die vier erschossenen deutsche Offiziere von Remagen

    • Brief von Guenther Kraft (Sohn des Major Kraft)

      Hallo Kaleun,

      hier ein Brief von Günther Kraft, Sohn des Major Kraft ...

      Gruß
      Christoph

      Quelle: fold3.com
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    • Ehrenblatt;20757 schrieb:

      Hallo Christoph,

      ...Interessant ist, was du bzgl. des Artikels zu Generalleutmant Hübner in Lexikon der Wehrmacht geschrieben hast.
      Kannst Du uns das mal erläutern?

      Gruß
      Martin


      Hallo Martin,

      im Lexikon der Wehrmacht steht: "Am 11. März 1945 kam Dr. Hübner dann beim Hauptquartier der Heeresgruppe B in Rimbach am Sieg an. Dort verurteilte er nach den Verhandlungen bis zum 14. März 1945 die Majore Hans Scheller, August Kraft und Herbert Strobel, Hauptmann Karl Friesenhahn und Leutnant Peters zum Tod durch Erschießen. Bis auf Hauptmann Friesenhahn, welcher sich in amerikanischer Kriegsgefangenschaft befand, wurden die Urteile am gleichen Tag vollstreckt."

      Bratge wird nicht erwähnt ... Friesenhahn wurde nicht zum Tode verurteilt, sondern freigesprochen ...

      Im Lexikon der Wehrmacht steht: "In einem Nachkriegsprozess in Koblenz wurde er wegen der Verurteilungen von Rimbach zu 4 Jahren Haft verurteilt."

      Aus anderen Quellen geht hervor, dass die Ermittlungen der Koblenzer Staatsanwaltsschaft 1951 mangels "Schuldnachweis" eingestellt wurden. Hier wäre zumindest noch einmal nachzuforschen und eine verlässliche Quelle zu nennen.

      Gruß
      Christoph
    • Alterhase;20770 schrieb:


      Dort verurteilte er nach den Verhandlungen bis zum 14. März 1945 die Majore Hans Scheller, August Kraft und Herbert Strobel, Hauptmann Karl Friesenhahn und Leutnant Peters zum Tod durch Erschießen. Bis auf Hauptmann Friesenhahn, welcher sich in amerikanischer Kriegsgefangenschaft befand, wurden die Urteile am gleichen Tag vollstreckt."

      Bratge wird nicht erwähnt ... Friesenhahn wurde nicht zum Tode verurteilt, sondern freigesprochen ...



      Hallo Christoph,

      vielen Dank vorab für die Einstellung der Briefe, das ist interessant zu lesen. Danke auch für die Erläuterung

      Das vergleichen von unterschiedlichen Quellen, kann evtl. Fehler aufdecken und uns neue Erkenntnisse erschließen.

      Nach einer Quelle, die mir seit gestern vorliegt werden bei der Verhandlung in Rimbach / Oberirsen folgende Personen benannt:

      Zitat:Am 12.März..., an diesem Tag ergingen in Rimbach die ersten Urteile. Die Opfer waren bezeichnet. Sie heißen Bratge, Strobel, Kraft, Peters - und Scheller.

      Diesem Grauen gegenüber wirkte ein nachfolgendes Verfahren gegen den Brückenkommandanten Hauptmann Friesenhahn wie ein makabrer Witz - er wurde freigesprochen.

      Quelle:Rolf Palm Die Brücke von Remagen

      Also in dem Text des Lexikon der Wehrmacht wurde die Personen Hauptmann Bratge und Hauptmann Friesenhahn verwechselt.
      Hauptmann Bratge wurde bereits als erster am 12 März 1945 vom Fliegenden Standgericht zum Tode verurteilt

      Zitat aus dem Buch von Rolf Palm : Bratge wurde, da ja in US-Gefangenschaft, in Abwesenheit zum Tode verurteilt, das bereitete schon mal kein Problem, außer natürlich, das man in diesem Fall keine Vollstreckung melden konnte. Danach wurde Major Scheller vorgeführt.

      Hauptmann Friesenhahn wurde freigesprochen und war wohl nicht in Kriegsgefangenschaft.

      Ich war heute nochmals vor Ort in Rimbach im Westerwald und habe einiges interessantes zusammentragen können. Evtl. besteht sogar die Möglichkeit noch einen Zeitzeugen zu treffen. Ich werde das in den nächsten Tagen einstellen.

      Gruß
      Martin
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    • Ehrenblatt;20826 schrieb:


      Hauptmann Friesenhahn wurde freigesprochen und war wohl nicht in Kriegsgefangenschaft.


      Hallo Martin,

      Friesenhahn befand sich ebenfalls in amerikanischer Kriegsgefangenschaft.

      siehe u.a. hier militaryhistoryonline.com/wwii…/apathacrosstherhine.aspx


      Ehrenblatt;20826 schrieb:


      Ich war heute nochmals vor Ort in Rimbach im Westerwald und habe einiges interessantes zusammentragen können. Evtl. besteht sogar die Möglichkeit noch einen Zeitzeugen zu treffen. Ich werde das in den nächsten Tagen einstellen.
      Gruß
      Martin


      Das wäre wirklich super, wenn es dir gelänge, mit einem Zeitzeugen zu sprechen.

