Flak Regiment 155 (Wachtel)

    • Flak Regiment 155 (Wachtel)

      Hallo zusammen,
      ich bin auf der Suche nach ein paar infos zum Flak Regiment 155 (W), welche mit dem Abschuß der V1 betraut war.
      Meine Frage ist der Einsatzzeitraum der IV. Abteilung in der Eifel, zwecks recherche zu einem vermeintlichen Angehörigen dieser Einheit.

      Ich habe zu dieser Einheit ein Buch gefunden, vielleicht hat dies jemand und könnte mir diese Info geben.

      Vergeltung. Das Flak-Regiment 155 (W).
      Patzwall, Klaus D. (Hrsg.)


      Vielen Dank
      Gruß Ulf
    • Moin,

      also zur IV. Abteilung Flak Regiment 155 (W) habe ich folgendes gefunden.



      IV./Flak-Regiment 155 (W):

      Formed 15.8.43 in Zinnowitz-Zempin with 13. - 16. Batterien. Two more batteries was added 12.43, and the Abteilung now controlled 13. - 16. V1 Batterien and 23. - 24. Technische Batterien.
      21.7.44 renamed II./Flak-Regiment 255:

      12.43 - 7.44 at Boissay (France) [originally planned for the Cherbourg area]


      Also war diese Abteilung unter der Bezeichnung nicht in der Eifel eingesetzt. Als II./Flak-Regiment 255 habe ich bisher nur die Eifel als Einsatzgebiet herausfinden können.


      Die III. Abteilung blieb unter dem Namen bestehen und war im Raum Ahrweiler eingesetzt. siehe Link.

      kreis-ahrweiler.de/kvar/VT/hjb2005/hjb2005.63.htm


      Darüber hinaus noch eine Aufstellung einiger Abschussbasen in Deutschland:

      relikte.info/v1-D.html

      Horrido

      Daniel
      Suche Infos über die Eisenbahnpioniere und die Eisenbahnentseuchungszüge.
    • Hallo Ulf,

      also das ist wirklich sehr merkwürdig. Ich konnte bisher auch nur folgende Informationen finden:

      Flak-Division 5


      1. Aufstellung:
      * Oktober 1939 aus dem Luftverteidigungs-Kommando West in Frankfurt, das zunächst am 1.6.1938 in Berlin zur Führung der Festungsflakartillerie am Westwall eingerichtet war, als Luftverteidigungs-
      Kommando 5 Frankfurt (Raum Koblenz-Mannheim-Kassel), dann nach Darmstadt verlegt (Raum
      Frankfurt-Mannheim-Saarbrücken). 1.9.1941 umbenannt in Flak-Division 5. Ende 1942 nach Rumänien verlegt; 1943 vorübergehend in Italien; 1944 wieder Rumänien. In Rumänien bestand die Division August 1944 außer rumänischen Truppen aus: Flak-Regiment 180 (Abteilung 118, 166, 185, 186, 412, 622, 904); Flak-Regiment 202 (Abteilung 156, 187); Flakscheinwerfer-Regiment 188 (Abteilung 340, 509, 520); Nebel-Abteilung der Luftwaffe 4; Luftnachrichten-Abteilung 125. In Ploesti August 1944 vernichtet. Wiederaufstellung 1.11.1944 in Meschede als 5. Flakdivision (W) zur Führung der V 1 Verbände im Westen, Flak-Regiment 155 (W) und 255 (W) und Luftnachrichten-Abteilung 155 (W), zuletzt im Raum Hamburg-Bad Segeberg. Luftverteidigung-Nachrichten-Abteilung 5 - Luftnachrichten-Abteilung 125.

      2. Unterstellung:
      Luftgau XII (1944) - Luftflotte 4 - 1944 Korps zur besonderen Verwendung


      Flak-Regiment 155


      1. Aufstellung:
      * 1.9.1943 in Brüsterort für den Einsatz der ‘V 1’ mit vier Abteilung und 16 Batterien; Winter 1943/44
      verstärkt auf 24 Batterien und eine eigene Luftnachrichten-Abteilung; gab 1944 die IV. Abteilung mit
      13.-16., 23., 24. Batterie als II./Flak-Regiment 255 ab und gliederte sich neu als Flak-Regiment 155 (W) am 16.11.1944; gab dann die II. Abteilung als Stab, 1.-4./Flak-Abteilung 1001 und 3./1004 ab; sie wurde ersetzt. Einsatz Frankreich (Beauvais, Salense), dann Eifel und Niederlande.

