Feldpostnummer gefunden

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    • Feldpostnummer gefunden

      Hallo und guten Tag liebe Forumsgemeinde,

      ich möchte vorab kurz meine Beweggründe schildern. Mein Vater war in den Jahren 1940 bis 1945 bei der Waffen SS an der Ostfront im Einsatz, hat den Krieg überlebt und war im Anschluss ca. 2,5 Jahre in russischer Gefangenschaft. Mehr ist mir leider nicht bekannt. Mein Vater verstarb als ich noch im Kindesalter war, so dass ich ihn leider nie persönlich über seine Kriegserlebnisse fragen konnte. Auch kann/konnte mir niemand in der Verwandschaft Details nennen, außer dem o. g.
      So bin ich seit Jahrzehnten traurig über meine Unwissenheit und hatte mich fast schon damit abgefunden.

      Am vergangenen Wochenende habe ich dann zwischen alten Fotos seine Feldpostnummer gefunden und bin seit dem in heller Aufregung. Auch stöbere ich seit Sonntag ausführlich in diesem Forum und dem www und habe mich, in der Hoffnung auf Informationen, jetzt dazu entschieden mich an Sie alle zu wenden.

      Seine Feldpostnummer lautet: 08014 D

      Auch habe ich mich mit einer Anfrage an die WaSt gewendet. Da ich aber nach all den unzähligen Jahren der Unwissenheit jetzt doch etwas ungeduldig bin (auf eine Antwort der WaSt muss ja bis zu einem Jahr gewartet werden - was ja auch nachvollziehbar ist) hoffe ich gleichermaßen auf Ihr Verständnis und Ihre Unterstützung.

      Mich interessiert natürlich die Einheit meines Vaters und deren Einsatzorte. Über die Kriegsgefangenschaft erhoffe ich mir die Infos von der WaSt.

      Ich bedanke mich für Ihre Aufmerksamkeit und bin ob der Antworten hier sehr aufgeregt.

      MfG, Empeka
    • Vielen Dank für die schnellen Antworten @Toni (per pm) und @Uwe :)

      ich kann es noch gar nicht so richtig fassen dass langsam Licht ins Dunkel kommt.

      Wenn ich mir das bis jetzt richtig ergoogelt habe, diente mein Vater also in der SS Division TK, welche in den Jahren 40-45 dreimal umbenannt wurde.

      ich habe im www einen Vermerk gefunden, dass die Division lediglich eine Artillerie-Batterie hatte, ab 1944 noch drei Züge Panzerjäger und drei Sturmgeschütz-Batterien; zählen diese auch zur Artillerie? Wie erklärt sich dann, dass er in der 9. Batterie war?

      einer kurzer Vermerk: manchmal gibt es wirklich eigenartige "Zufälle". Letzte Woche habe ich im TV einen Bericht über die Artillerie der Bundeswehr (Sender weiss ich leider nicht mehr) entdeckt und habe mir diesen interessiert angesehen und so auch "gelernt" was Artillerie ist und macht. Und was erfahre ich heute...
    • Moin,

      Deine Quellen sind "unzuverlässig"!!
      Sturmgeschütz-Abt. und Pz.Jäger-Abt. gehörten nicht Divisions-Artillerie.

      Das SS-Art.Rgt. 3 hatte:
      Stab u. St.Bttr. = FP-Nr. 36 883
      I. Abteilung (Bttr. 1-3) = 39 245
      II. Abt. (Bttr. 4-6) = 36 053
      III. Abt. (Bttr. 7-9) = 08 014
      IV. Abt. (Bttr. 10-12) = 11 020

      August 1944:
      SS-Pz.Art.Rgt. 3
      Stab (36 883) [St.Bttr. (36 883 A) u. Beob.Bttr. (47 438) gestrichen]
      I. Abteilung
      Stab u. St.Bttr. (39 245 A) sowie Bttr. 1-3 (= 39 245 / B, C, D)
      II. Abteilung
      Stab u. St.Bttr. (36 053 A) sowie Bttr. 4 u. 5 (= 36 053 / B u. C)
      III. Abteilung
      Stab u. St.Bttr. (08 014 A) sowie Bttr. 6 u. 7 (= 08 014 / B u. C)
      IV. Abteilung
      Stab u. St.Bttr. (11 020 A) sowie Bttr. 8-10 (= 11 020 / B, C, D)

      Anzumerken wäre:
      III. Abteilung wechselten die FP von 7. zur 6. Batterie und von der 8. zur 7. Bttr. (9. Bttr. wurde gestrichen, wahrscheinlich Zusammenlegung der Bttr. wg. hoher Ausfälle an Gerät und Mannschaften).