      Vielleicht kannst vor Ort auch etwas über die beiden Gasthöfe in Rimbach und Oberirsen herausfinden ... und ob sie heute noch existieren.

      Gruß

      Christoph
    • Alterhase;20830 schrieb:



      Vielleicht kannst vor Ort auch etwas über die beiden Gasthöfe in Rimbach und Oberirsen herausfinden ... und ob sie heute noch existieren.

      Alterhase;20830 schrieb:




      Hallo Christoph,

      besten Dank für deine Ergänzung zu Major Friesenhahn:)

      Ja das habe ich schon gemacht...die Gasthöfe existieren noch und ich konnte auch das Haus ausfindig machen, indem die "Gerichtsverhandlung" des Fliegenden Standgerichts gegen Major Scheller und Oberleutnant Peters im Rimbach angestrengt wurden. Ein altes Fachwerkhaus, das damals dem Bauern Eschermann gehörte.

      Steht man vor dem Hause, kann man sich kaum vorstellen, welche hochranige Militärs in diesem Hause ein und ausgingen. Mir ist auch jetzt erst durch das Buch von Rolf Palm klargeworden, das bereits am 11. März, also einen Tag bevor Major Scheller und Oberleutnant Peters zum Tode verurteilt wurden dort andere Offiziere befragt und vernommen wurden.

      Zitat aus besagtem Buch:Am 11. März ,...begann das "Fliegende Standgericht" in der guten Stube des Bauern Eschermann mit den ersten Verhören.
      Als erste wurden Model und sein Ia , Oberstleutnant Reichhelm verhört. ...Anschließend und am nächsten Tag kamen die Pionier-Generale Janowski, Wirtz und von Berg an die Reihe, ferner die zeitweiligen Kommandeure des Verteidigungsbereichs Bonn-Remagen, die Generale Botsch und von Kortzfleisch.


      Ich habe auch Bilder gemacht. Sobald meine Freundin mir diese geschickt hat, stelle ich die Aufnahmen ein.

      Ich habe auch von einer Anwohnerin erfahren, wo inetwa der Wald ist, indem die Erschießungen der beiden Offizier Scheller und Petersen stattfand.
      Wir sind da mal hochgefahren. War aber anhand der Beschreibung noch zu ungenau. Es gibt auch kein Denkmal an dieser Stelle.

      Es gibt aber eine kleine Tafel, wo die Offizier aufgeführt sind. Diese seht in der nähe des Hauses des Bauern Eschermann.Auch das Bild stellte ich dann ein.

      Gruß
      Martin
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    • Alterhase;20853 schrieb:



      interessant wäre vielleicht auch das Haus der Familie Schmitt (damals Haus Nr. 6 in Oberirsen).

      Dort haben Kraft und Strobel in der Nacht vor der Verhandlung und Exekution vollkommen ahnungslos übernachtet.


      Hallo Christoph,

      danke für die Info und interessante Einsicht in den Schriftverkehr:)

      Sollte der Termin mit dem Zeitzeugen übernächstes WE stattfinden werde ich auch Deine Info zu Familie Schmitt in das Gespräch mit einbauen.

      Übrigens wurde Major Scheller bei der Familie Ochsenbrunner in Rimbach in einem Zimmer im ersten Stock inhaftiert. Die Wachposten trugen den Ärmelstreifen Großdeutschland am Arm.

      Es stimmt die Majore Kraft und Strobel waren auf freiem Fuß,nicht inhaftiert genau wie Oberleutnant Peters. Sie waren nur angewiesen, sich zur Verfügung des Gerichts zu halten.

      Der Oberstrichter Janert, war der einzige tatsächliche Jurist, der als Beobachter " dem Fliegenden Standgericht", das aus nicht Juristen bestand beiwohnen sollte.

      Gruß
      Martin

      Quelle: Rolf Palm Die Brücke von Remagen
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    • Ehrenblatt;20860 schrieb:

      Übrigens wurde Major Scheller bei der Familie Ochsenbrunner in Rimbach in einem Zimmer im ersten Stock inhaftiert. Die Wachposten trugen den Ärmelstreifen Großdeutschland am Arm.


      Hallo Martin,

      das stimmt, Generalfeldmarschall Model ließ Major Scheller verhaften.

      Das soll sich so zugetragen haben:

      Major Scheller hat bereits kurz nach der Sprengung das Kommando über seine Einheit einem Leutnant übergeben und den Ort des Geschehens durch den Erpeler Tunnel verlassen. Er war dann zu Fuß über Unkel, Orsberg und Bruchhausen nach Kalenborn gelaufen, wo sich General Kortzfleisch aufhielt. Bei diesem machte er um Mitternacht des 8. März Meldung über die Geschehnisse an der Brücke, die aber nicht den Tatsachen entsprach. So berichtete er, dass er selbst nach der missglückten Sprengung auf der Brücke gerobbt sei um die Notsprengung zu zünden. Danach habe er versucht, am Ostufer eine Abwehrfront zu errichten. Als er sich am 11. März bei General Otto Hitzfeld - dem Kommandierenden General des LXVII. Armeekorps -zurückmeldete, stellte er die Vorgänge ebenso dar. Der ebenfalls anwesende Generalfeldmarschall Model - der den wahren Sachverhalt kannte - ließ Major Scheller daraufhin verhaften.

