Die letzten Veteranen...

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    • Die letzten Veteranen...

      Hallo an die Runde,

      vor 14 Tagen habe ich im Seniorenheim meinen Freund Herbert E. besucht. Herbert ist Jahrgang 1920 und war während des Krieges Leutnant bei der Marine Artillerie. Der Besuch hat mir gezeigt, das die Biologische Uhr abläuft. Der im Leben stattliche Herbert, liegt schwer und kämpft wohl seinen letzten Kampf. Es tat mir sehr Leid, zeigte mir aber auch, das die wenige Zeit genutzt werden muss, um noch mit Zeitzeugen der Kriegsgeneration zu reden.

      Ich habe das heute direkt umgesetzte und habe heute Nachmittag ein fast 3 Stündiges Gespräch mit einem ehemaligen Veteranen der Kriegsmarine ( Jahrgang 1923 ) 94 Jahre alt führen können. Hochinteressant die Tatsache, das er einer der letzten noch Lebenden Veteranen der Tirpitz ist, die den Untergang des größten Schlachtschiffes der Kriegsmarine am 12.November.1944 erlebte und überlebte. Somit hatte ich emotionale Informationen aus 1. Hand.

      Herr Heinz R. hatte sich freiwillig mit 17. Jahren 1940 zur Kriegsmarine gemeldet und schon einiges vor der Tirpitz erlebt. Ich bin dankbar über das sehr interessante - und informative Gespräch.

      Die Tirpitz war ein Schlachtschiff der Bismarck - Klasse.

      Stapellauf: 1.4.1939
      Indienststellung: 25.2.1941
      Besatzung: 2500 Mann
      Länge: 251m
      Breite: 36m
      Maschinen-
      leistung: 163.026 PS

      Die Tirpitz kenterte in einer Meerenge südwestlich der Insel Tromsoya in Norwegen, lag Kiel oben. 1204 Mann der Besatzung kamen ums Leben, 890 Mann wurden gerettet, davon 84 mit großem Aufwand aus dem Rumpf herausgeschnitten

      VG
      Martin
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    • Hallo Martin,

      das war bestimmt ein aufregendes Gespräch, mit so einem "Exoten".

      Und ja da hast du leider recht es sind nicht mehr viele von denen man erlebtes aus erster Hand erfahren kann. Und leider wird zu oft die Chance vergeben noch was zu erfahre. Es gibt sicher viele die sich für das Thema WK II. interessieren aber vielleicht nicht den Mut oder das Fingerspitzengefühl haben so wie du, vergangenes zu erfragen. Ich selbst fühle mich damit auch angesprochen, aber man muß sich aufraffen.
      Deshalb ist es schön immer wieder was neues von dir zu erfahren, bzw. auch von dein Projekt das du ja ohne ende voran treibst.

      Gruß Ulf
    • Mensch super Martin,

      genau das was du beschreibst ist der springende Punkt. Ich habe da einen ähnlichen Bekannten der Baujahr 1922 ist und sich bester Gesundheit erfreut. Neulich war ein französisches Dokumentationsteam bei ihm und hat in interviewt. Herr B. macht immer noch Führungen amerikanischer Westpoint-Schüler in den Ardennen, wo Herr B. als Kommandant eines Jagdpanzer IV die Gefechte miterlebt hat. Seine Geschichte ist ebenfalls in einem Buch verfasst worden. Das erstaunliche ist seine Geistesschärfe mit der er alle Erlebnisse pröäsent hat und auch lebendig schildert.

      Horrido

      Daniel
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    • Hallo,
      leider rückt das biologische Ende der noch lebenden Veteranen unweigerlich näher und ihre Abberufung zur ,,Großen Armee", wie hier schon festgestellt wurde. Doch zurück zum Untergang der,,Tirpitz". Das Herausschneiden der Besatzungsmitglieder aus dem Rumpf gestaltete sich auch deshalb so schwierig, weil dieser aus einer Speziallegierung gefertigt wurde und daher eine ganz spezielle Gasmischung zum Herausbrennen erforderlich war. Die heran gezogenen Norweger hatten daran erst einmal wenig Interesse, zu helfen. Es mußte den Betreffenden wohl energisch klar gemacht werden, was das für sie bedeuten würde, wenn keine Hilfe gegeben wird. So äußerte sich ein Angehöriger der Besatzung, welcher bei der außerhalb des Schiffes aufgestellten Flak Dienst tat, vor Jahren. Leider nicht weiter nachgefragt und später ist dieser dement geworden und inzwischen verstorben.
      MfG Wirbelwind
    • PzPiKp420 schrieb:



      das war bestimmt ein aufregendes Gespräch
      Hallo Ulf,

      ja, das war es in Tat. Ich hatte das Glück, das Herr R. noch voll bei Sinnen ist und auf meine vielen Fragen eingegangen ist.
      Es ist ein Kampf gegen die Zeit, das sehe ich auch bei meinen fast wöchentlichen Besuchen und Gesprächen mit Angehörigen aus unserem Ort zum Buchprojekt.
      Auf meiner Homepage ist das unter AKUTELLES sehr gut ersichtlich, das ich immer am Thema bin und sein muss.

      Danke Ulf für Dein Interesse :)

      Viele Grüße
      Martin
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    • Hallo Daniel,

      Daniel schrieb:

      Seine Geschichte ist ebenfalls in einem Buch verfasst worden..
      Hallo Daniel,

      genau das meine ich. Toll, das du den Kontakt hast und das so rege Anteil genommen, wird an den Geschichten und Erfahrungen des Bekanntes, des Herren B. ! Hast Du einen Link oder eine ISBN Nr. zu dem Buch? ( falls es das geben sollte)

      Viele Grüße
      Martin
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    • wirbelwind schrieb:

      . Die heran gezogenen Norweger hatten daran erst einmal wenig Interesse, zu helfen.
      Hallo Wirbelwind,

      danke zu den Erinnerungen eines Veteranen zu den Geschehnissen. Das ist richtig. In dem Buch von Jochen Brennecke --- Schlachtschiff Tirpitz --- Das Drama der einsamen Königin des Nordens ist dieses und vieles anderes zu der dramatischen Rettungsaktion beschrieben worden.

      Viele Grüße
      Martin
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    • Hallo an die Runde,

      hier noch ein schönes Bild des Veteranen, das er mir als Erinnerung geschenkt hat.
      Man sieht ihn hier im Range eines Hautgefreiten. Darüber ist das Laufbahnabzeichen für Mannschaften ersichtlich.
      Am Knopfloch links oben, das Band zu EK2, rechts das Flotten-Kriegsabzeichen. ( aus Sicht des Betrachters )

      Viele Grüße
      Martin
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    • Hallo zusammen,

      ich habe auch noch einen Veteranen im näheren Umfeld. Wird am 25.09.2017 stolze 97 Jahre alt und ist für sein Alter noch ne richtige "deutsche Eiche" ;). Er war bei der Marine, genauer gesagt auf dem Hilfskreuzer "Thor", welcher 1942 durch bis heute ungeklärte Umstände in die Luft gegangen ist (vermutlich beim Betanken). Ich saß kürzlich mit ihm beisammen und wir hatten es von seiner Einsatzzeit usw. Er nannte mir die Schiffe, für deren Versenkung seine Besatzung bzw Schiff damals verantwortlich war...ich schaute bei Wikipedia ...und siehe da: er wusste tatsächlich noch die meisten Namen fer feindlichen Schiffe. Ich bekam eine Gänsehaut, wie ich sie selten in meinen bisher knapp 31 Lebensjahren erlebt hatte. Da sass man und sprach mit jemandem, der Dinge erlebt hatte, die unsereiner vermutlich keinen Tag überstehen würde...und man könnte alles was er sagte ablesen, als hätte er den Eintrag auf Wikipedia selbst geschrieben...
    • Hallo Patrick,

      das finde ich sehr interessant. Eigentlich müsstest Du ihn mal richtig befragen und alles notieren und somit bewahren.
      Eine kleine Biografie über ihn schreiben. Da er noch so gut bei Verstand ist, könnte er dir seinen Werdegang + Einheiten + Erlebnisse mitteilen.

      Das wäre ein schönes - und interessanten Stück Zeitgeschichte :) . Wie gesagt, das sind die letzten Möglichkeiten und letzten Veteranen....