      Gruß Uwe
    • herzlichen Dank für Deine Mühe und detaillierte Antwort, Uwe. Ich muss mich wohl erstmal genauer informieren/einlesen um die -zumindest für mich- doch recht umfangreiche und noch nicht ganz verständliche Aufteilung/Logik von Division, Abteilung, Stab und Batterie zu verstehen :o

      ich freue mich über jedes neu gewonnene Wissen und habe eh noch nie etwas von dem Spruch "was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr" gehalten ;)
    • Birger;16196 schrieb:

      Hallo Empeka,

      herzlich Willkommen im Forum.

      Schau mal bitte hier,vielleicht hilft es dir weiter.

      Quelle:

      translate.google.de/translate?…W4YCgAw&ved=0CDIQ7gEwADgK

      Gruß Birger:)


      Moin Birger,

      ist nicht Dein ernst - oder:confused:

      Da ist ja Wiki besser:
      de.wikipedia.org/wiki/SS-Division_Totenkopf
      oder LdW:
      lexikon-der-wehrmacht.de/Glied…ierdivisonenSS/3SSPGD.htm
      lexikon-der-wehrmacht.de/Glied…visionenSS/Gliederung.htm
      oder Balsi:
      balsi.de/Weltkrieg/Einheiten/S…n/3-SS-Div-Startseite.htm

      Gruß Uwe
    • Hallo Empeka,

      auch von mir ein herzliches Willkommen hier im Forum. Anbei noch ein paar nützliche Sachen für Dich.

      Als Einstiegsliteratur zu dieser Division empfehle ich folgendes Buch:

      amazon.de/Soldaten-Todes-SS-Di…enkopf-1933/dp/3506790846

      Hier bekommst Du einen sehr guten Querschnitt über die Einsatzorte etc. der Division:

      maparchive.ru/nara-doc/Waffen-…ER-DIVISION_TOTENKOPF.pdf

      Hier haben wir noch Auszüge aus dem Kriegstagebuch dieser Division. Das sollte Dir eine große Hilfe sein, um sich tiefer in dieses Thema begeben zu können:

      wwii-photos-maps.com/germandiv…panzerdivision/index.html

      Gruß
      Michael

      PS: Wenn Du noch über Fotos verfügen solltest, empfehle ich Dir auf jeden Fall diese auch online zu stellen. Oftmals kann man darüber noch sehr gute Rückschlüsse ziehen. Achte nur bitte darauf, ggf. NS-Symbole vorher unkenntlich zu machen.

      Zum Schluß möchte ich noch anmerken, dass ich mich sehr darüber freuen würde, wenn Du bei kommenden Beiträgen immer eine Anrede bzw. Grußformel verwenden würdest.
      Ein Projekt von wehrmachtlexikon.de
    • Empeka;16201 schrieb:

      Hallo und guten Tag zusammen,

      vielen Dank für die verschiedenen Links. Werde mir alles ausführlich und aufmerksam durchlesen. Das Buch ist bereits bestellt, dürfte bis morgen bei mir eintreffen. Relevante Fotos habe ich aber leider keine.

      Gruß
      Empeka


      Moin,

      die Divisionsgeschichte (ein Text- und ein Bildband) gibt es von Karl Ullrich, Titel: "Wie ein Fels im Meer"; Sydnor hat m.E. nicht sehr viel zu bieten.

      Gruß Uwe

      PS: Michael, der russische Link hilft hier wohl kaum weiter, außer man bestellt die KTB's der "T" bei NARA!! Bei russ. Links wäre ich generell vorsichtig ...
    • Hallo Uwe,

      wie meinst Du das mit den russischen Links? Generell vorsichtig in Bezug auf die Richtigkeit der Angaben oder bezüglich der Sicherheit der http?

      Die zwei Bände von Karl Ullrich sehen sehr interessant aus! Sobald ich das notwendige Kleingeld beisammen habe werde diese auch angeschafft.

      Gruß
      Empeka
    • Hallo Empeka,

      die Nutzbarkeit (in puncto Informationsgehalt) der zur Verfügung stehenden Seiten sowie Büchern wird meist unterschiedlich bewertet, wie so vieles anderes im Leben auch.

      Es ist auch immer eine Frage wie viel Geld Du in diese Aktion investieren möchtest. Du könntest ggf. auch über das folgende Nachschlagewerk gehen:

      cassiodor.com/Artikel/5569.aspx

      Wie bereits gesagt, dass liegt immer im Auge des Betrachters. Ich glaube eigentlich auch nicht, dass Dich Kriegstagebücher weiter bringen werden, weil Du meiner Einschätzung nach ja auch keinen zeitlichen Schwerpunkt haben wirst.