      2. Gliederung:
      1943 I. 1-4, II. 5-8, III. 9-12, IV. 13-16; dazu bei I. 17, 18, bei II. 19, 20, bei III. 21, 22, bei IV.
      23, 24 (seit dem Winter) 1944 I. 1-6, II. 11-16, III. 21-26

      3. Unterstellung:
      5. Flak-Division (W)


      Leichte Flak-Abteilung 1001 (E.Tr.)


      * Sommer 1944 für den Eisenbahn-Transportschutz durch Umbenennung der II./Flak-Regiment 155
      mit 6. und 11-14. Batterie (begrilndet für den Einsatz der ‘V 1’); die 2. wurde wieder 6./155; Einsatz
      zuletzt in Mitteldeutschland (Luftgaupostamt IV).

      V1-Einsatz

      II./Flak-Regiment 155, Sommer 44 in leichte Flak-Abteilung 1001 (Eisenbahn-Transportschutz) und
      leichte Flak-Abteilung 1002 (E.Truppe) umbenannt
      I./Flak-Regiment 255 (155?) dito Flak-Abteilung 1003 (E.Truppe)
      einzelne Bttrn. ... 155 dito leichte Flak-Abteilung 1004 (E.Truppe)
      II. Flak-Regiment 255 dito leichte Flak-Abteilung 1005 (E.Truppe)
      5. Flakdivision (W) seit 1.11.44
      Flak-Regiment 155 (W)
      1944-45 Flak-Regiment 155 (W) bei 5. Flak-Division (= V1-Einsatz)

      Quelle: VMD

      Gruß
      Michael
      Ein Projekt von wehrmachtlexikon.de
    • Hallo zusammen,
      Daniel, Micha danke für die Aufstellung.

      Bei den leichten Flak Abteilungen soll (E.Truppe) Ersatz/ Ergänzungs Truppe heißen?
      Oder könnte es vielleicht auch Eisenbahn Truppe heißen?
      Also nach der Auflistung von dir Micha wurde im Herbst/ Winter 1944 zur III. Abteilung die 21. - 26. Batterie hinzugefügt.
      Und die III. Abteilung war in der Eifel im Raum Ahrweiler.
      Super das würde passen. Laut den Notizen die ich habe war der Herr wohl Funker.
      Einheit war das Flak Regiment 1003 ( er schreibt zusätzlich Eisenbahnflak ). Dann beim Flak Regiment 155 / 23. Batterie.
      Seine Notizen mit Kurzbeschreibung, Orts und Datumsangabe beginnen leider erst ab ende Eifeleinsatz Februar 1945, sie beinhalten seinen Rückzugsweg ( seiner Einheit?) bis zur gefangennahme, Flucht aus dem Kriegsgefangenen Lager und sein durchschlagen nach Berlin.

      Vielleicht hat noch jemand eine Idee zu einer " Ersatzeinheit (Wismar) " so hat er es geschrieben.
      Das könnte seine letzte Einheit gewesen sein, gab es eine Ersatzeinheit zu seinem Regiment das vielleicht in Wismar war oder durchkam.

      Dank einem weit bekannten Internet Auktionshaus habe ich gerade das oben erwähnte Buch erstanden, schaun ma mal was da noch hergeht.

      Seinen weg versuche ich jedenfalls so gut es geht nachzuvollziehen, und werde es hier dann natürlich einstellen.
      Die vorher gehenden Einheiten geben auch noch ein wenig Rätsel aber da schaue ich mal.
      Was auch sehr interessant ist ich habe in seinen Unterlagen Funkgeräte beschreibungen und Bedienungsanweisungen gefunden sowie technische Hinweise und Daten zur V1.

      Gruß Ulf
    • Hallo Ulf,

      zur leichten Flak-Abteilung 1003 habe ich auf die schnelle folgendes gefunden:

      Leichte Flak-Abteilung 1003 (E.Tr.)

      * Sommer 1944 für den Eisenbahn-Transportschutz durch Umbenennung der I./Flak-Regiment 255
      mit 1.-4. Batterie (bisher ‘V 1’-Einsatz); Einsatz in Süddeutschland (Luftgaue XVII und VII).

