Welche Auszeichnungen trägt Oberstleutnant Marienfeld

    • Welche Auszeichnungen trägt Oberstleutnant Marienfeld

      Guten Abend hier im Forum,

      Ich bin beim durchstöbern der Chronik des Kampfgeschwaders 54, auf dessen Kommodore Oberstleutnant Walter Marienfeld gestoßen.
      Und beim Googlen habe ich dann dieses Bild gefunden. Könnt Ihr mir sagen welche Orden er da trägt und wofür? Das Ritterkreuz kenne ich.

      Vielen Dank,
      und schönen Abend Rolf

      Aus Internet kopiert:
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      Dateien
    • Hallo Rolf,

      willkommen hier im Forum.
      Also ich habe da ein bischen was gefunden.

      Marienfeld Walter

      geb: 10.08.04 in Alt-Sussmilken / Kreis Labiau).
      gest: 23.10.1944 bei einem Unfall



      Dienststellungen:
      • 01.02.1934 eintritt in die Luftwaffe Ausbildung als Beobachter
      • 16.05.1939 - 11.01.1940 Staffelkapitän 3. Staffel I./ Kampfgeschwader 55
      • 01.08.1939 Major
      • 11.01.1940 - 24.6.1940 Kommandeur I./ Kampfgeschwader 55

      • 24.06.1940 - 23.11.1941 Kommandeur III./Kampfgeschwader 51
      • 27.11.1941 Oberstleutnant
      • 23.11.1941 - 31.03.1943 Kommodore Kampfgeschwader 54
      • 01.01.1943 Oberst
      • 18.03.1943 - 16.03.1943 zum Reichsluftfahrt Ministerium
      • 16.04.1943 - 31.01.1944 Komandeur der Blindflugschule 7 / Insterburg
      • 01.02.1944 - 30.09.1944 Oberst , General der Kampfflieger
      • 01.10.1944 - zum Reichsluftfahrt Ministerium
      Auszeichnungen:
      • 27.11.1941 Ritterkreuz
      • 29.06.1942 Ehrenpokal der Luftwaffe
      • 23.12.1942 Deutsche Kreuz in Gold


      Auf dem Bild sind zusätzlich als Halsorden zu sehen:
      • kroatische König Zvonimir Orden 1. Klasse mit Schwerter (wahrscheinlich die Klasse ohne Bruststern)
      de.wikipedia.org/wiki/Orden_der_Krone_K%C3%B6nig_Zvonimirs

      • portugisische Militärverdienstorden St. Bento d'Aviz 2. Klasse (Großoffizierskreuz)
      de.wikipedia.org/wiki/Gro%C3%9Fkomtur_(Ordenskunde)

      Für mich wäre es auch sehr interessant zu erfahren wofür und wann er den portugisische Militärverdienstorden bekam, nach dem Foto zu urteilen hat er da noch den Rang eines Oberstleutnants bekleidet. Also im Zeitraum 27.11.1941 - 01.01.1943, als er Kommodore des Kampfgeschwaders 54 "Totenkopf" war , als dieses im November/ Dezember 1941 zur Aufrischung und Umrüstung nach Bayern (Memmingen und Landsberg) verlegt wurde. Anschließend verlegte das Geschwader nach Sizilien.
      Ich werde mal weiter suchen vielleicht finde ich noch was, bzw. hat ein anderer eine Idee.

      Gruß Ulf



      Quelle:
      ww2.dk/lwoffz.html
    • Hallo Rolf,

      Deine Deutung hat erst einmal was für sich. Nur was hatte Portugal mit dem Spanischen Bürgerkrieg zu tun und speziell mit der Legion Condor? Das erschließt sich mir nicht ganz. Klar Portugal ist ein Nachbarland von Spanien, aber nach meinem Kenntnisstand hat Portugal nicht in den Spanischen Bürgerkrieg eingegriffen. Ob die Legion Condor portugiesische Flugplätze benutzte, ist mir nicht bekannt.