      Bilde Dir am besten einfach erstmal eine eigene Meinung dazu.

      Gruß
      Michael
      Ein Projekt von wehrmachtlexikon.de
    • Hallo Michael,
      Hallo Uwe,

      ich bin nun -Dank Eurer Tipps- stolzer Besitzer beider Bände von Karl Ullrich, Wie ein Fels im Meer, plus "Soldaten des Todes" und in Folge dessen mit reichlich Lese - /Infomaterial eingedeckt. Sollte ich jemandem mit Infos aus den beiden Bänden von K. Ullrich behilflich sein können, stehe ich gerne zur Verfügung. Bis ich alles durch habe wird aber sicher einiges an Zeit vergehen. Natürlich steht noch die Antwort der Wast aus, vielleicht wird es ja noch was in diesem Jahr ;)

      Ich grüße Euch herzlich
      Empeka
    • Hallo und guten Tag,

      möchte mich mal wieder melden. Durch die Bücher stöbere ich mich Stück für Stück, von der Wast habe ich leider noch keine Antwort bekommen - die Anfrage läuft ja auch erst ein halbes Jahr ;)

      ich habe mir vor ein paar Wochen folgende DVD zugelegt und auch bereits zweimal angesehen: amazon.de/Die-Waffen-SS-Vom-Aufstieg-Untergang/dp/B0000UMUD0
      Sicher wird diese Doko den Meisten hier bekannt sein, ich möchte sie aber trotzdem empfehlen. Ich finde die Doko gut gemacht, auch -oder gerade- wie sich einige Soldaten (erstmals) zu Wort melden fesselt förmlich an den Bildschirm. Da auch die Totenkopfdivision vereinzelt angesprochen wird, war der Kauf für mich gut angelegtes Geld.

      in diesem Zuge hatte ich mir gleich die 3er DVD-Box "mit der Kamera an der Ostfront - private Filmaufnahmen eines deutschen Kriegsberichterstatters" zugelegt und mir diese voller Interesse angesehen. Gerade die vielen Farbbildaufnahmen der DVD 1 und 2 zeigen -zumindest für mich- den Krieg an der Ostfront in einem sprichwörtlich anderen Bilde.

      es waren sicher nicht meine letzten Anschaffungen aus dem Hause Polar Film des Herrn Karl Höffkes. Auch wenn ich bei weitem nicht mit einem so umfangreichen Wissen wie viele in diesem Forum aufwarten kann, möchte ich doch behaupten dass Dokos aus diesem Hause weitestgehend um Neutralität bemüht sind. Und das ist ja nicht selbstverständlich.

      Viele Grüße, Empeka
    • Empeka;16189 schrieb:



      hat den Krieg überlebt und war im Anschluss ca. 2,5 Jahre in russischer Gefangenschaft [...]
      Über die Kriegsgefangenschaft erhoffe ich mir die Infos von der WaSt.



      Hallo!

      Du weißt aber schon, dass die WASt keine Kriegsgefangenenunterlagen der deutschen Soldaten in östlichem Gewahrsam hat? ;) Dort finden sich höchstens mal ein Entlassungsdatum - oder, wenn Du großes Glück hast - der Antrag auf Kriegsgefangenentschädigungs-Zahlungen, wenn denn Dein Vater damals ein Antrag gestellt hat.

      Bestände WAST, Quelle dd-wast.de/frame.htm:

      Über 15.000.000 Unterlagen über deutsche, österreichische und verbündete Teilnehmer des II. Weltkrieges in alliierter Kriegsgefangenschaft (hauptsächlich französisches, amerikanisches und britisches Gewahrsam), sowie Entlassungsunterlagen über Transporte aus östlichem Gewahrsam.


      Dort sind für die "östlichen" Gefangenen nur Entlassungslisten und keine direkten Kriegsgefangenen-Unterlagen. Wenig erquicklich.

      Der beste Ansprechpartner für "russische Gefangenschaft" ist der Suchdienst des DRK in München.

      Gruß Dagmar




      P. S. und über die SS-Zugehörigkeit Deines Vaters lohnt sich vielleicht auch ein Anfrage beim Bundesarchiv in Berlin .... bundesarchiv.de/bundesarchiv/d…ichterfelde/index.html.de
    • Hallo Dagmar,

      herzlichen Dank für die Info und Tipps. Das mit der Gefangenschaft und Wast habe ich schon kurz nach stellen der Anfrage bemerkt ;) die ganze Thematik war im Februar halt noch sehr frisch und neu für mich.

