122. Inf.Div. nur wenig weiter nördlich im weiterbestehenden Kessel im Einsatz.

      Am 14.12.1942 war dann in Bol'shoye Zasovo ein anderes Feldlaz. im Einsatz, wie ein Datensatz meiner DB belegt.
      Viele Grüße,
      Jürgen

    • Danke JFritsche für die schnelle und detaillierte Antwort. Jetzt kommt sofort eine nächste Frage zum Punkt Grabanlage:

      Nach welchem System wurden diese denn angelegt/ die Gräber verteilt?
      -Da ein Kamerad der neben meinen Großonkel ruht, der am gleichen Tag gefallen ist, lässt mich vermuten, dass die Gräber chronologisch nach dem Sterbedatum angelegt wurden. Alphabetisch könnte es in diesem Fall auch sein, da beide Nachnamen ja mit „L“ anfangen. Oder kann das auch sein, dass beide in der selben Einheit dienten?

      Gruss Uwe
    • Keiler87 schrieb:

      Jetzt kommt sofort eine nächste Frage zum Punkt Grabanlage:

      Nach welchem System wurden diese denn angelegt/ die Gräber verteilt?
      -Da ein Kamerad der neben meinen Großonkel ruht, der am gleichen Tag gefallen ist, lässt mich vermuten, dass die Gräber chronologisch nach dem Sterbedatum angelegt wurden. Alphabetisch könnte es in diesem Fall auch sein, da beide Nachnamen ja mit „L“ anfangen. Oder kann das auch sein, dass beide in der selben Einheit dienten?
      Moin Uwe,

      es handelte sich hier (KGSt Korpovo) nicht um eine Umbettung durch die Wehrmacht!

      Diese Frage muß Dir daher der VDK beantworten, denn er sichert ja auftragsgemäß seit Kriegsende anhand von Grablage-Unterlagen der damaligen Wehrmacht-Gräber-Offiziere (WGO), die noch bei der WASt vorliegen, sterbliche Überreste der Soldaten, exhumiert sie und bettet sie auf die jeweiligen, nächstgelegenen Kriegsgräberstätten der heutigen Fund-Staaten um, die aufgrund entsprechender Abkommen mit den Staaten angelegt wurden. Näheres zu KGSt siehe also beim VDK. Vermutlich ist die unmittelbar benachbarte Grablage bei der Umbettung ein Zufall, denn ganz sicher wird hierbei nicht auch noch zeitaufwendig sortiert ...

      Zudem ist es auch ein reiner Zufallsfund meinerseits, der in meiner DB mit dem Ort Bol'shoye Zasovo, der dort im Einsatz befindlichen Sanitäts-Einheit und den dort Gefallenen zusammenhängt. Ich wollte ihn Dir, nur beispielhaft, nicht vorenthalten, obwohl er ja für Deine Suche unmaßgeblich ist.
      Eine Truppenzugehörigkeit liegt (mir bzw. der Seite "Kriegstote.org") auch für ihn nicht vor. U. U. kann Dir aber der VDK vielleicht seine unmittelbare Einheit bzw. deren übergeordneten Verband oder Großverband nennen, auch wenn das in der Online-Gräbersuche des VDK nicht erwähnt wird. Diese Online-Angaben sind häufig nicht vollständig.
      Viele Grüße,
      Jürgen

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von JFritsche ()

    • Hallo zusammen,

      für den interessierten Leser habe ich jetzt mal die festgehaltenen Kampfhandlungen dieser Tage - Anhand von Meldungen des AOK 16 an die HG Nord - eingestellt.

      Quelle: Nara

      Gruß
      Michael
      Dateien
      Ein Projekt von wehrmachtlexikon.de
    • und hier der Rest.

      Quelle: Nara


      Gruß
      Michael
      Dateien
      Ein Projekt von wehrmachtlexikon.de
    • Hallo Michael, das sind ja wirklich richtige Schlüsselinformationen die du mir/ uns zu Verfügung stellst! Habe gerade ein paar Seiten gelesen und die Texte sind mit sehr vielen Ortsnamen (geographischen Informationen) bestückt. Nun weiss ich von Jürgen den genauen Aufenthaltsort des Feldlazaretts und von Dir ja die Orte. Wie ich jetzt gelernt habe brachte man ja logischerweise Verwundete ins nächst gelegene Lazarett - Also kann man nun schon so ungefähr mit den gesammelten Informationen ein ordentliches Ergebnis zusammen stellen. Danke :).