      Viele Grüße
      Martin
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    • Hallo,

      da sind wir wieder beim Wesentlichen. Solange Veteranen klar bei Verstand + verfügbar sind, noch interviewen. Sehr schnell gibt es bald nichts mehr in diese Richtung zu tun, weil dann alle bei der ,,Großen Armee" sind. Jeder Tag ist kostbar. Selbst ein kleiner Schlaganfall kann dazu führen, dass die Quelle versiegt Gerade die Kämpfe der dt. Hilfskreuzer sind recht interessant!.
      MfG Wirbelwind
    • Hallo Martin und Wirbelwind,

      da habt ihr wohl Recht. Mein "Problem", wenn man es denn so nennen kann, ist, dass ich selbst mit der Marine nicht viel anfangen kann. Mein Hauptinteressengebiet ist eben nun mal das Heer. Ich werde es aber noch anpacken. Martin, machst du so was öfters? Ich meine Biographien o.ä? Ideen, wie man an sowas rangeht?

      Gruss Patrick
    • Hallo Patrick,

      da hast du ja einen sehr guten Veteranen, den du kennst. Gerade Hilfkreuzerpersonal gibt es ja nun nicht mehr häufig und dann noch "Thor" das ist etwas besonderes, wie eigentlich jede Geschichte eines Veteranen, aber dieser Herr ist nun doch wirklich besonders. Ich kann mich nur anschließen, schreibe es nieder und behalte es in Ehren!

      Horrido

      Daniel
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    • Neu

      Pasak86 schrieb:

      Mein "Problem", wenn man es denn so nennen kann, ist, dass ich selbst mit der Marine nicht viel anfangen kann. Mein Hauptinteressengebiet ist eben nun mal das Heer.
      Hallo Patrick,

      das sollte dich nicht verunsichern. Mein Wissensgebiet liegt auch mit dem Schwerpunkt beim Heer. Trotzdem kannst du dich auf so ein Gespräch vorbereiten. Es gibt sicherlich einiges zum Thema "Thor" und der Geschichte der dt. Hilfskreuzer zu lesen. Sag ihm ruhig, das du interessiert bist und viel in Erfahrung bringen möchtest und Lernen willst. Und dann lass ihn einfach erzählen.

      Du solltest dann die Fragen deinerseits gliedern um für dich eine Struktur zu habe und es im Gespräch als Leitlinien für dich und ihn zu nutzen.

      Zivile Zeit vor dem Krieg

      Geburtsort
      Familie
      Schule
      Ausbildung

      Kriegszeit

      Musterung
      Einberufung
      Ausbildungen
      Kriegseinsätze ( hier speziell, auf welchen Schiffen hat er gedient )
      Kriegsende
      evttl. Gefangenschaft


      Das ist nur eine Möglichkeit. Es kommt eben darauf ab, welchen Zeitraum du behandeln möchtest. Alles bis Kriegsende, Oder nur die Militärzeit?
      Desweitern ist zu überlegen, ob du so ein Gespräch nicht auf digital aufnehmen willst. Das musst du aber im Vorfeld mit ihm besprechen. Das muss er wissen und sich damit einverstanden erklären.
      Ansonsten schreibe alles mit.

      Ja ich habe im Rahmen meines Buchprojektes schon viele Biografien geschrieben und schreibe ständig daran. Letztendlich werden es über 170 Biografien sein. Hier ist die Struktur ähnlich, aber ich muss anders als bei so einem Gespräch mit einem Veteranen darangehen. Diese ca. 170 Biografien sind unterschiedlich in der Tiefe und Breite der Inhalte und müssen ja auch in einem Buch untergebracht werden.

      Trau dich ruhig und pack es an. Wie Daniel und Wirbelwind es richtigerweise schon geschrieben haben. Es kann schnell zu Ende sein und Wissen aus erster Hand zu bewahren ist ja so wichtig. :)

      Viele Grüße
      Martin
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    • Neu

      Hallo Martin,

      sehr gerne. Es gibt da noch sehr viele andere Annekdoten und Geschenisse, die nich im Buch aufgeführt worden sind. Im alten Forum waren noch Fotos von seinem Geschütz vom Charkow-Einsatz zu sehen, die habe ich ihm ausgedruckt gegeben. Das war eine Sache, da hat er ganz große Augen gemacht. Nächste Woche bin ich wieder bei ihm, dann werde ich ihm berichten, dass du das Buch so klasse findest.

      Horrido

      Daniel
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