      MfG Wirbelwind
    • Guten Abend Wirbelwind,

      Also ich weis das sich Portugiesen als Freiwillige eben so wie Deutsche und Italiener auch am spanischen Bürgerkrieg auf der Seite Francos beteiligt haben. Insofern hast du recht, das Portugal direkt als Land nichts damit zu tun hatte. Das war auch nur mein erster Gedanke gewesen.
      Aber fragen wir anders herum was hat Deutschland im Militärischen Sinn mit Portugal zu tun gehabt, das diese eine Militärische Auszeichnung verleihen? Portugal war ja wie zum Beispiel die Schweiz oder Schweden "neutral".

      Grüße Rolf
    • Hallo zusammen,

      anbei die Biografie zu Marienfeld aus dem Buch die Ritterkreuzträger der Kampfflieger von J. Kaiser Band II.


      Nach seiner Ausbildung zum Flugzeugführer an der Deutschen Verkehrsfliegerschule in Königsberg-Devau warMarienfeld zunächst Flugkapitän bei der Deutschen Lufthansa. Am 1.2.1934 trat er als Hauptmann in die noch geheime Luftwaffe ein und wurde zum Beobachter ausgebildet. Ab 15. Mai 1939 führte er als Staffelkapitän die 3./ Kampfgeschwader 55 und absolvierte als Major im Polenfeldzug seine ersten Feindflüge.

      Am 6. Januar wurde er zum Kommandeur der I./Kampfgeschwader 55 ernannt, die er während des Westfeldzuges im Mai/Juni 1940 u.a. bei Angriffen auf wichtige Flugplätze im Großraum Paris führte.

      Kurz darauf übernahm Marienfeld am 24.6.1940 die III./Kampfgeschwader 51 als Kommandeur, die bereits mit Ju 88 ausgerüstet war. Mit dieser Gruppe flog er im Luftkrieg gegen England Angriffe auf Industrieziele, Hafenanlagen und Flugplätze.

      Dabei gelang ihm mit seiner Besatzung im Sommer 1940 der Abschuss einer Spitfire im Luftkampf.

      Im April und Mai 1941 kam er mit seiner III./Kampfgeschwader 51 über Jugoslawien und Griechenland zum Einsatz um dann im Juni mit Beginn des Krieges gegen die Sowjetunion in den Osten zu verlegen. In Würdigung der von seiner Gruppe dort beim Vormarsch erzielten Erfolge wurden Marienfeld für das Ritterkreuz eingereicht, dass ihm am 27.11.1941 verliehen wurde. Einige Tage zuvor, am 24.11.1941, war er zum Kommodore der Kampfgeschwaders 54 ernannt worden, das er kurz im Südabschnitt der Ostfront und dann ab Dezember 1941 von Sizilien aus im Mittelmeerraum führte.

      Die II./Kampfgeschwader 54 verlegte dabei Anfang 1942 in den Mittelabschnitt der Ostfront, so dass sein Geschwader gleichzeitig auf verschiedenen Kriegsschauplätzen zum Einsatz kam. Am 1.1.1943 zum Oberst befördert, gab er am 31. März 1943 die Führung des Kampfgeschwaders 54 an Oberstleutnant Riedesel Freiherr zu Eisenbach ab, um selbst in eine hohe Stabsstellung aufzurücken. Seit dem 1.2.1944 nahm er die Dienststellung des Generals der Kampfflieger wahr.

      Am 23. Oktober 1944 verunglückte er bei einer Inspektion der KG (J) 54 in Giebelstadt während der Vorführung eines MG 81-Sechslings zur Tieffliegerbekämpfung tödlich. Während des Probeschiessens brach eine Haltestrebe des Truppeneigenbaus aus drei MG 81Z, wodurch das Geschütz außer Kontrolle geriet und Marienfeld von einem Querschläger in die Halsschlagader getroffen wurde und verblutete.


      Quelle: siehe oben

      Gruß
      Michael
      Ein Projekt von wehrmachtlexikon.de
    • Ergänzung zu den Auszeichnungen:

      Eisernes Kreuz 2. Klasse: 19.9.1939

      Eisernes Kreuz 1. Klasse: 14.5.1940

      Gruß
      Michael

      PS: Das hier ist ein sehr interessanter Hinweis:

      Mit dem Kauf von zehn Junkers Ju 86 wollten sich die portugiesischen Luftstreitkräfte 1937 mit einem modernen Bomber ausrüsten. Portugiesische Piloten und Mechaniker wurden auf die seltene Exportversion Ju 86 K in Deutschland geschult. Als der Zweite Weltkrieg ausbrach, kamen die Flugzeuge wegen Treibstoff- und Ersatzteilmangels aber kaum noch in die Luft.