      5. Flakbrigade (ETr.) (Luftflotte Reich)

      Im Oktober 1944 wurde bei Berlin der aus Südfrankreich zurückgekommene Stab der 5. Flakbrigade in
      die 5. Flakbrigade (ETr.) zur Führung der Eisenbahnflak im ganzen Reichsgebiet umgebildet und der
      Luftflotte Reich direkt unterstellt. Am 1.12.1944 bestand die Brigade aus:
      Regiment 50 (ETr.) mit den Abteilungen leichte/ETr. 867, 954, 955, 960, 972, 974, 1002; leichte/Fähr
      992, 993
      Regiment 159 (ETr.) mit den Abteilungen leichte/ETr. 952, 956, 957, 958, 959; leichte/Fähr 991
      Regiment 255 (ETr.) mit der Abteilungen leichte/E.Tr. 1003.

      Quelle: VMD

      Gruß
      Michael
      Ein Projekt von wehrmachtlexikon.de
    • Hallo Ulf,

      auch dazu gibt es etwas:

      Luftgau-Nachrichten-Regiment 7


      1. Aufstellung:

      * 1.7.1938, FStO Augsburg. Die Bau-Kompanie des Rgts. (4, 5, 21) traten Anfang 1940 zum
      Luftnachrichten-Regiment 13 über, die III. (Ersatz-) Abteilung in München mit den Kompanien 16-20
      wurde 1942 III./Luftn.Regiment 305. Dafür wurde für Luftnachrichten-Helferinnen eine III. Ersatz-
      Abteilung in Landsberg (1943 Möhringen, 1944 Augsburg) und eine IV. Ersatz-Abteilung in München-
      Freimann (1943 Stuttgart-Möhringen, 1944 Unterfürberg) gebildet. Vier später gebildete Kompanien
      (22-23, 32) traten zu den Luftgau-Nachrichten-Regiment Belgien-Nordfrankreich und Ostfrankreich.

      Die II. Luftnachrichten-Flugmelde-Abteilung bestand bis 1944 mit den Kompanien 8-15 und wurde dann I./Luftnachrichten-Regiment 227 der 7. Jagd-Division. Bei Kriegsende gehörten die 6. und 7. Ersatz-Kompanie in Augsburg-Pferrsee und Wiesbaden sowie drei Ersatz-Abteilungen für Luftnachrichten-Helferinnen (III. Augsburg-Pferrsee, IV. Nürnberg-Unterfürberg, V. Bensheim-Bergstraße) zum Luftnachrichten-Ausbildungs- und Ersatz-Regiment 3 in AugsburgPferrsee. Beim Regiment, jetzt umbenannt in Luftgau-Nachrichten-Abteilung 7 verblieben also 1944 nach Auflösungdes Regimentsstabes nur die eigentlichen Betriebskompanie 2, 3 in München, 4 in Nürnberg und die Tel.Bau-Kompanie 5 in München.

      2. Gliederung:

      1939 I. 1-3 + 4-5, II. (Flugm.) 7, 8-15
      1945 nur I. 2-5

      3. Unterstellung:

      Luftgau VII

      Quelle: VMD

      Gruß
      Michael
      Ein Projekt von wehrmachtlexikon.de
    • Hallo zusammen,

      wie versprochen der Bricht über das Buch ( teilweise ). Habe erst einenTeil gelesen, es handelt sich dabei um einen Kriegstagebuch artigen Bericht auf Komandoebene. Aber trotzdem sehr interesant, z.B. über Aufstellung, 1. und 2. Einsatz, Stellungen und Versorgungs Probleme. Es ist auch Aufgelistet an welchen Tagen wieviel Schuß gegen England raus gingen.
      Ich hoffe das ich noch was zu meiner Einheit finde.

      Gruß Ulf
    • Hallo Ulf,

      ich habe durch Zufall gerade deine Frage gefunden.Dieses Buch wäre bestimmt noch ganz hilfreich bei deinen Nachforschungen:

      V 1 "Eifelschreck" - V 1 Abschüsse in der Eifel 1944/45

      In dieser Dokumentation wird die Ein­satzgeschichte der V 1, die von der deut­schen Bevölkerung wegen der hohen ei­genen Verluste auch Eifelschreck ge­nannt wurde, dargestellt. Hauptsächlich wird das Wirken der III. Abteilung des Flakregimentes 155 (W) in der Eifel, im Westerwald und im Bergischen Land beleuchtet. Neben der Beschreibung des Waffensystems V 1 und dem Aufbau ei­ner Feuerstellung, wird im Detail be­schrieben, was im Herbst und Winter 1944/ 45 in der Eifel und dem Rechts­rheinischen vor sich ging. Die Folgen der über 5600 Abschüsse für die deut­sche Bevölkerung im Einsatzgebiet und die Wirkungen des Waffensystems in den Zielgebieten wird dargestellt. Bis­her nicht veröffentlichte Aufklärungs­fotos und Berichte der alliierten Luft­waffe bereichern dieses Buch ebenso wie zahlreiche Zeitzeugen, die ihr Er­lebtes mit der V 1 berichten. Auch empfehlen die Autoren mehrere Besich­tigungstouren, die aufzeigen, wo welche Spuren dieser Vergangenheit heute noch zu sehen sind.