      Hab noch ne Frage an euch: wie lange waren denn die in so einem Feldlazarett? Also mal angenommen Tag 1 er kommt ins Feldlazarett und Tag 4 (was ich ja niemanden wünsche) stirbt er an den Folgen der Verwundungen. Wie lange hatte man Schwerstverletzte (muss er ja gewesen sein, sonst wäre er ja nicht gestorben) in so einem Lazarett behalten? Also die Erstversorgung wurde dort bestimmt gemacht und wie es die Lage zugelassen hat, hatte man die Verletzten ins Hinterland gebracht, oder? Damit könnte ich ausschließen, dass er schon viel früher (zum Beispiel eine Woche vor seinem Todestag) ins Lazarett gekommen ist....

      Ich weiss, um sicher zu gehen hole ich mir lieber zusätzlich Informationen über die WAsT. Den Antrag schreibe ich morgen raus, dann wenn ich Glück habe, habe ich wenn überhaupt in einem Jahr Klarheit. Die Ergebnisse würde ich, wenns in Ordnung ist hier zum Abschluss rein stellen.

      Trotzdem an Michael und Jürgen,
      vielen Dank.

      Gruß Uwe
    • Keiler87 schrieb:

      Hab noch ne Frage an euch: wie lange waren denn die in so einem Feldlazarett? Also mal angenommen Tag 1 er kommt ins Feldlazarett und Tag 4 (was ich ja niemanden wünsche) stirbt er an den Folgen der Verwundungen. Wie lange hatte man Schwerstverletzte (muss er ja gewesen sein, sonst wäre er ja nicht gestorben) in so einem Lazarett behalten? Also die Erstversorgung wurde dort bestimmt gemacht und wie es die Lage zugelassen hat, hatte man die Verletzten ins Hinterland gebracht, oder? Damit könnte ich ausschließen, dass er schon viel früher (zum Beispiel eine Woche vor seinem Todestag) ins Lazarett gekommen ist....

      Ich weiss, um sicher zu gehen hole ich mir lieber zusätzlich Informationen über die WAsT. Den Antrag schreibe ich morgen raus, dann wenn ich Glück habe, habe ich wenn überhaupt in einem Jahr Klarheit. Die Ergebnisse würde ich, wenns in Ordnung ist hier zum Abschluss rein stellen.
      Moin Uwe,

      die Antwort auf die Frage "Dauer der Versorgung in einem Feldlazarett" ist einfach zu beantworten: Längstens so lange, bis er transportfähig (also nicht nach Lage!) in ein Kriegslazarett des Armeebereichs verlegt werden konnte (oder bis er seiner Verwundung erlag, also fiel).

      Die Erstversorgung eines Verwundeten wurde allerdings nicht im Feldlazarett (außer natürlich bei Direkteinlieferung), sondern grundsätzlich im T.V.Pl. begonnen und die Transportfähigkeit zum H.V.Pl. hergestellt, im H.V.Pl. abgeschlossen und die Transportfähigkeit ins Feldlazarett hergestellt. So lange die nicht hergestellt werden konnte, blieb er grundsätzlich im Feldlazarett.

      ;) Tip: Alles ausführlich nachzulesen über meinen Link zur Verwundetenversorgung oben ...

      So, und zum Thema "Antragstellung bei der WASt über Großonkel" auch hier noch mal, was ich in diesem Beitrag (Klick) bereits erläutert hatte.

      Ganz so einfach, wie Du Dir das vorstellst, ist das nämlich keineswegs! Als Großneffe ist man nämlich kein direkter Angehöriger (der auskunftsberechtigt wäre) und eine Anfrage eines Großneffen über seinen Großonkel ist zunächst unberechtigt! Zunächst bedeutet, es könnte (belastbar nachweisbare!) Umstände geben, die den Großneffen zum einzigen noch lebenden Nachkommen des Großonkels und damit auskunftsberechtigt machen (bspw. zu jung gefallen, keine Kinder gehabt, ...).

      Nicht zuletzt durch die vorgeschriebene Erstellung auch von Negativ-Bescheiden seitens der WASt auf eine enorm angewachsene Zahl unberechtigter Anfragen hin (also bspw. als Großneffe) sind die zahlenmäßig gleichgebliebenen WASt-Mitarbeiter zeitlich immer stärker gebunden und die Bearbeitungsdauer ist inzwischen (ich hatte das vor einigen Tagen mitbekommen) auf jetzt immerhin schon 2 1/2 Jahre angewachsen!