      Quelle: fliegerrevuex.aero/junkers-ju-86-in-portugal/
      Ein Projekt von wehrmachtlexikon.de
    • Hallo Rolf und Michael,

      Freiwillige auch aus neutralen Ländern gab es auf deutscher Seite, die dann oft bei der Waffen-SS kämpften. Z. Bsp. Schweden.
      Vorstellbar, dass die Schulung besagter portugiesischer Piloten und Techniker auf der Ju 88 letztendlich seine portugiesche Auszeichnung nach sich zog. Vielleicht läßt sich noch was zu dieser Beleihung finden oder zu seinem eventuellen Einsatz bei der Legion Condor.
      MfG Wirbelwind
    • Hallo zusammen,

      also diesen Hinweis zur Ju 86 in Bezug auf die Lufthansa finde ich auch sehr interessant:

      Auftraggeber war zuerst das Reichsverkehrsministerium, dann ab Januar 1933 der Reichskommissar der Luftfahrt und schließlich das RLM. Die Lufthansa, die in der Literatur oft als angeblicher 'Auftraggeber' erscheint, erhielt von allen drei Mustern Flugzeuge zur Erprobung, um sie auf Verwendbarkeit im zivilen Luftverkehr zu prüfen. Bei der Ju 86 und der He 111 fiel die Prüfung positiv aus, während die Do 17 abgelehnt wurde. In der Reihe der gebauten Versuchsflugzeuge wechselten sich jeweils eine Maschine für militärische und eine für zivile Zwecke ab.

      luftarchiv.de/index.htm?/flugzeuge/junkers/ju86.htm

      Gruß
      Michael
      Ein Projekt von wehrmachtlexikon.de
    • Rolsee schrieb:

      Guten Abend Wirbelwind,

      Also ich weis das sich Portugiesen als Freiwillige eben so wie Deutsche und Italiener auch am spanischen Bürgerkrieg auf der Seite Francos beteiligt haben. Insofern hast du recht, das Portugal direkt als Land nichts damit zu tun hatte. Das war auch nur mein erster Gedanke gewesen.
      Aber fragen wir anders herum was hat Deutschland im Militärischen Sinn mit Portugal zu tun gehabt, das diese eine Militärische Auszeichnung verleihen? Portugal war ja wie zum Beispiel die Schweiz oder Schweden "neutral".

      Grüße Rolf

      wirbelwind schrieb:

      Hallo Rolf und Michael,

      Freiwillige auch aus neutralen Ländern gab es auf deutscher Seite, die dann oft bei der Waffen-SS kämpften. Z. Bsp. Schweden.
      Vorstellbar, dass die Schulung besagter portugiesischer Piloten und Techniker auf der Ju 88 letztendlich seine portugiesche Auszeichnung nach sich zog. Vielleicht läßt sich noch was zu dieser Beleihung finden oder zu seinem eventuellen Einsatz bei der Legion Condor.
      MfG Wirbelwind
      Hallo Wirbelwind,

      ja das ist denke ich langhin bekannt das es Freiwillige aus verschiedenen Nationen in der Wehrmacht gab.
      Ich meinte aber Freiwillige die im spanischen Bürgerkrieg von 1936-1939
      kämpften, diese gab es auf beiden Seiten. Ein berühmtes Beispiel für die
      Rotspanier ist der Deutsche Hans Beimler. U
      Und mit der Neutralietät habe ich gemeint das Portugal sich nicht aktiv an den Kämpfen im zweiten Weltkrieg beteiligt hat. So das es doch seltsam ist einen deutschen Offizier mit einer portugisischen Militär Auszeichnung zu sehen.
      Es wäre also vorstellbar das Oberst Marienfeld die Auszeichnung vielleicht vor dem Ausbruch des zweiten Weltkriegs erhielt.

      Daher finde ich es aufgrund deiner und Michaels ausführungen durchaus möglich, das er diese Auszeichnung Aufgrund von Ausbildungstätigkeiten in der portugisischen Luftwaffe erhielt.
      Toll das ist doch schonmal eine Idee.

      einen schönen Tag wünsche ich euch noch
      Rolf