      Quelle: ebay.de/itm/V-1-Eifelschreck-V…m:mjbjL0kelxdLHTzbnzY6x7w

      Gruß
      Mario
    • Hallo zusammen,

      hier nun eine kleine Zusammenfassung mit Eckdaten, und die Zeitliche und Räumliche Beschreibung des Rückzugsweges der 23. Batterie der III. Abteilung/ Flakregiment 155 (W). Ausgeharbeit aus den Notizen des Funkers Hans – Joachim Schumann,der dieser Einheit angehörte.

      Hans- Joachim Schumann Jahrgang 1926, stammt aus Berlin/ Schmargendorf.
      Dort trat er 1936 in das Deutschen Jungvolk ein, und brachte es bis zum Oberhordenführer am 20.4.1940 .
      Ab 1941 gehörte er der HJ Gefolgschaft 7/ 37 Schmargendorf an, wo er eine doch recht schnelle „Karriere„ machte.
      Vom Kameradschaftsführer am 9.11.1941 schaffte er es bis zum Oberscharführer am 20.4.1943.
      Auch anhand seine Aufzeichnungen die sehr gewissenhaft sind ist zu erkennen das er seinen Dienst sehr ernst nahm. Unter anderem sind in seinen Unterlagen Handschriftlich (vermutlich) alle Mitgliedsnamen der Gefolgschaft ( geordnet in Schar, und Kameradschaften ) mit Jahrgänge, Adressen und vermerken versehen ob eingezogen zur Wehrmacht oder Flakhelfer.

      Im Sommer 1943, vermutlich im Zeitraum Juli – August befand er sich imWehrertüchtigungslager Bad Wilsnack / Glöwen in der Prignitz. In seinen Dokumenten befindet sich ein Notizbuch mit dem Vermerk
      „ Fliegerische Ausbildung Wehrertüchtigungslager Bad Wilsnack „
      mit den Kapiteln Flugzeugerkennungsdienst und Funkbetriebsdienst.
      Vor allem der Funkbetriebsdienst schon sehr detailreich mit Code Gruppen und Verschlüsselungs- Systemen, ebenfalls mit dabei Funkspruch Blätter wo sie geübt haben.
      An dieser Stelle muß ich gestehen habe ich keine Ahnung ob in den Lagern noch eine Unterteilung in die drei Wehrmachtsteile Heer Luftwaffe und Mariene erfolgte, auf jedenfall gabs die aber zwischen Wehrmacht und der Waffen SS.

      Am 1.9.1943 wurde H.J. Schumann zur Luftwaffe Eingezogen, unten stehend die Auflistung laut seinen Aufzeichnungen, wo ich die Einheiten nur zum Teil nachvollziehen und mit den Ortsangaben in Verbindung bringen kann.

      1. Luftnachrichtenregiment 7 , Augsburg ?
      2. Ausbildungsregiment (Frankreich) 3. Kompanie, 1. Zug (wahrscheinlich ab Dezember 1943 / Januar 1944)
      3. Luftnachrichtenschule 5 , Nordhausen ? (tatsächlich war diese Schule in Erfurt- Bindersleben)
      4. Fallschirmjägerregiment (Erfurt) ?
      5. Flakregiment 1003 (Eisenbahnflak)
      6. Flakregiment 155 , 23. Batterie
      7. Ersatzeinheit (Wismar) ?
      Soweit die Auflistung seiner Einheiten, die zum Teil etwas wage sind. An dieser Stelle auch noch mal die Bitte um weiterführende Hinweise zu den Einheiten unter Punkt 1., 2. und 4.
      Eine Ausbildung als Funker hat er auf jeden Fall erhalten dafür spricht ein Handschriftlich geführtes Heft mit dem Titel „ Betriebsdienst und Gerätekunde „ mit sehr Detaillierten Skizzen von Funkgeräten, Bedienungsanweisungen und Technischen Daten. Auch hier wieder mit dabei Buchstaben Code Gruppen, und ein Muster für Betriebsbucheintragungen ( gemeint sind Funksprüche die vermerkt werden ) mit einer französischen Standort Adresse. Interessant auch die beschriebenen Peilverfahren, wie sie auch später zum Orten der V1 mit dem FuGe IIIa eingesetzt wurden. Auch ist sind die Technischen Daten der V1 aufgeschrieben.