      Grund für das enorme Anwachsen: Immer mehr Teilnehmer in Foren und Mailinglisten kennen inzwischen "die WASt" (vom Hörensagen ...) und empfehlen sie (ärgerlicherweise) als "Wissende" gerne massenhaft und bei jeder unpassenden Gelegenheit für ein Auskunftsersuchen weiter, beschäftigen sich aber nicht die Bohne mal selbst mit den strengen gesetzlichen Anforderungen, denen die WASt unterliegt. Andere "Wissende" relativieren die strikte Gesetzeslage (es gibt immerhin nicht ohne Grund eine eigene WASt-Verordnung und ein eigenes WASt-Gesetz, die die WASt streng binden!) gerne bei jeder solchen Gelegenheit, berichten über "mögliche Tricksereien", mit denen sie selbst (angeblich!) Erfolg gehabt hätten, usw. Leider. Die Folge: siehe oben ...
      Viele Grüße,
      Jürgen

    • Neu

      Hallo Jürgen,

      danke für Deine Antwort. Ich weiss es nicht, ob beide Großonkel (der Andere ist auch gefallen, dazu aber später in einem extra Thread wenn ich fertig recherchiert habe mit Xaver L.) Nachkommen gehabt haben. Ich frag mal meinen Vater, der weiss das. Wenn Sie keine Nachkommen hatten, dann stelle ich auf jeden Fall mal eine Anfrage über die WASt.

      Ich hab noch eine kleine Bitte an Dich. Es wäre toll wenn du mir noch nen Gefallen tun könntest: Kannst du mir bitte alle anderen Feldlazarette mitteilen die umliegend zum FL. 122. genau an diesem Tag sich befanden? Dann hab ich ja wirklich alle Informationen zusammen. Mit den Infos von Michael und dann noch von Deinen liegt es nahe, welche Einheiten in Frage kommen.

      Danke im Voraus.

      Gruss Uwe
    • Neu

      Hallo Zusammen,

      Info: jetzt habe ich gerade festgestellt, dass die 5. Jg. Division ihre Aufstellung in Ulm hatte, ca 50 Km von uns entfernt. Mein gleichnamiger Uropa der im WK 1 teilgenommen hat, musste auch seinen Dienst damals in Ulm antreten (Wehrkreis V). Könnte schon mal ein näherer Anhaltspunkt sein :).

      Gruss Uwe
    • Neu

      Keiler87 schrieb:

      Ich hab noch eine kleine Bitte an Dich. Es wäre toll wenn du mir noch nen Gefallen tun könntest: Kannst du mir bitte alle anderen Feldlazarette mitteilen die umliegend zum FL. 122. genau an diesem Tag sich befanden? Dann hab ich ja wirklich alle Informationen zusammen. Mit den Infos von Michael und dann noch von Deinen liegt es nahe, welche Einheiten in Frage kommen.
      Moin Uwe,

      diese kleine Bitte ist eine riesige :D - das ist leider nicht möglich, aus verschiedenen Gründen, z. B.:
      • Zum einen liegen mir ja für eine entsprechende DB-Abfrage die in der dortigen Umgebung möglicherweise in Frage kommenden Ortsnamen nicht vor. Ich habe keine Orts-DB Rußlands oder des Ostens (Südostens, Südens, Westens, Nordens) vorliegen. Ortsnamen zum Einsatz von San-Einheiten liegen in Funden leider meist nicht vor und müssen über weitere Begleitparameter (Truppenteil, Begleitereignisse in der Nähe, Erstgrablage, usw.) erst aufwendig ermittelt werden. Hinzu kommt, daß es im Osten massenhaft Ortsnamen kleiner und kleinster Orte gibt, die dort dutzend- und aberdutzendmal existierten / existieren (viele Orte wurden zudem damals vernichtet oder später umbenannt), oft sogar in derselben Gegend mehrfach! Außerdem ist es bekanntlich ein großes Problem, daß in der Verwendung bei der Wehrmacht offiziell (und inoffiziell noch dazu) Ortsnamen aus dem Kyrillischen mal so oder mal so in die lateinische Schrift bzw. ins Deutsche transkribiert wurden (buchstabenweise, nach Aussprache, ...). Übertragungsfehler vervielfachten diese Unzulänglichkeiten zudem noch, Ortsnamen manchmal bis zur Unkenntlichkeit entstellend und nicht mehr rekonstruierbar
      • Zum anderen habe ich längst nicht von allen Ortschaften die Koordinaten vorliegen, so daß auch hier keine Eingrenzung / Lokalisierung möglich ist, welche San-Einheiten dort im Einsatz waren.
      • Zum dritten liegen mir auch noch längst nicht alle Feldlazarette (oder welche Art von San-Einheiten auch immer), die es gab, deren Einsatzorte und die Tagesangaben dazu vor. Ich kann natürlich immer nur mit dem momentanen Datenbestand Auskunft geben.
      • Zum vierten waren Feldlazarette nicht in größerer Dichte eingesetzt.
      • Zum fünften verfügte nicht jede Division grundsätzlich über ein Feldlazarett (für die im und um den Demjansker Kessel habe ich dies jetzt nicht geprüft). Bereits 1942, auf jeden Fall aber 1943 umgesetzt, aber in einigen Fällen auch schon viel früher, wie sich herausstellte, z. B. 1941, wurden fast alle Feldlazarette aus dem Verfügungsbereich der Divisionsärzte herausgelöst und unmittelbar den Armeeärzten unterstellt und damit zu Armee-Feldlazaretten - wobei diese offizielle Bezeichnung zu übernehmen oder in Daten anzugeben oft unterlassen wurde.
      • ...
      Zum Verständnis nur mal als Größenordnung, über wieviel Datensätze ich absolut bzw. relativ verfüge:
      • Der Zweite Weltkrieg dauerte in Europa exakt 2.077 Tage.
      • Es gab Zehntausende von Sanitätseinheiten, die an diesen Tagen an bestimmten Orten eingesetzt wurden. Damit sind wir schon mal im mittleren zweistelligen Millionenbereich. Details erhöhen diese Zahl noch.
      • Meine DB umfaßt, in über 30 nach einem speziellen Datenbank-Design miteinander verknüpften Tabellen (!), derzeit knapp 28.000 Datensätze (zigtausende weitere, bereits gesammelte und abgelegte DS zu Einheiten und Personal sind zeitbedingt noch nicht eingegeben).
      • Das ist absolut für sich betrachtet eine sehr hohe Zahl, angesichts des enormen Zeitaufwands mit der DB und diesen DS (grundlegendes DB-Design und -Management wie Datenkonsistenz, Suche oder Zufallsfund, Daten-Sammlung, Daten-Zwischenablage, Verifizierung sämtlicher Daten eines DS, Normierung der Daten, Suche und Entfernung doppelter DS, Dateneingabe, Datenkorrekturen und -abgleiche, usw., usw.), relativ aber winzig, ein Tropfen auf den heißen Stein, wenn man die absolute, voraussichtlich maximal mögliche DS-Anzahl als Maßstab anlegt ...
      Diese DB zum "Sanitätswesen von Wehrmacht und Waffen-SS" ist jedoch einzigartig, in Deutschland und weltweit.