      Das Bundesarchiv ist ein super Tipp! Sind die Daten zwischen Berlin und Freiburg sowas wie im Ausstausch/Abgleich? Vielleicht weißt Du hierzu etwas, denn das Militärarchiv in Freiburg wäre für mich praktisch ein "Heimspiel" und ich könnte dort bequem persönlich vorstellig werden.

      Das DRK werde ich auch kontaktieren.

      Grüße
      Empeka
    • Nachtrag:

      Hallo nochmals Dagmar,

      meine Frage bezüglich der Archive Berlin und Freiburg hat sich erledigt. Habe mit Freiburg telefoniert, diese haben mich nach Berlin verwiesen. Wenn ich von dort (oder der WAst) genauere Angaben habe, kann ich mich gerne nochmals an das Militärarchiv in Freiburg wenden.

      Gruß
      Empeka
    • Hallo und guten Tag!

      heute habe ich endlich die Antwort von der WASt bekommen, damit habe ich alle Antworten der drei befragten Stellen (Bundesarchiv, DRK und WASt) beisammen. Die Antwort der WaSt ist von allen zwar die "dünnste", aber bei Angehörigen der Waffen SS ja eigentlich auch zu erwarten. Als nächstes steht noch ein Besuch beim Bundesarchiv in Freiburg an, diese können mir ja vielleicht noch Einzelheiten zur Einheit (9. Batterie SS-"Totenkopf"-Artillerie-Regiment 3 -besonderen Dank an UHF51 für die Antwort vom Febr. d. J. hier im Thema) geben.

      in dem WASt-Schreiben sind mir zwei Punkte nicht ganz klar, daher erbitte ich wieder Eurer von mir sehr geschätztes Wissen:

      -als vorletzte Dienststellung wird "Geschf." genannt. Bedeutet das Geschützführender?

      -als letzte Einheit wird die "Gasschutzschule 31" genannt. Könnt Ihr mir sagen wo diese ansässig war? Wenn ich die Informationen im Internet richtig verstanden habe, bedeutet Gasschutz Abwehr chemischer/biologischer Waffen, aber auch der Einsatz von Nebelwerfern (was ja wiederum zur Artillerie passen würde).

      Ich bedanke mich schon jetzt wieder sehr herzlich für Eure Mühe und Antwort(en).

      Gruß
      Empeka
      Suche alle Informationen zur 3. SS Panzerdivision Totenkopf, besonders über das Artillerieregiment 3
    • Hallo Empeka,

      es freut mich zu hören, dass Deine Nachforschungen weitere Fortschritte machen. Also was die Abkürzung angeht so ist Deine Vermutung eigentlich im Prinzip richtig. Ich würde das als Geschützführer bezeichnen.

      Zum Thema Nebelwerfer möchte ich folgendes sagen:

      Nebelwerfer-Einheiten gehörten nicht zur Artillerie sondern zur sogenannten Nebeltruppe. Dieser Punkt spiegelte sich schon in der verwendeten Waffenfarbe wieder:

      wehrmacht-lexikon.de/heer/dien…hen/verbaende/wfarben.php

      Gasschutz etc. gehörte ebenfalls zu dieser Truppengattung:

      Die Nebeltruppe war die Chemische Kampftruppe des Heeres. In der Wehrmacht war diese Gruppierung eine der jüngsten, sie entstand erst nach der Wehrmacht. Die Waffenfarbe der Nebeltruppe war Bordeaux-Rot. Die Nebeltruppe besaß einen Waffengeneral beim Generalstab des Heeres (General der Nebeltruppe) und eine eigene Waffenabteilung beim Allgemeinen Heeres-Amt (Inspektion der Nebeltruppe und Gasabwehr In 9) unter dem Inspekteur der Nebeltruppe und Gasabwehr. Dazu sollten noch die Abteilungen des Heereswaffenamtes erwähnt werden, welche eng mit der Inspektion zusammenarbeiteten, besonders Wa Prf. 9 (Gasschutzabteilung).

      Die Nebeltruppe hatte zwei Aufgaben:
      1. Die Ausbildung in der Abwehr feindlicher chemischer Kampfstoffe
      2. Den Einsatz von Nebel-, Gas- und hochwertiger Brisanzmunition aus Werfern verschiedener Art und verschiedener Kaliber.


      Quelle: lexikon-der-wehrmacht.de/Gliederungen/Nebeltruppe.htm

      Gruß
      Michael
      Ein Projekt von wehrmachtlexikon.de