      Weiteres folgt.

      Quelle: der Teil Nachlass ist Eigentum

      Gruß Ulf

      Hier noch eine Auflistung der beschriebenen Funkgeräte:
      • Tornisterempfänger Eb 24
      • Tornisterempfänger bBS 445 ( bewegliche Bodenstation )
      • 5 Watt Sender
      • 100 Watt Sender ( auch mit Kleinmaschinensatz C )
      • Feldfernsprecher 33
      • Saram 0 – 12 ( französische Sendeanlage )
      • Fu.Ge. IIIa

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von PzPiKp420 ()

    • Teil 2.

      Die Aufzeichnungen von H.J. Schumann beginnen erst nach dem Eifel Einsatz, warum das kann ich nicht mit Bestimmtheit sagen, aber vielleicht kann es daran liegen, das alles was die Einheiten der Flakregimenter 155 (W) und 255 (W) betrifft einer hohen Geheimhaltung unterlagen. Aufgrund von Sabotage und Spionage der Alliierten und der Französischen Widerstandsbewegung, wurde alles so gut es geht verschleiert und die Abwehrstelle in Arras war für den Schutz der Einheit beauftragt.
      So z.b. habe ich zwei Textpassagen gefunden:

      „ 13.1.1944:
      Beim General Kommando LXV Armeekorps ist ein Sondergericht konstituiert, das ab sofort alle Verstöße gegen die Geheimhaltung ahndet.“

      „ 3.2.1944:
      Am 3. Februar trat in Paris beim LXV. Armeekorps das eingesetzte Sondergericht zu einer Verhandlung gegen Leutnant Busse von der 1. Zylinder ( Tarnnahme der Einheit ) zusammen, der sich wegen Landesverrates zu verantworten hatte. Leutnant Busse, der bei französischen Wirtsleuten gewohnt hatte, hatte Aufzeichnungen, die dem LDV 91 ( Landesverrat §91b ) unterlagen, vor der Abreise in den Urlaub in leichtfertiger Weise in seiner Wohnung unverschlossen liegen gelassen. Owohl er nicht in der Absicht gehandelt hatte, dem Feind Nachrichten in die Hände zu spielen, fällte das Sondergericht nach 2 tägiger Verhandlung das Todesurteil.“

      „9.9.1944:
      Beim Übergang der 5. Batterie über die Schelde am Abend des 4.9. blieb ein Panzerwürfel mit wichtigen Verschlusssachen auf einem KFZ liegen, das nicht mit über die Schelde genommen werden konnte. Es ist anzunehmen, das der Panzerwürfel in Feindeshand gefallen ist, der dadurch wichtiges Material über das Regiment und das Gerät in seinen Besitz gebracht haben dürften. Durch Aussagen von Soldaten der 5. Batterie, die am 6. August noch über die Schelde kamen besteht der Verdacht, das die Panzerkiste nicht gesprengt wurde.
      …. Eine über die Schelde ausgesandte Suchtruppe stellt fest, das die Panzerkiste nicht mehr vorhanden war. Genaue Fahndung in der Umgebung der Fahrzeuge blieb ergebnislos. Der verantwortliche Offizier, Oberleutnant Woestmann, beging nach Bekanntwerden des Vorfalls Selbstmord.“

      Diese Beispiele sollen zeigen das die Dokumentation/ Notizen, Tagebucheinträge zu dieser Zeit sehr gefährlich waren. Es gibt auch sehr wenig Bildmaterial von diesen Einheiten. Daher vermute ich mal das ab dem Eifeleinsatz wo es eindeutig rückwärts ging sich nicht jeder Soldat mehr genauestens daran hielt.
      Laut seinen Aufzeichnungen hat er während seines Aufenthalt und der Flucht durch Nordwest Deutschland auch viele seiner privaten und militärischen Sachen bei Leuten deponiert oder versteckt. Die zum Teil dann wohl auch gestohlen wurden.