      Sie beinhaltet außer Daten aus Originaldokumenten wie denen der NARA, u. ä., unzählige kleine und kleinste Datenschnipselchen, oft Zufallsfunde, die man sonst nirgendwo mehr findet und die so vor dem Verlust bewahrt werden. Die Mindestanforderung an einen DS ist "Datum, Sanitätseinheit, Ortsangabe zum Einsatz". Oder "Datum, Name des Angehörigen einer Sanitätseinheit, seine Sanitätseinheit". Meist finde ich glücklicherweise (etwas) mehr oder ergänze nach und nach durch Datenverifizierung und -ergänzung.

      Mit dem Thema hatte sich bisher offensichtlich noch niemand beschäftigt (wie ich an dieser endlosen Sisyphusarbeit sehe, aus gutem Grund ... ;) ). Nicht umsonst habe ich Kontakte mit der Fachwelt, mit professionellen, aber auch privaten Militärhistorikern aus dem In- und Ausland, die i. d. R. Anfragen an mich stellen, aber auch Daten liefern (so wie Ihr hier - nochmals danke dafür! :thumbup: ).

      Hinzu kommt zeitlich gesehen meine Mitarbeit in Foren. Und ich habe auch Familie und noch allerhand andere Interessen. Zeit kann niemand klonen, also muß ich Schwerpunkte setzen ...

      Dieser Tage ist übrigens die Handball-EM ein zentraler Schwerpunkt! :thumbsup:

      Bei weitem nicht alle Aspekte der Arbeit an einer solchen DB kann man Dritten erklären, sie ergeben sich hochkomplex aus dem Thema und der DB-Technik und unmittelbar ad hoc bei der Arbeit. Nicht mal ich selbst könnte einfach mal so ein Handbuch zur DB schreiben, ich habe bei meiner Arbeit alle Komplexität verknüpft im Kopf. Ich hoffe immerhin, ich konnte wenigstens ansatzweise mal verdeutlichen und verständlich machen, was für ein ungeheurer zeitlicher Aufwand in dieser DB steckt.
      Viele Grüße,
      Jürgen

    • Neu

      Hallo Jürgen,

      dieses Ausmaß war mir selber nicht bekannt, daher meine Frage. Trotzdem danke an alle die geholfen haben. Ich versuche nun mein Glück über die WASt, denn direkte Nachkommen gibt es keine.

      Wenn ich fündig werde, werde ich abschließend die Ergebnisse hier hinzufügen (kann ja noch ein bisschen dauern ;) . ).

      Beste Grüße,

      Uwe