Volkssturm (allgemein)

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    • Volkssturm (allgemein)

      »Der Volkssturm«
      [...]
      Führung, Aufbau, Erfassung und Gliederung
      (Politisch aktives Aufgebot / Truppe im Sinne der Haager Landkriegsordnung)

      Für die Führung, den Aufbau, die Erfassung und die Gliederung des »Deutschen Volkssturms« waren in den Gauen die Gauleiter, in den Kreisen die Kreisleiter der NSDAP verantwortlich. Ihnen stand für diese Aufgabe ein Gau- bzw. Kreisführer des »Deutschen Volkssturms« zur Seite.
      Die gebietliche Gliederung des Volkssturms entsprach derjenigen der Partei, sodass die Geschlossenheit des Blocks, der Zelle, der Ortsgruppe, des Kreises und des Gaues möglichst gewahrt blieb. Die zuständigen Hoheitsträger der NSDAP übernahmen auch die Verantwortung für die richtige Auswahl der Bataillons-, Kompanie-, Zug- und Gruppenführer des »Deutschen Volkssturms«, wobei die Treue zum Führer, Standhaftigkeit und soldatisches Können die ausschlaggebenden Faktoren für die Auslese sein sollten. Die oberste Einheit des Volkssturms war das Bataillon.
      Die Erfassung der aufgerufenen Jahrgänge erfolgte ohne bürokratische Hemmnisse und eigens aufgebauten Meldewesens mit Hilfe von feststehenden Unterlagen und Einrichtungen durch die Ortsgruppen der NSDAP; bei den 16 bis 18-jährigen unter Mitwirkung der HJ. Eine uk-Stellung gegenüber dem Volkssturm gab es grundsätzlich nicht.
      Es wurden jedoch Vorkehrungen getroffen, um bei der Ausbildung und im Kampfeinsatz kriegs-entscheidende Aufgaben für die Rüstung, Volksernährung, des Transport- und Nachrichtenwesens sowie der allgemeinen Führung berücksichtigt wurden. Zum Volkssturm tauglich war grundsätzlich jeder Arbeitsfähige, eine Unterscheidung nach körperlicher Leistungsfähigkeit war gewährleistet; in Zweifelsfällen traf die Entscheidung ein vom Kreisleiter zu bestimmender Arzt.
      Mit der Aushändigung eines Soldbuches gehörte der Aufgerufene zum Volkssturm, und durch das Tragen einer Armbinde mit der Aufschrift »Deutscher Volkssturm – Wehrmacht« sind die Volkssturmsoldaten als Angehörige der kriegsführenden Truppe im Sinne der Haager gekennzeichnet. Bekleidung und Ausrüstung sollte vom Volkssturmsoldaten möglichst selbst gestellt werden. Hierbei sollten die in der Bevölkerung noch vorhandenen Uniform- und Ausrüstungsgegenstände aller Art, ggf. auf dem Wege der Nachbarschaftshilfe herangezogen und nach besonderen Bestimmungen feldverwendungsfähig umgearbeitet werden.
      Bei den Wehrpflichtigen darf die Zugehörigkeit zum Volkssturm eine etwaige Einberufung zum regulären Wehrdienst nicht verzögern. Mit der Einberufung zur Wehrmacht erlischt automatisch die Zugehörigkeit zum »Deutschen Volkssturm«
      Der Volkssturm wurde ohne Rücksicht auf die Zugehörigkeit der Volkssturmsoldaten zu den Gliederungen der NSDAP oder anderen Organisationen zusammengestellt. Eine geschlossene Übernahme solcher Einheiten von Gliederungen und Verbänden erfolgte grundsätzlich nicht; jedoch wurden Berufs- und Spezialkenntnisse bei der Einteilung im Falle der Zweckmäßigkeit beachtet. Spezialeinheiten konnten zu Sonderaufgaben innerhalb des Volkssturmes herangezogen werden. Neben den aufgerufenen Jahrgängen wurden auch Freiwillige unterhalb und oberhalb dieser Altersgrenzen zugelassen.
      Die Ausbildung erfolgte überwiegend im Infanteriekampf und unter besonderer Berücksichtigung der Panzernahbekämpfung.
      Nach einem Erfassungsappell wurden die Volkssturmsoldaten zur Ausbildung herangezogen, auf den kriegswichtigen Berufseinsatz wurde bei Festsetzung des Dienstes im Rahmen des Möglichen Rücksicht genommen. Formales Exerzieren wurde auf ein Mindestmaß beschränkt, größere Märsche wurden während der Ausbildung vermieden. Die menschliche und soldatische Führung, Disziplinarordnung und Gerichtsbarkeit wurden den Gegebenheiten einer Kampfgemeinschaft angepasst, welche im Sinne des Wehrmachtgesetzes zur Wehrmacht gehört, ihrer inneren Struktur nach aber das politisch aktive, alle Klassen- und Standesunterschiede Ablehnende, zum letzten Einsatz entschlossene und vom Willen zum Sieg erfüllte Aufgebot des schaffenden Volkes darstellt.
      [...]
      Quelle: Westfälische Neueste Nachrichten (Ausgabe F) - NS Volksblatt für Westfalen - Mindener Zeitung Nr. 247 / 44. Jahrgang, Minden, Freitag, 20. Okt. 1944

      Siehe hierzu erläuternd/ausführlich: lexikon-der-wehrmacht.de/Soldat/Volkssturm.htm

      MfG UHF51
    • Guten Abend Michael

      Ich weiß zwar nicht, wohin Du den Beitrag verschoben hast. Aber ich empfehle (falls nicht schon bekannt):
      Hans Kissel (Generalmajor a. D)
      "Der Deutsche Volkssturm 1944"
      Eine territoriale Miliz im Rahmen der Landesverteidigung
      Verlag E. S. Mittler & Sohn Bln*Frankfurt

      Eine nüchterne und ernüchternde Darstellung des letzten "Aufgebots"

      "Silber im Haar, Gold in den Zähnen und Blei in den Knochen"

      Gruß an alle

      legit