      Seinen Militärischen Werdegang bis Anfang 1945 versuche ich hier mal nach zu zeichnen, wobei ich aber betonen muss das aufgrund der wenigen Infos die ich aus dem Zeitraum Sep. 1943 - Feb. 1945 habe dieser nicht vollständig ist. Den Einsatz der III. Abteilung in der Eifel habe ich mit den wichtigsten Eckdaten zusammen gefasst.
      Um weiter ins Detail zu gehen kann ich nur das Buch „ V1- der Eifelschreck „ von Wolfgang Gückelhorn / Detlev Paul empfehlen.

      • 1.9.1943 eingezogen zur Luftwaffe
      Luftnachrichten Regiment 7 in Augsburg, vermutlich Luftgau Nachrichten Regiment 7
      Rekruten Ausbildung, anschließend Ende 1943 - Anfang 1944 war er dann in einem Ausbildungsregiment in Frankreich.

      • Luftnachrichtenschule 5 , Nordhausen ?
      (tatsächlich war diese Schule in Erfurt- Bindersleben)

      • Fallschirmjägerregiment (Erfurt) ?

      • Flak Regiment 1003 (Eisenbahnflak), leichte Flak-Abteilung 1003 (Etr.).
      Diese Abteilung wurde im August aus der I. Abteilung / Flak Regiment 255 (W)aufgestellt, und zur Transportsicherung der V1 Geräte eingesetzt.

      Da nichts vom Flak Regiment 255 (W) erwähnt ist vermute ich das er direkt zur leichten Flak Abteilung versetzt wurde, möglich das dies zum Zeitpunkt der Aufstellung geschah.
      Wann er dann zum Flak Regiment 155 (W) versetzt wurde kann ich nicht sagen, aber es muß noch vor dem 16.2.1945gewesen sein, da zu diesem Zeitpunkt die Verlegung der 23. Batterie in den Raum rechts des Rheins erfolgte.

      • Flakregiment 155/ 23. Batterie, Flak Regiment 155 (W) / 23. Batterie.
      Am 2.10.1944 wurde die I. und III. Abteilung reorganisiert, und die II. und IV. Abteilung wurden in Leichte Flak-Abteilungen um gegliedert.
      Die verbleibenden Abteilungen bekamen neue Tarnnamen:
      Regimentsstab - Wolfgang I
      I. Abteilung - Tigerfell
      III. Abteilung - Zauberflöte
      Luftnachrichten Abteilung – Lotosblume

      So verfügte die III. Abteilung jetzt über die 21. , 22. und 23. Batterie als Kampfbatterien mit je 4. Geschützen, dabei wurde am 3.10.1944 die ehemals 11. Batterie in die 23. Batterie umbenannt (Tarnname war 3. Zauberflöte). Am 2.10.1944 traf die 23. Batterie in ihrem neuen Einsatzraum bei Cochem ein.
      Der beginn des Zweiteinsatz der III. Abteilung in der Eifel erfolgte aus dem Raum Büchel, wo am 21.10.1944 die 23. Batterie den ersten Schuss abgab. (im Nov. 1944 Führer der Batterie Oberleutnant Roschach)
      Es gab Lager in Bendorf und Troisdorf.

      Am 31.1.1945 ging der Befehl an die III. Abteilung ein sich aus dem Raum Eifel in die neuen Einsatzräume rechts des Rheins zu verlegen. Die 23. Batt. verlegte in der Nacht des 21.2.45, am 27.2.1945 war die Verlegung aus der Eifel abgeschlossen. Ursprünglich war geplant die III. Abteilung nach Holland zu den andern Abteilungen des Regiments zu verlegen, da aus diesen Einsatzräumen die Entfernung zu den Hauptzielen geringer war, England wieder zu erreichen war und die Gefahr für die eigene Bevölkerung durch Kreisläufer oder Frühabstürze verringert wurde.
      Aus dieser Verlegung wurde dann aber nichts aufgrund fehlenden Transportraums. Die 22. Batt. wurde als erstes aus der Eifel verlegt und bezog in den Nutscheid Wäldern vorbereitete Feuerstellungen, von dort begann sie am 11.2.45 mit dem Abschuss der V1 Geräte. Dieser Einsatz dauerte bis zum Verschuß der letzten V1 Geräte am18.3.1945.

      Die 21. und 23. Batt. lagen derweil im Westerwald in Ruhestellung. Wobei die 23. Batt. Anfang März im Raum Weyerbusch - Leuscheid ihre Stellungen bezogen und dort ihre Geschütze auch noch aufgebaut haben, aber keinen Feuerbefehl mehr erhielten.
      Ab dem 10.3. verlegt die 23. Batt. in einen neuen Einsatzraum, und bis zum 26.3. ist die Verlegung der gesamten III. Abteilung in den Raum Cloppenburg ( Wardenburg- Friesoythe- Lindern- Quackenbrück- Vechta- Wildeshausen ) mit den wichtigsten technischen Geräten abgeschlossen.