      Die Verhaftung müsste theoretisch - da im Gefechtsstand des LXVII. Armeekorps erfolgt - vom Feldgendarmerie-Trupp 467 vorgenommen worden sein, der dem LXVII. Armeekorps unterstand.

      In den darauffolgenden Vernehmungen beim Standgericht war er offenbar derart eingeschüchtert, dass er sich selbst schwer belastete und schließlich zugab, "die Brücke feige verlassen zu haben und sich im Gelände herumgedrückt zu haben, bevor er den Schauplatz durch den Erpeler Tunnel verließ." Major Hans Scheller wurde zum Tod durch Erschießen verurteilt, weil er als anwesender rangältester Offizier nicht für die Sprengung gesorgt hatte und sich während der Kampfhandlungen entfernt und mehrere Tage im Hinterland aufgehalten hatte.

      Quelle: Brüne/Weiler: Remagen im März 1945, S. 198 f

      Gruß

      Christoph
    • Ehrenblatt;20860 schrieb:

      Es stimmt die Majore Kraft und Strobel waren auf freiem Fuß,nicht inhaftiert genau wie Oberleutnant Peters. Sie waren nur angewiesen, sich zur Verfügung des Gerichts zu halten.


      Hallo Martin,

      Oberleutnant Karl Heinz Peters müsste eigentlich auch inhaftiert gewesen sein, denn er wurde auf rechtsrheinischem Gebiet von seinem Kommandeur festgenommen und mit einem Bericht dem Standgericht zugeführt.

      Gruß
      Christoph
    • Hallo zusammen,

      ich habe leider eben gerade festgestellt, dass wir das Thema Remagen bereits an relativ vielen Stellen (auch wenn aus unterschiedlichen Blickrichtungen) behandelt haben. Dennoch möchte ich euch mal auf dieses Buch aufmerksam machen. Es liegt mir zwar nicht vor aber es macht zumindestens einen recht interessanten Eindruck:

      ebay.de/itm/Standgerichte-im-Z…in_77&hash=item4880401158

      Gruß
      Michael

      PS: Zumal es sich hier wohl um eine relativ neue Publikation zu handeln scheint.
      Ein Projekt von wehrmachtlexikon.de
    • Hallo Micha,

      danke für den Buchtipp. Leider haben wir es während unseres Betriebsausfluges nicht geschafft, die wohl noch existierenden Gräber von Major Scheller und seinen Mitstreitern zu besichtigen. Aber vielleicht gelangt man da ja nochmal hin. Ich denke das ich mir das Buch bestellen werde, es passt einfach noch zu unserem Ausflug. Das Thema um die Erschießung "der Verschwörer" der Ludendorff-Brücke und die Rehabilitierung Schellers nach dem Krieg, wurden auch im Friedensmuseum Remagen sehr gut dargestellt wie ich fand.


      Gruß KaLeun
      Interessiere mich für Bunker und Bauten der Wehrmacht und des Dritten Reiches.

      oberlausitzer-bunkerkameraden.de
    • Wissenswertes die vier erschossenen deutsche Offiziere von Remagen

      Hallo Alterhase

      Du hast die Bilder des "Betriebsausfluges 2015" nicht vorliegen.
      Daraus zwei Aufnahmen zu Karl Heinz Peters.
      Auf meine Anfrage im Museum Remagen erhielt ich zur Antwort: "Es handelte sich bei dem neuartigen Raketenwerfer um die FÖHN-Geräte von Henschel. Wenn ich mich recht erinnere, waren sie zu dem angestrebten Zweck der Tieffliegerabwehr nicht tauglich."

      Gruß

      legit

      Quelle: Fotos vor Ort
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      • DSC06853.jpg

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    • Ehrenblatt;20672 schrieb:



      In diesem Tunnel gibt es seit einigen Jahren ein Theaterstück, das diese Thematik darstellt.



      Hallo an die Runde,

      hier einmal aus aktuellen Anlass ein neuer Artikel zu Tunneltheater " die Brücke" für den Zeitraum vom 15.08. bis 09.06.2015.

      Falls jemand von der Remagentruppe oder sonstig interessierter das mal sehen möchte...Ich habe es wie bereits gesagt im letzten Jahr gesehen und fand es absolut super!!:)

      Gruß
      Martin

      Quelle: Rhein-Zeitung
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    • Hallo Martin,

      danke fürs einstellen. Es passt bei mir aber leider zeitlich nicht, ich bin ab dem 6.9. zwar wieder in der Gegend, aber 15.30 Uhr schaffe ich definitiv nicht. Sehr bedauerlich, hätten wir uns gern mal angesehen. Am 13.9. ist auch wieder eine Führung im Stollensystem unter der Festung Ehrenbreitstein, nur da sind wir schon wieder daheim, genauso ärgerlich. :mad:


      Gruß KaLeun
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