      Teil 3 folgt

      Gruß Ulf

      Quellen:
      • Vergeltung – Das Flak Regiment 155 (W), von Klaus D. Patzwall 1985
      • V1 – „Eifelschreck“ , Wolfgang Gückelhorn / Detlev Paul 2012
    • Neu

      Teil 3.

      Und ab hier beginnen die Aufzeichnungen des Funkers Hans - Joachim Schumann am 16.2.1945.
      Die in ( ) gesetzten Texte sind Ergänzungen und Erklärungen von meiner Seite.


      • 16.2.1945
      ab Eifel mit LKW nach Much, über Mayen – Bonn – Siegburg

      ( Abzug aus dem Einsatzraum bei Büchel mit den Feuerstellungen 4 (Büchel),5 (Alfen),6 (Gillenbeuren) und 10 (Urschmitt) .)
      • 17.2.
      Lüdenscheid über Gummersbach mit dem Fahrrad Lore besucht.

      ( Lore Gautsch, Phillipstr. 27, Lüdenscheid/ Westfalen )
      • 28.2.
      von Much nach Leuscheid, über Siegburg (Hotel Marenbach) Kre......???

      ( Neuer Einsatzraum Weyerbusch – Leuscheid, mit den Feuerstellungen 319, 320, 321 und 323. )
      • 28.2.
      Kaloann??? Wagen bewacht.
      ( im Anhang Bild 20009/ ist die Pasage aus seinen Aufzeichnungen abgebildet, vielleicht kann von euch noch jemand die beiden Eintragungen vom 28.2. entziffern.)
      • 5.3.
      Leuscheid: gewohnt im Hotel Buschkamp bei Sophie und Tante Mienchen
      • 12.3.
      von Hexchen weitergefahren nach Cloppenburg über Altena, Osnabrück, Münster. Schwere Tieffliegerangriffe, hohe Verluste.

      ( Verlegung in neuen Einsatzraum bei Cloppenburg. )
      • 24.3.
      Lüdenscheid, dort Lore besucht
      • 25.3.
      Sonderkommando nach Troisdorf und Köln

      ( wahrscheinlich zu den Versorgungs- und Material Lager )
      • 29.3.
      Ankunft in Hemmelte bei Cloppenburg

      ( neuer Einsatzraum der III. Abbteilung )
      • 30.3.
      Sonderkommando mit 3 Mann > Stenloch, Bajolu , Schumann<, 2 Wagen mit Spezialgeräten nach Sonen??? bringen
      • 30.3. - 5.4.
      Cloppenburg
      • 5.4. - 9.4.
      Oldenburg
      • 9.4. - 11.4.
      Sande / Wilhelmshafen
      • 11.4. - 12.4.
      Jever

      ( möglicherweise auf dem Fliegerhorst Jever? )
      • 12.4. - 13.4.
      Varel
      • 14.4. - 16.4.
      Rodenkirchen (Stadtland/ Wesermarsch) – Wesermünde
      • 17.4. - 18.4.
      Hamburg
      • 18.4. - 19.4.
      Lüneburg – Geesthacht
      • 19.4. - 20.4.
      Schwarzenbeck – Mölln – Ratzeburg
      • 20.4. - 22.4.
      Lübeck
      • 22.4. - 23.4.
      Hamburg
      • 23.4. - 27.4.
      Harburg - Osdorf ( Hamburg )
      • 27.4. - 2.5.
      Wilhelmsburg – Kirchdorf ( Hamburg )
      • 2.5. - 3.5.
      Reichsautobahn
      • 3.5.
      Schenefeld / Pinneberg
      • 4.5.
      Hörnerkirchen
      • 5.5. - 19.5.
      Hörnerkirchen

      Entlassung aus der Wehrmacht

      • 18.5.
      morgens Abtransport ins Sammellager.
      • 19.5.
      um 3 Uhr geflohen um der Gefangenschaft zu entgehen. Den Tag über Flucht bei (Bauer) Soltwedel´s vorbereitet.

      ( in Brande/ Elmshorn)
      • 19.5.
      3.30 Uhr beginn der Fahrt nach Hause
      • 19.5.
      Hörnerkirchen – Barmstedt – Ulzburg - Kayhude – Klein Haus Dorf ???- Bargteheide
      Flucht quer über Äcker und Heidemoor in Klein Haus Dorf???, bei Bauer Wagner übernachtet. Bei Familie Jung mit 2 Töchter gewohnt.
      • 20.5.
      (Muttertag) Bargteheide – Sprenge - Breitenfelde – am Elbe-Lübeck Kanal bei Güster – Göttin übernachtet.
      Über den Kanal wegen starker Kontrollen mit einem Floß durchschwommen.

      ( von Hörnerkirchen bis nach Göttin sind es etwa 100 km )
      • 21.5.
      Göttin - durch die Heide – Lüttow - Zarrentin vorbei – Wittenburg vorbei - …....- überall starke amerikanische
      Kontrollen – Hinterrad entzwei - Zühr übernachtet.
      • 22.5.
      Zühr geblieben Rad flicken, Entschluss gefasst zu Pferd weiter, unfreundlicher Bauer, Hof voll evakuierter.
      • 23.5.
      In Zühr übernachtet, Rad versucht zu reparieren geht nicht. Starkes Regenwetter. Immerzu sind Amerikaner im Hof zu Pferd bei den Mädchen.
      • 24.5.
      Berliner Familiekennen gelernt. Rad gegen Sattel getauscht. Von Amerikanern gesucht. Pferd entlaufen.
      Fr. Generich hat Pferd verscheucht, versucht wieder zu bekommen, fehl geschlagen. ….......
      • 25.5.
      Fr. Generich besorgt Pferd. Amis hinter mir her. Flucht mit dem Pferd.
      Pritzier - …. - Redefin
      Pferd im Galopp gejagt. Pferd umgetauscht gegen Rad, Schinken und Brot. Abends in Ludwigslust bei Fr. E. Übernachtet.

      ( von Göttin bis nach Ludwigslust ca. 80 km )
      • 26.5.
      Erkundigungen eingezogen schlechte Nachricht von Russen am Nachmittag Abfahrt geplant, bis zur Grenze gekommen, nicht herübergekommen. Zu Fr. E. Zurück, abends furchtbar viel schweren Rotwein getrunken unfähig die Fahrt nochmals fortzusetzen. Noch die Nacht übernachtet.
      • 27.5.
      Gegen 10.30 Uhr noch einmal versucht Grenze zu überschreiten. Nach langem Marsch durch Wald und Wehrmachtgelände bei Neustadt- Glewe auf Sowjetposten gestoßen. Als Amerikaner ausgegeben.
      ….Neustadt- Glewe - Brenz - Parchim.
      Sowjet will Gepäck und Rad abnehmen, mit Zigaretten losgekommen. Marnitz noch einmal versucht Rad abzunehmen wieder mit Zigaretten freigekauft. Suckow – Putlitz – Triglitz. Bei Siedler übernachten.

      ( von Ludwigslust bis nach Triglitz ca. 63 km )
      • 28.5.
      Abfahrt 4.00 Uhr
      Pritzwalk – Prignitz – auf der Hamburger- Berliner Chaussee – Friesack – Retzow – Rast gemacht - an der Bahnlinie
      weiter ( Reichsbahn– Nauen ) umgehen von Ribbeck da dort sehr scharfe Kontrollen.
      Abgefangen von russischen Posten, Sachen Kontrolliert.
      Weiter bis Nauen, von dort ohne Aufenthalt – Spandau - Heerstraße – Rei...... - bis nach Hause.

      ( von Triglitz bis nach Schmargendorf sind es ca. 165 km )



      Hans - Joachim Schumann hat auf seiner Flucht von Hörnerkirchen/ Schleswig Holstein bis nach Schmargendorf/ Berlin in etwa 9 Tagen eine Strecke von ca.400 km zurückgelegt. Mit dem Rad, zu Fuß und zu Pferd.
      Heute braucht man mit dem Fahrrad laut Google Maps ca. 20 Stunden, wohlgemerkt ohne Russen und Amerikaner im Genick.
      Mehr kann ich leider aus den Vorliegenden Sachen nicht herausbekommen.
      Im Anschluss werde ich noch ein paar Scans seiner Aufzeichnungen wie die Funkgeräte bzw. seiner Aufzeichnungen einstellen.

      Gruß Ulf


      Quellen:

      • Unterlagen aus eigener Sammlung

      • Vergeltung – Das Flak Regiment 155 (W), von Klaus D. Patzwall 1985
      • V1 – „Eifelschreck“ , Wolfgang Gückelhorn / Detlev Paul 2012
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